Dominique Manotti - Ausbruch
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Der Container wird rücksichtslos geleert, die beiden Körper rutschen heraus und rollen zwischen die Müllsäcke und losen Abfälle. Carlo steht schon, er packt den halb bewusstlosen Filippo am Arm und zwingt ihn auf die Füße. Sie stehen knietief in einem hohen Müllberg. Filippo blickt sich benommen um, sieht rechts ein Fabrikgebäude und einen Backsteinschlot, links eine sehr hohe, sehr glatte Mauer, an der die Abfälle gerade ausgekippt wurden. Der Geruch, der Geschmack von Freiheit? Nicht wirklich. Carlo gönnt ihm keine Verschnaufpause, er zieht, schiebt, schubst ihn, treibt ihn den Müllberg hinab, zerrt ihn dann zur Umfassungsmauer. Vor ihm eine Leiter. »Rauf da«, befiehlt Carlo und stößt ihn ins Kreuz, »mach schon.« Er klettert hoch, wie ein Automat, wuchtet sich über die Mauer, rutscht ab, fällt. Carlo landet mit einem geschmeidigen Sprung hinter ihm und hilft ihm hoch. Ein Wagen erwartet sie, laufender Motor, offene Tür, sie werfen sich auf die Rückbank. Der Gestank ist unerträglich. Der Fahrer, Sonnenbrille, hochgeklappter Mantelkragen, der den unteren Teil seines Gesichts verbirgt, öffnet das Fenster und fährt mit durchdrehenden Rädern los. Neben ihm eine junge Frau, Blick starr geradeaus, Gesicht hinter einem Tuch versteckt. Ohne sich umzudrehen, sagt sie: »Wer ist der da?«
Filippo hört Carlo nervös sagen: »Fahr, fahr, darüber reden wir, wenn wir halten können.«
Sie liegen Seite an Seite im Fond auf dem Boden. Stöße, Kurven, offenbar rasen sie über eine Landstraße. Filippo fühlt, wie sich sämtliche Muskeln verkrampfen und schmerzen, er bemüht sich zu atmen, seinen Kopf zu schützen und an nichts zu denken.
Plötzlich stoppt der Wagen, der Motor wird abgestellt, die Tür geöffnet, Carlo klopft Filippo auf die Schulter, der hochschreckt, und zeigt auf eine rund hundert Meter entfernte Baumgruppe.
»Warte dort auf mich, ich komme gleich.«
Filippo richtet sich auf, steigt aus, geht ein paar Schritte, zunächst steif, unter Schmerzen, verwirrt, bleibt dann stehen, überwältigt, geblendet von dem, was er sieht. Er befindet sich auf einem Plateau über einem Steilhang, neben einer verfallenen Bruchsteinhütte. Unterhalb von ihm ein blau-grüner See, ihm gegenüber knallt eine weiße Felswand gegen einen endlosen blauen Himmel. Schwindel erfasst ihn, er breitet die Arme aus, atmet tief durch. Die Luft ist schneidend klar, er fühlt, wie sie in seine Lungen dringt, den Müll- und Kotzegeruch wegbrennt. Diese Ruhe, diese Stille, diese Schönheit, das ist das Wort, das ihm dazu einfällt. Ein überraschendes Wort. Mit diesen Augen hat er, der römische Vorstadtbengel, noch nie eine Landschaft gesehen. Er setzt sich langsam wieder in Bewegung, leicht schwankend, vor Kälte zitternd, erstaunt darüber, heil, frei und mitten im Gebirge zu sein. Ohne nachzudenken dreht er sich um, vielleicht, um mit Carlo zu reden oder um sich zu vergewissern, dass er da ist und gleich zu ihm kommen wird. Carlo ist tatsächlich da, er hat ihm den Rücken zugewandt. Vor ihm steht die junge Frau aus dem Auto, nicht sehr groß, ihr vollkommen ovales Gesicht zu ihm emporgewandt, im vollen Licht, sie spricht ernst, vielleicht wütend zu ihm. Das Tuch ist ihr auf die Schultern gerutscht und hat eine blonde Mähne freigegeben, in der Sonne kupfern, vom Wind zerzaust. Das Bild setzt sich in Filippos Gedächtnis fest. Das Mädchen mit dem Kupferhaar und das Gebirge, die Schönheit der Freiheit. Carlo umarmt sie, beugt sich langsam zu ihrem Mund und küsst sie, hält sie umschlungen. Hinter ihnen, ebenfalls stehend, etwas abseits, der Fahrer, er hat den Mantelkragen heruntergeklappt, die Sonnenbrille abgenommen und fixiert das Paar. Filippo ist beeindruckt von dem Aussehen des Mannes: kantiger Kiefer, tief in den Höhlen liegende Augen unter einem durchgehenden pechschwarzen Brauenbalken, eine Narbe auf der linken Wange, die das Lid nach unten zieht. Das Gesamtbild wirkt äußerst rabiat. Als der Fahrer bemerkt, dass Filippo sich umgedreht hat und sie beobachtet, sieht er plötzlich wütend aus, er hebt die Hand, Filippo bekommt Angst, wendet sich rasch ab, ohne das Ende der Geste abzuwarten, und marschiert zu der ihm von Carlo zugewiesenen Baumgruppe mit dem Gefühl, einen schweren Fehler begangen zu haben, auch wenn er nicht weiß, welchen. In so einem Fall ist seine Strategie, den Fehler in Schweigen und Vergessen zu begraben, ohne verstehen zu wollen.
Er setzt sich mit dem Rücken zu den Bäumen, Blick ins Tal, und lässt sich von der Landschaft in den Bann schlagen.
Carlo kommt zu ihm, reicht ihm einen Pullover, den er sofort anzieht, hockt sich neben ihn.
»Deine Anwesenheit im Müllraum war nicht geplant ...«
»Das habe ich mir nicht ausgesucht. Um die Zeit bin ich immer dort. Die Müllabfuhr hatte Verspätung, sie kam, während ich Dienst hatte. Ich war baff, das gab’s noch nie.«
» ... und dass du in diesen Container springst, noch weniger.«
»Ich hab nicht nachgedacht, ich hab dich gesehen, ich bin dir hinterher.«
»Was wirst du jetzt tun?«
»Na ja, mit dir weiterziehen. Geht das nicht?«
»Nein.«
»Tja, dann weiß ich auch nicht.«
»Wir trennen uns hier.« Er stellt Filippo einen Stoffrucksack vor die Füße. »Ich habe dir da reingetan, was ich in den Autos finden konnte. Kleidung, zwei Sandwiches und Geld.« Carlo hält kurz inne, Filippo zeigt keine Reaktion. »Ich denke, man wird viel über meine Flucht reden. Und man wird nach dir fahnden, weil du mit mir geflohen bist. Du musst dich eine Zeitlang verstecken, bis sich die Lage beruhigt.« Ein Moment vergeht, immer noch keine Reaktion. »Verstehst du, was ich dir sage?«
Nicken. Filippo schaut weiter auf die Berge.
»Falls es dir in Italien zu heiß wird, geh nach Frankreich. Hier, auf diesem Umschlag habe ich dir die Adresse von Lisa Biaggi in Paris aufgeschrieben. Geh zu ihr, sag, dass ich dich schicke, berichte ihr, sie wird dir helfen.«
Ohne Carlo anzusehen, nimmt Filippo den Umschlag, steckt ihn in den Rucksack. Carlo steht wieder auf.
»Ciao, Filippo. Pass auf dich auf.«
Dann geht er mit schnellen Schritten davon, ohne sich noch einmal umzudrehen.
Wenig später ein Motorengeräusch hinter der verfallenen Hütte. Filippo sitzt lange Minuten reglos da. Dann sieht er ein Auto unten am See entlangfahren, winzig klein, in dieser Einöde fehl am Platz. Da ist bestimmt Carlo drin. Es verschwindet hinter der Felswand. Tiefer Schmerz. Hinter Filippo geht die Sonne unter, ihm gegenüber wird der Fels rosa, dann grau. Das ist die Nacht. Filippo ist am Boden zerstört. Gefühl von Leere, Verlust, Verlorenheit. Sich selbst überlassen. Zu keinem zusammenhängenden Gedanken fähig, lässt er einfach die Zeit verstreichen. Als er vor Kälte zittert, steht er auf, geht zurück zur Hütte, findet den Wagen, der sie hergebracht hat, unter dem halb eingestürzten Dach versteckt. Er öffnet die Motorhaube, die Zündkerzen wurden entfernt, Kabel herausgerissen. Er kriecht auf die Rückbank, wickelt sich in eine Decke, die dort liegt, und schläft mit dem Kopf auf dem Rucksack ein.
Als er erwacht, ist die Sonne gerade hinter dem weißen Felsen emporgestiegen, das Licht ist unbarmherzig, schroff. Filippo zieht sich um. Saubere Kleidung, Entspannung. Er setzt sich mit dem Gesicht zur Sonne, isst langsam ein Sandwich, trinkt kühles Wasser. Wo bist du hier, Mann? Verirrt. Der Sprung in diesen Container hat dich aufs falsche Gleis gesetzt. Geschieht dir recht. Du dachtest, dein Zellengenosse, ein Prolet und stolz darauf, politischer Gefangener, gebildet, guter Redner und großer Leser, wäre dein Freund geworden, der Freund eines Kleinkriminellen, der kaum lesen kann und keine drei Sätze am Stück rausbringt. So ein Schwachsinn. Solche Dinge passieren nie. Sitzengelassen wie eine Tussi. Bitterkeit und Groll. Na gut, du weißt nicht, wo du bist, aber weißt du, wo jetzt hin? Bild von dem Wagen, wie er am Vorabend am Seeufer davonfährt. Ich weiß, wohin, dort lang geht’s hier raus. Und dann? Rom? Meine Familie? Die Tür hab ich zugeschlagen, ich geh nicht als Besiegter nach Hause zurück. Und die Bullen werden vor mir da sein. Zurück zu meiner Bande am Hauptbahnhof, wieder anfangen, Touristen auszurauben und Schmuggelzigaretten zu verticken? Der ständige Kampf jeder gegen jeden, um einen Lappen, ein Mädchen, eine Stange Fluppen, die Bullen, die sich jeden kaufen, den die Kumpels gerade verpfeifen wollen, mich neben den setzen, der mich vielleicht verpfiffen hat, und ihm die Hand drücken. Der Dreck, die Gewalt, ständig zugekifft. Keinen Bock mehr. Im Knast hab ich mir was anderes erträumt.
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