Artur Weiß - Begegnungen im DDR-Knast

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In meiner Generation war das Zusammenleben von Mann und Frau ein Tabuthema, über das nicht oder nur kaum gesprochen wurde. Es wurde streng darauf geachtet, dass wir Kinder bei solchen Gesprächen nicht zugegen waren. Es kam nicht selten vor, dass es der Tochter die Schamröte ins Gesicht trieb, wenn Eltern sie nach ihrem Freund befragten. Wir Kinder haben unsere Eltern niemals völlig entblößt gesehen, so ging dieses Schamgefühl auf uns Kinder über. Das hat sich erst mit dem Erwachsenwerden geändert. Auch die Beziehungen der Geschlechter untereinander war für uns Neuland. Im Besonderen die Beziehung Gleichgeschlechtlicher ist für mich heute noch unakzeptabel. Das ist für mich und viele andere nicht mit dem Glauben in Einklang zu bringen, weil es da heißt: Liebet und vermehret euch. Leider sind diese Werte bei vielen über Bord gegangen, und sie widmen sich stattdessen nur ihrem Vergnügen. Das DDR-Strafrecht hat bei »Homo« und »Sitte« besonders streng geurteilt. Was unter dem Begriff Sittlichkeit alles möglich ist, habe ich in der U-Haft beobachtet und später im Gefängnis aus den Akten Verurteilter entnommen. Die authentischen Schilderungen von Mithäftlingen, wenn wir die Möglichkeit zur Kommunikation hatten, sind bis heute in meinem Kopf geblieben. Diese Begebenheiten, warum ich mich mit dem Thema Sittlichkeit befasse und warum ich mit einer hohen Haftstrafe in Berlin-Rummelsburg eingezogen bin, davon erzählt dieses Buch.

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Hier stoppte er seinen Redefluss und bemerkte, dass ihm alle zuhörten, einer rief lautstark: „Du bist ja nicht nur schwul, sondern echt krank.“ Dann senkte Schwuli seinen Kopf und verbarg das Gesicht hinter seinen Händen. Ich hatte das Gefühl, dass er sich nicht nur maßlos schämte, sondern auch die Tat bereute.

Nachgefragt

Etwas derart Schreckliches hatte ich bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht gehört und schon gar nicht für möglich gehalten. Daher unternahm ich den Versuch, seine Beweggründe für eine solch schändliche Tat zu ergründen. Die Frage an Schwuli war: „Was war der Auslöser, um eine solche Tat zu begehen?“

Er begann damit, dass er schon einmal eine ähnliche Straftat begangen habe, die ihn aber nicht geändert hat. Obwohl seine Unmoralität medizinisch behandelt und therapiert wurde, ist Schwuli doch zum Kinderschänder geworden. Dass er zum Wiederholungstäter wurde, begründete er damit, dass in ihm ein unlöschbares Programm installiert ist, das immer dann in Aktion tritt, wenn er Kinder sieht und mit ihnen in Körperkontakt kommt. Es ist für ihn wie ein Rausch, dem er willenlos ausgesetzt ist.

So schlimm es auch für die Täter ist, dürfen aber nicht die Opfer vergessen werden, die aus der Lebensbahn geworfen, oder gar getötet werden. Immerhin werden den vergewaltigten Frauen und Kindern tiefe seelische und moralische Wunden geschlagen. Für die Täter wird am Ende immer gesorgt, die Opfer jedoch oft allein gelassen. Aus der Sicht der Verletzten ist es eine Zumutung, dass sie mit ihren Steuern den Täter im Gefängnis unterstützen. Vielmehr herrscht die Meinung vor, dass der Täter im Gefängnis durch seine Arbeit dem Opfer Schmerzensgeld schuldet.

GETEILTES LEID UND FREUDE

Wieder einmal holte mich ein Schließer aus der Zelle, wie ich glaubte, zum Verhör. Ich wurde aber in eine andere Richtung geschoben. Was mich wunderte war, dass man mir nicht die Handschellen anlegte. Ich traute meinen Augen nicht, als vor einer Zimmertür Halt geboten wurde. Ich erkannte die Aufschrift: „Besucherraum“.

Mir rutschte vor Schreck das Herz in die Hosentasche, als sich die Tür öffnete und ich meine Frau entdeckte. Als wir, durch eine Glasscheibe getrennt, uns gegenüber saßen, standen uns beiden die Freudentränen in den Augen. Durch ein Sprachgitter in der Scheibe war es möglich, miteinander zu reden. Es dauerte einige Minuten, bis es uns gelang, sachbezogen miteinander zu sprechen. Irene zog einen Zettel mit Notizen aus ihrer Tasche, die wir dann abarbeiteten. Wir hatten uns viel zu sagen. Es war mehr eine Berichterstattung von Irene, bei der sie auch Fragen stellte und ich sie beantwortete. Ich erfuhr, sie hatte erst Tage später von meinem Verbleib erfahren, es gab eine Hausdurchsuchung, der Betrieb musste geschlossen und die Technik verkauft werden, um eine angebliche Schuld an das Finanzamt zu zahlen. Zu all den Dingen machte ich Vorschläge und auch zur Abwicklung des Betriebes. Die dazu notwendigen Behördengänge muss Irene selbst erledigen und das wird lange so bleiben. Telefonieren, um sachbezogen zu helfen, war nur mit Genehmigung und unter Bewachung möglich. Die ein Stunde Sprechzeit pro Monat ging zu Ende, und ich durfte mich kurz von meiner Frau verabschieden. Eine Glanzleistung erbrachte der Schließer, als er mir vor den Augen meiner Frau die Handschellen anlegte. Beim Verlassen des Raumes versuchte ich noch, einen Blick zu erhaschen, aber mein Wächter versperrte mir die Sicht.

Anmerkung

Wieder in der Zelle angekommen, unternahm ich den Versuch, die Ereignisse in meiner Familie und im Betrieb zu ordnen. Es erschien mir wichtig, in einem Brief zu allen anliegenden familiären und betrieblichen Problemen umfassend Stellung zu nehmen. Diesen ließ ich durch meinen Anwalt meiner Frau als Vorgabe zur Lösung der anstehenden Arbeiten zukommen. Mir blieb nur die Hoffnung, dass es meiner Familie gelingen möge, der Belastung standzuhalten.

In meinen Gedanken versunken, was meiner Familie und mir zurzeit widerfährt, näherte sich Schwuli, um mich zu trösten. Ich begegnete ihm mit den Worten: „Deine Last ist schwer und unmenschlich, daran musst du arbeiten.“ In Anbetracht dessen, was er getan hatte und was ihm vorgeworfen wurde, kann aus meiner Sicht nicht gesühnt werden. Für diese Täter ist die Psychiatrie der einzige Ort, wo sie mit der Öffentlichkeit nicht in Berührung kommen.

Die Politik räumt den Schwulen und Lesben weitreichende Kompetenzen ein, das ist aus meiner Sicht mit der Natur nicht in Einklang zu bringen. Wenn ihnen dann noch Kinder zur Adoption anvertraut werden, kann man das nicht nachvollziehen. Irgendwann werden die Kinder fragen: „Wer ist meine Mutter oder mein Vater.“ Dann muss dem Kind erklärt werden, wie zwei Männer oder Frauen miteinander verkehren. Stellt sich die Frage, wann und wie sage ich es dem Kinde, ohne Scham aufkommen zu lassen. Ob sich in einer solchen Umgebung Kinder normal entwickeln können? Daran kann man ernsthaft zweifeln.

Sicherlich ist es so, dass nicht alle Schwulen und Lesben zu Verbrechern werden, sondern zu zweit oder in Gruppe gut miteinander leben und auskommen. Was aber in der Öffentlichkeit, vor allem in den Medien zur Show gestellt wird, fällt oft aus dem Rahmen. Es ist bedauerlich, dass die Natur den Menschen einen Streich gespielt hat. Das verlangt aber nicht, dass daraus ein kostümiertes Spektakel gemacht wird. Bekanntlich ist es so, dass die Geschmäcker und Meinungen verschieden sind, was bewirkt, dass jeder nach seiner Fasson selig werden kann.

ARBEIT IN DER KÜCHE

Die vierzehn Tage U-Haft in der Sammelzelle, auch wenn der Gesprächsstoff noch lange nicht erschöpft war, langweilten mich. Deshalb bemühte ich mich um eine Arbeit, diesen Wunsch hat ein Schließer für mich weiter gegeben. Ein positiver Bescheid wäre ganz in meinem Sinn, um dem Gestank in der Zelle zu entkommen. Nach der Geschichte von Schwuli war mein Gespräch mit dem Schlossermeister an der Reihe. Er war der Erste, welcher mir half, als ich in die Zelle gestoßen wurde. Ihm war das Gleiche widerfahren wie mir und vielen anderen, auch er hatte heftig sein Eigentum verteidigt. Beim Fachsimpeln gerieten wir schnell zu seinem Problem, das er mir in allen Einzelheiten schilderte. Voller Wut ging er auch auf die Rücksichtslosigkeit seiner Peiniger ein.

Es waren einige Tage vergangen, als nach dem Mittagessen die Zellentür entriegelt und aufgeschlossen wurde. Ein Uniformierter betrat den Raum mit den Worten: „U-Häftling Weiß, raustreten!“ Dieser brachte mich in ein Büro, das ich noch nicht kannte, wo ein Unterleutnant am Schreibtisch saß. Mit ernster Miene fragte er mich: „U-Häftling Weiß, Sie wollen arbeiten“, was ich mit Ja beantwortete. Bei dem Wortwechsel stellte ich fest, dass wir uns kennen, was auch er bemerkte. Etwas nachdenklich und mit freundlicher Stimme sagte er: „In zwei Tage werden Sie in der Küche eingesetzt.“ Das war Musik in meinen Ohren, komme ich doch endlich aus der stinkenden Raucherkammer heraus. Auf dem Weg zur Zelle überlegte ich, woher der Unterleutnant mich kennt. Nach langen Überlegungen stellte es sich heraus, dass er ein Bürger meiner Heimatstadt Belzig ist. Das kann unter Umständen für mich hilfreich sein, soll er etwa mein Schutzengel werden? Neugierig empfingen mich meine Leidensgenossen. Einige freuten sich, andere waren neidisch über meinen Erfolg. Zur gegebenen Zeit war Abendbrot-Ausgabe, wo jeder seine Portion entgegennahm. Teils nachdenklich, auf ihr karges Essen starrend nahmen alle Achtzehn ihr Abendbrot ein. Als Getränk gab es meistens Muckefuck oder Tee, was allmählich langweilig wurde.

DER WEG UND BEGLEITERSCHEINUNGEN BIS ZUM MORD

Nicht mehr hungrig legten sich die meisten auf ihre Betten und vertrieben sich die Zeit mit Rauchen, was mich als Nichtraucher zunehmend belastete. Andere erzählten sich ihre Geschichten. So auch einer, der zum Mörder wurde.

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