Marc Bensch - Die unverhoffte Genesung der Schildkröte

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Der Journalist Paul Gram hat ein ambivalentes Verhältnis zum Begriff der Wahrheit. Seine jüngste Story über Mauscheleien zwischen lokaler Wirtschaft und Stadtverwaltung ist komplett erfunden – und doch wahr. So wahr jedenfalls, dass sie das Leben eines kriminellen Unternehmensbosses, eines frustrierten Detektivs, eines rachsüchtigen Schwindlers und eines Buchhalters mit gesichtslähmungsbedingtem Dauerlächeln komplett aus den Fugen bringt. Es entspinnt sich ein rasantes und intrigenreiches Verwirrspiel – bis einer der Protagonisten erkennt, dass sie alle nur Teil einer Geschichte sind. Die Figuren gehen auf die Barrikaden, und der Erzähler ruft in seiner Not den Leser zur Hilfe.
Ein ungewöhnlicher und intelligenter Roman über Schein und Sein, über Selbstbestimmung und Fremdsteuerung und über den Kampf des Erzählers mit seinen Geschöpfen.

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Sein Blick fiel auf das Nachbargebäude, genauer: auf das Büro ihm direkt gegenüber. Dort sah er eine junge Frau in Hosenanzug und weißer Bluse am Fenster stehen, die Haare zu einem Dutt gebunden. Obwohl sie zu weit entfernt stand, um das zu erkennen, glaubte er sofort zu wissen, dass ihre tief in den Augenhöhlen liegenden Kulleraugen betörend waren – und dass sie ihn direkt anstarrte. Er fragte sich, ob sie dort schon lange stünde und ob sie ihn an- oder auslachte. Ihre spitz zulaufende Nase verstärkte seine Assoziation einer Gazelle. Er widerstand der Versuchung, die Hand zu heben.

»Und, werden Sie es hier aushalten?«, erkundigte sich die Pressesprecherin in seinem Rücken. Als er sich umdrehte und sie ansah, hatte er das Gefühl, als halte allein die Höflichkeit sie in seiner Nähe, als dränge es sie zu gehen, weil sie eigentlich ganz andere Dinge zu tun hatte, als dem Neuen beim Ankommen zuzusehen.

»Selbstverständlich«, antwortete er und vollführte eine Probefahrt in seinem Bürostuhl.

Dabei stellte sich die Frage für ihn gar nicht. Die Bedingungen dieser Mutterschutzvertretung spielten für ihn nicht die geringste Rolle. Wichtig war nur, was am Ende heraussprang – je früher, desto besser.

»Wundervoll.« Sie schnappte sich die Mappen vom Tisch. »Am besten, Sie lesen sich erst mal ein. Die Kollegin hat Ihnen ein Übergabeprotokoll geschrieben und ein paar Artikel ausgedruckt. Themen, die demnächst relevant werden könnten.«

Er unterdrückte ein Lächeln, weil sie plötzlich wieder so schnell redete, und nahm Mappe eins entgegen. Sofort hielt sie ihm Mappe zwei hin. »Hier drin finden Sie alle wichtigen Informationen zu Ihrem Unternehmenseintritt: Compliance-Bestimmungen, Social-Media-Richtlinien, Zugangsdaten. Da müssen Sie unserer HR-Abteilung noch ein paar Dokumente unterzeichnen. Lästig, ich weiß, aber es muss sein.« Es folgte Mappe Nummer drei. »Der aktuelle Geschäftsbericht dürfte Sie interessieren. Und wenn Sie mit allem fertig sind, klicken Sie sich ein wenig durchs Intranet, machen Sie sich mit allem vertraut. Ich habe gleich noch einen Termin. Wir möchten gern ein Thema lancieren, und der freundliche Herr, der uns das ermöglichen soll, will uns im Gegenzug eine Anzeige in seinem Magazin verkaufen. Sie wissen ja, wie das läuft.«

Er nickte wissend. Als wüsste er es tatsächlich.

»Gut, Herr Mayer, was meinen Sie: Wollen wir später zu Mittag gemeinsam in die Kantine gehen? Oder haben Sie sich etwas mitgebracht?«

»Nein, gern gemeinsam in die Kantine.«

»In Ordnung, ich hole Sie gegen zwölf ab.« Sie lächelte, blickte sich noch einmal um, rümpfte die Nase, griff nach einer Fernbedienung, regulierte die Lüftung, zeigte ihm, wie es funktionierte. »Vielleicht lassen Sie Ihre Tür heute besser offen. Den Geruch müssen Sie entschuldigen, aber Sie merken schon: Wir haben uns für Sie hübsch gemacht.«

Als sie davonging, blickte er ihr hinterher, mit seinen großen, runden, schwarzen Augen, den Augen eines hungrigen Wolfs. Dann stieß er sich mit den Füßen vom Boden ab, um zurückzurollen. Ein Rad des Stuhls blockierte, das Gefährt driftete nach links ab und transportierte ihn genau in die Mitte des Schreibtisches.

Er hatte es geschafft. Unleugbar. Er war drin.

Wenn ihm jemand vor drei oder fünf oder acht Jahren erzählt hätte, dass er es einmal zum Mitarbeiter der Presseabteilung von Liebenich Acoustics bringen würde, er hätte ihn nach seinem Dealer gefragt, weil der hervorragende Drogen im Sortiment haben musste.

Und doch saß er jetzt hier, in einem geborgten Anzug, der schon leicht abgewetzt war und eigentlich zu eng für seinen durchtrainierten Körper. Offenbar fiel das aber niemandem auf. Die neuen Kollegen hatten bei der Willkommensrunde nicht den Eindruck gemacht, als guckten sie ihn schief an oder als belächelten sie ihn für sein Outfit. Das, so versicherte er sich, hätte er ja sofort registriert, dafür, so meinte er, besaß er Antennen. Sie hatten also auch nicht bemerkt, wie ungewohnt dieser Zwirn für ihn war. Genauso gut hätte er ein Superheldenkostüm anziehen können, das Gefühl wäre dasselbe gewesen. Aber er würde sich daran gewöhnen, genau wie an die Frisur, die sich »Out of bed« nannte.

»Voll lässig, total hip« war die laut der Frau mit der wirbelnden Schere, die ihm, einmal bei der Arbeit, gleich die Haare dunkel gefärbt hatte. »Wenn schon Typveränderung, dann richtig.«

Immerhin vertrug sich die neue Haarfarbe gar nicht mal so übel mit seiner Solariumsbräune. Die Frisur nahm seinem eckigen Gesicht außerdem einiges von seiner Verschlagenheit.

Die Typveränderung wirkte. Er nahm sie sich fast selbst ab.

Sein Leben lang hatten ihm die Menschen eingetrichtert, er werde es niemals zu etwas bringen. Die Mutigen schleuderten ihm das direkt ins Gesicht, die Feigen gaben ihm nur das Gefühl.

So interpretierte er das zumindest.

Nun hatte er es zu etwas gebracht. Er hatte alle Lügen gestraft. Allen voran seinen inneren Zweifler, diesen gehässigen Halunken. »Sie werden dich durchschauen«, hatte der einige Wochen zuvor, unmittelbar vor dem Bewerbungsgespräch, geflüstert, halb ängstlich, halb höhnisch.

Er hätte ihm fast geglaubt, ungeachtet seiner sorgfältigen Vorbereitung auf das Treffen, seiner detaillierten Planung und seiner tiefgreifenden Recherche, die aus ihm fast so etwas wie einen richtigen Medienmenschen machten.

Dann aber hatte sich die zweite Stimme in seinem Kopf gemeldet, die des Zorns und der Entschlossenheit, hatte geschimpft und ihn zurechtgeschüttelt. »Du erbärmlicher Schisser. Wie soll das funktionieren, wenn du dir jetzt schon ins Höschen machst?«

Dennoch: Niemals hatte er erwartet, dass alles so glatt gehen würde.

Anstandslos an der Empfangsdame von Liebenich Acoustics vorbeizukommen, war ein erster Mutmacher gewesen. Er redete sich sogar ein, sie flirte beim Gang durch die Eingangshalle mit ihm.

Er missinterpretierte allerdings nur ihre geschäftsmäßige Freundlichkeit.

Sie führte ihn in einen Raum mit ovalem Tisch; einen übersehenen Kaffeetassenfleck wischte er reflexartig weg. Die Multimedia-Anlage beeindruckte ihn, aber sie passte natürlich zu einem Unternehmen, das seine Kohle mit Lautsprechern und Mikrofonen scheffelte.

Lange allein blieb er nicht. Die Pressesprecherin stürmte ins Zimmer und auf ihn zu, bombardierte ihn mit einem wahren Wortschwall. »Herr Mayer, schön Sie endlich persönlich kennenzulernen«, beteuerte sie. »Haben Sie gut zu uns gefunden? In der Stadt ist ja wieder die Hölle los«, bedauerte sie. »Nehmen Sie sich doch etwas zu trinken«, bat sie. »Oder soll ich Ihnen etwas anderes bringen lassen? Einen Cappuccino vielleicht? Wäre überhaupt kein Problem, wirklich nicht.«

Er verzichtete, fühlte sich überrumpelt durch ihre Art. Dem Bild, das er sich anhand ihres Fotos auf der Unternehmenswebseite gebildet hatte, widersprach sie radikal. Im Internet wirkte sie mit ihrem streng gebundenen roten Haar und dem ernsten Blick wie eine Domina. Nun war sie mehr die Unschuld vom Lande. Ihr Verzicht auf Haarbänder verlieh ihren Sommersprossen und Lachfalten den passenden Rahmen.

Was er nicht weiß, was für dich als Information aber vielleicht ganz interessant ist, um die Pressesprecherin besser einschätzen zu können: Diese Offenheit spiegelt ihr Naturell ziemlich akkurat wider.

Was er wahrscheinlich nie erfahren wird: An ihrem Schlüsselbein trägt sie ein verstecktes Delfintattoo, das sie, sofern ihre Kinder es zulassen und nicht brüllend nach ihr verlangen, morgens im Bad gelegentlich minutenlang streichelt, um ganz ohne Wehmut in vergangene stürmische Zeiten zurückzukehren.

Kurz nach ihr schleppte sich die Personalleiterin ins Zimmer, die das komplette Gegenteil der Pressesprecherin darstellte. Sie war dicklich und zugeknöpft, sah mit ihrem strähnigen Haar und dem vergrämten Gesicht aus wie das Musterbeispiel einer alternden Gouvernante.

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