Marc Bensch - Die unverhoffte Genesung der Schildkröte

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Der Journalist Paul Gram hat ein ambivalentes Verhältnis zum Begriff der Wahrheit. Seine jüngste Story über Mauscheleien zwischen lokaler Wirtschaft und Stadtverwaltung ist komplett erfunden – und doch wahr. So wahr jedenfalls, dass sie das Leben eines kriminellen Unternehmensbosses, eines frustrierten Detektivs, eines rachsüchtigen Schwindlers und eines Buchhalters mit gesichtslähmungsbedingtem Dauerlächeln komplett aus den Fugen bringt. Es entspinnt sich ein rasantes und intrigenreiches Verwirrspiel – bis einer der Protagonisten erkennt, dass sie alle nur Teil einer Geschichte sind. Die Figuren gehen auf die Barrikaden, und der Erzähler ruft in seiner Not den Leser zur Hilfe.
Ein ungewöhnlicher und intelligenter Roman über Schein und Sein, über Selbstbestimmung und Fremdsteuerung und über den Kampf des Erzählers mit seinen Geschöpfen.

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Sein Thekenplatz ganz links ganz hinten an der U-förmigen Bar war frei, darauf konnte er sich verlassen. An zwei der kleinen Tische kauerten fahrige Vagabunden mit glasigen Augen. Bei seinem Eintreten mussten sie allein für einen kurzen, furchtvollen Blick zur Tür viel Kraft aufbringen. Am anderen Ende der Theke standen der übergewichtige Chef einer Fahrschule, der auf einer kubanischen Zigarre herumkaute, ein gedrungener Steuerfahnder mit hängenden Schultern und ein Schriftsteller im weißen Jackett. Seinen Hut, ebenfalls weiß, setzte er selbst dort nicht ab, wo die Sonne niemals schien.

»Das hat sie nicht getan. Das erfindest du doch«, gackerte der Steuerfahnder und schüttelte sich vor Lachen.

»Ich schwör’s euch«, antwortete der Fahrlehrer und bekräftigte die just erzählte Zote über eine seiner Schülerinnen.

»Formidabel«, posaunte der Schriftsteller. »Das hat das Zeug zu einer Kurzgeschichte.«

In den riesigen Aschenbechern vor den Kneipenbrüdern türmten sich Kippen. Einige glimmten noch. Die Schwaden hingen im ganzen Raum. Konstantin von Kornweg mochte den beißenden Qualm eigentlich nicht. Selbst wäre er nie auf die Idee gekommen zu rauchen. Aber er schätzte die Ruhe dieses Etablissements, das den Menschen schon oben an der Eingangstür neben der zerbrochenen Laterne, dem verschmutzten Putz und den hingeschmierten Graffiti entgegenbrüllte, dass dies ein Club der Eingeweihten war. Das Passivrauchen war ein Preis, den er gewillt war zu zahlen – auch auf die Gefahr hin, an Passivlungenkrebs zu erkranken. Im Laufe der Zeit war er mangels Alternativen zu der Überzeugung gelangt, dass alles, was passierte, einem tieferen Sinn folgte.

Eine Antwort darauf, welchen Sinn seine Gesichtslähmung hatte oder welchen er selbst, suchte er noch.

Der Wirt hatte Oberarme wie andere Menschen Schenkel. Auf ihnen gab es immer wieder ein neues Tattoo zu entdecken. Sein vollrasierter Kopf über dem Stiernacken glich einer Bowlingkugel. Er guckte permanent grimmig, doch wenn er seine Stammgäste mit groben Beleidigungen bedachte, wenn er sie »Saukerle« schimpfte, garnierte er das meist mit einem brüllenden Lachen. In Wirklichkeit war er lammfromm – und er besaß die seltene Gabe der Sensibilität. Nach einem krachend gescheiterten Anlauf beim ersten Besuch hatte er nie wieder versucht, Konstantin von Kornweg ein Gespräch aufzuzwingen. Wann immer der Buchhalter reinschneite, also an jedem Montag, Mittwoch und Freitag, sofern keine ganz und gar unvorhersehbaren Ereignisse dazwischenfunkten, standen sofort eine Halbe und ein Kräuterlikör vor dem Gast, und der Wirt drehte ihm wieder den Rücken zu.

Konstantin von Kornweg kippte den Schnaps in einem hektischen Zug, ließ sich beim Bier etwas mehr Zeit und beobachtete die anderen aus der Ferne. Gelegentlich fragte er sich, ob auch er, wenn alles anders gekommen wäre, heute mit zwei, drei Kameraden in einer Kneipe wie dieser säße, mit ihnen söffe, nach zwei bis fünf Stunden anschreiben ließe und Arm in Arm mit einem Kumpan, sich gegenseitig stützend, die Stufen in die Wirklichkeit hinaufstürzte. Nur an Freitagen blieb für solche Gedanken kein Platz. Da füllte ihn ein Gefühl der Hoffnung aus. Immer so lange, bis er sich auf seiner Armbanduhr versicherte, dass es an der Zeit war, das Smartphone zu zücken und die Gewinnzahlen zu überprüfen.

Er wusste stets sofort, dass es wieder nicht hingehauen hatte mit dem Jackpot, weil er selbstverständlich jedes Mal mit denselben Zahlen spielte.

Und so steckte er sein Smartphone wieder ein, was dem Wirt als Zeichen galt, einen neuen Kräuterlikör hinzustellen, den Konstantin von Kornweg erneut in einem Zug kippte, diesmal weniger hektisch als resigniert. Für die zweite Halbe ließ er sich exakt eine Viertelstunde Zeit, klopfte auf die Theke, ließ die Scheine und Münzen für Rechnung und haargenau zehn Prozent Trinkgeld liegen und ging langsam zur Treppe.

Daheim wartete Chronos.

Das Schicksal liebt die Ironie. Du hast das vermutlich auch schon mal erfahren oder wenigstens bei einem Nahestehenden erlebt. Im Falle des Lächlers besteht die Ironie darin, dass jemand, der allem Ärger aus dem Weg geht, in eine Geschichte wie diese hineinstolpert. Dass er, der doch niemandem wehtun möchte, weil er sich selbst so sehnlichst das Ende seiner Schmerzen wünscht, darüber spricht, jemanden leiden zu lassen.

Nun, lass mich dir berichten, wie es zu der Szene mit dem blasierten Schmierfinken und dem bewaffneten Schnüffler in der heruntergekommenen Lagerhalle kommen konnte. Lass mich dir erklären, warum deine Hilfe gefragt ist und was von dir erwartet wird.

Keine Sorge, es ist kein Hexenwerk.

Zunächst musst du die weiteren Figuren in diesem Stück kennenlernen, musst etwas über Ursache und Wirkung erfahren. Damit du verstehst, wie sich aus einer Reihe mal mehr, mal weniger glücklicher Umstände diese Geschichte entwickelte.

Erster glücklicher Umstand, vorgefallen vor ein paar Monaten: Eine Frau, Mitarbeiterin in der Presseabteilung eines stolzen Traditionsunternehmens des hiesigen Mittelstands, ist schwanger. Ihre Wangen glänzen schon, ihr Bauch wächst mehr und mehr zur Kugel heran. Sie teilt ihrer Chefin mit, dass sie ihren Posten für ein Jahr räumen will, um sich ganz auf die Mutterrolle konzentrieren zu können. Die Firma muss einen Ersatz finden.

Da wittert ein Mann mit ambitioniertem Ziel seine Chance.

Kapitel zwei

Sie erwartete ihn im vierten Stock, dem obersten, Reich der Krawattenbinder und Kostümträgerinnen. Die Snobs schenkten ihm Lächeln oder Willkommensgrüße oder gar beides. Er staunte über die Wirkung seiner Verkleidung. Unter normalen Umständen hätten sie ihn selbst mit dem Arsch nicht angeguckt. Die Leiterin der Presseabteilung stellte ihm jeden Kollegen vor, der nicht gerade telefonierte, und er präsentierte je nach Bedarf einen starken Händedruck, einen einstudierten, selbstironischen Spruch oder einfach nur ein Augenzwinkern und den Hauch eines Mundwinkelzuckens. Dann widmeten sich die Krawattenbinder und Kostümträgerinnen wieder ihrer Arbeit. Die Zahnräder mussten weiterlaufen.

Die Männer studierte er genau, bestaunte Einsteck­tücher, Manschettenknöpfe und andere Accessoires, plante, sie zu kopieren. Auch ihre Körpersprache interessierte ihn. Wie sie sich aus ihren Stühlen erhoben, wie sie auf ihn zuschritten. Die Pressesprecherin und er gingen von Platz zu Platz. Nur der wuchtigen Doppelflügeltür hinter den schwarzen Designerstühlen und den Grünpflanzenkübeln näherten sie sich nicht. Sie war geschlossen.

Aber den Mann dahinter kannte er ja bereits.

Stattdessen führte sie ihn zu seinem Büro. Es war kaum so breit wie die Tür des Bosses. Sie blieb davor stehen und ließ ihm feierlich den Vortritt. »So, da wären wir. Es ist kein Königreich, ich weiß, aber es geht nach hinten raus. Und das gilt hier als Privileg der VIPs.«

Tatsächlich verhinderte einzig das Fenster, dass man von einem besseren Kabuff sprechen musste. Darum steuerte er es auch sofort an, vorbei an einem aufgeräumten Schreibtisch mit einigen Mappen und einem Laptop darauf, das Kabel der externen Tastatur und Maus akkurat zusammengewickelt. Öffnen ließ sich das Fenster nicht. Kaum realisiert, erschien ihm der Geruch nach frischer Farbe äußerst penetrant.

Der Ausblick entschädigte für das Ungemach. Schräg unter ihm erhob sich inmitten einer kleinen Rasenfläche ein mächtiger Ahornbaum mit rot-gelb verfärbten Blättern. Ein Mann mit grüner Latzhose und schief sitzender Mütze rechte Laub zusammen. Auf einer Parkbank lehnten sich zwei Männer zurück und rauchten.

Mit solch einem Bild hatte er in einem Gewerbegebiet nicht gerechnet. Aber bei näherer Betrachtung ergab es einen Sinn. Der quaderförmige Neubau des Verwaltungsgebäudes mit seiner architektonisch verspielten Fassade machte insgesamt einen sehr modernen Eindruck. Und was wäre moderner für ein Industrieunternehmen, als seine Zuneigung zur Natur zu bekunden?

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