Frank Hebben - Im Nebel kein Wort

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Hitze, kein Wind geht. Laut und hart klingt die Eisenspitze, wenn Dostya ihren Schirm aufsetzt. Und sie laufen – im Rücken ein Bauerndorf im Dunst eines Nachmittags im Jahre des Herrn.
Eine Welt ohne Krieg.
Eine Welt ohne Maschinen, ohne Strom.
Eine Frau und ein Mädchen auf der Suche nach den Steinen …
Und ein Himmel voller Sterne.
„Im Nebel kein Wort ist genau hundert Jahre nach der Katastrophe von Verdun so nah und so einleuchtend, dass es einem kalt den Rücken hinunterläuft.“
– Karsten Kruschel, Nachwort

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Ich will nach Hause.

Es gibt keinen Weg zurück. Sie lassen es nicht zu.

Wer, sie?

Die Steine.

Du glaubst mir nicht, dann geh. Kauf dir Milch und Kekse, ein paar leckere Süßigkeiten.

Ich hab kein Geld …

Ha! Das brauchst du auch nicht mehr.

Weißt du was‽, brüllt sie Dostya an, mein Papa sitzt im Dorfrat, der wird dich –

Verprügeln? Einsperren? Wie alt bist du eigentlich?

Lilja presst die Lippen zusammen; wankt ein paar Schritte, in den zu großen Schuhen und der zu weiten Hose – wie eine Vogelscheuche steht sie auf dem Feld, blickt zurück. Siehst du.

Nur zu, ruft Dostya. Mach Vati stolz. Nein, komm her!

Wieder verdunkelt sich die Welt, Tag wird Nacht, der Acker zum Schlachtfeld; und Pflugscharen zu Schwertern. Lilja, am Stacheldraht verheddert, sucht die Zange, um sich freizuschneiden. Wo sind ihre Kameraden? Ein jäher Ruck, etwas reißt sie nach hinten: ein Schuss durch den Hals, sie keucht, würgt Blut, das von ihren Lippen tropft, ehe —

Es reicht!, knurrt Dostya und zerrt sie zum Waldrand hin. Noch immer nicht genug?

Was ist das, was ich sehe?, fragt Lilja.

So sah der Krieg aus.

Im Sturmschritt voran; sie marschieren, bis der Pfad um den Hügel verläuft, steil aufstrebt. Felsschluchten links vor ihnen, rechtsseitig Sträucher. Der Himmel klart auf, wird grell, als aus den Wolken die Sonne hervorsticht: Regenpfützen spiegeln, der Matsch, die Blätter, die nassen Steine … Überall glimmert der Wald. Lilja seufzt. Wärme.

Was ist?, fragt Dostya.

Nichts.

Sie fällt zurück …

Nicht rumtrödeln.

Ich bin müde, klagt Lilja, ihre Schuhe schleifen durchs Laub. Außerdem hab ich Durst.

Leise. Und schau, wohin du trittst.

Jetzt warte auf mich!

Dostya dreht sich um. Hier draußen darf man nicht warten, hier ändert sich jede Minute alles.

Liljas Schritte hinter ihren – Gräser rascheln und Zweige. Sie folgen einem Wildwechsel tief in den Wald hinein: von Rehen frische Spuren, die von den Einständen zu den Äsungsstellen führen; Fellreste, ein angeknabberter Pilz und der herbe Geruch von Kot. Kein Tier in Sicht.

Warte, bittet sie. Und Dostya hält an. Kind, ich sagte doch –

Ich kann nicht mehr!

Gleich rasten wir.

Auf dieser Lichtung frisst das Wild: Das Gras ist kurz, die junge Rinde von den Zweigen genagt; freie Wurzeln faulen weiß. Dostya stellt ihren Rucksack hin, löst einen Knoten und entrollt die wasserdichte Zeltbahn wie eine Picknickdecke. Setz dich.

Beide im Schneidersitz, reichen sich die Feldflasche. Lilja meint: Es ist meine Schuld gewesen. Deshalb ist er tot.

Ein Vogel zirpt.

Was weißt du über die Steine?

Also, überlegt Lilja, in der Schule haben wir gelernt –

Und sonntags bei der Messe.

Du kennst das wohl schon.

Wollte dich nicht unterbrechen.

Findest du das lustig? Ist das ein Spaß für dich‽

Nein, ich – Hast du Hunger?, fragt Dostya schnell und wühlt nach dem Kastanienbrot, gibt es her. Iss doch.

Den harten Kanten in der Faust wartet Lilja die Antwort ab. Noch fallen die Tropfen des Schauers.

Was willst du hören?

Die Wahrheit.

Du meinst –

Ob es seine Tränen sind.

Brav aufgesagt. Seh dich vorn an der Tafel stehen, adrett im Kleidchen mit der Schleife. Jawohl, Herr Lehrer!

Kennst mich doch gar nicht, keift sie zurück. Musst du das ständig machen?

Dostya trinkt einen Schluck.

Also?

Das Weihnachtswunder? Frieden auf Erden und so? Keiner sieht, dass wir wie Kinder behandelt werden …

Jetzt sag: Sind es seine Tränen?

Weiß ich doch auch nicht, seufzt Dostya, die ihre Feldflasche verstaut und aufsteht. Es ist dumm, über solche Sachen nachzudenken. Und gefährlich.

Zwischen den Stämmen blinkt die Sonne, wie Morsezeichen, während sie durch Pfützen waten, in denen Grünzeug schwimmt. Noch mal piekst Dostya ihren Regenschirm in den Schlick: unten Stein; läuft weiter ohne einzusinken, da –

Ich spüre etwas, sagt Lilja.

Ja, ich auch. Bleib, wo du bist.

Was ist das?

Das Filigran, erklärt Dostya und streckt die Hand vor, als würde sie eine Herdplatte prüfen. Wir müssen warten.

Dieser Geruch …

Gas, ich weiß. Siehst du die Flämmchen?

Wo?, fragt Lilja.

Dostya zeigt auf einen Baumstumpf mit dicken, gelben, wurmstichigen Wurzeln, danach auf ein Gebüsch. Dort, schwer zu erkennen bei Tag. Wenn die zu flüstern anfangen, rennst du weg. Kapiert?

Sie stehen im Wasser und rühren sich nicht. Wie lange noch?, fragt Lilja. Meine Füße sind nass.

Leise.

Ein Wind geht,

Blätter rauschen.

Eine Amsel landet, um aus den Pfützen zu trinken; zitternde Kreise, als sie davonfliegt …

Ein Vogellaut, schrill; Lilja erschrickt — und flieht, links an Dostya vorbei, wird von ihr an der Hüfte gepackt. Kind!, hört sie ihre Stimme, beide straucheln und –

Mit Hurra zum Feind! Auf morschen Leitern und Säcken voll Dreck ins Trümmerfeld: Bis vor wenigen Tagen stand hier ein Dorf, übrig ein Schornstein, ein gusseiserner Ofen, im Schlamm versackt, Holzlatten, Ziegel, Mauerreste. Durch die Krater – sie springen rein, klettern raus, suchen neue, frisch gesprengte, wollen dem Zufall ein Schnippchen schlagen; werden zerrissen. Mörser knallen, Granaten splittern; und Dauerfeuer, das sie zu Boden wirft. In der Hand das Gewehr, der Stahlhelm drückt auf ihre Stirn, sie rennen, rennen. Dostya drängt Lilja zu einer Backsteinwand, zerrt sie runter; auch andere Soldaten kauern dort, spähen, schießen über Deckung, ziehen den Kopf ein. Detonation! Erdbrocken regnen. Jemand schleudert eine Stielhandgranate, sie zündet nicht. Weiter, bellt einer, und sie robben vor, den Gestank des Schlamms in der Nase – stehen auf, laufen gebückt, lassen sich fallen. Der Verhau; im Laufen knöpft Lilja ihren Mantel auf, streift ihn ab, wirft ihn auf Stacheldraht und klettert drüber, packt ihre Waffe mit Bajonett, springt in die feindliche Stellung.

Als Gegner ein Knabe: roter Bartflaum; der Spaten zuckt in seiner Hand. Lilja zögert, schlägt ihm doch den Kolben ans Kinn, dreht das Gewehr, treibt die Klinge bis zur Mündung ins Herz. Blut tränkt den Stoff, ein handbreiter Fleck. Achtung, ruft Dostya hinter ihr, weil ein –

Warmes Holz; auf einem Strunk in der Sonne ruhen sie sich aus. Ihre Handflächen schmerzen, die Schultern, der Rücken, die Beine, Füße; Dostya stöhnt.

Haben wir wirklich gekämpft?, fragt Lilja, während sie die Schuhe auszieht, die Socken auswringt. Es fühlt sich so echt an.

Weil es echt ist – oder besser: war.

Versteh ich nicht.

Da gibt’s nichts zu verstehen. Was sagen die Pfaffen? Na, dieses Wunder, das uns das Gift der Schlange ausgesaugt hat …

Mysterium?

Ja genau, höhnt sie: Sein Wille geschehe und so.

Du glaubst nicht daran?

Dostya schaut hoch. Ich glaube an gar nichts mehr.

Der Wald trocknet.

Zeig mir deine Hände.

Lilja zögert.

Gib schon her! Mit beiden Daumen befühlt Dostya ihre Haut … Weich wie zwei Daunenkissen. Hast nie auf den Feldern geschuftet.

Doch. Oft sogar.

Wer ist dein Vater, der liebe Herr Pastor? Bist aber leicht wie ein Spatz, und deine dürren Ärmchen. Ist die Ernte nicht gut gewesen? Keine Kartoffeln in der Kollekte? Sie grunzt über den eigenen Scherz.

Hastig zieht Lilja die Finger zurück. Warum beleidigst du mich?

Tut mir leid …

Nein, sicher nicht!, springt sie auf; verschränkt die Arme. Bist doch bloß neidisch.

Dostya schweigt.

Und du bist schmutzig, sagt Lilja. Du stinkst!

Gewöhn dich besser dran.

Beide schmunzeln.

Eine schwarze Spinne krabbelt am Halm, Lilja beobachtet sie. Also darfst du auch nicht mehr heim?

Leider.

Wo hast du denn gelebt?

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