Michael Lehofer - Trost

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Trost ist gefragt. Der Blick auf unsere Welt, die sich in einer ökonomischen und sozialen Schieflage befindet, lässt da keinen Zweifel. Unfassbares Leid verlangt nach Trost, nicht nach billiger, zynisch klingender Vertröstung. Wirklicher Trost beginnt mit der Befähigung zur Aufmerksamkeit und zum Mitleid. Und wer getröstet ist, kann trösten – Wertschätzung zusprechen, Unrecht benennen. Trösten ist Ermutigung, den Blick zu wenden. Ein Plädoyer für die Wirklichkeit und gegen die Illusion. Hermann Glettler, Bischof und Künstler, und Michael Lehofer, Psychiater und Psychologe, zeigen auf, wie und wo das Trösten stattfindet. Feinfühlig führen sie zu einer Lebensperspektive mit größerer Zuversicht. Ihre Botschaft lautet: Alles, was dir genommen wird, so bitter es auch sein möge, ist eine Übung zur inneren Freiheit. Nehmen wir diese Übung an!

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ML:Ja, ich stimme dir zu. Man muss sich den Ungerechtigkeiten, dem Bösen und dem Sündigen in der Welt stellen. Es sind Ausformungen von Lieblosigkeit im großen Format, verstanden als ein vom Wesen her liebloses Sein in der Welt. Ich denke bei dem Thema an einen Besuch bei Mutter Teresa in Kalkutta. Damals herrschte dort eine ungeheure Armut. Man musste auf der Straße über Leichen steigen, und das war nur ein Aspekt der alle Sinne beschäftigenden Umgebung. Ich war zutiefst beeindruckt und erschüttert. Diese Umgebung veranlasste Mutter Teresa, ihr Werk zu beginnen. Sie ließ sich vom Schicksal der Menschen berühren. Im Jesuitenkolleg in Kalkutta lernte ich dann einen liebenswürdigen Jesuitenpater kennen, der eine ambivalente Beziehung zu Mutter Teresa hatte. Er kritisierte, dass die Ordensfrau ihre Berühmtheit und ihre Einflussmöglichkeiten nicht nutzte, um die eklatante Ungerechtigkeit des indischen Sozialsystems strukturell zu verändern.

HG:Für Mutter Teresa hat doch alles damit begonnen, dass sie Sterbende von der Straße wegholte. Sie brachte sie in einen ehemaligen Hindutempel, den sie zu einem Sterbehaus umfunktionierte. Denen, die wie Hunde auf der Straße dahinvegetierten, wollte sie zumindest einen Ort bereiten, wo sie würdevoll „als Menschen“ sterben dürfen. Ein Kraftwerk von Tröstung bis heute. Mutter Teresa und ihre „Missionaries of Charity“ sind eine lebendige Provokation für uns alle, die wir uns gerne in Wohlstandsnischen zurückziehen – oft eingelullt in einer „globalisierten Gleichgültigkeit“, wie es Papst Franziskus bei seiner ersten Auslandsreise auf der Insel Lampedusa nannte.

ML:Viele Jahre später hörte ich folgende Geschichte: Mutter Teresa soll von einem sozial engagierten Mann belehrt worden sein, was man politisch tun könnte, um die soziale Ungerechtigkeit in Indien zu verändern. Sie hörte sich die Thesen geduldig an, lobte sie umfassend, lobte vor allem ihre Scharfsinnigkeit und Richtigkeit, um schließlich damit zu enden: „Ich schlage vor, Sie ändern das indische Sozialsystem und ich betreue weiterhin die Sterbenden!“

Auch wenn bis heute viele Menschen eine solche Haltung nicht verstehen, bin ich mittlerweile der Meinung, dass das unmittelbare Engagement nächstenliebender Menschen eine erstaunlich große Wirkung entfaltet. Sie unterlaufen jeden Widerstand, während sich das explizit politische Engagement nicht selten im Widerstand festläuft. Daher ist das Schicksal vieler Revolutionen, nicht nur in Nicaragua oder in Russland, die Rekonstruktion des bekämpften Systems.

HG:Jahrhundertelang war es eine der wichtigsten Aufgaben der Kirche, Menschen zu trösten, vor allem Kranke, Siechende und Sterbende, für die es keine ausreichende Fürsorge gab. In dieser Kernkompetenz ist die Kirche jedoch durch die religionskritische Aufklärung in Frage gestellt worden. Tröstung wurde als Vertröstung diffamiert. Karl Marx und Lenin brachten es besonders scharf auf den Punkt: „Denjenigen, der sein Leben lang arbeitet und Not leidet, lehrt die Religion Demut und Langmut hienieden und vertröstet ihn mit der Hoffnung auf himmlischen Lohn. (…) Die Religion ist das Opium des Volks.“

Tatsächlich kommt von dieser religionskritischen Seite ein wichtiger Impuls zur Korrektur christlicher Hoffnungsarbeit. Der Trost auf ein ewiges, also besseres Leben bei Gott ist irreführend, ja sogar zynisch, wenn man sich nicht auch auf dieser Welt ernsthaft für ein menschenwürdiges Leben aller einsetzt – mehr Lebenschancen, Bildung und Teilnahmemöglichkeiten für alle! Diese „Option für die Armen“ sollte jedoch nicht dazu führen, dass der spirituelle Auftrag der Kirche zur Nebensache wird. Alles gehört zusammen! Woher sollten denn das wirkliche Tröstungspotenzial und der lange Atem im Kampf gegen die Entwürdigung des Menschen und für eine nachhaltige Bewahrung der Schöpfung kommen, wenn nicht aus dem Schatz der Frohen Botschaft, die nach den Worten Jesu „allen zu verkünden ist“?

Der lange Weg zum Trost

HG:„Wann sind wir endlich da?“ Wer kennt nicht diese ungeduldigen, fast vorwurfsvollen Fragen der Kinder vom Rücksitz des Autos? Alle Tricks müssen aufgeboten werden, um die jungen Quälgeister zu vertrösten. Aber was tun oder sagen, wenn es nicht um das Erreichen des Ziels von einem Tagesausflug geht, sondern um wirklich existenzielle Fragen? Wirklichen Trost gibt es nicht auf Knopfdruck. Es ist meist ein längerer Prozess mit mehreren Phasen, die durchlaufen werden müssen. Das Wichtigste ist die Bereitschaft, einen Weg mit jemandem zu gehen. Trösten ist das Begleiten zu einer Antwort, die jeder Mensch für sich selbst finden muss. Es gibt nicht die allgemeine Trostformel, die wie ein Allheilmittel in jedem Fall einzusetzen ist.

ML:Wenn man nach dem Weg des Trostes fragt, dann stößt man unweigerlich auf die Phasen der Trauer von Elisabeth Kübler-Ross. Diese Phasen hat sie mit Leugnen, Zorn, Verhandeln, Depression und Akzeptanz bezeichnet. Beim Trösten müssen wir also die betroffene Person auf einem längeren Weg begleiten.

Die erste Phase ist in erster Linie vom Versuch der Selbstrekonstruktion geprägt. Es soll alles so werden, wie es war – obwohl wir wissen, dass dies nicht möglich ist. In diesem Sinn wird zuallererst versucht, sich mit einer Illusion zu trösten. Als Tröster müssen wir dem Trauernden vorerst diese Illusion lassen, ohne ihn jedoch darin zu bestärken.

Wenn der Trauernde merkt, dass die Illusion nicht aufrechtzuerhalten ist, versucht er es quasi mit der Brechstange. Das ist die Phase des Zorns. Man versucht, den alten Zustand in bizarrer Weise mittels Aggression durchzusetzen. Auch da ist der Tröstende gefragt, die Aggressivität auszuhalten, ja sogar zu verstärken. Es spricht einiges dafür, dass diese Phase schneller vorüber ist, wenn man sie sich zugesteht. Bald zeigt sich, dass es so nicht geht.

Es beginnt die Phase des Verhandelns. Hier ist man als Begleiter besonders gefragt. Es ist unbedingt wichtig, die Fragen des verletzten Menschen im Gespräch zu spiegeln, weniger zu beantworten. „Wonach fragst du eigentlich, wenn du mir diese Frage stellst? Darum geht es!“

Wenn in dieser Phase endgültig klar geworden ist, dass es unmöglich ist, den Anlassfall der Trauer rückgängig zu machen, beginnt die Phase der Depression. Hier ist es für den Trauernden wichtig, jemanden an seiner Seite zu haben, denn in diesem Stadium sind Menschen besonders existenziell bedroht. Man hängt gleichsam total in der Luft. Auch Suizide können vorkommen, wenn es an Begleitung fehlt.

Ist jedoch ein Du erreichbar, kann es zur Akzeptanz kommen. Die Akzeptanz ist ein Zeichen, dass man sich mit der neuen Wirklichkeit angefreundet hat und dass einen diese neue Wirklichkeit zumindest ansatzweise auch trägt. Man fühlt sich getröstet – geheimnisvoll, fast wie durch ein Wunder.

HG:Der Weg zum Trost beginnt in jedem Fall mit einem verbindlichen Zuhören. Es geht um eine höchst aktive Passivität, ein Aushalten und Zulassen von allem, was der jeweilige Mensch mitbringt, was ihn bedrängt und in die Verzweiflung treibt.

Der alttestamentliche Ijob, der von allen erdenklichen Schicksalsschlägen heimgesucht wurde, warf seinen Freunden vor, dass sie „leidige Tröster“ seien. Sie kamen zu ihm, um zu trösten, aber es fehlte ihnen an Zuhör-Kraft und Empathie. Das Unerklärbare des Leids hat sie dermaßen verunsichert, dass sie dem geschundenen Ijob auch noch eine persönliche Schuld an seinem Elend unterstellten. Sie wollten erklären, was nicht zu erklären ist. Und anstatt zu trösten, machten sie ihm Vorwürfe. Einzig und allein Zuhören wäre im Leid notwendig gewesen.

ML:Dass Zuhören als solches schon heilsam ist, weiß auch die moderne neurobiologisch fundierte Psychotherapieforschung. Beim Zuhören entsteht Bindung. Diese regt neurobiologisch die Neubildung von Nervenzellen in gedächtnisrelevanten Hirnarealen an, welche uns in die Lage versetzt, unsere Probleme zu lösen. Probleme zu haben bedeutet Stress, manchmal sogar pathologischen Stress, weil er mit der Angst verbunden ist, die anstehenden Probleme nicht bewältigen zu können. Stress mit Zuversicht ist gut. Stress mit Angst ist jedoch schädlich, denn er führt – über den erhöhten Stresshormonspiegel – zu einer Einschränkung der Kreativität, die man zur Problemlösung braucht. Bindung beruhigt und kann Patienten in die Lage versetzen, ihre Probleme zu lösen.

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