Josef Fontana - Sepp Kerschbaumer

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"Landsleute! Es ist fünf vor zwölf! Hört unseren Ruf: Südtirol erwache! Rüstet euch zum Kampf!"
Auszug aus einem Flugblatt von Sepp Kerschbaumer aus dem Jahre 1957
Neuauflage der ersten und einzigen umfassenden Biografie des «Freiheitskämpfers» und Menschen Sepp Kerschbaumer
Sepp Kerschbaumer war die leitende Figur im Protest gegen die Unterdrückung der deutschsprachigen Südtiroler in den 1950er-Jahren. Seinen Höhepunkt erreichte der Südtiroler Widerstand in der sogenannten Feuernacht von 1961.
Der Tiroler Patriot war überzeugt, nur mit Sprengstoffattentaten auf das Unrecht, das Südtirol durch die Einverleibung in den italienischen Staat erfahren hat, aufmerksam machen zu können. Gleichzeitig war Kerschbaumer ein von christlichen Idealen erfüllter Mensch, den selbst italienische Tageszeitungen als «humanen Terroristen» bezeichneten.

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Hatten die Behörden mit ihrem Hin und Her auch die Nerven der Veranstalter arg strapaziert, so lieferten sie ihnen doch auch die Werbung frei Haus. Hätte es ihre Widerstände nicht gegeben, so wären 10.000, maximal 15.000 Südtiroler gekommen, nach Sigmundskron aber begaben sich 35.000. Von der Menge stürmisch begrüßt, trat Magnago ans Rednerpult. In einer der Wortwahl nach sehr zurückhaltenden Ansprache rief er das „Los von Trient!“ aus, „das den künftigen Kurs der Politik in Südtirol bestimmte“. 49Es bereitete ihm keine Schwierigkeiten, den Resolutionsentwurf durchzubringen, wohl aber musste er seine ganze Überzeugungskraft aufbieten, um die Massen von einem Marsch auf Bozen abzuhalten. Er habe als Verantwortlicher für diese Kundgebung und als Obmann der SVP sein Wort gegeben, „daß kein Marsch und kein Sonderprogramm“ nach dieser Kundgebung stattfinden werde. Zwischenruf aus der Menge: „Die anderen haben schon viele Worte gegeben!“ Magnago: „Ich aber habe mein deutsches Wort gegeben, und ich bitte euch, dieses mein deutsches Wort einzuhalten, denn das deutsche Wort hat bei uns immer noch Gültigkeit.“ 50Das schlug ein. Die Veranstaltung klang ohne Zwischenfall aus. Claus Gatterer spricht von einer „feierlich-disziplinierten und gerade hierin unitalienischen Demonstration“. 51

Die bestimmende Persönlichkeit der Sigmundskroner Kundgebung war ohne Zweifel Magnago. Doch hat ihr auch Sepp Kerschbaumer seinen Stempel aufgedrückt. Er muss damals Tag und Nacht tätig gewesen sein. Es ist wahrscheinlich, dass er auch die Aktion vor der Battisti-Büste in die Wege geleitet oder zumindest unterstützt hat. Luis Amplatz und Otto Petermair legten zum Auftakt der Sigmundskroner Großkundgebung am Bozner Siegesdenkmal einen Kranz mit einer Schleife nieder, die es in sich hatte: Dem Verfechter der Grenze bei Salurn! stand da drauf, und: CESARE BATTISTI die Südtiroler . Die Wachposten, ohne Deutschkenntnisse und ohne Ahnung von der Landesgeschichte, erfassten nicht, dass hiermit ein Protest gegen die Brennergrenze deponiert wurde.

Eine Huldigung an Cesare Battisti als Verfechter der Salurner Grenze - фото 18

Eine Huldigung an Cesare Battisti als Verfechter der Salurner Grenze

Kerschbaumer dürfte auch dafür Sorge getragen haben, dass auf Sigmundskron die verbotene Tiroler Fahne gehisst wurde, zuerst am Bergfried, dann auch an anderen Stellen, jedes Mal von der Menge mit Jubel begrüßt. 52Den stärksten Akzent aber setzte er mit einem maschinegeschriebenen Flugblatt, das er in Sigmundskron unter die Leute brachte: 53

LANDSLEUTE!

Noch nie in den fast 40 Jahren italienischer Herrschaft hat sich unser Volk in einer so gefährlichen Lage befunden wie heute! Was dem Faschismus in nahezu 20 Jahren mit gewaltsamsten Unterdrückungsmethoden nicht gelungen ist, hat das demokratische Italien in 10 Jahren beinahe erreicht. Trotz des Pariser Vertrages! Noch 10 Jahre „christlich-demokratische Herrschaft“ in Südtirol, und sie haben es erreicht, was sie sich vom Anfang an zum Ziele gesetzt haben: Die Südtiroler im eigenen Lande in die Minderheit zu drängen und sie dann auf „demokratische Weise“ auszurotten, sie zu verwelschen!

L A N D S L E U T E !Es ist fünf vor zwölf! Wir rufen daher alle echten Tiroler auf, sich endlich zu besinnen und zu handeln, ehe es zu spät ist! Es ist das letzte Aufgebot! Die Welt weiß es, der alte, echte Tiroler Geist, er ist noch nicht tot, er kann nicht tot sein! Er schläft, er glimmt im Verborgenen, in Dörfern und Städten.

Hört unsern Ruf: Südtirol erwache! Rüstet euch zum Kampf! Zum Kampf um unsere Existenz! Es geht um Sein oder Nichtsein unseres Volkes! Es geht um den Bestand unsrer Kinder, unserer Kindeskinder!

Frei wollen wir wieder werden in unserem Lande, frei wie unsere Vorväter es gewesen über 1000 Jahre im deutschen Südtirol! Deutsch wollen wir bleiben und keine Sklaven eines Volkes, welches durch Verrat und Betrug unser Land kampflos besetzt hat und seit 40 Jahren ein Ausbeutungs- und Kolonisationssystem betreibt, welches schlimmer ist als die einstigen Kolonialmethoden in Zentralafrika! In den ganzen 40 Jahren italienischer Herrschaft haben wir nicht eine Spur guten Willens auf italienischer Seite feststellen können. Mochte es sich um Faschismus oder mag es sich um Christlich-Demokraten, Sozialisten oder Kommunisten handeln! Sie alle sind sich darüber einig: Das Deutschtum in Südtirol muß ausgelöscht werden!

L A N D S L E U T E !„Ein Volk, das um nichts anderes kämpft als um sein angestammtes, verbrieftes Recht, wird den Herrgott zum Bundesgenossen haben!“ (Kanonikus Gamper). Aber kämpfen müssen wir um unser Recht, kämpfen, auf daß wir wieder freie Tiroler werden! In einemf r e i e nS Ü D T I R O L!

Das Blatt war ungezeichnet, die Aufmachung bescheiden. Doch die Diktion ließ schon erahnen, dass da eine neue politische Kraft im Untergrund tätig war.

Resonanzen und Dissonanzen

Im Ausland hatte die Kundgebung von Sigmundskron eine gute Presse. Nicht so im Inland. Liest man die Kommentare der italienischen Zeitungen über den Tag von Sigmundskron, so gewinnt man den Eindruck, dass ihnen der disziplinierte Verlauf der Kundgebung gar nicht recht war. Es fehlte der Skandal, das Anrüchige, das Kriminelle. Aber was nicht war, ließ sich machen. Man bauschte Nebensächlichkeiten zu Staatsaffären auf, drehte einfache Tatsachen zu Sensationsmeldungen um und stellte Bezüge her, die es nicht gab. Dabei erlangte Kerschbaumers Flugblatt einen unerwarteten Stellenwert. Der L’Adige in Trient schob es kurzerhand der Südtiroler Volkspartei in die Schuhe. 54Magnago stellte richtig: Die SVP hat mit dem Flugblatt „nicht das Geringste zu tun“. 55Umsonst. Die Diskussion ging weiter, ja nahm an Heftigkeit zu. Und so befasste sich in der Sitzung vom 25. November 1957 die Parteileitung mit dem Corpus Delicti. Auch die Parteileitung erklärte: Die SVP hat mit dem Flugblatt nichts zu tun. Sie habe es weder gebilligt noch billige sie es. Gleichzeitig machte sie der italienischen Presse zum Vorwurf, dass sie dieses Flugblatt benütze, „um die sehr sachlichen Forderungen der Partei und des Volkes zu übergehen und den Haß der italienischen Bevölkerung zu schüren, mit all den Folgen, die wir Sonntag in Bozen sehen konnten“. Die „Würde der Nation“ könne nicht durch ein anonymes Flugblatt verletzt werden. Sie könne auch nicht durch Umzüge und Anpöbelungen wiederhergestellt werden. 56

Diese Stellungnahme enthält zwei Anspielungen auf italienische Gegendemonstrationen. Wie man einen Protest mit Würde und Anstand an den Mann bringt, hatten zuerst italienische Oberschüler am 19. November den Südtirolern vor Augen geführt. Allein die Aufschriften auf ihren Transparenten offenbarten feinen Takt und ein überdurchschnittlich hohes Bildungsniveau:

Fuori legge la SVP! – Die SVP ist aufzulösen!

Fuori Magnago dall’Italia! – Hinaus mit Magnago aus Italien!

Non vogliamo rinnegati in Italia! – Wir wollen keine Verräter in Italien!

Alto Adige, non Südtirol! – Alto Adige, nicht Südtirol!

Basta con le provocazioni, qui è Italia! – Schluß mit den Provokationen, hier ist Italien!

Tedeschi, non insultate chi vi ha tolto la fame! – Deutsche beleidigt nicht jene, die euch vor dem Hunger gerettet haben!

Governo se ci sei, batti un colpo! – Regierung, wenn du da bist, gib ein Zeichen!

Damit kein Zweifel aufkomme, wie der letzte Slogan gemeint sei, zierte ein Totenkopf die Tafel. 57Damit war aber noch nicht Schluss. Es waren sogar noch Steigerungen möglich. Dazu trug bei, dass am 22. November auf das Grabmal Tolomeis in Montan ein Anschlag verübt wurde. Die Attentäter sind zwar nie ausgeforscht worden, doch stand für die italienischen Medien unzweifelhaft fest, dass sie unter den Südtirolern zu suchen seien. So war das Klima um einige Grade heißer, als am Sonntag, dem 24. November, Frontkämpfer und Neufaschisten aus Italien in Bozen angereist kamen, um an einer Kranzniederlegung beim Siegesdenkmal teilzunehmen, die als „Wiedergutmachungsakt gegen die in Schloß Sigmundskron formulierten Beleidigungen der Werte des Kämpfertums“ vorgenommen wurde. Von kaum zu überbietender Freundlichkeit auch ihre Rufe:

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