Josef Fontana - Sepp Kerschbaumer

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"Landsleute! Es ist fünf vor zwölf! Hört unseren Ruf: Südtirol erwache! Rüstet euch zum Kampf!"
Auszug aus einem Flugblatt von Sepp Kerschbaumer aus dem Jahre 1957
Neuauflage der ersten und einzigen umfassenden Biografie des «Freiheitskämpfers» und Menschen Sepp Kerschbaumer
Sepp Kerschbaumer war die leitende Figur im Protest gegen die Unterdrückung der deutschsprachigen Südtiroler in den 1950er-Jahren. Seinen Höhepunkt erreichte der Südtiroler Widerstand in der sogenannten Feuernacht von 1961.
Der Tiroler Patriot war überzeugt, nur mit Sprengstoffattentaten auf das Unrecht, das Südtirol durch die Einverleibung in den italienischen Staat erfahren hat, aufmerksam machen zu können. Gleichzeitig war Kerschbaumer ein von christlichen Idealen erfüllter Mensch, den selbst italienische Tageszeitungen als «humanen Terroristen» bezeichneten.

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Der Justizpalast in Bozen faschistische Einschüchterungsarchitektur Die - фото 16

Der Justizpalast in Bozen, faschistische Einschüchterungsarchitektur

Die Palastrevolution von 1957

Für jeden Menschen in führender Stellung kommt eines Tages der Augenblick, in dem er erkennt, dass es Zeit ist, abzutreten und Jüngeren Platz zu machen. Zieht er aus dieser Einsicht nicht die erforderliche Konsequenz, so kommt der Augenblick, in dem auch andere erkennen, dass es Zeit wäre, das Feld zu räumen. Klammert er sich dann immer noch an seine Position, dann wird es schlimm, denn dann erkennen nur mehr die anderen, dass es Zeit wäre, dass der Mann endlich „von den Haxen“ gehe. Dies hängt nicht immer vom physischen Alter ab, sondern mehr vom Vermögen oder Unvermögen, aus der eigenen physischen und geistigen Verfassung die entsprechenden Folgerungen zu ziehen. 1957 war die alte Führungsgarnitur der SVP bei dieser letzten Phase angelangt. So verdient sie sich in den ersten Nachkriegsjahren um Südtirol gemacht hatte, ihre Zeit war abgelaufen. Sie hatte nicht die Kraft und nicht den Willen, Rom gegenüber eine härtere Gangart einzuschlagen. Da die Mannschaft aber auch keine Anstalten machte, abzutreten, blieb keine andere Wahl, als ihr die Basis und den Rückhalt in der Partei zu entziehen. Das oberste Entscheidungsgremium der SVP war der Parteiausschuss. Den Parteiausschuss wählte die Landesversammlung. Es kam daher darauf an, die Fäden so zu ziehen, dass die Wahl nach Wunsch ausging. Der Bozner Unternehmer Franz Widmann und der Landtagsabgeordnete Hans Dietl begannen, sehr vorsichtig die Weichen für die Ablöse zu stellen. Nach einigem Hin und Her legte der Parteiausschuss den Termin für die Landesversammlung auf den 25. Mai 1957 fest. Am 14. Mai trafen Hans Dietl und Franz Widmann die letzten Vorbereitungen. Eine Tagebucheintragung von Hans Dietl belegt, dass auch Sepp Kerschbaumer mit von der Partie war:

15.30 Uhr, Besprechung bei Widmann bis nach 18 Uhr (Stanek, Kritzinger, Eschgfäller, Kerschbaumer, Neuhauser, Baur, Weiß, Trientbacher und zum erstenmal auch Brugger). 38

Ungewollt eine gute Stimmung für die bevorstehende Wahl schuf der Obmann Toni Ebner. Nicht einen einzigen nennenswerten Erfolg, wohl aber eine Reihe von Rückschlägen und Niederlagen wies sein Jahresbericht aus. Eine Bilanz, die die Debattenredner geradezu aufforderte, eine neue Politik zu verlangen. Sepp Kerschbaumer etwa meinte:

Ich würde in die heutige Entschließung hineinschreiben: „Los von Trient!“ Und das müßte auch schneidig durchgeführt werden. Es ist schon viel zu viel um den heißen Brei herumgeredet worden, es wäre bald Zeit, den Brei selbst einmal in die Hand zu nehmen. 39

Die Wahl, bisher eine reine Formsache, erbrachte den ersehnten Umschwung. Von den Kandidaten, die der Parteiausschuss aufgestellt hatte, fielen elf durch. An ihre Stelle rückten ebenso viele „Durchfallkandidaten“. Alles Vertreter einer harten Linie. Magnago wurde zum Obmann gewählt, Karl Tinzl, Hans Dietl, Alfons Benedikter und Friedl Volgger traten ihm als Vizeobmänner zur Seite. „Eine neue Garnitur übernahm die Parteiführung, eine neue Ära brach an.“ 40Sepp Kerschbaumer vertrat in einem später verbreiteten Flugblatt die Ansicht, der 25. Mai 1957 werde als „Ehrentag unseres Volkes in die Geschichte eingehen“. „Hier hat das Volk mit unmißverständlicher Deutlichkeit gesprochen.“ 41

Die Kundgebung von Sigmundskron

Wenn die Politiker in Trient und Rom auf der Höhe ihrer Aufgabe gewesen wären, hätten sie erkennen müssen, dass mit der Wachablöse in der SVP eine neue Ära begann. Die Zeit des Zurückweichens und des Leisetretens war vorbei. Dass die neue Führung bereit war, den Fehdehandschuh aufzugreifen, zeigte sich spätestens im Herbst 1957. Der Minister für öffentliche Bauten, Giuseppe Togni, schickte am 15. Oktober um 17 Uhr an den Bozner Bürgermeister, Giorgio Pasquali, ein Telegramm ab. Die Optimisten im Lande glaubten, dass es sich um die vom Minister versprochene Soforthilfe für die von der Unwetterkatastrophe Betroffenen handle. 42Im August hatten schwere Unwetter das Land heimgesucht. 43Sepp Kerschbaumer hatte sich nicht wenig darüber gegrämt, dass die meisten Landespolitiker in diesen Tagen höchster Not und Gefahr durch Abwesenheit geglänzt hatten. In einem an die Führenden Männer unserer Volksgruppe gerichteten Rundschreiben warf er im Namen vieler Landsleute die Frage auf, wo denn „unser Landesvater, unser Landeshauptmann mit seinen vom Volk gewählten Vertretern“ sei. „Haben wir nur zwei Männer im Lande, die ein Verantwortungsbewußtsein haben? Landeshauptmannstellvertreter Fioreschy und Vizebürgermeister von Bozen Riz?“

Er gönne jedem seine Sommerfrische, aber in der Zeit höchster Not wäre es schon erste Pflicht eines Verantwortlichen, bei seinem Volke zu sein. Die Absenz der Landespolitiker konnte seiner Ansicht nach auch politische Folgen haben: „Soll das Südtiroler Volk sich in seiner Not an die ANDEREN wenden, die es mit ihm so GUT meinen und sofort zur Stelle sind, wenn es darum geht, im trüben zu fischen?“ 44Zumindest in dieser Hinsicht hätte Kerschbaumer beruhigt sein können. Das Togni-Telegramm hatte keine Katastrophenhilfe, sondern eine Katastrophenmeldung zum Inhalt:

Die Kundgebung von Sigmundskron Dem Herrn Bürgermeister von Bozen und zur - фото 17

Die Kundgebung von Sigmundskron

Dem Herrn Bürgermeister von Bozen und zur Kenntnis an S. Exz. den Präfekten von Bozen.

Es freut mich, Ihnen mitteilen zu können, daß das Koordinierungskomitee für Volkswohnbau (CEP) eine schnelle Realisierung des zweiten Wohnbauprogramms beschlossen hat, in welchem die Errichtung eines neuen Stadtteiles in Bozen einbegriffen ist, und zwar für den Betrag von 2,5 Milliarden Lire für die Errichtung von 5000 Wohnräumen, zusätzlich Kirchen und die Gebäude für soziale und öffentliche Dienste.

Ich bin sicher, auf Ihre Mitarbeit bei der Verwirklichung dieser Initiative der Regierung rechnen zu können, und bezweifle nicht, daß dieser wesentliche Beitrag zur Durchführung des sozialen Wohnbauprogramms in dieser Stadt gewürdigt wird.

Togni, Minister für Öffentliche Arbeiten .

„Der Togni-Plan“, schreibt Franz Widmann, der diese Zeit als aufmerksamer Beobachter miterlebt hat, „ging wie ein elektrischer Schlag durch die Südtiroler Bevölkerung; er löste Entrüstung und Zorn aus über eine derart dreist und offenkundig fortgesetzte Zuwanderungspolitik, mit der die Südtiroler praktisch an die Wand gedrückt werden sollten.“ 45Eine SVP-Delegation sprach schon am 24. Oktober 1957 beim Minister vor, um gegen dieses Großprojekt Einspruch zu erheben. Ihr Erfolg war gleich null. Togni erklärte ihr, dass das Vorhaben Teil eines für ganz Italien geplanten Volkswohnbauprogramms sei. Es habe lediglich sozialen und keinen politischen Charakter. 46Wer’s glaubte, konnte selig werden. Aber danach hatte zu der Zeit niemand ein Verlangen.

Wie sich diese Art von Sozialpolitik auswirke, konnten sich die Südtiroler an den Fingern ausrechnen. Der Parteiausschuss der Südtiroler Volkspartei beschloss in seiner außerordentlichen Sitzung vom 27. Oktober 1957, gegen den Togni-Plan eine Protestkundgebung abzuhalten. Die Demonstration sollte am 17. November vor dem Landhaus in Bozen stattfinden. Doch da legten sich die Neufaschisten quer, die drohten, am gleichen Tag zu gleicher Zeit und am gleichen Ort eine Gegendemonstration zu veranstalten. 47Der Querschuss zeigte Wirkung. Unter Berufung auf Artikel 18 des Polizeigesetzes verbot der Quästor Renato Mazzoni der SVP, die Landsleute, die die römische Volkswohnbaupolitik ablehnten, vor dem Landhaus zu sammeln. Als Ausweichplatz wies er ihr den Sportplatz zu. Magnago wäre der Grieser Platz lieber gewesen. Der aber schien wiederum Mazzoni zu gefährlich. In Wirklichkeit wollten die Behörden die Kundgebung überhaupt verbieten. Kurz nach dem Gespräch, das Magnago mit Mazzoni geführt hatte, nahm der Regierungskommissar Luigi Sandrelli die Genehmigung für die Abhaltung der Kundgebung auf dem Sportplatz zurück. Spätestens jetzt aber mussten die Behörden zur Kenntnis nehmen, dass sie es bei der SVP mit neuen Leuten zu tun hatten, mit Leuten, die Verbote nicht einfach hinnahmen. Die SVP hatte am 30. Oktober 1956 zum 10. Jahrestag des Pariser Vertrags in Bozen eine Großkundgebung veranstalten wollen. Doch der Regierungskommissar hatte ihr die Genehmigung verweigert. Und die SVP hatte sich in das Njet gefügt. 48Doch 1957 war nicht mehr 1956. Magnago und seine Leute gaben das Vorhaben nicht auf. In der SVP kam man auf den Gedanken, die Kundgebung auf Schloss Sigmundskron zu verlegen. Verkehrsmäßig lag der Standplatz ungünstig, aber er hatte eine starke Symbolkraft. Magnago musste sich dem Regierungskommissar gegenüber verbürgen, dass die Kundgebung geordnet verlaufen werde. Unter dieser Voraussetzung erhielt er die Genehmigung, die Demonstration auf Schloss Sigmundskron abzuhalten.

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