Josef Fontana - Sepp Kerschbaumer

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"Landsleute! Es ist fünf vor zwölf! Hört unseren Ruf: Südtirol erwache! Rüstet euch zum Kampf!"
Auszug aus einem Flugblatt von Sepp Kerschbaumer aus dem Jahre 1957
Neuauflage der ersten und einzigen umfassenden Biografie des «Freiheitskämpfers» und Menschen Sepp Kerschbaumer
Sepp Kerschbaumer war die leitende Figur im Protest gegen die Unterdrückung der deutschsprachigen Südtiroler in den 1950er-Jahren. Seinen Höhepunkt erreichte der Südtiroler Widerstand in der sogenannten Feuernacht von 1961.
Der Tiroler Patriot war überzeugt, nur mit Sprengstoffattentaten auf das Unrecht, das Südtirol durch die Einverleibung in den italienischen Staat erfahren hat, aufmerksam machen zu können. Gleichzeitig war Kerschbaumer ein von christlichen Idealen erfüllter Mensch, den selbst italienische Tageszeitungen als «humanen Terroristen» bezeichneten.

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In ihrer antikulturellen und antihistorischen Handlungsweise hätten die regierenden Trentiner Kreise mächtige Bundesgenossen in den nationalistischen Zirkeln der Provinz Bozen gefunden, die sich in allen Parteien, insbesondere aber in der Democrazia Cristiana und im bürokratischen Apparat des Staates eingenistet hätten – und das auf jeder Ebene, sei es in Rom wie in Bozen.

Auch das zerstörerische Werk der Presse nimmt Mazzoni aufs Korn. Dem „Alto Adige“ sei es, der römischen Subventionen und des Absatzes wegen, nicht schwergefallen, die nationalistische Werbetrommel zu rühren, ohne Rücksicht auf die Folgen für jene, deren Anliegen er vorgebe zu vertreten.

Dem Staat, so Mazzoni weiter, müsste die Erlernung der deutschen Sprache ein ernstes Anliegen sein. Derzeit sei es so, dass eine Generation von Italienern heranwachse, die die deutsche Sprache nicht beherrsche und ihre Gleichaltrigen deutscher Muttersprache auch in Zukunft nicht verstehen werde. Der Staat, rät er dem Innenminister, müsse unverzüglich ernsthafte Maßnahmen zur Behebung dieser Situation treffen.

Der Bozner Quästor Renato Mazzoni ein Mann der Mäßigung und der Vernunft aber - фото 21

Der Bozner Quästor Renato Mazzoni, ein Mann der Mäßigung und der Vernunft, aber ohne Rückhalt in Rom, daher auf verlorenem Posten

Mazzoni schlägt Tambroni vor, bei der Region die rein legislativen Aufgaben zu belassen und jegliche verwaltungsmäßige Kompetenz an die beiden Provinzen zu delegieren. Der Anspruch der Trentiner Politikerklasse, die italienische Volksgruppe vor den Deutschen schützen zu müssen, habe die Situation zusätzlich verschlechtert. Es sei zunächst eine „linguistische Häresie“, aber auch ein politischer Fehler, von der italienischen Volksgruppe in Südtirol als ethnischer Minderheit zu sprechen, denn die Italiener in Südtirol bildeten einen integrierenden Bestandteil der italienischen Nation. Ein anderer Fehler sei der, die Region auf die Person des Präsidenten Odorizzi zuzuschneiden („La Regione si chiama Odorizzi“) . In Wirklichkeit sei die Region mehr als eine Gesetzesmaschine, sie sei ein humanes Ganzes, entstanden aus der Geschichte, aus dem Brauchtum, aus gemeinsam erlebtem Leid, aus dem Erbe der Väter.

Fatal sei, dass sich die deutsche Volksgruppe in ihren Hoffnungen auf eine echte Autonomie verraten fühle und das „Los von Trient“ ausgerufen habe. Aber man halte sich vor Augen: „Los von Trient“ heiße noch nicht „Los von Rom“. Um zu vermeiden, dass es zu einem „Los von Rom“ komme, müsse man mit hoher politischer Intelligenz den Dialog wieder aufnehmen und das ganze Problem einer gerechten Lösung zuführen. Konkret: Das Statut müsste so abgeändert werden, dass die legislativen und administrativen Aspirationen der deutschen Minderheit gesichert seien. Dabei dürfe man sich nur vom Gerechtigkeitssinn und nicht von der „ italica furberia “ (italienischen Schlauheit) leiten lassen. Nur so könne man auch den Italienern in Südtirol einen neuen ethnischen und sozialen Frieden verschaffen. „Es drängt mich“, schreibt Mazzoni abschließend dem Minister, „Ihnen meine tiefe Besorgnis darüber auszusprechen, daß sich unter dem Druck der Ereignisse die Lage weiter verschlechtern wird.“ Die Gründe dafür sieht er in der „Internationalisierung des Südtirolproblems, in der fehlenden Koordinierung der verschiedenen Staatsgremien und ihren Eifersüchteleien, in der nationalistischen Erpressung gegenüber Rom durch genau bekannte Trentiner und italienische Kreise in Südtirol, in den Fehlern der SVP und den stets misslungenen Versuchen, diese Partei durch Zuwendungen an diskreditierte Personen und Institutionen zu spalten.“

Andrea Mitolo genannt Duce von Bozen suchte im Unterschied zu Mazzoni die - фото 22

Andrea Mitolo, genannt Duce von Bozen, suchte – im Unterschied zu Mazzoni – die Konfrontation mit den Südtirolern. So sprengte er am 19. November 1957 mit einem Schlägertrupp in Neumarkt eine Versammlung der Südtiroler Volkspartei .

„Wenn die geschichtsbildenden Ereignisse den Staat zum ‚redde nationem‘ zwingen werden“, warnt Mazzoni den Minister eindringlich, „dann wird man von der Gerechtigkeit abweichen und den ethnischen Bedürfnissen mehr als das Gebührende gewähren müssen.“ Zum Schaden der italienischen Volksgruppe, wie er meint, die man schlauerweise durch juridische Ausflüchte schützen wolle. „Leider wird nicht unsere Generation dafür büßen müssen, sondern jene, die nach uns kommen wird.“ 72

Soweit der Bozner Quästor Renato Mazzoni in seinem Lagebericht. Doch war und blieb er ein einsamer Rufer in der Wüste, ein lästiger obendrein. Rom dachte damals nicht daran, Südtirol Konzessionen einzuräumen. Deshalb wollte es in Bozen auch an der Spitze der Polizei einen Mann der harten Hand, nicht einen Menschen mit Herz und Verstand. Vollends in Ungnade fiel Mazzoni in Rom durch die Ereignisse um die Kundgebung von Sigmundskron. Ein kleiner Zwischenfall bei einer Gegenkundgebung des MSI, bei der italienische Schüler zum Sitz der Volkspartei marschieren wollten, gab den letzten Anstoß zu seinem Sturz. Er wird nach Treviso versetzt. Für den aus Venedig stammenden Staatsbeamten alten Stils, der seine delikate Aufgabe in Südtirol seit 1947 mit Geschick und Verständnis für die Minderheit ausgeübt hatte, ist dies eine Strafversetzung, eine Demütigung, an der er schwer leidet. Depressionen stellen sich ein. Anfang 1959 scheidet er freiwillig aus dem Leben.

Renato Mazzoni, der treue Diener seines Staates, war gewissermaßen das erste Opfer der von ihm frühzeitig als verfehlt erkannten Politik des Staates in Südtirol. Es hat noch Jahre gedauert und noch vieler Opfer bedurft, bis die Vernunft im Sinne Mazzonis sich einen Weg bahnte.

Die Haltung der Amtskirche

Früher als in der Südtiroler Volkspartei brach im kirchlichen Lager der Streit über die Linie aus, die in der Südtirol-Politik einzuschlagen war. Unterm Faschismus hatte sich die Kirche in Südtirol große Verdienste um die Verteidigung des kulturellen Eigenlebens erworben. Sie war nicht nur Kompass in rein kirchlich-religiösen Fragen gewesen, sondern auch in nationalen Belangen. Da sich die Situation nach dem Krieg nur graduell, aber nicht substanziell besserte, konnte man erwarten, dass die Kirche auch jetzt für Recht und Gerechtigkeit eintrete. Diese Hoffnungen wurden zunächst auch erfüllt. Kanonikus Michael Gamper nahm sich kein Blatt vor den Mund, wenn es galt, Fehlentwicklungen aufzuzeigen und Unrecht anzuprangern. Sein Oberhirte, Bischof Carlo De Ferrari in Trient, sah dies zwar nicht gerne, scheute sich aber, Gamper kaltzustellen oder irgendwelche Maßregeln gegen ihn zu ergreifen. Mit Bischof Johannes Geisler in Brixen wusste sich Gamper eines Sinnes. Zum 40-jährigen Priesterjubiläum im Jahre 1948 sprach ihm Geisler für die „vorbildliche Pressetätigkeit“ seine „vorbehaltlose Anerkennung“ und seinen Dank aus. „Durch Ihre vielfache Tätigkeit, besonders aber durch Ihre erfolgreiche Journalistik, die Sie durch unbestechlichen Gerechtigkeitssinn, heiße Liebe zum Volke und persönlichen Mut auszeichnet, haben Sie unter anderem auch dem ganzen Lande unschätzbare Dienste erwiesen. Die katholische Luft, die in unserem Lande weht, kommt zum Teil auch aus Ihrem katholischen Blatt ‚Dolomiten‘.“ 73

Johannes Geisler starb aber am 5. September 1952. Und dann trat eine Wende ein. Sein Nachfolger Joseph Gargitter hielt die nationale Linie für einen Irrweg. Er schlug sich gleich zu Beginn seiner Amtszeit auf die Seite der alten, in ethnischen Fragen kompromissbereiten SVP-Führung. Den katholischen Organisationen sprach er die Aufgabe zu, Hauptträger der Verständigung zwischen den Volksgruppen zu sein und so ein Überschwappen der nationalen Leidenschaften in die jeweiligen Lager zu verhindern. Erst recht war es ihm ein Anliegen, die Geistlichkeit aus dem Parteienstreit herauszuhalten. Da war ein Zusammenstoß mit Michael Gamper fast unvermeidlich. Gamper gehörte jener Priestergeneration an, die die Ansicht vertrat, dass der Priester dem Volk in schweren Zeiten Führer und Orientierung sein müsse.

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