Am Ende meines Studiums lud mich ein befreundeter französischer Arbeiterpriester, der während meines Studiums in Deutschland in einer Fabrik beschäftigt gewesen war, in seine neue Jesuiten-Kommunität in Toulouse ein. Mit dieser Einladung ging ich zu meinen Ordensoberen und brachte mein Anliegen erneut vor. Ich wurde nicht mit offenen Armen empfangen. Gefängnisseelsorge war für mich vorgesehen. Ich beharrte auf meinem Wunsch und schlug vor, dass auf der bevorstehenden Weltversammlung der Jesuiten ein Gespräch mit einem französischen Arbeiterpriester geführt werden sollte.
In dieser Zeit eines weltweiten Umbruchs brachte die Kongregation eine entscheidende Weichenstellung für den Orden: »Einsatz für Glaube und Gerechtigkeit« – so wurde die Identität der Jesuiten 1975 neu formuliert.
»Oft schon unsere Herkunft, dann unsere Studien und unsere Bindungen schirmen uns von der Armut ab, selbst vom einfachen Leben und seinen täglichen Sorgen. Wir haben Zugang zu Wissen und Macht, wie ihn die meisten Menschen nicht haben. Es wird darum nötig sein, dass eine größere Zahl der Unsrigen das Los der Familien mit bescheidenem Einkommen teilt, das heißt das Leben derer, die in allen Ländern die Mehrzahl bilden und oft arm und unterdrückt sind.«
In anderen Ländern der Welt lebten Jesuiten bereits in dieser Nähe zu Ausgegrenzten, nur in Deutschland gab es solche kleinen Gemeinschaften (Kommunitäten) noch nicht. Ich wurde nach der Rückkehr von dieser Weltversammlung gefragt, ob ich immer noch donnerstags arbeiten ginge, und als ich bejahte, war die Entscheidung für Frankreich gefallen. Fortan stellte ich mich der Frage, wie wir diese Perspektive in die Wirklichkeit umsetzen könnten? Wir suchten kein Engagement für Arbeiter, Gefangene oder Kranke, sondern wurden selbst Arbeiter, um mit den Kolleginnen und Kollegen nach mehr Gerechtigkeit zu suchen. So wurde auch mein persönlicher Lebensweg in der Gemeinschaft mit Arbeitern möglich.
Mit den Gästen aus Frankreich ins Gespräch treten
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