Montessori für Dummies besteht aus sechs Teilen, unter anderem dem für die Reihe berühmten Top-Ten-Teil. Nach einem Überblick über die Pädagogik selbst, ihren Ursprung, ihre Hauptprinzipien und ihre Reichweite in der heutigen Welt wird die Methode nach Altersgruppen vorgestellt.
Teil I: Was ist Montessori-Pädagogik?
Montessori, was ist das? Der Name einer Pädagogik, die seit mehr als einem Jahrhundert in aller Munde ist und nun scheinbar überall angewendet wird! Man findet sie in Klassenzimmern mit Regalen voller interessanter Lernmaterialien, in den Auslagen von Buchhandlungen und sogar bei Friedenskonferenzen! Aber Montessori ist auch das außergewöhnliche Ziel einer italienischen Frau, Maria Montessori, die die bemerkenswerte Intuition hatte, dass ein Kind etwas anderes sein kann als ein Schulkind, das bestraft und diszipliniert werden muss. Die Methode ist eine Philosophie, die Selbstständigkeit, Vertrauen und Wohlwollen fördert. Sie wird von einer Reihe von Lernmaterialien begleitet, deren Relevanz heute von den Neurowissenschaftlern bestätigt und von Eltern und Lehrern anerkannt wird. Ihre Hauptprinzipien zu verstehen, bedeutet, der Erziehung neues Leben zu geben. Gleichzeitig können wir darauf vertrauen, dass wir mit diesem neuen Umgang mit unseren Kindern eine bessere Welt für morgen schaffen!
Teil II: Montessori für Kinder von 0 bis 3 Jahren
Nach einem ihrer Besuche in Indien erkannte Maria Montessori, dass die ersten Lebensjahre eines Kindes entscheidend sind, und dass das Kind von Geburt an eine Erziehung erhalten sollte, die seine Selbstständigkeit fördert. Obwohl sich die meisten ihrer Schriften und Reden auf das Kind ab dem dritten Lebensjahr konzentrieren, schenkt sie den tiefgreifenden Bedürfnissen der Jüngsten, sowohl physisch als auch psychisch, große Aufmerksamkeit. Niemals zuvor wird sich ein Wesen so sehr verändern, entwickeln und entfalten wie zwischen 0 und 3 Jahren. Und genau um diese Erwartungen zu erfüllen, haben sie und ihr Team mit der Entwicklung spezifischer Materialien und Lernmittel für Kleinkinder begonnen. Der andere wesentliche Punkt, den sie sich vornahm, war die Ausbildung von Erwachsenen, die sich um Kinder unter 3 Jahren kümmern, denn diese kann nicht dieselbe sein wie die für ältere Kinder. Im Jahr 1947 bot ihre enge Mitarbeiterin Adel Costa Gnocci die erste Montessori-Ausbildung für die Betreuung von 0- bis 3-Jährigen an. All diese Initiativen zeugen von ihrem Wunsch, jedem Lebensalter die gleiche Aufmerksamkeit zu schenken!
Teil III: Montessori für Kinder von 3 bis 6 Jahren
Ab einem Alter von 3 Jahren (in einigen Einrichtungen 2,5 Jahre) können Kinder in Montessori-Kinderhäuser aufgenommen werden. Diese Klassen, »vorbereitete Umgebungen« genannt, bringen Schüler von 3 bis 6 Jahren, also gemischten Alters und Niveaus, zusammen, um die Entwicklungsstufen der Kinder zu berücksichtigen. Dieser Zeitraum ist, wie bei den 0- bis 3-Jährigen, durch einen absorbierenden Geist gekennzeichnet und ermöglicht eine Festigung und Verstärkung des bisher Gelernten. Kinder in Montessori-Umgebungen folgen keinem Lehrplan, der ihrem Alter entspricht. Ihnen steht das gesamte Material zur Verfügung, das sie ganz individuell und abhängig von den sensiblen Phasen, in denen sie sich gerade befinden, verwenden können. Der Pädagoge gibt zum Beispiel keine bestimmte Tageszeit für Mathematik oder für Sprache vor. Es ist das Kind, das, geleitet von seiner eigenen Persönlichkeit und seinen Bedürfnissen, entscheidet, welcher Aktivität es sich widmen möchte. Es kann einen Tag oder sogar mehrere Tage mit einem bestimmten Themengebiet verbringen. Der Erwachsene vertraut ihm und akzeptiert, dass es besser als jeder andere weiß, was in diesem Moment gut für es ist. Der Erwachsene kann es natürlich anleiten, ihm vorschlagen, eine neue Aktivität zu entdecken, wird sie ihm aber niemals aufzwingen. Das Kind lernt durch Handhabung, durch Experimentieren, es ist für sein Lernen selbst verantwortlich. Durch den Umgang mit dem wissenschaftlich erarbeiteten Montessori-Material erforscht es auf konkrete und spielerische Weise die Welt. Dies wird seine Kreativität fördern – eine unverzichtbare Eigenschaft, um selbstständig eigene Lösungen finden zu können. Maria Montessori erkannte schnell, dass Kinder in der vorbereiteten Umgebung, die von der ausgebildeten Erzieherin geschaffen wird, gerne arbeiten, angeregt werden und aktiv sind, um Neues zu lernen!
Teil IV: Montessori für Kinder von 6 bis 12 Jahren
Diese zweite Entwicklungsphase vom 6. bis 12. Lebensjahr ist eine Zeit der Stabilität für das Kind. Unter guten Bedingungen zeigt es große Ruhe und Gelassenheit. Es ist dann zu intensiver geistiger Arbeit in allen Disziplinen fähig. Wenn die Umgebung, die der Erwachsene in dieser Zeit vorbereitet, ihm die Mittel dazu bietet, wird es eine enorme Menge an Wissen in den verschiedensten Bereichen ansammeln. Zu Beginn dieser Phase setzt sich sein Charakter stark durch. Zwischen dem 3. und 6. Lebensjahr lernt das Kind, indem es seine Umwelt mit den Sinnen aufnimmt, aber in dieser neuen Periode wird es zu einem Wesen, das fähig ist, sich Kultur anzueignen. Es fragt immer mehr nach dem Warum der Dinge, weil es sich in einer Phase der extrovertierten Intelligenz befindet. Das ist nicht immer einfach für Eltern! Aber ein unglaublicher Moment des Austauschs und der gemeinsamen Entdeckungen.
Teil V: Montessori für alle
Die Prinzipien der Montessori-Pädagogik und ihre enormen Entwicklungsmöglichkeiten für das Kind sind umso relevanter, wenn es um Profile geht, die mehr Hilfe benötigen. »Dys«-Kinder, autistische Kinder, ältere Menschen, sie alle haben Schwierigkeiten in ihrem täglichen Leben und müssen eine Methode finden, die es ihnen ermöglicht, Fortschritte zu machen sowie Vertrauen und Selbstständigkeit zu gewinnen. Und da Montessori-Schulen nicht nur für »andersartige Kinder« gemacht sind, wie wir allzu oft mit einem negativen Unterton hören, sind gerade diese Schulen in der Lage, alle Profile aufzunehmen und sich an verschiedene Situationen anzupassen. Die Idee bleibt die gleiche, nämlich sich mit dem, was man kann, vorwärtszubewegen, indem man sich jeweils einer Schwierigkeit nach der anderen stellt.
Teil VI: Der Top-Ten-Teil
Es ist nicht ganz einfach, sich im Montessori-Dschungel zurechtzufinden, deshalb möchten wir eine Reihe von Indikatoren vorschlagen, die Ihnen bei der Auswahl helfen. Montessori eignet sich für viele Profile, aber es ist wichtig, dass Sie Ihr Kind in der am besten geeigneten Schule anmelden, denn das ist entscheidend für seinen Erfolg und sein Wohlbefinden.
In diesem Buch verwendete Symbole
Beim Lesen werden Sie immer wieder auf die folgenden Symbole treffen. Sie geben Ihnen Hinweise auf den Inhalt, damit Sie wichtige Informationen auch schnell finden.
Alle Informationen zur Montessori-Pädagogik, Antworten auf kleine und große Fragen, aber auch Zahlen und Definitionen.
Wichtige Aspekte, Schlüsseldaten oder maßgebliche Elemente der Montessori-Methode, die Sie nicht vergessen sollten.
Wie funktioniert das konkret in einer Montessori-Klasse? Von der Theorie zur Praxis.
Bewährte Verfahren der Montessori-Pädagogik für den Alltag mit dem eigenen Kind. Funktionierende Tipps.
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