»Werden meine Eltern davon erfahren?«, wollte Julius erst mal wissen, bevor er den Polizisten weitere Einzelheiten aus seinem Liebesleben verriet.
»Von uns nicht. Jedenfalls nicht, solange wir Sie nur als Zeugen befragen.«
»Und was soll das jetzt heißen?«
»Soll heißen, dass Sie nichts zu befürchten haben, wenn Sie nicht vorletzte Nacht rüber zu Herrn Schlosser gegangen sind und ihm eins über den Schädel gehauen haben.«
»Habe ich nicht. Warum denn auch?«
»Also, wie lange ging das Techtelmechtel zwischen Ihnen und Ihrer Nachbarin?«
»Weiß nicht, zwei oder drei Monate. Aber wir haben uns nicht regelmäßig getroffen, Vielleicht alle zwei Wochen mal.«
»Hat sie dabei ihren Mann erwähnt? Oder ihre Ehe? Hat sie Ihnen gesagt, warum sie eine Affäre mit Ihnen angefangen hat?«
»Einmal hat sie darüber gesprochen. Sie war ziemlich sauer auf ihren Alten. Der würde ständig mit jungen Dingern rumvögeln und sie nur noch als billige Putzhilfe betrachten. Mir war das eigentlich egal. Ich hatte meinen Spaß und sie auch.«
»Warum hat Ihre Affäre dann nur zwei oder drei Monate angehalten? Ist doch praktisch, wenn man gegenüber wohnt und genug Tagesfreizeit hat.«
»Stimmt, das war wirklich praktisch. Damit niemand Verdacht schöpft, habe ich jedes Mal ein paar Dinge im Garten erledigt, bevor wir in die Kiste gesprungen sind. Ich weiß gar nicht genau, warum es aufgehört hat. Sie hat sich einfach nicht mehr gemeldet. Wenn ich kommen sollte, hatte sie mir immer eine Nachricht auf das Handy geschickt. Die blieben irgendwann einfach aus.«
»Und Sie haben nicht mal nachgefragt, warum sie sich nicht mehr meldet?«
»Nö. Na ja, als schon eine Zeitlang Funkstille herrschte, habe ich zufällig einen Kerl gesehen, der drüben ins Haus gegangen ist. Mittags. Ich bin also davon ausgegangen, dass sie einen anderen hatte. Oder schon zweigleisig gefahren ist, als wir uns noch getroffen haben. Das war mir zu blöd, also habe ich es dabei belassen.«
»Den anderen Kerl haben Sie aber noch nie zuvor gesehen? Oder wissen Sie, wer das war?«
»Nein, den kannte ich nicht. Der dürfte aber auch in meinem Alter gewesen sein. Bin mir aber nicht sicher, habe ihn nur kurz und aus einiger Entfernung gesehen.«
Till ließ sich eine vage Beschreibung von dem unbekannten Mann geben und bedankte sich abschließend für das offene Gespräch.
»Komische Frau, die Frau Schlosser«, wunderte sich Siebels, als sie wieder im Wagen saßen.
»Ja, mit der werden wir bestimmt noch interessante Gespräche führen.« Till grinste. »Würde mich ja interessieren, wie viele Männer die gehabt hat, während sie ihrem Mann ständig Untreue vorgeworfen hat.«
»Du wirst es herausfinden«, sagte Siebels, der es selbst gar nicht so genau wissen wollte. »Jetzt fahren wir zu Christian Schlosser. Ich will endlich wissen, wer die Frau auf dem Foto ist, warum sie auf dem Foto ist und warum das Foto auf Christians erschlagenem Vater abgelegt wurde.«
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