Der vergessene Mittelpunkt des Lebens – die Zahl 13
Wer der weiblichen Kraft auf die Spur kommen möchte, befasse sich mit dem Kreis. Der Kreis ist im weiblichen Lebenskontext ein wesentliches Element der egalitären Ordnung und Verbindung untereinander. Im Kreis ist jeder gleich gut zu sehen und gleich weit vom strukturgebenden Mittelpunkt – der Quelle – entfernt. Der Kreis ist das matriarchale Gegenstück zur Hierarchie männlicher Ordnungssysteme der Über- und Unterordnung. Der Kreis wird nicht von oben, sondern vom Mittelpunkt bestimmt und gehalten. Die Beschäftigung mit dem Mittelpunkt des Kreises führt zu grundlegenden Antworten auf der Suche nach den Geheimnissen des Lebens.
Der Mittelpunkt des Kreises ist das Zentrum urweiblicher Kraft.
Der Kreismittelpunkt lässt sich durch die Zahl 13 ausdrücken. Die Zahl 13 stand daher einst im Zentrum aller Erkenntnis. Heute führt sie ein Schattendasein und macht unübersehbar, dass wir den Mittelpunkt und damit den Ursprung des Lebens vergessen haben. Wie konnte es dazu kommen? Als Unglückszahl wurde sie verunglimpft und es wurde, wie es scheint, mit Nachdruck an ihrem Rufmord gearbeitet. Wie sonst ist es zu erklären, dass in unserer rationalen Welt noch heute in manchen Flugzeugen die 13. Reihe fehlt oder der 13. Stock einfach nicht gezählt wird?
Genauso funktioniert Verdrängung; dies ist auch typisch dafür, dass eine unbestimmte Angst zurückbleibt. Die Zahl 13 wurde als Hexenzahl verunglimpft, und im Mittelalter bestand Lebensgefahr für alle, die sich der alten Bräuche und Zusammenhänge noch erinnerten. Um die positive Beschäftigung mit dem Geheimnis um die Zahl 13 zu verhindern, wurde ein Kult der Angst um diese Zahl gelegt. Ängste zu beschwören ist ein wirksames Mittel der Manipulation, um zu verhindern, dass sich jemals jemand wieder mit dem Verdrängten auseinandersetzt. Angst und Aberglaube betreffend die Zahl 13 befallen auch heute noch viele Menschen, auffällig häufig jene, die sich ansonsten jeder Esoterik oder Spiritualität verweigern. Offensichtlich wurde gründlich gearbeitet, um den Ursprung vergessen zu machen.
Die Spirale ist die treibende Kraft im Universum. Sie zu erinnern heißt, den Zwang zur Geradlinigkeit zugunsten der Lebendigkeit abzulösen.
Motor der Transformation
Gemäß altem mystischen Wissen, etwa aus der Kabbala, ist die Zahl 13 alles andere als eine Unglückszahl, sie ist eine ganz besondere Kraftzahl: Sie öffnet das Tor zum Himmel. Symbolisiert die Zahl 12 als starke Strukturzahl den Kreis, so wird ihre bindende Kraft von der Zahl 13, dem Kreismittelpunkt, aufgelöst. Nicht um Chaos zu erzeugen, sondern um neue Ebenen zu erschließen. Sie ist die Zahl der Transformation. Dank der 13 müssen wir nicht immer nur im Kreis laufen, sondern können Er-Lösung finden.
Als Erlöser verkörpert Jesus Christus die Zahl 13, da diese wiederum für Erlösung steht, weil sie den Kreis auflöst. Er ist die personifizierte Liebe, die ihm aus dem göttlichen Ursprung zufließt und die es ihm erlaubt, die Schuld hinwegzunehmen. Denn im Ursprung gibt es nichts als allumfassende Liebe, davon ist er beseelt. Es gibt Indizien, dass Jesus seine Weisheiten aus einer Geheimlehre der Priesterinnen seiner Zeit gewonnen hat. Christus bedeutet der Gesalbte – seine Salbung erfolgte durch Frauen. In ihm schloss sich der Kreis jedenfalls nicht, weil er die geltenden Dogmen seiner Zeit unhinterfragt beibehielt; vielmehr war es seine Öffnung für die uralten Lebensweisheiten, mit der er den Menschen auf eine höhere Ebene des Bewusstseins verhalf.
Jesus verkörpert die universelle Liebe und war eins mit der weiblichen Kraft.
Das Christusbewusstsein steht in engem Zusammenhang zur Zahl 13. Eins mit der göttlichen Quelle verkörpert Christus die größtmögliche Transformation in Liebe, die die Grenzen von Leben und Tod überwindet und zusammenführt. Die Kraft der Zahl 13 ist die in Raum und Zeit aufgelöste Kreisbewegung, die Dynamik einer Spirale. Die Spirale wiederum ist die Dynamik des Lebens und des Universums schlechthin. Transformation, Wandel, stetige Veränderung, das sind wesentliche Charakteristika des Lebens, die durch die Zahl 13 zum Ausdruck kommen. Wie das Weibliche steht sie für den ewigen Kreislauf des Lebens.
Integrationspunkt
Die Zahl 13 finden wir auf der Erde und auch im Universum wieder – etwa in den Mondzyklen. In manchen Jahren gibt es 13 Vollmonde. 13 Tage braucht der Mond, um zum Neumond und wieder zum Vollmond zu werden, ebenso wie der Fruchtbarkeitszyklus des weiblichen Körpers für die Heranreifung und den Abtransport einer nicht befruchteten Eizelle 13 Tage benötigt. Wird die Eizelle im Eileiter befruchtet, dann wandert sie in die Gebärmutter, um sich dort zu beheimaten. Und auch hier treffen wir wieder auf die Zahl 13! Exakt 13 Tage nach der Befruchtung der Eizelle bildet sich die Nabelschnur zwischen Embryo und Mutter, als Zeichen der Verbindung und der Ankunft neuen Lebens in der Materie. Nach der Verankerung durch die Nabelschnur im Blutkreislauf der Mutter dauert es nochmals 20-mal 13 Tage, bis das Kind bereit ist, das Licht der Welt zu erblicken. Die Zahl 13 steht also für das organische menschliche Leben; sie trägt das Geheimnis des Lebens in sich.
Transformation, Wandel, zyklischer Fluss, das sind wesentliche Charakteristika des Lebens. Diese sind ihrem Wesen nach urweiblich und kristallisieren sich in der Zahl 13.
Die Zahl 13 ist also auf das Engste mit den Vorgängen im weiblichen Körper verbunden. Sie ist die Zahl des Zyklischen und damit des Weiblichen. Es wundert daher nicht, dass sie auch einen unübersehbaren Bezug zum Planeten Venus hat, wie der Naturwissenschaftler, Mathematiker und Autor Mag. Werner Johannes Neuner (*1962) in seinem Modell des Venuscodes etwa in seinem Buch Die Matrix – Der Schlüssel zum Ersten Bewusstsein ausführt. Die Venus ist der Nachbarstern der Erde. Im Laufe von acht Jahren umrundet sie 13-mal die Sonne – dabei zeichnet sie die Form eines Pentagramms. Dieser Fünfstern ist nach acht Erdenjahren und 13 Venusjahren einmal vollständig gezeichnet. Das ist bemerkenswert, denn dies sind genau die Zahlen, die nebeneinander in der Fibonacci-Folge liegen. Dieser berühmte mathematische Code ist die Basis des Goldenen Schnitts, also jener Proportionen, in deren Verhältnis sich alles Leben auf der Erde in der Materie ausbildet. Das Pentagramm der Venus gilt damit als Schutzsymbol der Erde und allen Lebens auf unserem Planeten.
Die Venus als Planet kann von der Erde aus in dreifacher Form gesehen werden: als Morgenstern, als Abendstern und für einige Wochen gar nicht. Sie ist aber auch der Name einer Göttin, die im Bewusstsein der Menschen bis heute für die Liebe steht und bisweilen als Lustobjekt herabgewürdigt wurde. In dieser Doppelfunktion zwischen Planet und göttlicher Kraft liegt der Grund verborgen, warum wir all diese zauberhaften Details über die Strukturen des Lebens nicht mehr wissen. Die Quelle des Lebens war von unserem Bewusstsein abgeschnitten.
Die Doppelhelix der DNA trägt die Informationen des Lebens. Ihre Berührungspunkte in einem Tunnelexperiment ausgeleuchtet, werfen ein Pentagramm.
Der weibliche Urgrund als Quelle des Lebens
Aus den bisherigen Ausführungen erschließt sich bereits, was die Quelle des Lebens ist: Es ist der weibliche Urgrund, aus dem heraus sich alles Leben entwickelt hat. Ohne Vorwissen und spirituelle Suche erschließt sich dies allein durch eine logische Kette. Wenn jedes Lebewesen von einer Mutter geboren wurde, so geht die Reihe zurück von Mutter zu Tochter, Mutter zu Tochter, Mutter zu Tochter – immer gleich, immer anders – bis zum Ursprung des Lebens.
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