Herbert Meyer - Medizin als Heilsversprechen

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Die vorliegende empirische Untersuchung macht ins Äußerste gesteigerte Erwartungen an die Medizin im Umfeld des radikal säkularisierten Lebensgefühls aus. Auf sie gilt es angemessen mit einem differenzierten kirchlich-pastoralen und medizinisch-therapeutischen Handeln zu reagieren. Kirchliche Verkündigung scheint innerhalb der glaubensfernen Kontexte nur noch schwer verständlich. Medizin tritt als Ersatzgebilde für religiöse Hoffnungen auf. Kirche scheint ihren Platz dort zu haben, wo Medizin und Naturheilkunde an ihre Grenzen kommen. Die Erwartungsstruktur gegenüber Medizin und Glaube erfordert deshalb ein kooperatives Handeln medizinischer und seelsorgerischer Kompetenz und Professionalität, um den Patienten eine umfassende psychophysische Hilfe zur Verfügung zu stellen. Sie reicht bis in die spirituelle Assistenz angesichts der Bedrohung von Krankheit, Behinderung und Tod hinein.

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Ludger Honnefelder setzt etwa in diesem Sinne beim Sprachgebrauch des Wortes Gesundheit an und geht sodann der Frage nach, als welches Gut denn eigentlich Gesundheit zu verstehen ist. Dabei verweist er zunächst auf Nietzsche, der die Gesundheit für undefinierbar hält, aber auch auf Aristoteles, bei dem das Wort „gesund“ ein Paradebeispiel für ein Wort mit vielfacher Bedeutung ist, das auf einen ursprünglichen Sinn verweist. Und er rekurriert auf Platon, bei dem „Gesundheit“ als „Harmonie“ von Leib und Seele verstanden wird, weswegen jener auch die sittliche Tugend als „Gesundheit der Seele“ bestimmen kann. 11

Gesundheit in diesem Sinne als Vollständigkeit und Harmonie zu verstehen, scheint nach Honnefelder der Definition der WHO Recht zu geben, die Gesundheit als „Zustand vollständigen physischen, psychischen und sozialen Wohlbefindens und nicht nur der Abwesenheit von Krankheit und Schwäche“ definiert. Eine solche umfassende Bestimmung aber geht nach Honnefelder viel zu weit und lässt ihn deshalb noch einmal zurückfragen, ob nicht doch die von der WHO abgelehnte Alternative richtig sei, dass Gesundheit nur die Abwesenheit von Krankheit und Schwäche darstellt. Aber hier ist es wieder die schlichte Eindimensionalität, welche im Blick auf eine solche Vereinfachung zögern lässt. 12

Und so findet Honnefelder schließlich einen Schlüssel zum rechten Verständnis von Gesundheit noch einmal bei Aristoteles,

„wenn er zwischen ‚Leben‘ (ζην) und ‚Gutleben‘ (ευ-ζην) unterscheidet. Mit dem bloßen Leben, so will Aristoteles mit dieser Unterscheidung sagen, hat der Mensch noch nicht sein ihm eigentliches Ziel erreicht. Dies ist erst das gute, gelungene Leben, das sich in derjenigen Praxis einstellt, in der der Mensch seine Anlagen entfaltet und gemäß dem ihm eigenen Lebensplan zur Verwirklichung bringt. Eudaimonia, Glück, nennt er diese Form tätigen Lebens. Gesundheit ist also ein Gut, das zum gelungenen Leben gehört, aber nicht schon mit ihm identisch ist. Denn gelungenes Leben umfasst den ganzen Menschen und sein tätiges Werk. Es stellt sich ein auf dem Rücken der Praxis, in der wir die uns sinnvoll erscheinenden Ziele verfolgen. Und es ist gar nicht unmittelbar als solches zu erstreben, sondern das in allen Zielen verfolgte Ziel, das inklusive Ziel.“ 13

Es sei, so Honnefelder weiter, genau diese Vorstellung vom gelungenen Leben, welche Augustinus in das christliche Verständnis integriert habe. Dieser betone allerdings, dass der Mensch das gelungene Leben nicht vollständig und nicht endgültig zu erreichen vermöge, sondern in Endlichkeit, Sterblichkeit und Versagen seine Grenzen erfahre und deshalb das definitiv gelungene Leben nur als Gegenstand seiner Hoffnung, als geschenktes Heil erwarten könne. 14

Und: Steht Augustinus nach Honnefelder dabei in der Gefahr, das gelungene Leben so zu spiritualisieren, dass die Gesundheit als dessen integrales Gut verzichtbar zu werden scheint, so zeigt sich für Honnefelder im „Gesundheitskult“ der Gegenwart aber offenkundig das Gegenteil – eine Tendenz, in deren Zusammenhang schließlich die Befürchtung von der Ersatzreligion auftaucht:

„Immer stärker nimmt die Gesundheit die Rolle des Endziels ein und wird in Form eines Kults der Körperlichkeit zum aktuellen Kandidaten für das gelungene Leben. Die Ziele der Medizin drohen sich in Richtung Optimierung, Enhancement, von der Bedarfs- auf die Wunschmedizin zu verschieben. Fitness und Wellness werden zum Selbstzweck. Gesundheit droht die Stelle des Heils einzunehmen und zum Gegenstand einer neuen Religion zu werden.“ 15

Das heißt: Theologische Ethik sieht in solchen Tendenzen offensichtlich die Gefahr, dass sich das Handeln gegenwärtiger Kultur im Bereich von Gesundheit und Medizin in einer Dynamik verliert, welche den religiösen Glauben ersetzt. Warum mit einer solchen Entwicklung eine Gefahr verbunden ist, bleibt dabei offen: ob die Institutionen des Gesundheitssystems dadurch überfordert werden, ob eine religiöse Aufladung das medizinische Handeln selbst verfälscht und in diesem Sinne ein ethisches Problem darstellt oder ob der Verlust der eigentlich religiösen Erfahrung für ein Leben in Menschlichkeit bedrohlich ist. Ausgedrückt wird lediglich eben die Sorge, dass der Ersatz moralische Folgen hätte, die von Gewicht sind.

1.2. Empirische Untersuchung: Mit welchen Erwartungen und an wen wenden sich Menschen in ihrer Sehnsucht nach Heilung?

Im Sinne dieser ersten, an der gegenwärtigen Lebenswelt erhobenen Beschreibung der vorsichtig charakterisierten quantitativen und qualitativen Konvergenz zwischen Erwartungen an Medizin und religiösem Glauben wird das Forschungsprojekt der vorliegenden Untersuchung in seiner Zielrichtung klar. Das Ziel dieser Studie ist es, auf dem Hintergrund der konkreten Strukturen heutiger Erwartungen an Medizin und Glaube die Unterscheidung zwischen Heil und Heilung theologischethisch zu reflektieren. Es geht dabei – das ist im Sinne einer deutlichen Abgrenzung der Möglichkeiten und der limitierten Zielrichtung der Untersuchung zu verstehen! – nicht um Qualitätsmanagement für das medizinische Handeln, für das moderne Gesundheitswesen, für das heutige Arzt- oder Patientenethos oder gar für medizinische Produkte, und geht es geht auch nicht um Rechtgläubigkeit im Sinne theologischer Unterscheidung und lehramtlicher Autorität innerhalb postmoderner pluraler und oft subjektivistischer Sinnsuche. Die Reflexion auf die Unterscheidung zwischen Heil und Heilung, religiöser Erwartung und medizinischer Option, die in der Analyse dieser Arbeit versucht wird, dient einem allerersten Ansatz, um auch im modernen Kontext Glaube und Medizin ethisch verantworten zu können. Die wissenschaftlich vorgenommene Differenzierung in den gegenwärtigen Tendenzen der Erwartungsstruktur an Medizin und Glaube soll helfen, Sachgerechtigkeit und Komplexität als Basis von Ethik zu sichern.

Dabei bewegt sich die Studie in einem vierfachen Schritt, um ihre Ergebnisse begründen zu können.

Im ersten Teil werden die vielfältigen intuitiven und normierten Definitionen von Gesundheit und Heil im Sinne der gesellschaftlichen Vorstellungen und der wissenschaftlichen, also medizinischen bzw. theologischen Standards der Gegenwart zum Ausgangspunkt genommen. Dabei zeigt sich in den Definitionen die osmotische Offenheit dieser Begriffe füreinander im Sinne der schon angedeuteten Kaskade der Sehnsucht: der Wunsch nach alltäglichem Leben in Gesundheit und Freude und die darin irgendwie präsente Hoffnung auf eine noch größere, umfassende Integrität.

Genau diese sich steigernde Erwartung wird im Sinne der religionssoziologischen Definition religiöser Erfahrung in ihrer Funktion als Kontingenzbewältigung (Niklas Luhmann) mithilfe von „kleinen“ und „großen Transzendenzen“ (Thomas Luckmann) zu deuten versucht: Lässt sich der These folgen, dass der Einsatz für ein Leben in Gesundheit heute gegenüber der „großen Transzendenz“, der Hoffnung auf Gottes Heil, konkret und erfahrbar in den Vordergrund gerückt ist, die „kleine Transzendenz“ der Gesundheitswünsche also der großen gewissermaßen den Rang abgelaufen hat? Als Ausdruck der Diesseitsreligion, der Verlagerung der Sehnsucht nach Geborgenheit des Lebens in das Hier und Jetzt? In solchen Fragen geht es um die Überprüfung der von der Moraltheologie formulierten Sorge übersteigerter Ansprüche an die Gesundheit als „Ersatzreligion“.

Im zweiten Teil wird zur Klärung einer solchen Bewertung das Ergebnis einer empirischen Untersuchung zu Erwartungen von Patienten an Medizin und religiösem Glauben vorgestellt. Anhand von Fragestellungen soll dabei das Zueinander zwischen kleinen und großen Transzendenzen im Kontext der Erwartungen an Gesundheit und Heilung/ Heil ergründet werden, und zwar im Spiegel der an das medizinische oder kirchliche Personal herangetragenen Wünsche nach gesundheitlicher Heilung, medizinischer Linderung, aber auch nach Rat, Unterstützung, Orientierung, Führung, ja Hoffnung, innerem Frieden und Trost.

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