Anne Weber - Tal der Herrlichkeiten

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In einer kleinen Hafenstadt am Nordatlantik lebt Sperber, ein Mann mittleren Alters, ein einsames und tristes Leben. Während er eines Morgens am Kai entlanggeht, erscheint wie aus dem Nichts eine Fremde, die ihn kommentarlos auf die Lippen küsst und sogleich verschwindet. Dieses Ereignis reißt Sperber aus seinem Alltag, erweckt eine Sehnsucht, die ihm nichts anderes übrig lässt, als sich sofort auf die Suche nach dieser mysteriösen Frau zu begeben. Schließlich wird er sie in Paris finden. Ihr Name ist Luchs, ihr fehlt ein Finger und sie arbeitet im Hôtel-Dieu. Viel mehr erfährt er nicht über sie, doch die Liebe, die an den Ufern des Atlantiks ihren Anfang nahm, überwältigt ihn. In einer unvergleichlichen Intensität erleben die beiden Liebenden die nächsten Tage miteinander. Doch dann geschieht das Unvorstellbare und Sperber bleibt aufs Neue allein zurück. Anne Webers großes Buch über den Verlust und die Hoffnung öffnet den Weg zu einem Universum, zu dem wir nur dank der Fantasie und der Liebe Zugang haben.

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Hässlicher und greller kehrten die Hortensienfarben in Sperbers Wohnung wieder. Das Zimmer, das er bewohnte, war hellblau gestrichen; als einziges Mobiliar standen ein Bett, ein kleiner Tisch, ein Klappstuhl und statt eines Schranks ein wackeliges, metallenes Kleidergestell darin. Die Küchenwände leuchteten rosa- oder vielmehr zuchtlachsfarben; auf das Rechteckmuster der eingezogenen Kunststoffplatten-Decke antwortete das Linoleum mit einer Fischgrätparkett-Imitation.

Sperbers Erregung hatte sich völlig verflüchtigt, sein Kopf schmerzte, aber sein Geist war klar. Auf dem Bett sitzend, betrachtete er die vertraute Schäbigkeit seiner Umgebung, als gelte es, Abschied von den Dingen zu nehmen, zwischen denen er sich bis dahin, nicht immer, aber immer wieder und ihrer Armseligkeit zum Trotz, über schwankende Zeitspannen heimisch gefühlt hatte.

Sein Blick fiel auf die drei Postkarten, die mit Reißzwecken über dem Tisch angebracht waren und drei verschiedene Porträts ein und desselben Mannes darstellten.

Vor Jahren, als Sperber sich noch nicht dem sanften Sog der Tage überlassen hatte, als er mit seiner Zeit, die kein Lohnherr mehr haben wollte, trotzdem noch etwas beginnen wollte, war er auf ein Buch mit dem Titel »La défense de Tartufe« gestoßen. Er erinnerte sich weniger an das Gelesene als an das Lesen selbst, das wie ein Ins-Allerinnerste-Schauen, ein Blick in eine aufgerissene Brust gewesen war. Aus weiteren Büchern hatte Sperber dann von dem Leben und Sterben des Verfassers, eines bretonischen Juden mit Namen Max Jacob, erfahren.

Zwei der Zeichnungen an der Wand waren von Picassos Hand: Die eine, aus dem Jahr 1928, zeigte Jacob im Profil in einem Medaillon, einen Lorbeerkranz auf dem kahlen Schädel und mit leichtem Doppelkinn, als ruhmreichen, leise über sich selbst lächelnden römischen Kaiser; die zweite, 1953 entstanden, stellte den Dichter und Maler als mageren, kahlköpfigen, ernsten Harlekin dar, mit gesenktem Blick und einer stacheldrahtartigen Halskrause.

Das dritte Porträt war eine Zeichnung von Modigliani. Max Jacob, mit hohem Hut und Krawatte, hatte darauf eines jener schmalköpfigen, weltweit bekannten und etwas unpersönlichen Modigliani-Gesichter. Daneben waren die Worte zu lesen: »À mon frère, très tendrement, la nuit du 7 mars, la lune croissa« (Meinem Bruder, sehr zärtlich, in der Nacht zum 7. März, der Mond nahm zu).

Auf diesem letzten Porträt waren Sperber zwei Einzelheiten aufgefallen. Erstens war »croissa« eine grammatisch falsche Form des Passé simple, den Modigliani als Italiener wahrscheinlich nicht richtig beherrschte; richtig hätte es »crût« heißen müssen. Und zweitens stand die Zahl sieben in einer Zeile für sich, vom Zeichner groß und deutlich hervorgehoben. Der 7. März aber war der Tag, an dem Jacob 1944 nach Auschwitz hätte verschleppt werden sollen, sein Name stand schon auf der Liste, wäre er nicht bereits am 5. von alleine, das heißt an einer Lungenentzündung gestorben, die er sich in der vorausgegangenen Haft zugezogen hatte. Die Zeichnung war um 1915 herum entstanden.

In jedem Leben, dachte Sperber, waren derartige Zeichen verstreut, die erst im Rückblick – in diesem Fall in einem posthumen Rückwärtsschauen, das erst den Nachgeborenen möglich war – ihre Bedeutung offenbaren. Als wollte sich jemand, indem er uns mit seinen gut versteckten Hinweisen ein unlösbares oder erst zu spät lösbares Rätsel aufgibt, über uns und unsere menschliche Beschränktheit mokieren.

Sperber stand auf und schritt mit forschendem Blick seine Behausung ab. Ob in ihr wohl auch Zeichen verborgen waren, die, wenn er sie bloß sehen und deuten könnte, etwas über seine Zukunft offenbarten?

Er betrachtete ein Blatt Papier, das in einer Ecke am Boden lag und das er aufgehoben hatte, weil er darauf mit freier Hand einen vollkommenen Kreis gezeichnet hatte. Während er einer fernen Erinnerung nachhing, hatte seine Hand nebenbei und absichtslos diese gewölbte Linie gezogen. Danach hatte er noch etliche Male versucht, einen vollkommenen Kreis auszuführen, und jedes Mal war er ihm leicht verzogen geraten. Welche Bedeutung konnte dieses schmutzige Blatt Papier, dieses perfekte Rund, das die grauen Spuren seiner Schuhsohlen trug, wohl haben?

Die zerknäulte Bettdecke zurückschlagend, um das Laken glattzuziehen, traf er auf die Verschlingungen eines langen, roten Haares. Er erinnerte sich, in einem Roman von der »Unterschrift« eines Haares auf einem Badewannenrand gelesen zu haben. Nun hatte also die Engländerin sein Bett signiert, oder sah so vielleicht der Faden aus, der ihn aus dem Labyrinth hinausführen sollte? War es der berüchtigte rote Faden, den man nicht verlieren durfte? Er nahm das Haar zwischen zwei Fingerspitzen und legte es auf den schmutzigen Bleistiftkreis auf dem Boden. Damit es nicht davonfliege, und um die kleine Skulptur zu vollenden, platzierte er obenauf die getrocknete Eikapsel eines Rochens, die er am Strand gefunden und auf seiner Fensterbank deponiert hatte; ein schwarzes, bauchiges Rechteck mit vier kleinen Ausläufern an den Ecken, eine winzige Sänfte, in der die ungeborenen Rochen vom Wasser gewiegt und schließlich ins Leben hineingetragen wurden.

Mit pochender Schläfe stand er im Raum. In diesen drei nicht zu entziffernden Zeichen war, bildete er sich ein, sein weiteres Schicksal enthalten.

7

Weich war die Haut, an der sein Mund lag, warm wie frisches Brot, und als er sie küsste, spürte er zarte Härchen über seine Lippen streichen, ein seidiges Kitzeln, unsagbar fein und zart. Erst als auf dem Tisch das Telefon tremolierend erbebte und er die Augen aufschlug, merkte er, dass es sein eigener Oberarm war, den er im Halbschlaf liebkost hatte, und dass außer ihm niemand im Zimmer war.

Er hielt das Gerät an sein Ohr, in dem ein »Unbekannt« geduldig oder ungeduldig auf ihn wartete, und sagte, nicht fragend, vielmehr ergeben, wie man ungelesen einen Vertrag unterzeichnet:

Ja.

Was er vernahm, war keine menschliche Stimme, sondern, als habe er statt des Telefons eine große Muschel ans Ohr gehalten, das Rauschen des Meeres. Kurz fragte er sich, ob das Geräusch nicht seinem Ohr entsprang, aber zu fern und zugleich deutlich war das Heranbrechen und Zurückfluten der Wellen zu hören, mächtig und geruhsam.

Mit lauter Stimme, als telefonierte er mit einem Orkan, rief er: Hallo! Hallo!

Das eintönige Meeresschnaufen blieb die einzige Antwort.

Lange, bis es anfing hell zu werden und die Gegenstände in seinem Zimmer Form annahmen, lauschte Sperber dem steten Ein- und Ausatmen des Meeres. Dann, in der kleinen Atempause zwischen zwei anrollenden Wellen, wurde die Leitung unterbrochen.

An diesem Morgen ging Sperber zeitig zum Hafen; manchmal nahm einer der wenigen Fischer, die es vor Ort noch gab, ihn als Hilfskraft mit. Zwar bekam er dafür außer dem Weißwein hinterher und ein paar Makrelen oder Sardinen kaum eine Bezahlung, aber die Arbeit brachte ihn ab von seinen einsamen Manien und Wegen und tat ihm wohl. Einige Tage hintereinander fuhr er hinaus und kam am Nachmittag zerschlagen und fast frei von jeder Sehnsucht oder Reue wieder nach Hause.

Am Abend begrub er eine tote Amsel, die er im Hinterhof gefunden hatte; vielleicht war sie gegen ein Fenster geprallt. Eingewickelt in einen alten, weißen Kopfkissenbezug, der als Leichentuch dienen sollte, trug er das starre, zerzauste Tier ans Meer, bis hin zu einer kleinen Bucht mit Kieselstrand. Sorgfältig, wie für sein eigenes Grab, suchte er den Platz aus. Er grub eine Mulde, legte den Vogel hinein, deckte ihn zu und schmückte den kleinen Hügel mit leeren Napfschneckenhäusern, die er rundherum auflas. Dazwischen steckte er ein paar Levkojenblüten. Er lauschte dem unheimlichen Rasseln der Kiesel, wenn eine zurückflutende Welle sie gegeneinanderschüttelte. Mit unendlicher Geduld war das Meer damit beschäftigt, hier in Jahrtausenden einen Sandstrand anzulegen.

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