Anne Weber - Tal der Herrlichkeiten

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In einer kleinen Hafenstadt am Nordatlantik lebt Sperber, ein Mann mittleren Alters, ein einsames und tristes Leben. Während er eines Morgens am Kai entlanggeht, erscheint wie aus dem Nichts eine Fremde, die ihn kommentarlos auf die Lippen küsst und sogleich verschwindet. Dieses Ereignis reißt Sperber aus seinem Alltag, erweckt eine Sehnsucht, die ihm nichts anderes übrig lässt, als sich sofort auf die Suche nach dieser mysteriösen Frau zu begeben. Schließlich wird er sie in Paris finden. Ihr Name ist Luchs, ihr fehlt ein Finger und sie arbeitet im Hôtel-Dieu. Viel mehr erfährt er nicht über sie, doch die Liebe, die an den Ufern des Atlantiks ihren Anfang nahm, überwältigt ihn. In einer unvergleichlichen Intensität erleben die beiden Liebenden die nächsten Tage miteinander. Doch dann geschieht das Unvorstellbare und Sperber bleibt aufs Neue allein zurück. Anne Webers großes Buch über den Verlust und die Hoffnung öffnet den Weg zu einem Universum, zu dem wir nur dank der Fantasie und der Liebe Zugang haben.

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Er versuchte, sich an ihre Kleidung zu erinnern, aber auch hier versagte sein Gedächtnis, als wäre er, während sich die Frau entfernt hatte und er doch eigentlich Gelegenheit gehabt hätte, sich ihre Erscheinung einzuprägen, mit etwas ganz anderem beschäftigt gewesen. Ihm schien, sie habe Hosen getragen, jedenfalls konnte er sich nicht daran erinnern, ihre Beine gesehen zu haben. Dunkel war sie gekleidet gewesen. Oder hatte er nur das Dunkle, Faserige seiner eigenen Sinne wahrgenommen?

Wassertropfen schwebten jetzt in der Luft, die von allen Seiten, auch vom Boden her zu kommen schienen und so winzig und fein waren, dass sie das Wort Tropfen kaum ausfüllen konnten. Mit jedem Schritt atmete Sperber diesen kalten Wasserstaub ein, der ihm die Lungen beschwerte wie Sägemehl.

Wie die meisten männlichen Bewohner dieser regnerischen Gegend besaß er keine wasserdichte Kleidung, stattdessen eine hüftlange Jacke aus eng gewobenem, festem Tuch, das die feindlichen Sprühregenangriffe lange abwehrte, aber am Ende doch aufgeben musste und, einmal vollgesogen, schwer wie Leder wurde. Aber der Regen hatte gerade erst eingesetzt, noch war es nicht so weit.

Der Zeitungsverkäufer wusste nichts, die Apothekerin hatte mehrere Kunden zu bedienen und schüttelte, als Sperber an die Reihe kam, nur den Kopf. Er trat in die Bäckerei ein, und um der Bäckerin nicht erzählen zu müssen, dass er nach einer Unbekannten suchte, erfand er eine kleine Geschichte, wonach er meinte, vorhin am Kai aus der Ferne seine Schwester erblickt zu haben.

Wir haben uns schon lange nicht mehr gesehen, erklärte er, und ich glaube, sie weiß auch gar nicht, wo ich heute lebe. Familiengeschichten, vous comprenez. Ich bin mir nicht sicher, ob sie es überhaupt war, habe nur ihren blonden Haarkranz wiedererkannt. Sie ist nicht zufällig bei Ihnen im Laden gewesen? Eine schmale Frau mit nach außen umgeschlagenem, leuchtend blondem Haar?

Er war erstaunt, ja geradezu erschrocken, denn er hatte sich schon gefragt, ob er den Kuss und die Frau dazu nicht nur erträumt und erhofft hatte (wie lange hatte er, hatte ihn schon keine Frau mehr geküsst?), als die Bäckerin sogleich erklärte, die blonde Frau gesehen zu haben, und das nicht irgendwann, sondern gerade erst vor fünf Minuten, lassen Sie es zehn sein, habe sie ihren Laden verlassen. Noch während sie auf das Wechselgeld wartete, habe sie in ihren Éclair au café hineingebissen, dann sei sie freundlich grüßend gegangen. Als die Frau ihr den Rücken kehrte, habe sie, die Bäckerin, noch über ihre blonde Haarrolle gestaunt, eine Frisur, die sie seit ihrer Jugend nicht mehr gesehen habe.

Während er spähenden Auges die Straße in die Richtung hinunterging, in der die Gesuchte der Bäckerin zufolge verschwunden war, überkam ihn die Vorahnung, die sich sogleich in eine Gewissheit verwandelte, dass diese kleine Frau mit der Großmutterfrisur gerade erst begonnen hatte, ihren Spott mit ihm zu treiben, und dass sie dabei bis zum Äußersten gehen würde. Der Gedanke schien ihm absurd, noch bevor er ihn zu Ende gedacht hatte, und er versuchte sich zusammenzureißen: Er war von einer unbekannten Frau geküsst worden, die kurz danach in »seiner« Bäckerei eine pâtisserie gekauft hatte. Und diese harmlosen Vorgänge sollten der Anfang eines grausamen Katz-und-Maus-Spieles gewesen sein, in dem er die Maus war und der Katze hinterherlief, und dieses Spiel würde erst ein Ende nehmen, wenn …? Ja, wenn was …? Es war lächerlich, und doch war er sicher, dass es so (aber wie genau?) kommen würde.

Feuer?, sagte jemand neben ihm.

Sperber musste sich anstrengen, um die Frage überhaupt zu verstehen, so weit war er in diesem Augenblick von der Umgebung abgerückt, die er doch durchforstete. Der sie stellte, war ein blond gewesener, hagerer Mann mit wolfshundblauen Augen und streng zusammengezogenen buschigen Brauen. Sperber kannte ihn, wie ihn jeder Ansässige kannte, weil er Tag für Tag den Ort und seine Umgebung durchstreifte und seine wundersamen Gedanken preisgab; er hieß André. André war nicht lange zur Schule gegangen und nie weiter als bis zur nächsten Kleinstadt gekommen. Er hatte lange für die Bäckerei Le Fournil am Hafen das Brot ausgefahren und half dort noch manchmal aus. Mit Vorliebe frühmorgens, wenn es noch dunkel war, vertiefte er sich über Stunden in seine Lektüren. Auf seinem Bett neben dem kleinen Lichtzelt der Nachttischlampe sitzend, hatte er sich, angespornt von einem ehernen Willen und einer heftigen Sehnsucht nach Erkenntnis, Dichter und Philosophen einverleibt, bevor er in der Psychoanalyse steckenblieb. Seit sieben Jahren las er nun ausschließlich den größten der französischen Psychoanalyse-Gurus, unermüdlich und stur kämpfte er sich immer wieder durch dieselben Bücher, deren Geheimnis er nach eigenem Bekunden jedes Mal ein winziges bisschen mehr, aber doch nie anders als bruchstückweise durchdrang. Ein Zehntel ungefähr des Gelesenen sei ihm bisher verständlich geworden, sagte er. Doch war es gerade dieser ungleiche Kampf, dieses nahezu hoffnungslose Ringen um ein umfassendes, tiefes Verständnis, was ihn unverändert lockte und niemals zu erschöpfen schien.

Sperber zog ein Päckchen Streichhölzer aus der Tasche und riss eines an, das von der feuchten Luft gleich wieder ausgelöscht wurde, worauf ihm André die Streichhölzer aus der Hand nahm und sich die schon etwas aufgeweichte Zigarette, die ihm zwischen den Lippen hing, selber anzündete, indem er sie mit dem Rücken von dem Nieselregen abschirmte und beide Hände nestartig um die Flamme krümmte.

Ich kann dir sagen, wo du die Frau findest, sagte er.

Sperber sah ihm ins Gesicht, wo jetzt die Zigarette glomm.

4

Die Rezeptionistin blickte ihn argwöhnisch an, als er statt des Namens eines Gastes nur eine auffällige Haartracht vorzuweisen hatte. Die Geschichte von der Schwester konnte er hier nicht auftischen, wenn er, als einer, der den Namen der eigenen Schwester nicht weiß, nicht noch mehr Misstrauen wecken wollte. Schließlich sagte er, aber es fiel ihm ein bisschen zu spät ein, um glaubhaft zu wirken, er habe von Weitem gesehen, wie der Frau etwas aus der Tasche gefallen sei, sie sei aber schon verschwunden gewesen, als er das Fundstück aufgehoben habe, und so habe er auf gut Glück in den paar Hotels vor Ort nach ihr fragen wollen. Es handele sich um ein privates Dokument, das er ihr lieber persönlich aushändigen wolle.

Ich glaube, ich weiß, wen Sie meinen, sagte die Rezeptionistin schließlich widerwillig. Die Dame ist nicht in ihrem Zimmer. Lassen Sie mir doch Ihren Namen und Ihre Telefonnummer da, damit sie Sie erreichen kann.

Nicht nötig, sagte Sperber, ich komme wieder vorbei.

Auf keinen Fall wollte er der Unbekannten einen derartigen Vorteil über sich verschaffen, und auf die Schnelle fiel ihm keine bessere Antwort ein, obwohl seine Weigerung, Auskunft über sich zu geben, den Argwohn der Rezeptionistin unweigerlich verstärken würde.

Er stellte sich an die linke Ecke des Gebäudes, in die Nähe des Hotelparkplatzes, von wo er die Straße und den Eingang im Blick hatte, ohne von der Rezeption aus gesehen zu werden. Das Hotel lag außerhalb des Ortes, über dem Meer; es gab keine Passanten, denen er hätte auffallen können. Er würde so lange hier stehen bleiben, bis die verrückte Blonde auftauchte, und sollte es bis Mitternacht dauern.

Zur Mittagessenszeit war der Verkehr spärlich. Sperber fing an, sich sanft hin- und herzuwiegen: Jedes Mal, wenn ein Auto von rechts nach links an ihm vorbeifuhr, verlagerte er sein Gewicht auf das linke Bein; fuhr eines in die Gegenrichtung, wurde das rechte Bein wieder belastet. Durch ein gekipptes Kellerfenster drang das Crescendo einer Waschmaschine im Schleudergang, das als tiefes Summen begann und sich in immer höhere Lagen hinaufwand, um in einem stetig spitzer werdenden, dem Fiepen eines Wasserkessels ähnelnden Pfeifton zu enden. Es war Sperber, als müsste ihm unter dem wachsenden Druck in den nächsten Sekunden der Kopf abspringen. Dann ein Klicken, die Schleuder rollte aus, blieb stehen. Eine gelbgrau gescheckte Katze lief über die Straße, lässig und graziös, die Spielzeugausgabe eines Raubtieres. Ob die Frau mit dem Goldkranz ihn womöglich kannte? Müsste er sie also auch kennen? Vielleicht hatte sie eine Wette abgeschlossen: Was bekomme ich, wenn ich den ersten Mann küsse, dem ich heute begegne? Oder war es Aberglaube, und sie wollte etwas damit erreichen, etwa: Wenn ich heute den Erstbesten küsse, wird mein Vater (mein Geliebter, meine Tochter) wieder gesund?

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