Anne Weber - Tal der Herrlichkeiten

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In einer kleinen Hafenstadt am Nordatlantik lebt Sperber, ein Mann mittleren Alters, ein einsames und tristes Leben. Während er eines Morgens am Kai entlanggeht, erscheint wie aus dem Nichts eine Fremde, die ihn kommentarlos auf die Lippen küsst und sogleich verschwindet. Dieses Ereignis reißt Sperber aus seinem Alltag, erweckt eine Sehnsucht, die ihm nichts anderes übrig lässt, als sich sofort auf die Suche nach dieser mysteriösen Frau zu begeben. Schließlich wird er sie in Paris finden. Ihr Name ist Luchs, ihr fehlt ein Finger und sie arbeitet im Hôtel-Dieu. Viel mehr erfährt er nicht über sie, doch die Liebe, die an den Ufern des Atlantiks ihren Anfang nahm, überwältigt ihn. In einer unvergleichlichen Intensität erleben die beiden Liebenden die nächsten Tage miteinander. Doch dann geschieht das Unvorstellbare und Sperber bleibt aufs Neue allein zurück. Anne Webers großes Buch über den Verlust und die Hoffnung öffnet den Weg zu einem Universum, zu dem wir nur dank der Fantasie und der Liebe Zugang haben.

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Ein Rennradfahrer raste blindlings in einen »liegenden Gendarmen«, in eine jener Straßenschwellen, die zum Langsamfahren zwingen sollen, und wäre dabei fast aus dem Gleichgewicht gekommen.

Die Sonne stand noch nicht sehr tief, denn es ging auf die längsten Tage des Jahres zu, der Hotelparkplatz füllte sich schon nach und nach wieder, die Anreisenden trafen ein und die Ausflügler kehrten zurück, Autotüren wurden zugeschlagen, Rollkoffer vorbeigezogen, als er sie von Weitem kommen sah: eine Stecknadel mit goldenem Kopf, die sich über die um ihn her ausgebreitete Landkarte, die er so ausführlich studiert hatte in den letzten Stunden, langsam auf ihn zubewegte. Sie ging die Straße lang, die vom Ort her kam und erst eine Weile der Flussmündung folgte, bevor sie in einer weiten Biegung zu dem Hotel anstieg, das am offenen Meer oberhalb des Strandes lag.

Er hatte im Laufe des Nachmittags, ohne sich auf eine Variante zu fixieren, mehrere Möglichkeiten erwogen, wie der Frau zu begegnen wäre, ein ganzes Spektrum von Anreden war ihm durch den Kopf gegangen, die von der Beschimpfung bis zur Liebesbekundung reichten. Er zwang sich, den Kopf abzuwenden und eine Weile in eine andere Richtung, die Straße hinauf, zu sehen, wo zwei junge Männer sich mühselig aus ihren Neoprenanzügen schälten, eine Häutung, die wie bei der Zikade mit dem Rücken begann, allerdings mithilfe eines Reißverschlusses, an dem ein langes Band befestigt war, und die am Ende zwei dunkle Schwarten auf dem Boden zurückließ.

Beim nächsten Hinschauen hatte der Kopf schon ein Gesicht. Aber wie oft er auch später versuchen sollte, die Züge dieses Gesichts für sich wiederaufzurufen und zu beschreiben, nie sollte er die Teile, aus denen es sich zusammensetzte, einzeln zu fassen bekommen, sie fügten sich ein in »das Gesicht«, wie er es fortan vor sich sehen konnte, und dieses Gesicht war anmutig und streng, ungeschliffen und zart, es war äußerste Fremde und äußerste Vertrautheit in einem. Und nie sollte er es anders sehen als umgeben von dem breiten Lichthof des Haares.

Ihr Schritt wurde nicht langsamer, je näher sie kam, doch hatte sie ihn zweifellos gesehen, ja sie schaute ihn an. Er blieb an der Hausecke stehen, fast reglos, leise schwankend, nicht viel anders, als er die vergangenen Stunden über gestanden hatte. Mit ihren leichtfüßigen Schritten ging sie zielstrebig, aber ohne Eile auf den Hoteleingang zu, um, beinahe auf seiner Höhe angelangt, jäh innezuhalten. Eine Minute verging, oder eine halbe Stunde, ein Jahr? Kein Kind schrie, kein Auto fuhr, keine Glocken schlugen, die Brandung selbst hatte ausgesetzt, das Meer hatte aufgehört zu atmen. Dann, wie ein Reh, das einen Moment lang aufgehorcht und keine akute Gefahr gewittert hat, nahm sie ihren gleichmäßigen Gang wieder auf und verschwand in der Hoteltür.

5

Woher kam der Gesang? An dem offenen Fenster, wo Sperber stand und in den dämmerigen, feuchten Himmel schaute, war fern, fern eine Stimme zu hören oder fast nicht zu hören, hell wie die eines Sängerknaben, ein Engelszirpen, von dem er, als es nicht aufhören wollte, sich fragte, ob es nicht seinen eigenen Ohren entsprang. Fledermäuse tanzten durch die Luft, in jenem chaotischen Hierhin und Dorthin, das so wenig gemein hat mit dem Flug gleich welchen Vogels. Das Fledermausfliegen war ein spielerisches Taumeln, unkoordiniert war es, aber nur zum Schein, und von einer nicht zu lindernden Unruhe, ein Durch-den-Himmel-Jagen wie in Todesangst, auf der Flucht vor einem unsichtbaren Verfolger, eine Anspannung aller Kräfte, ohne Pause, die ganze Zeit. Spitz waren die schwarzen Schlenker und Kehrtwendungen, hineingekratzt in das weiche, unscharfe Licht der Dämmerung. Wenn sie dicht an seinem Fenster vorüberflogen, hörte Sperber ihre Flügel leise und hektisch aneinanderschlagen. Und einen Augenblick lang schien es ihm, als wollten ihn die Fledermäuse verhöhnen. Sie gaben sich als Trinker aus, täuschten vor, und das tagtäglich und zu fester Stunde, sternhagelvoll durch den Himmel zu torkeln.

Sperber war betrunken. Er war entschlossen, keine Begegnung mit der goldumkränzten Frau mehr zu suchen, sie nicht weiter zu verfolgen, ja, nicht mehr an sie zu denken.

Er hatte noch Durst, aber nichts mehr zu trinken. Als er die Außentreppe hinunterstieg, um eine offene Bar zu finden, strich ihm eine letzte kleine Fledermaus wie zum Abschied beinahe übers Haar, so dicht flog sie über ihn hinweg.

War er nicht einer, wie es viele gab? Er begegnete ihnen ja auf seinen täglichen Gängen, jenen noch nicht alten Männern, die ihre Arbeit verloren hatten und keine neue mehr fanden, die mit einer kleinen Rente oder einem staatlichen Almosen durch die Tage und die restlichen Jahre kamen. Ihre Frauen waren irgendwann aus ihrem Leben verschwunden; spätestens danach hatten sie zu trinken angefangen. Er sah sie durch die Stadt laufen in ihren ausgeblichenen, selbst gebügelten Hemden, den Glücklicheren unter ihnen, zu denen Sperber gehörte, war noch kein Vorderzahn ausgefallen. Und nun sollte er also auserwählt worden sein? Sollte statt eines Goldzahnes eine goldene Fee bekommen?

Wütend kämpfte er gegen seine Gedanken an, wollte ihnen seinen Willen aufzwingen, aber wie sich nach einem Wortgefecht die eigenen Behauptungen und die Erwiderungen des anderen noch einmal abspulen, durchlebte er alle Einzelheiten seiner zwei stummen Begegnungen mit der blonden Frau wieder und wieder. Die Nacht war mild und diesig, er war hellwach.

In der seiner Wohnung am nächsten gelegenen Bar, L’Escale, bestellte er am Tresen einen Calvados. Ein dicklicher Halbwüchsiger, der neben ihm vor einem Glas Bier stand und auf den Bildschirm unter der Decke blickte, zeigte Sperber sein von eitrigen Pusteln überzogenes Profil und ein fleischiges, unter gelverschmiertem Haar hervorschauendes Ohr. Als der Junge sich einer Gruppe von Gleichaltrigen zuwandte, sah Sperber auf dem Rücken seines schwarzen T-Shirts eine nackte Frau, die in einer lasziven Striptease-Pose ihr Kreuz durchdrückte, die Brüste nach vorne, den Hintern zurückschiebend, als wären es zwei verfeindete Paare, zwischen die es gelte, den größtmöglichen Abstand zu bringen. Unter der nackten Silhouette stand in weißer Schrift zu lesen: I only sleep with the best.

Der Alkohol brannte sich durch Sperbers Hals und Brust. Auf dem Bildschirm bewegte der Reporter stumm die Lippen, neben sich weinende Menschen und zerbombte Häuser. Sperber bestellte noch einen Calvados und verfiel in einen seiner qualvollsten Ticks, den es ihm sonst meistens zu verscheuchen gelang: das Zählen seiner Atemzüge.

Als er aufwachte, im Dunkeln, lag sie neben ihm. Wie war sie hereingekommen? Hatte er die Tür nicht abgeschlossen, als er im Rausch heimgekehrt war? Oder hatte er sie gar in der Bar getroffen und mitgenommen?

Er spürte die Wärme, die sie abstrahlte, tastete vorsichtig nach der zackigen Form unter dem Laken, die, von ihm abgewandt, auf der Seite ruhte. Wo ihr Haar liegen musste, fühlte er eine weiche, nach frischem Harz riechende, warme Masse, ein Nest, in das er sein Gesicht versinken lassen wollte. Und während er mit schwerem Kopf ihrem gleichmäßigen, von ihrer völligen Gemütsruhe zeugenden Atem lauschte, überkam ihn wieder seine gestrige Wut und die Gewissheit, dass die blonde Fremde ihn zum Narren hielt, und mit dem Zorn ergriff ihn eine namenlose Begierde, die Begierde aller einsamen Nächte, die er in diesem Zimmer verbracht hatte. Als müsse er sich an ihr, die sich ihm ausgeliefert hatte, nicht nur für alle je erlittenen, sondern auch für alle je von ihm beigebrachten Demütigungen, für seine eigenen Verfehlungen und Torheiten und für seine Bitterkeit rächen, fiel er über die Liegende her.

Schnell war sie herausgerissen aus dem bewusstlosen Gleichmut, der ihn so in Rage gebracht hatte, und wieder bei Sinnen. Sie wehrte sich, stemmte sich gegen ihn mit allen Kräften, aber außer einem erstickten Kampfgeräusch, einem Ächzen vor Anstrengung, kam kein Laut über ihre Lippen. Sie war nicht stark genug, oder war sein Ingrimm größer als ihrer? Wenige Augenblicke später war alles vorbei.

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