Danach folgen im Abschnitt »Differenzialdiagnose: Individuelle Heilpflanzenarzneien« weitere Phytotherapeutika, die nach der konstitutionellen Eigenheit verabreicht werden können. Damit hat der Therapeut ein gut nachvollziehbares Instrument zur Hand, das ihm erlaubt, eine höchst individuelle Phytotherapie zu betreiben und genau passende Einzelmittel einzusetzen.
Grundsätzlich kann diese konstitutionelle Phytotherapie mit allen Heilpflanzen-Arzneiformen wie Tinkturen, Extrakten oder Essenzen durchgeführt werden, auch wenn ich mich speziell auf die Trifloris-Essenzen berufe.
HINWEISE ZUR EINNAHME DER PFLANZEN-ESSENZEN
Essenzen und speziell Trifloris-Essenzen werden als Kur über 3 bis 6 Wochen wie folgt eingenommen: Erwachsene nehmen 3-mal täglich 5 Tropfen in wenig Wasser verdünnt etwa 5 Minuten vor den Mahlzeiten. In akuten Zuständen können 3 Tropfen in wenig Wasser verdünnt stündlich bis zur Besserung (nach etwa 1 Tag) eingenommen werden. Schulkinder nehmen 3-mal täglich 3 Tropfen in wenig Wasser etwa 5 Minuten vor den Mahlzeiten. Bei akuten Zuständen können es 2 Tropfen stündlich bis zur Besserung (nach etwa 1 Tag) sein. Für Kleinkinder: 3-mal täglich 1 Tropfen in wenig Wasser verdünnt etwa 5 Minuten vor den Mahlzeiten. In akuten Zuständen 1 Tropfen stündlich bis zur Besserung.
Ein Hinweis zum Thema Laktoseintoleranz: Aufgrund der homöopathischen Verdünnung in D6-Potenz (1:1 000 000) entstehen nach ausgedehnten praktischen Erfahrungen keine Reaktionen.
SPEZIELL ZUR DARMSANIERUNG
Für optimale phytotherapeutische Behandlungen ist die Qualität der Darmflora von entscheidender Bedeutung. Heute sind mehr als 80 Prozent der Menschen mit einer gestörten Darmflora behaftet. Wird diese Dysbiose während der Therapie mitbehandelt, werden mögliche behindernde Heilfaktoren ausgeschaltet. Auf dem Markt gibt es immer mehr sogenannte Probiotika wie Symbioflor, Mutaflor oder Bioflorin, die zur Harmonisierung der Darmflora beitragen. Kultivierte Bakterien wie Enterococcus, E. coli, Bifidobakterien und diverse Lactobacillus-Arten werden dazu in Keimzahlen von bis zu 25 Milliarden eingesetzt. Die Sanierung der Darmflora ist aber nicht allein von der Anzahl der Bakterien abhängig, sondern auch von der individuellen, auf die Krankheit abgestimmten Zusammensetzung. Aus diesem Grund sind für die Behandlung der in diesem Buch beschriebenen Krankheitsbilder diverse Probiotika aufgeführt, die den jeweiligen Beschwerden entsprechend benötigt werden. Empfehlenswerte Bezugsquellen, die auf diesem Gebiet wissenschaftliche und praktische Erfahrungen vorweisen, sind die Firmen Beloga (für die Schweiz) und Allergosan (für EU-Länder). Die spezifischen Hinweise zur Anwendung finden sich jeweils in der Rubrik »Unterstützende Maßnahmen«.
THERAPIEBLOCKADEN
Therapeuten stehen oft vor der Schwierigkeit, Patienten zu behandeln, die gegen alle möglichen therapeutischen Maßnahmen resistent bleiben. Dieser Umstand kann auf diverse Faktoren im Alltag zurückgeführt werden: Belastung durch Schwermetalle, Nahrungsmittelzusatzstoffe (Konservierungsmittel, Stabilisatoren, Emulgatoren, künstliche Farb- und Geschmacksverbesserer, Herbizide, Pestizide, alle E-Substanzen), Übersäuerung durch Ernährungsfehler und Stress, eine gestörte Darmflora. Therapieblockaden können sich auch als Allergie oder Nahrungsmittelintoleranz äußern. Es ist mitunter unvermeidlich, vor einer naturheilkundlichen Behandlung zuerst eine sogenannte Terrainentlastung einzuleiten. Dieses Vorgehen wird daher am Anfang des Krankheitsregisters in diesem Buch behandelt. Die entsprechende Umstimmung basiert jeweils auf einer 3-wöchigen Kur zur Darmsanierung, auf der Entgiftung von Schwermetallen, der Ausleitung von Nahrungsmittelzusatzstoffen und letztlich der Entsäuerung des Organismus. Erst danach wird – außer in Akutfällen – die gezielte Therapie zur Behebung der eigentlichen Krankheit eingeleitet.
TERRAINENTLASTUNG
UND UMSTIMMUNG
TERRAINENTLASTUNG
DARMSANIERUNG
UND SYMBIOSELENKUNG
DER DARMFLORA
Der Begriff »Darmsanierung« ist keine offizielle medizinische Bezeichnung, und so bestehen für dieses therapeutische Verfahren unterschiedliche Auffassungen und Behandlungen. Tatsache ist, dass eine gesunde Darmflora für die Erhaltung und Wiederherstellung der Gesundheit einen hohen Stellenwert besitzt und viele Menschen ein entgleistes Darmmilieu aufweisen, ohne es zu wissen.
Verursacht durch den heutigen hektischen Lebensstil, gewöhnen sich viele an unterschwellige Verdauungsprobleme und glauben, dass sie ganz alltäglich seien: Blähungen, Darmträgheit, Magenverstimmung, Aufstoßen oder Völlegefühl. Auch leiden viele Menschen an chronischer Verstopfung, Müdigkeit, Unwohlsein, Infektanfälligkeit, Entzündungen der Organe oder Pilzerkrankungen, ohne jemals die Verhältnisse des Darmmilieus als mögliche Ursache in Betracht gezogen zu haben. Bei all diesen und noch vielen anderen Beschwerden kann nämlich ein geschwächtes Darmmilieu eine begünstigende Rolle spielen. Rezidive Erkrankungen wie Reizdarm, Mykosen, Immunschwäche, Infekte (Bronchitis, Mittelohrentzündung, Blasenentzündung, Magenentzündung, Helicobacter pylori), Autoimmunerkrankungen, Nahrungsmittelintoleranzen, Allergien, Hautausschläge, Ekzeme, Neurodermitis sollten deshalb gründlich bezüglich einer vorhandenen Dysbakterie des Darmes untersucht werden. Eine darauffolgende Darmsanierung kann den Heilungsverlauf all dieser Krankheiten nachhaltig unterstützen. Selbst bei kanzerösen Leiden (Krebs, Tumoren) hat sie einen terrainverbessernden Effekt.
INTAKTER DARM – GARANT FÜR DIE GESUNDHEIT
Der Darmtrakt ist eines der wichtigsten Organe für die Erhaltung der Gesundheit. Hier entscheidet sich, welche Bestandteile der zugeführten Lebensmittel aufgenommen und welche wieder ausgeschieden werden. Über 50 Tonnen Lebensmittel passieren den Darm im Verlauf eines 70 Jahre währenden Lebens. Die Passage der Nahrung durch den 7 bis 8 Meter langen Darmtrakt dauert rund 24 Stunden. Drei Abschnitte werden durchwandert: Dünndarm, Dickdarm und Mastdarm. Sie weisen zwar einen Durchmesser von nur wenigen Zentimetern auf und wiegen im Leerzustand etwa 2 Kilogramm, aber mit ihren zahlreichen Falten, Windungen und Zotten besitzen sie eine immense Oberfläche von bis zu 400 Quadratmetern. Dies entspricht etwa der Größe von zwei Tennisplätzen.
Der Dünndarm ist massenweise mit Zotten bedeckt. Diese mikroskopisch winzigen fingerförmigen Ausstülpungen in einer Länge von 0,5 bis 1 Millimeter vervielfachen die Schleimhautoberfläche. Auf 1 Millimeter befinden sich etwa 20 bis 40 solcher Zotten. Damit wird ein besonders intensiver Kontakt mit dem Speisebrei ermöglicht. Über die Darmzotten gelangen die aufbereiteten Nährstoffe direkt ins Blut und in die Lymphe.
Die Dünndarmfalten können mit dem Wurzelwerk eines Baumes verglichen werden. So wie die Baumwurzeln ins Erdreich eindringen, um Vitalstoffe aufzunehmen, so infiltrieren die Darmzotten die Nährsubstanzen aus dem zerkleinerten Speisebrei.
»Der Mensch ist, was er isst.« Dieses Sprichwort macht deutlich, dass unsere Speisen von optimaler Qualität sein sollten. Vielfach aber sind die Nahrungsmittel mit pathogenen Keimen bakterieller oder viraler Art, mit Pilzen, Würmern, Toxinen, chemischen Zusatzstoffen, Pestiziden, Schwermetallen und anderen Umweltverschmutzungen belastet, womit die natürlicherweise gesunden Darmverhältnisse massiv beeinträchtigt werden. Dieser Schaden kann oftmals nur mit einer Sanierung der Darmflora behoben werden.
Читать дальше