C. D. Gerion - Das Buch der Bücher

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Der fünfzehnjährige Adib aus Kabul, Afghanistan, auf die Straße gesetzt von der eigenen Familie, auf der Flucht vor Taliban und Sicherheitskräften zugleich, schlägt sich durch bis nach Deutschland und kämpft verzweifelt darum, hier endgültig anzukommen.Seine deutschen Pflegeeltern setzen alles daran, ihm zu helfen, müssen aber bald erkennen, dass sich so eine Vergangenheit nicht einfach abstreifen lässt. Unversehens sind sie in ein Abenteuer verstrickt, das ihnen alles abverlangt und dessen Ausgang höchst ungewiss ist.Eine Geschichte vom Fliehen, vom Ankommen und von der Unmöglichkeit, die eigene Vergangenheit zu verdrängen. Nicht zuletzt auch eine tragische Geschichte von Freundschaft und Trennung, von Liebe und Verlust.Eine Geschichte, in der Poesie und Grausamkeit dicht beieinanderliegen.Ein spannendes und gleich in mehrfacher Hinsicht horizonterweiterndes Leseerlebnis.

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„Vielleicht ist es am besten, man sagt einfach die Wahrheit“, flüsterte ich meinem Nachbarn zu, einem der beiden älteren Afghanen.

„Willst du etwa, dass sie dich direkt wieder nach Afghanistan abschieben?“, fragte er leise zurück. „Dann sollen sie mich lieber gleich hier erschießen.“

„Ist es etwa besser, in den Iran abgeschoben zu werden?“ Ich wusste, auch ihn hatten Kadérs Leute mit einem iranischen Pass ausgestattet.

„Von da aus ist es eine Grenze weniger bis nach Europa“, stellte er nüchtern fest. Er wollte noch etwas hinzufügen, aber der Blick eines unserer Bewacher brachte ihn zum Schweigen.

Eine Grenze weniger. Ich beschloss, dem Rat dieses Landsmanns zu folgen. Wieder und wieder ging ich im Kopf die ‚Geschichte‘ durch, die mir Belal anvertraut hatte.

Gespannt wartete ich, in welcher Verfassung mein Nachbar aus dem Verhörzimmer zurückkommen würde. Als sie ihn schließlich brachten und ich sah, wie er ganz am anderen Ende der Reihe zusammensackte, wusste ich, dass sie ihm seine Geschichte nicht geglaubt hatten. Dabei hatten sie sich, so wie es aussah, nicht mal die Mühe machen müssen, ihn zu misshandeln. Jetzt aber war es zu spät. Selbst wenn ich gewollt hätte, wäre ich nicht mehr in der Lage gewesen, mir in der Kürze noch etwas Neues zurechtzulegen.

Die beiden Polizisten, die mich abgeholt hatten, blieben hinter mir stehen, nachdem sie mich auf den niedrigen Hocker hinuntergedrückt hatten. Der Vernehmungsbeamte auf der anderen Seite des Tisches war ein breitschultriger, drahtiger Mann. Mit seinem hellen Khakihemd und dem kurz getrimmten Schnauzbart erinnerte er mich an das Bild eines britischen Offiziers in einem Buch meines Vaters über die Geschichte Afghanistans. Er lehnte scheinbar entspannt in seinem bequemen Bürostuhl und sah mich schweigend an.

Ich bemühte mich, extra gerade zu sitzen, so wie früher, wenn ich vor Großvater saß, und der mir etwas mitzuteilen hatte. Der Offizier klopfte mit der Spitze seines Kugelschreibers einen unregelmäßigen Rhythmus auf den dunkelroten iranischen Pass, der vor ihm auf dem Tisch lag. Ich dachte schon, ich halte dieses Schweigen nicht länger aus, da hörte das Klopfen auf. Mit einem Ruck richtete sich mein Gegenüber auf – wie eine Schlange, bevor sie zuschlägt.

„Du bist die Nummer 28“, sagte er. „Alle vor dir haben am Ende die Wahrheit gesagt.“ Nach einer kurzen Pause, die diesem Satz eine unheilvolle Schwere verlieh, beugte er sich zu mir herüber. Dabei erhob er sich halb aus dem Sessel und stützte sich mit seinen behaarten Händen auf dem Tisch ab. Sein nach Tabak riechender Atem wehte mir ins Gesicht. „Ausgerechnet du wirst doch wohl nicht am Ende noch unnötig unsere Zeit verschwenden wollen.“ Dabei sah er mich durchdringend an.

Seltsamerweise hatte er Persisch gesprochen. Gingen die davon aus, dass ich tatsächlich Iraner wäre? Ein Fünkchen Hoffnung glimmte in mir auf.

„Name?“

„Adib.“

„Alter?“

„fünfzehn.“

„Geburtsort?“

„Gonabad.“

Der Schnauzbart wischte den Pass vom Tisch. Klatschend fiel der neben mir auf den Boden. „Du willst uns also tatsächlich weismachen, dass du iranischer Staatsbürger bist! Dann erklär uns mal, wieso dein Persisch wie Dari klingt.“

Mit dieser Frage hatte ich gerechnet. Belal und ich hatten uns auch schon eine passende Antwort darauf überlegt. „In der Baufirma meines Vaters gibt es viele afghanische Arbeiter. Mit deren Kindern bin ich aufgewachsen. Mein Vater sagt immer, ich bin ein halber Afghane.“

„Na, dann können wir dich ja immerhin schon mal halb nach Afghanistan abschieben. Sag bloß, du kannst uns auch noch etwas über deinen Geburtsort Gonabad erzählen.“

Ich dachte an das, was Dr. Ponyandeh über diese Stadt gesagt hatte, die man in Van einfach aus meinem gefälschten iranischen Ausweispapier in den neuen iranischen Reisepass übernommen hatte. „Das ist die Stadt des Safrans“, sagte ich. “Und für die Sufis ist es eine heilige Stadt.“

Halb amüsiert, halb verblüfft sah mich der Vernehmungsoffizier an. „Du hältst dich wohl für besonders schlau – und uns für Idioten!“ Die letzten Worte brüllte er. „Du glaubst tatsächlich, du könntest uns mit einem primitiven Kartoffelstempel täuschen, der aussehen soll wie ein türkisches Touristenvisum?“ Er legte die Fingerspitzen an seine Schläfen, als dächte er nach. „Na, dann gebt ihm mal einen Vorgeschmack auf unser spezielles Programm für Touristen wie ihn.“

Ich wurde von beiden Seiten an den Haaren gepackt, mein Kopf mit der Stirn auf den Tisch geschmettert und sofort wieder hochgerissen. Für einen Moment wurde mir schwarz vor Augen und fast wäre ich von meinem Hocker gekippt. Vor Schmerz konnte ich keinen klaren Gedanken mehr fassen. Durch einen Tränenschleier hindurch sah ich den Schnauzbart nur noch verschwommen. Durch das Dröhnen in meinen Kopf hörte ich, wie er sagte, „Spätestens morgen wirst du uns alles erzählen.“ Dann sagte er noch etwas auf Türkisch zu den anderen. Die packten mich unter den Armen, schleiften mich hinaus auf den Flur und ließen mich an der Wand fallen wie einen Sack Mehl.

Ich hatte schon alles zugegeben, bevor sie überhaupt richtig angefangen hatten. Jetzt aber wollten sie immer noch mehr. Es waren ganz andere diesmal. Der Offizier mit dem Schnauzer war nur noch als Dolmetscher dabei. Sie haben erst von mir abgelassen, als sie sich abreagiert hatten. Vielleicht waren sie auch einfach nur erschöpft.

Dabei hätte ihnen doch von Anfang an klar sein müssen, dass man von einem knapp Sechzehnjährigen nicht erwarten kann, dass er sich an jedes Detail einer wochenlangen erschöpfenden Reise erinnert, an jeden Namen, jeden Ort und sogar an Adressen. Am Ende war mir alles egal. Ich hatte schließlich gelernt, wie man sich ganz in sich selbst verkriecht – so weit, dass man außen fast gar nichts mehr spürt und einfach fließen lässt, was nicht mehr zu halten ist.

Als sie mich zurück in die Zelle brachten und den anderen vor die Füße warfen, haben die sich sogar ein wenig um mich gekümmert und mir einen Platz an der Wand freigemacht. Von denen, die sie an diesem Morgen zum zweiten Mal ‚verhört‘ hatten, muss ich wohl so ziemlich am schlimmsten zugerichtet gewesen sein.

Als man uns Flüchtlinge in diese Zelle gepfercht hatte, waren die zwei Doppelstockbetten in der einen Ecke schon mit vier türkischen Kriminellen belegt gewesen – Drogendealern, wie wir später erfuhren. Am Abend des Tages, an dem man mich zum zweiten Mal verhört hatte, sprangen die vier plötzlich wie auf Kommando von ihren Betten und arbeiteten sich mit ihren Ellenbogen bis zur Zellentür vor. Minuten später wurde klar, warum. Die Zellentür wurde aufgeschlossen und ein Wärter schob mit dem Fuß einen großen Topf Reis und einen Stapel Blechschüsseln herein. Die Vier bildeten vor den Augen des grinsenden Wärters sofort einen Schutzwall um ihre Beute und begannen, in aller Ruhe große Portionen Reis in sich hineinzustopfen. Als der Wärter von außen die Tür verschloss, lachte er immer noch.

„Los, denen zeigen wir’s“, rief einer. Mit unserer Übermacht wäre es in der Tat ein Leichtes gewesen, diese Gauner zu überwältigen. Wir hatten seit fast zwei Tagen nichts mehr zu essen bekommen.

Ein älterer Paschtune aus Kandahar hielt alle zurück. „Wollt ihr etwa, dass diese Kerle um Hilfe schreien? Die da draußen warten ja nur darauf, sich nochmal mit ihren Knüppeln auf uns zu stürzen.“

Ich lag in meiner Ecke und konnte mich sowieso noch kaum rühren. Aber als ich jemanden sagen hörte, „Jetzt spucken diese Schweine auch noch auf den restlichen Reis in der Schüssel“, drehte sich mir nochmal der Magen um.

Mir war klar, dass ich mich damit abfinden musste: Wenn ich diese Gefängnishölle jemals verlassen würde, dann nur, um nach Afghanistan abgeschoben zu werden – dorthin, wo zweifellos nur noch Schlimmeres auf mich wartete. Seltsamerweise wünschte ich mir trotzdem nichts sehnlicher, als dass das möglichst schnell passieren würde. Nichts ist schlimmer, als auf das Unausweichliche auch noch warten zu müssen.

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