C. D. Gerion - Das Buch der Bücher

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Der fünfzehnjährige Adib aus Kabul, Afghanistan, auf die Straße gesetzt von der eigenen Familie, auf der Flucht vor Taliban und Sicherheitskräften zugleich, schlägt sich durch bis nach Deutschland und kämpft verzweifelt darum, hier endgültig anzukommen.Seine deutschen Pflegeeltern setzen alles daran, ihm zu helfen, müssen aber bald erkennen, dass sich so eine Vergangenheit nicht einfach abstreifen lässt. Unversehens sind sie in ein Abenteuer verstrickt, das ihnen alles abverlangt und dessen Ausgang höchst ungewiss ist.Eine Geschichte vom Fliehen, vom Ankommen und von der Unmöglichkeit, die eigene Vergangenheit zu verdrängen. Nicht zuletzt auch eine tragische Geschichte von Freundschaft und Trennung, von Liebe und Verlust.Eine Geschichte, in der Poesie und Grausamkeit dicht beieinanderliegen.Ein spannendes und gleich in mehrfacher Hinsicht horizonterweiterndes Leseerlebnis.

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Wir waren mit dem Rauschen des unsichtbaren Flusses allein, in einem engen Tal, das anscheinend von schroffen Bergen eingefasst war, von denen wir im Dunkeln aber nur schemenhafte Umrisse gegen den Sternenhimmel wahrnahmen. Ein Gefühl totaler Verlassenheit überkam mich. Ein Gefühl, das mir nur allzu vertraut war. Da half es auch nichts, das Belal neben mir stand und in seinem offenbar unerschütterlichen Optimismus meinte, irgendwie werde es schon weitergehen. Schließlich wollten die Geld verdienen mit uns.

Wir liefen vorsichtig bis zur nächsten Biegung vor. Dahinter aber war nichts auszumachen, was uns als Orientierung oder Ziel hätte dienen können. Einfach so weiter in die Dunkelheit zu stolpern, ohne zu wissen, wohin es ging, kam uns beiden sinnlos vor. Wir beschlossen, zu warten, bis es hell wurde und ließen uns an der Felswand nieder.

Belal sagte längere Zeit nichts mehr. Aber ich merkte, allmählich bekam er doch Angst. Bei jedem Vogelschrei vom Hang gegenüber, jedem Platschen unten in der Schlucht, jedem Rascheln noch näher bei uns zuckte er zusammen. Ich fragte ihn, ob er denn noch nie nachts allein in den Bergen gewesen sei.

„Du etwa?“, fragte er zurück.

„Du, da kommt jemand“, sagte ich. Gerade in dem Moment hatte ich einen Lichtpunkt bemerkt, der in der Ferne auf und ab tanzte. Ja, der bewegte sich eindeutig auf uns zu.

Der Platz unten am reißenden Bergfluss war ideal für eine Übernachtung so vieler Menschen, die niemand bemerken sollte. Obwohl er kaum eine Viertelstunde von dem Ort entfernt war, an dem Belal und ich uns niedergelassen hatten, war von dort kein Laut und kein Lichtstrahl zu uns gedrungen. Die Stelle unter der leicht überhängenden Uferböschung, wo der große Laster stand, war von der Piste aus wohl selbst bei Tageslicht nicht einsehbar, ebenso wie der Fahrweg, der dort hinunterführte, wohl nur jemandem auffiel, der die Stelle gut kannte.

Der Mann mit dem Funkgerät und der Taschenlampe, der uns abgeholt hatte, wies uns einen Platz auf dem sandigen Uferstreifen an, wo wir uns hinlegen sollten. Und dass wir ja niemanden aufweckten. Er wolle keinen Ärger mehr heute. Die Mahnung war überflüssig. Die Leute, die dort schon lagen, waren anscheinend genauso erschöpft wie wir und regten sich nicht. Auch ich wurde vom Schlaf überwältigt, kaum dass ich mich in meine Decke gewickelt hatte.

Erst im Morgengrauen, als das Yallah-Geschrei losging und die Schlepper Belal und mich noch mit ein paar anderen Nachzüglern unter Einsatz ihrer Fäuste und Schlagstöcke auf die bereits überfüllte Ladefläche des Lasters prügelten, wurde uns klar, dass wir die Flüchtlingsgruppe aus dem Keller in Van eingeholt hatten. Einige erkannten uns auch und begannen zu schimpfen, bis ein Afghane, der schon durch seine hünenhafte Gestalt aus der zusammengedrängten Masse herausragte, Ruhe gebot.

Die folgende Etappe meiner Flucht durch die Türkei schien kein Ende nehmen zu wollen. Dabei kann sie insgesamt nicht viel länger als drei Wochen gedauert haben, wie ich mir später ausgerechnet habe. Auf dem Weg durch Afghanistan und durch den Iran war ich die meiste Zeit trotz aller Ängste und Strapazen noch neugierig gewesen auf Landschaften, Orte und Menschen, und auf das, was mich als Nächstes erwarten würde. Je länger aber diese Flucht andauerte, desto gleichgültiger wurde mir alles.

Es gab nur noch diesen ständigen aufreibenden und schließlich abstumpfenden Wechsel zwischen endlosen Fahrten als häufig stinkendes menschliches Frachtgut, Märschen auf durchgelaufenen Füßen bis zur Erschöpfung und Stunden oder Tagen nervtötenden Wartens in irgendwelchen Ställen, Kellern oder verdreckten Wohnungen, bis es endlich weiterging. Zwischen Hunger und quälendem Durst und plötzlicher Dankbarkeit für ein Stück Brot oder einen Schluck Wasser. Zwischen schwindender Hoffnung auf ein Ankommen irgendwo und Angst vor der nächsten Kontrolle oder gar dem, was Einzelne der Flüchtlinge in irgendwelchen Polizeistationen oder Gefängnissen bereits hatten durchmachen müssen. Zum Glück hatte ich schon lange Übung darin, alle Gefühle auszuschalten, die Frage nach dem Warum zu vergessen und nur noch automatisch zu funktionieren.

So habe ich aus diesen Tagen und Wochen nur wenige Szenen in klarer Erinnerung. Und wenn – wie im Fall der Situation, in der der hünenhafte Afghane die Beschimpfungen aus der Gruppe gegen uns Nachzügler durch sein Machtwort gestoppt hat – so hat sich das möglicherweise auch nicht schon beim Aufbruch am ersten Morgen ereignet, sondern erst ein oder zwei Tage später…

Dass etwas nicht stimmte, merkten wir daran, dass die Pausen, bevor es jeweils ein Stück weiterging, immer länger wurden, die Telefonate der Schlepper und ihrer Wachleute immer nervöser klangen und ihre Ausreden immer weniger glaubhaft. In Van hatte es noch geheißen, spätestens in acht Tagen wären wir in Europa. Knapp drei Wochen später erfuhren wir schließlich, dass die Stadt, in der wir seit drei Tagen in einem heruntergekommenen Wohnblock festsaßen, Kayseri hieß und mitten in der Türkei lag.

Belal hatte das herausgefunden. Er hatte es in der engen Wohnung, in der wir eingesperrt waren, nicht mehr ausgehalten. Er hatte etwas Geld geopfert und einen der Wachleute bestochen, ihn für zwei Stunden rauszulassen – angeblich, um eine Medizin zu kaufen, die er dringend benötigte.

Als mein Freund nach der Rückkehr von seiner Entdeckung berichtete, explodierte Gaffar, unser hünenhafter Anführer. „Diese Betrüger haben uns im Kreis rumgefahren. Jetzt weiß ich auch, warum die uns hier die Mobiltelefone weggenommen haben. Von wegen zu unserer Sicherheit.“ Dabei hämmerte er mit beiden Fäusten gegen die Wohnungstür.

Im nächsten Moment wurde die aufgerissen und die vier Wachleute, die sich die meiste Zeit in der Nachbarwohnung aufhielten, stürmten mit Schlagstöcken bewaffnet herein. Gaffar erhielt einen Schlag vor den Kopf und Belal, der neben ihm stand, wurde von einem Faustschlag vor die Brust getroffen, der ihn mir vor die Füße warf.

Unser Hüne fasste sich ins Gesicht und erstarrte, als er das viele Blut sah. Zum Glück war er im Kopf noch klar genug, um zu begreifen, dass selbst er gegen diese vier bewaffneten Männer chancenlos war.

Ob wir alle im Knast landen wollten, rief einer von denen mit mühsam unterdrückter Stimme, sobald sie die Tür nach draußen geschlossen hatten. Sie rissen sich ein Bein aus, um dafür zu sorgen, dass wir sicher ans Ziel kämen, aber offenbar gebe es hier ein paar Idioten, die uns alle in Gefahr bringen wollten.

Dabei wussten wir, dass es diesen Typen nur ums leicht verdiente Geld ging und sie sich nebenan die Zeit mit Telefonieren, Videos und Kartenspielen vertrieben, wenn sie uns nicht gerade etwas zum Essen besorgen mussten. Aber keiner von uns wagte, noch etwas zu sagen.

Die Männer hakten Gaffar unter und schleppten ihn nach draußen. Bevor der letzte von ihnen von außen die Tür zuzog, rief er uns zu, wenn sie noch einen Mucks hören würden, würden sie erst so richtig aufräumen kommen.

Ich kümmerte mich erst mal um Belal. Zum Glück schien der außer einer Prellung – dort, wo ihn der Schlag getroffen hatte – keinen ernsthaften Schaden erlitten zu haben.

Immerhin führte dieser Vorfall dazu, dass noch am gleichen Abend Rezan mal wieder vorbeikam, der Schlepper, der uns auf diesem Abschnitt ‚betreute‘. Der Kurde hatte sich zwei Tage lang nicht blicken lassen.

Er kam mit zweien der Schläger von nebenan zu uns rein und versuchte, zu beruhigen. Die Route über das Meer zu den griechischen Inseln sei in diesen Tagen so gut wie unpassierbar. Man arbeite an einer Alternative, aber das dauere eben, und derweil hier im Landesinneren zu warten, sei einfach sicherer. Das aber nur, solange wir uns ruhig verhielten. Als Zeichen seines guten Willens werde er uns ab sofort auf drei statt bisher auf zwei Wohnungen aufteilen, damit die restliche Wartezeit für alle etwas erträglicher werde.

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