Joanne Cacciatore - Das unerträgliche annehmen

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Vorwort von Dr. Jeffrey B. Rubin
Wenn ein geliebter Mensch stirbt, kann sich der Schmerz des Verlustes unerträglich anfühlen – vor allem, wenn es sich um einen plötzlichen oder traumatischen Tod handelt. Jede Zelle unseres Körpers möchte sich dagegen auflehnen, die ganze Welt um uns herum scheint ihren Sinn zu verlieren. Die Trauer macht uns das Alltagsleben zur Hölle, und manchmal brauchen wir viel mehr Zeit, als andere Menschen uns zugestehen wollen.Die Trauerpädagogin
hat mit diesem Buch einen einfühlsamen Begleiter für schwere Zeiten im Leben geschaffen. Sie zeigt darin auf, wie sich in Tragödien Chancen zum Wachstum offenbaren können und erzählt dabei von Menschen mit bewegenden Schicksalen, denen es gelungen ist tiefen Verlustschmerz zu bewältigen.
ist nicht nur für Hinterbliebene, sondern auch für Trauerbegleiter und Therapeuten eine wertvolle Lektüre. Das Buch ist in leicht verständliche und in sich geschlossene Kapitel gegliedert, so dass es sich auch hervorragend zum Vorlesen beispielsweise in Selbsthilfegruppen eignet.
—    Ira Israel, The Huffington Post

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Wenn die Trauer gesehen werden möchte, gewährt Karen ihr das und umarmt sie, wie sie es mit einer alten Freundin tun würde, die zu Besuch kommt.

Jetzt, sagt sie mir, würde sie es gar nicht mehr anders haben wollen.

5

Nährstoffarmer Boden

Es gibt, davon bin ich überzeugt, kein Bild, das verzweifeltes, unheilbares, unermessliches Leid in all seiner Ungeheuerlichkeit vermittelt. Könnte ich ein solches Bild malen, dann würde die Leinwand allein eine Frau zeigen, die auf ihre leeren Arme hinabblickt. Charlotte Brontё

Einen Großteil der ersten Jahre nach Cheyennes Tod verbrachte ich damit, die Würde meiner Trauer zu verteidigen. Oft brach ich unter dem Druck zusammen, wieder „heil werden“ zu müssen, was mir vorkam, als würde ich zum Vergessen gezwungen.

Ich erinnere mich an den Anruf einer lieben Freundin im November 1994, die mir zum Geburtstag gratulierte. Cheys Tod war erst vier Monate her, daher war ich noch lange nicht wieder ich selbst. „Was ist denn los?“, fragte sie, vielleicht, weil sie stille Verzweiflung in meiner Stimme hörte. „Ich will nicht feiern. Ich kann nicht feiern. Sie ist tot.“ Darauf hielt meine Freundin mir einen Vortrag, ich solle doch dankbar für meine anderen Kinder sein, feiern und Spaß haben: „Du suhlst dich ja geradezu in deiner Trauer! Es ist jetzt Zeit, dich zusammenzureißen und das hinter dir zu lassen.“

Das Gespräch endete damit, dass ich in Tränen ausbrach. Danach setzte ich mich hin, öffnete mein Tagebuch und schrieb einen imaginären Brief an meine Freundin:

Das hier ist mein Weg. Ich habe diesen Weg nicht gewählt, aber es ist ein Weg, den ich achtsam und absichtsvoll gehen muss. Es ist eine Reise durch die Trauer und sie braucht Zeit. Jede Zelle in meinem Körper tut weh. Zurzeit kann es sein, dass ich ungeduldig, abgelenkt, frustriert und unkonzentriert bin. Ich will nichts feiern. Es kann sein, dass ich leichter wütend werde oder hoffnungslos wirke. Ich werde viele, viele, viele Tränen weinen. Ich werde nicht mehr so oft lächeln wie früher. Lächeln tut jetzt weh. An manchen Tagen tut so gut wie alles weh, sogar das Atmen .

Aber bitte sitz einfach nur neben mir .

Sag nichts .

Biete mir kein Heilmittel an .

Keine Pille, kein Wort und keinen Zaubertrank .

Nimm meinen Schmerz zur Kenntnis und wende dich nicht von mir ab .

Bitte sei behutsam mit mir .

Bitte, mein Selbst, sei auch behutsam mit mir .

Ich werde niemals „darüber hinwegkommen“, also dränge mich bitte nicht in diese Richtung. Auch wenn es so aussieht, als hätte ich einen guten Tag, vielleicht kann ich sogar kurz lächeln – der Schmerz ist trotzdem direkt unter meiner Haut. In meinem Brustkorb ist ein ständiger Schmerz, der nach unten zieht, und manchmal fühle ich mich, als würde ich durch die Trauer explodieren .

Sag mir nicht, was ich tun oder lassen soll – oder dass ich mich „inzwischen besser fühlen“ sollte. Sag mir nicht, dass „Gott einen Plan für mich hat“. Sag mir nicht, was richtig oder falsch ist. Ich gehe meinen eigenen Weg in meinem eigenen Tempo .

Ich habe jetzt eine neue Normalität. Im Laufe der Zeit werden mir vielleicht neue Bedeutungen einfallen und Einsichten kommen, was ihr Tod für mich bedeutet. Eines Tages, wenn ich sehr alt bin, werde ich vielleicht sagen, dass die Zeit mir geholfen hat, mein gebrochenes Herz zu heilen. Aber denke immer daran, dass keine Sekunde keiner Minute keiner Stunde keines Tages vergeht, in der ich mir nicht ihrer Abwesenheit bewusst bin, egal, wie viele Jahre ich auf dem Buckel habe .

Bitte gehe behutsam mit mir um .

Ich habe ihr diesen Brief nie geschickt.

Ich war zu verängstigt und verletzt, deshalb ging ich nicht mehr ans Telefon, wenn sie anrief. Dieser eine Kontakt mit ihr bewirkte, dass sich die Kluft zwischen mir und den anderen vergrößerte. Es sollte noch einige Jahre und eine Initialzündung in meinem Bauch brauchen, bis ich lernte, mich passend zu äußern, wenn andere mir mit ihren Worten zusetzten.

Einige sagen uns vielleicht, es sei „Zeit, nach vorne zu schauen“ oder alles sei „Teil eines größeren Plans“ – weil sie sich durch unseren niederschmetternden Schmerz unwohl, verwundbar, bedroht fühlen. Andere meiden uns, wieder andere bemitleiden uns. Aber diese Trauer gehört uns.

Wir haben diese Trauer erworben, bezahlen dafür mit Liebe und felsenfester Hingabe. Wir besitzen diesen Schmerz, selbst an Tagen, an denen wir wünschten, es wäre nicht so. Wir haben es nicht nötig, ihn abzugeben oder ihn uns wegnehmen zu lassen.

Durch Trauer und Liebe können wir den Kopf hochhalten, auch unter Tränen, auch, wenn wir am Boden zerstört sind.

Was uns gehört, gehört uns – rechtmäßig .

6

Kulturelles Feingefühl

Gewalttaten verbannt man aus dem Bewusstsein – das ist eine normale Reaktion. Bestimmte Verletzungen … sind zu schrecklich, als dass man sie laut aussprechen könnte: Das ist mit dem Wort „unsagbar“ gemeint. Doch Gewalttaten lassen sich nicht einfach begraben. Judith Herman

An einem frühen Samstagmorgen klingelte mein Telefon. Es war die leitende Gerichtsmedizinerin des Instituts, für das ich als ehrenamtlicher Familienkontakt arbeitete. „Komm bitte sofort“, sagte sie. Sie erklärte, gerade sei ein Baby gestorben, sein Leichnam sei zur Autopsie geschickt worden, um die Todesursache festzustellen, aber die Familie verweigere die Zustimmung. „Sie sind aus dem Reservat”, sagte sie. „Das ist ein echtes Problem für uns.“

Mir schien die Sache klar: „Dann mach eben keine Autopsie.“ Aber sie erinnerte mich daran, dass es in dem US-Bundesstaat bei jedem plötzlichen Todesfall gesetzlich vorgeschrieben war, eine Autopsie durchzuführen. Davon gab es nur eine Ausnahme: falls sich der Tod in einer souveränen Nation (einem Reservat) amerikanischer Ureinwohner ereignet hatte. Nun hatte der Junge zwar in der souveränen Nation gelebt, war aber mit dem Hubschrauber in ein lokales Krankenhaus geflogen worden, wo er dann verstorben war.

Zwei Paare mittleren Alters und ein junges Paar warteten eng beieinanderstehend im Parkhaus auf mich. Einer der älteren Männer, Henry, der sich später als Großvater väterlicherseits herausstellte, trat aus der Gruppe heraus. Ich stellte mich nur ihm vor und vermied es, mich den anderen Familienmitgliedern zuzuwenden oder Blickkontakt mit ihnen aufzunehmen. Im Institut angekommen, bot ich Wasser und Taschentücher an und sicherte ihnen zu, ihre Fürsprecherin zu sein. Ich spürte keine Gefühlsregung in der Familie, nicht einmal Trauer. Doch das jüngere Paar saß auf den Stühlen in der Ecke und umarmte sich, mit gesenkten Köpfen, als würden sie beten. Nur Henry blickte mich an, daher sprach ich direkt und ausschließlich ihn an.

„Es tut mir sehr leid“, sagte ich. „Möchten Sie mir die Geschichte erzählen?“

Henry erklärte, dass sein Enkel Joseph ein gesundes, gut gedeihendes, achtzehn Monate altes Kleinkind gewesen war. Dann wurde er urplötzlich krank, und als er Fieber bekam, wandten sich seine Eltern (das junge Paar in der Ecke) an den Medizinmann. Josephs Symptome hielten den ganzen Tag lang an, sodass Henry sie drängte, ins Gesundheitszentrum zu fahren. Kurz nach ihrer Ankunft im Gesundheitszentrum erlitt Joseph einen Anfall und wurde ins lokale Krankenhaus geflogen, wo er einige Stunden später für tot erklärt wurde. Die behandelnden Ärzte schickten Josephs Leichnam zur Autopsie und benachrichtigten die Familie – die dann begann, gegen das Verfahren zu protestieren: Autopsien sind in ihrer souveränen Nation verboten.

Während Henry die Geschichte erzählte, bemerkte ich, dass andere Familienmitglieder zu weinen anfingen, sich in der Ecke zusammendrängten und einander festhielten. Josephs Eltern zitterten. „Wo wir herkommen, sind keine Autopsien erlaubt!“, sagte Henry. „Sie stören den Aufstieg des Geistes. Es ist ein Verstoß gegen unsere Gebräuche.“ Ich versicherte ihm nochmals, dass ich als Fürsprecherin seiner Familie handeln würde. Ein paar Minuten lang erklärte ich das übliche Verfahren im gerichtsmedizinischen Institut.

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