Stefan Schneider - Bilingualer Erstspracherwerb

Здесь есть возможность читать онлайн «Stefan Schneider - Bilingualer Erstspracherwerb» — ознакомительный отрывок электронной книги совершенно бесплатно, а после прочтения отрывка купить полную версию. В некоторых случаях можно слушать аудио, скачать через торрент в формате fb2 и присутствует краткое содержание. Жанр: unrecognised, на немецком языке. Описание произведения, (предисловие) а так же отзывы посетителей доступны на портале библиотеки ЛибКат.

Bilingualer Erstspracherwerb: краткое содержание, описание и аннотация

Предлагаем к чтению аннотацию, описание, краткое содержание или предисловие (зависит от того, что написал сам автор книги «Bilingualer Erstspracherwerb»). Если вы не нашли необходимую информацию о книге — напишите в комментариях, мы постараемся отыскать её.

Zweisprachig aufwachsen. Frühkindliche Zweisprachigkeit ist heute keine Seltenheit mehr. Doch was bedeutet dies für den Spracherwerb? Dieses Buch bietet eine fundierte Einführung in den bilingualen Erstspracherwerb, d.h. den gleichzeitigen Erwerb von zwei Sprachen von Anfang an. Grundlegende Konzepte und Fragestellungen werden dargestellt. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf dem Spracherwerb in den ersten drei Lebensjahren. LeserInnen erhalten einen umfassenden Überblick über linguistische, entwicklungspsychologische kognitive und soziale Aspekte der frühkindlichen Zweisprachigkeit.

Bilingualer Erstspracherwerb — читать онлайн ознакомительный отрывок

Ниже представлен текст книги, разбитый по страницам. Система сохранения места последней прочитанной страницы, позволяет с удобством читать онлайн бесплатно книгу «Bilingualer Erstspracherwerb», без необходимости каждый раз заново искать на чём Вы остановились. Поставьте закладку, и сможете в любой момент перейти на страницу, на которой закончили чтение.

Тёмная тема
Сбросить

Интервал:

Закладка:

Сделать

Indien ist ein Beispiel für ein Land, in dem Mehrsprachigkeit sowohl auf institutioneller als auch auf individueller Ebene herrscht (Håkansson und Westander 2013, 50 f.). Hindi und Englisch sind die offiziellen Sprachen. Dazu gibt es noch 1600 regionale und lokale Sprachen. Die Zehn-Rupien-Banknote trägt auf der Vorderseite eine Aufschrift auf Hindi und Englisch. Auf der Rückseite werden weitere fünfzehn Sprachen in zehn unterschiedlichen Schriften erwähnt. Die Verfassung aus dem Jahr 1961 schlägt vor, dass jeder Bürger und jede Bürgerin zumindest drei Sprachen beherrschen sollte: eine lokale, eine für ganz Indien und eine für die internationale Kommunikation.

Exakte Zahlen zum weltweiten Ausmaß der Mehrsprachigkeit sind nicht verfügbar, aber nach einer vielfach zitierten Schätzung von Grosjean (1982) sind 50 % der Weltbevölkerung mehrsprachig oder leben zumindest in einer mehrsprachigen Umgebung. Auer und Wei (2007, 1) schätzen sogar, dass die Mehrheit der Weltbevölkerung zumindest zweisprachig ist. Ein Großteil der Bevölkerung Afrikas ist in der Tat mehrsprachig, Mehrsprachigkeit ist dort die Norm (Wolff 2000, 314–332). Nicht nur in der alltäglichen Kommunikation, auch in vielen Bildungseinrichtungen dieses Kontinents werden mehrere Sprachen gleichzeitig gebraucht. Asien, vor allem das kontinentale und peninsulare Südostasien, ist zum Großteil mehrsprachig (Goddard 2005). Exogamie, also die Eheschließung außerhalb des eigenen Volkes, ist eine gängige Praxis in vielen traditionellen Gesellschaften Afrikas, Asiens und Australiens. Exogamie führt fast immer zu Mehrsprachigkeit (Håkansson und Westander 2013, 49). Auch China, oft als monolinguales mandarinsprachiges Land gesehen, ist zumindest bilingual, da die Mehrheit seiner Einwohner eine der vielen stark voneinander abweichenden Regionalsprachen (Wu, Kantonesisch, Min, usw.) benutzt und die Standardsprache Mandarin zumeist erst später im Leben erlernt (Ansaldo 2009, 88). In Südamerika, wo der Kolonialismus den Übergang zu monolingualen Systemen bewirkt hat, existieren trotzdem noch Gebiete mit mehrsprachiger Bevölkerung.

Einsprachigkeit ist ein Zustand, der im Grunde vor allem für die europäische und nordamerikanische Kultur charakteristisch ist und sogar dort nicht ausnahmslos herrscht. Nach einer Schätzung von De Houwer (2009, 10) werden in 10 % aller Familien West- und Nordeuropas zwei Sprachen gesprochen. Grosjean (2013, 6) erwähnt einen Bericht der Europäischen Kommission aus dem Jahr 2006, wonach 56 % der Einwohner der 25 EU-Staaten eine zweite Sprache so gut sprechen, dass sie in dieser ein Gespräch führen können. Nordamerika ist ebenfalls nicht ausnahmslos einsprachig. Ungefähr 35 % der Bevölkerung Kanadas ist bilingual, in den USA sind es immerhin noch 18–20 %, d. h. in etwa 55 Millionen Einwohner (Grosjean 2013, 6). Die Mehrsprachigkeit ist vor allem in den urbanen Gebieten verbreitet. In der Ausgabe vom 10. September 2011 der Zeitschrift The Economist war zu lesen, dass in der Stadt New York fast so viele Sprachen (800) wie in Papua-Neuguinea gesprochen werden.

Vor diesem Hintergrund sind Auffassungen und Aussagen, die von der Einsprachigkeit eines Staates, eines Landes oder auch einer Gesellschaft ausgehen, unpassend und gelegentlich sogar grotesk. Sie sind nur durch in der Neuzeit entstandene Denkmuster über Standardsprache und Nation erklärbar. Das besonders in Europa und Nordamerika verankerte Konzept eine Nation – eine Sprache ist nicht alt. Noch im Mittelalter herrschte in Europa eine weitreichende Mehrsprachigkeit mit Latein als Hochsprache und daneben vielen Volkssprachen (Baldzuhn und Putzo 2011; Molinelli und Guerini 2013). Ursprünglich im 15. und 16. Jahrhundert aufgekommen, erlebte das Konzept eine Nation – eine Sprache einen Höhepunkt während der historischen Entwicklung der Nationalstaaten. Seine Aktualität muss jedoch hinterfragt werden, vor allem im Lichte der Erkenntnis, dass Einsprachigkeit mit großer Wahrscheinlichkeit einen Ausnahmezustand darstellt (Auer und Wei 2007, 1).

Es ist aufgrund dieser Situation nur zu verständlich, dass auch für Millionen von Kindern eine multilinguale Gesellschaft und das gleichzeitige Erwerben und Verwenden mehrerer Sprachen eine alltägliche Erfahrung darstellen (Ingram 1981, 95; De Groot 2011, 1). Crystal (2003, 69) schätzt, dass zwei Drittel aller Kinder in einer mehrsprachigen Umgebung aufwachsen. Tatsächlich entspricht die einsprachige Umgebung, von der bis vor nicht allzu langer Zeit die Spracherwerbsforschung ausging, nicht den realen Verhältnissen, mit denen Kinder in vielen Teilen der Welt konfrontiert sind. In Deutschland erreichte 2012 die Zahl der Personen mit Migrationshintergrund 16,3 Millionen, was einem Anteil an der Gesamtbevölkerung von 20,0 % entspricht. Bei den unter Fünfjährigen liegt der Anteil der Personen mit Migrationshintergrund inzwischen bei 35,4 % der Bevölkerung (Statistisches Bundesamt 2013, 7 f.). Man kann davon ausgehen, dass die meisten davon in irgendeiner Weise zumindest zweisprachig aufgewachsen sind.

Eine zweisprachige Kindheit kann jedoch nicht nur durch Migration im klassischen Sinne bedingt sein. Die heutige Gesellschaft ist in Ausbildung, Arbeit und Freizeit höchst flexibel und mobil. Mehrsprachigen Familien, die aufgrund von Studien- oder Arbeitsaufenthalten im Ausland, ja sogar nach Urlauben entstanden sind, begegnet man auf Schritt und Tritt. Man denke nur an das bei europäischen Studierenden so populäre Erasmus-Programm, im Zuge dessen diese in einem Land ihrer Wahl ein Semester oder Studienjahr verbringen und das zu zahlreichen Partnerschaften, Ehen und erfolgreichen bilingualen Familien geführt hat.

1.2 Aufbau des Buches und Lesehinweise

Die folgenden Seiten bieten eine erste Annäherung an das faszinierende Gebiet des bilingualen Erstspracherwerbs (engl. bilingual first language acquisition), stellen die wichtigsten Studien vor und erörtern die Hauptfragen, mit denen sich die Forschung auseinandersetzt. Im Mittelpunkt des Interesses steht der Spracherwerb im Vorschulalter, vor allem in den ersten drei Lebensjahren.

Der Band setzt sich aus drei Teilen unterschiedlicher Länge und Gewichtung zusammen: Die Kapitel 2und 3erläutern grundlegende Konzepte, Definitionen, Fragestellungen und Methoden, die Kapitel 4und 5bieten einen Forschungsüberblick und die anschließenden Kapitel besprechen ausgewählte Aspekte. Das Buch richtet sich vor allem an Personen, die sich im Laufe ihrer universitären oder beruflichen Ausbildung mit dem bilingualen Erstspracherwerb befassen. Es ist in erster Linie als wissenschaftliche Einführung konzipiert, weshalb es einen recht detaillierten Forschungsüberblick beinhaltet. Solche Forschungsüberblicke sind in Einführungen nicht häufig anzutreffen. Da es in der Forschung zum bilingualen Erstspracherwerb eine verbreitete Praxis ist, auf beispielhafte Fallstudien zu verweisen, ist es von Vorteil, zumindest über diese Schlüsselstudien Bescheid zu wissen. Ihre chronologische Beschreibung liefert zudem einen Überblick über die Entwicklung einer noch jungen Forschungsrichtung. Doch auch Leser und Leserinnen ohne spezielle Fachkenntnisse können von der Lektüre des Buches profitieren. Diesen empfehle ich, den Forschungsüberblick in den Kapiteln 4und 5nur bei Bedarf punktuell zu konsultieren.

Obwohl Sprachwissenschaftler, bin ich in diesem Buch bestrebt, den bilingualen Erstspracherwerb nicht aus einer ausschließlich linguistischen Perspektive darzustellen, sondern, wo möglich, aus einem entwicklungspsychologischen, kognitiven, allgemein kommunikativen oder sozialen Blickwinkel zu beleuchten. Es hat sich in den letzten Jahrzehnten erwiesen, dass eine rein linguistische, vor allem linguistisch-strukturelle Herangehensweise in der Spracherwerbsforschung wenig erhellend ist und teilweise sogar den Blick auf das Wesentliche verstellt.

Leser und Leserinnen mit einer Ausbildung in Sprachwissenschaft werden einige Erläuterungen linguistischer Terminologie als ungenau, zu allgemein oder als einfach unnötig empfinden. Der Zweck der verwendeten Fachtermini besteht einzig und allein darin, Begriffe der frühkindlichen Zwei- und Mehrsprachigkeit einer nicht-linguistischen Leserschaft näher zu bringen.

Читать дальше
Тёмная тема
Сбросить

Интервал:

Закладка:

Сделать

Похожие книги на «Bilingualer Erstspracherwerb»

Представляем Вашему вниманию похожие книги на «Bilingualer Erstspracherwerb» списком для выбора. Мы отобрали схожую по названию и смыслу литературу в надежде предоставить читателям больше вариантов отыскать новые, интересные, ещё непрочитанные произведения.


Отзывы о книге «Bilingualer Erstspracherwerb»

Обсуждение, отзывы о книге «Bilingualer Erstspracherwerb» и просто собственные мнения читателей. Оставьте ваши комментарии, напишите, что Вы думаете о произведении, его смысле или главных героях. Укажите что конкретно понравилось, а что нет, и почему Вы так считаете.

x