Niklas Luhmann - Macht

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Es gibt viele widerspruchsreiche Versuche, das Phänomen der Macht auf einen theoretisch und empirisch erfolgreichen Begriff zu bringen. Angesichts dieser Lage kann eine Theorie der Macht sich nicht mit einer beschreibenden Deutung, mit einer Wesensanalyse begnügen, die mehr oder weniger voraussetzt, was sie als Resultat herausholt. Auch Versuche, den Begriff an sich selbst zu analysieren und in seine verschiedenen Bedeutungen auseinander zu legen, führen nicht weiter. Luhmanns Überlegungen führen zurück auf die Gesellschaft als Bedingung der Möglichkeit von Macht, also eine Machttheorie auf dem Umweg über eine Gesellschaftstheorie. Es geht um Klärung, was es besagen könnte, wenn man Macht als symbolisch generalisiertes Medium der Kommunikation behandelt und Machtanalysen (insbes. von Geld,Wahrheit und Liebe) auf diese Weise in einen gesellschaftstheoretischen Zusammenhang einordnet.

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Wir kehren nach diesen Klarstellungen zum Hauptthema zurück. Unter der Einwirkung einer so kompliziert gebauten, durch Negationen vermittelten Medienstruktur, die die Selektivität des Verhaltens beider Partner betont herausarbeitet und forciert, wird Handeln zum Entscheiden , das heißt zur bewußt selektiven Wahl. Die evolutionäre Unwahrscheinlichkeit eines solchen ausdifferenzierten, symbolisch generalisierten Codes spiegelt sich auf der Prozeßebene in Entscheidungszumutungen, die für den Machtunterworfenen, aber auch für den Machthaber selbst unbequem werden können. Man wird daher nicht überrascht sein können, wenn sich bei zunehmend komplexen Selektionsfeldern herausstellt, [33]daß Machtprobleme letztlich in Entscheidungsschwierigkeiten kulminieren.

3. Die Grundstruktur des Kommunikationsmediums Macht, jene – man kann es leider nicht einfacher formulieren – invers konditionalisierte Kombination von relativ negativ bewerteten und relativ positiv bewerteten Alternativenkombinationen, ist die Grundlage dafür, daß Macht als Möglichkeit (Potenz, Chance, Disposition) erscheint und auch als solche wirkt 52. Auf dieser Grundlage kommt es zu einer Modalisierung kommunikativer Interaktionen unter dem Gesichtspunkt von Macht. Bei der Kommunikation über Sachthemen wird mit in Betracht gezogen, daß die eine Seite die Möglichkeit hat, ihre Auffassung durchzusetzen. Durch Generalisierung als Möglichkeit wird die Macht gegenüber Kontexten egalisiert und in gewissem Umfange unabhängig gemacht von einer nur bruchstückhaft und situationsweise gegebenen Wirklichkeit; die Projektion des Möglichen erlaubt, um mit Nelson Goodman 53zu formulieren, ein Auffüllen der Lücken des Wirklichen.

Aus einer solchen Modalisierung ergibt sich ein typisches Folgeproblem, das auch die Wissenschaft unter theoretischen wie unter methodischen Gesichtspunkten bereits beschäftigt hat 54. Durch Modalisierung wird ein Überschuß an Möglichkeiten erzeugt. Macht, die eine ständig vorhandene Möglichkeit ist und dem Machthaber wie eine Fähigkeit oder eine Eigenschaft zugeschrieben wird, kann doch nicht ständig und vor allem nicht ständig über alle Personen und alle Themen des Machtfeldes ausgeübt werden. Die Erwartung, daß alle Macht immer auch ausgeübt werde, würde nicht nur den Machthaber überanstrengen; sie würde als Vorschrift des Macht-Code auch verhindern, daß nennenswerte Macht akkumuliert wird. Der Machthaber muß sich zu seiner eigenen Macht selektiv verhalten; er muß sich überlegen, ob er sie einsetzen will oder nicht; er muß sich selbst disziplinieren können. Für derartige Entscheidungen, die für ihn zwangsläufig sind, braucht der Machthaber zusätzliche Direktiven und Rationalisierungshilfen 55; dafür versucht eine [34]neuere, ökonomische Fassung der Machttheorie, Kostenkalküle anzubieten 56. Wie weit das gelingen kann, ist eine derzeit offene Frage. Jedenfalls zwingt das gesellschaftliche Faktum der Modalisierung des Mediums Macht die Machttheorie, zwei Ebenen simultan zu berücksichtigen: die genetischen und strukturellen Bedingungen der Konstitution von Macht als Potential und die strukturellen und situativen Bedingungen der Ausübung von Macht.

Diese Differenz von Potentialität und Aktualisierung bedeutet ein Doppeltes: Auf der Ebene des symbolischen Codes können Instruktionen, wann Macht anzuwenden ist, zwar angedeutet, aber nicht voll spezifiziert werden, denn das würde den disponiblen Überschuß an Potentialität eliminieren. Der Code muß, soll er eine durchgehaltene Möglichkeit symbolisieren, in dieser Richtung unterspezifiziert sein. Dies setzt vor allem einer Juridifizierung von Macht, die den Machthaber zum dauernden Einschreiten zwingt, Schranken. Oder anders formuliert: Juridifizierung macht Macht in gefährlicher Weise herausforderbar. Zum anderen kann auf der prozessualen Ebene faktischen Machtverhaltens eine Festlegung auf Anwendung von Macht Machtverlust bedeuten, nämlich Verzicht auf Unbestimmtheit, Offenheit, Liquidität des Möglichen 57.

Zugleich wird Macht durch modale Generalisierung empfindlich gegen bestimmte Informationen über eine gegenteilige Wirklichkeit: Der Machthaber kann in dem Maße, als er von projektiver Informationsverarbeitung abhängig ist, sich keine Niederlage im Einzelfall mehr leisten. Er muß unter Umständen schon kämpfen, um die Façade seiner Macht zu halten 58. Es findet zugleich mit der Kommunikation über das in Aussicht genommene Handeln oder Unterlassen eine Metakommunikation über Macht statt 59. Sie kann die Form der stillschweigenden Vorwegverständigung annehmen, des erwartbaren Erwartens von Erwartungen; sie kann auch durch Andeutungen und unbeantwortbare Anspielungen aktualisiert und schließlich auch explizit formuliert 60werden. Formulierte Macht nimmt im Kommunikationsprozeß den Charakter einer Drohung an. Sie setzt sich der Möglichkeit einer expliziten Negation [35]aus. Sie bildet schon einen ersten Schritt zur Realisierung der Vermeidungsalternativen, einen ersten Schritt zur Zerstörung der Macht, und wird daher nach Möglichkeit vermieden. Das kann zum Beispiel dadurch geschehen, daß man, statt die Gewalt direkt zu formulieren, auf einen gewaltgedeckten Rechtsanspruch Bezug nimmt.

Die Formulierung von Macht, die zur Klärung und zur Herstellung einer übereinstimmend modalisierten Situationsdefinition erforderlich erscheinen kann, ist vor allem in einfachen Systemen elementarer Interaktion schwierig und problematisch. In organisierten Sozialsystemen und auf der Ebene umfassender Gesellschaftssysteme gibt es dafür institutionalisierte Äquivalente – etwa anerkannte Kompetenzen oder geltende Rechtsnormen, auf die man sich berufen kann. Diese Äquivalente dienen dazu, Machtausübung in Interaktionssystemen zu erleichtern und zu entpersonalisieren, also Motive der Machtausübung bereitzustellen, obwohl auch in bezug auf sie Formulierungshemmungen auftreten können (wie jeder Vorgesetzte weiß, der sich einem schwerhörigen Untergebenen gegenüber explizit auf seine Befehlszuständigkeit berufen muß) 61.

Die Einzelheiten der Formen, in denen Metakommunikation über Macht ablaufen kann, können hier nicht ins Detail verfolgt werden. Fürs weitere interessiert vor allem, daß die Differenzierung von Code und Prozeß die Form einer Modalisierung kommunikativen Handelns annimmt. Diese Modalisierung – und nicht etwa eine dem Machthaber innewohnende Fähigkeit, Kraft, oder Potenz und auch nicht seine bloße Ausstattung mit Mitteln – ist die Grundlage dafür, daß Macht auch ohne Einsatz der sogenannten Machtmittel als bloße Möglichkeit schon wirkt. Mit dem Begriff der Chance oder des Machtpotentials wird dieser Sachverhalt unzulänglich begriffen.

4. Darüber hinaus brauchen wir unsere Analyse der Modalisierung von Macht durch Kombination von relativ negativ bewerteten und relativ positiv bewerteten Alternativenkombinationen, [36]um gewisse Probleme der zeitlichen Struktur von Machtverhältnissen zu klären.

Wenn Macht als Möglichkeit gesichert ist auf der Basis von Handlungsmöglichkeiten, deren Aktualisierung man vermeiden möchte, können auf der Ebene interaktioneller Prozesse Entscheidungen zeitlich auseinandergezogen werden. Ein Sozialsystem, das über diese Möglichkeit verfügt, kann damit Zeit gewinnen, um Komplexität zu ordnen. Was nicht gleichzeitig sein kann, läßt sich in einem geordneten Nacheinander gleichwohl ermöglichen. Auf diese Weise läßt sich das Repertoire der integrierbaren, noch aufeinander beziehbaren Handlungen eines Systems erweitern.

Zunächst gibt es solche Zeitstrukturen im eigenen Handlungsbereich des Machthabers selbst. Er kann zuerst den gewünschten Handlungsverlauf gleichsam versuchsweise und unverbindlich skizzieren, wohl wissend, daß er Macht einzusetzen hat. Er kann probieren, ob schon dies genügt, weil der andere weiß, wo die Macht sitzt. Er kann sodann in dem Fall, daß sich Widerstand zeigt, deutlicher werden und implizit oder sogar explizit zur Kommunikation über Macht ansetzen, also drohen. Hier gibt es Schritte der Steigerung. Schließlich kann er entscheiden, ob er, wenn all das nichts nützt, die Sanktion ausführen, also die Vermeidungsalternative realisieren will oder nicht. Die Einheit einer solchen Kette ist einerseits durch das System vorgezeichnet, in dem sie stattfindet, andererseits durch den Macht-Code selbst, das heißt durch Rücksichten auf die Erhaltung oder Steigerung des Potentials. Es ist also nicht reiner Zufall, wenn ein Schritt auf den anderen folgt und sich Machtäußerungen in der angegebenen Weise steigern. System und Code fungieren in einem solchen Ablauf als begleitende Identitäten, die die Möglichkeit/Unmöglichkeit des Anschlusses der nächsten Schritte definieren. Gleichwohl bestehen solche Ketten aus Entscheidungen in jeweils neuen, veränderten Situationen. Ob der Machthaber seine Macht zu erwähnen beginnt, wenn seine Kommunikation nicht glatt abfließt, mag von ihm selbst und von der Situation abhängen; ebenso und erst recht, ob er eine angedrohte Sanktion auch ausführt. Das System und [37]die Potentialität seiner Macht überlassen ihm die Entscheidung, aber nicht zur Willkür, sondern mit mehr oder weniger scharf definierten Konsistenzbedingungen. Auch darin zeigt sich der oben (S. 33 f.) erörterte Möglichkeitsüberschuß. Es ist mithin eine wichtige Frage, welcher Verhaltensspielraum dem Machthaber selbst im Hinblick auf seine eigene Entscheidungskette gelassen wird, wie offen seine eigene Zukunft noch ist, wenn er einmal begonnen hat zu kommunizieren 62. Die Größe und Sicherheit seines Machtpotentials dürfte hier ebenso wichtig sein wie der Grad an Ausdifferenzierung, also an möglicher Rücksichtslosigkeit in Bezug auf eigene andere Rollen, und schließlich auch die Art der Symbolisierung der Macht, zum Beispiel: ob eine normative Form der Legitimation oder gar eine juristische Durchformulierung der Macht den Machthaber verstärkt dazu zwingt, konsistent zu sein. Die Offenheit seiner Zukunft und die Elastizität in der Handhabung wird nicht zuletzt davon abhängen, ob dem Machthaber erlaubt wird, opportunistisch zu verfahren.

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