Bernward Gesang - Wirtschaftsethik und Menschenrechte

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Wir befinden uns in einer Welt, die von globaler Armut und Raubbau an zukünftigen Generationen gekennzeichnet ist. Was sollen die Staaten und Unterneh …

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Da das wenig erfolgversprechend ist, ist dieser Weg, Nachhaltigkeit zu sichern, eine Illusion. Hoffnung auf Nachhaltigkeit resultiert eher daraus, dass von einer Idee begeisterte Menschen in der Not doch Verschlechterungen für sich selbst in Kauf nehmen , wenn sie damit die Zukunft retten können. Eine solche Hoffnung hat in der ökonomischen Ethik keinen Raum. Diese Hoffnung kann aber realistisch sein. Auch Phänomene wie der Tierschutz, der Schutz schwer behinderter Menschen, der Schutz machtloser Staaten usw. existieren und wachsen ständig, was Vertragstheoretiker (Harman und Thomson 1996, 25f.) schwer erklären können (vgl. Abschnitt VIII.).

Ob nur die Maximierung des Eigennutzens „vernünftig“ ist, wie im Eingangs aufgestellten Schluss behauptet, muss hinterfragt werden. Was bedeutet der Begriff „vernünftig“ in der ersten Prämisse dieses Schlusses? In rein instrumenteller Bedeutung sagen „x ist vernünftig“ und „x ist ein geeignetes Mittel um gegebene Zwecke zu erfüllen“ das |19|Gleiche aus. Den Inhalt dieser Zwecke kann instrumentelle Vernunft aber nicht mehr vorgeben. Bezogen auf unsere Zwecke bei instrumenteller oder bei nicht nur instrumenteller Vernunft zu meinen, diese legten uns ausschließlich auf Eigennutzen fest, ist also schlicht eine unbelegte Annahme. Dann würden der vernünftige Zweck und die Moral in Opposition zueinander treten, wenn man Moral so versteht wie unter c) oben definiert. Das moralisch erlaubte Handeln dürfte dann nicht mehr in diesem Sinne vernünftig sein.

V. Ist es die billigste Methode anständig zu sein, um anständig zu erscheinen?

Die ökonomische Ethik verweist darauf, dass sich Moral für Unternehmen bezahlt machen müsse. Nun impliziert Sollen aber Können. Wie die Chancen für eine rentable Moral stehen, hängt auch davon ab, wie wahrscheinlich es ist, dass Moral unter den gegebenen Rahmenordnungen zu Gewinnen führt und das ist empirisch kontrovers . Es gibt inzwischen hunderte von Studien über diese Frage und die Ergebnisse sind uneinheitlich. So zeigten 2003 von 109 Studien 54 einen positiven Zusammenhang von Moral und Gewinnen, 20 gemischte Resultate, 28 nicht signifikante Resultate und sieben einen negativen Zusammenhang (Margolis und Walsh 2003). Das beweist aber noch keinen positiven Zusammenhang. Denn den sich zeigenden Zusammenhang kann man auch wie folgt erklären: Ethische Maßnahmen verbessern nicht die Performance, sondern erfolgreiche Unternehmen setzen ethische Instrumente eher ein als andere. Ihr überdurchschnittlicher finanzieller Erfolg besteht aber schon vor dieser Maßnahme (Garcia-Castro et al. 2010). Eine Vielzahl von Studien legt jedoch dennoch einen positiven Zusammenhang von Unternehmensgewinnen mit Maßnahmen nahe, die als moralisch gelten. Allerdings zeigt die Empirie auch, dass diese Win-win-Verhältnisse a) sich kaum sicher berechnen lassen, da der Markt ständig wechselnde Aktivitäten honoriert (Bird et al. 2007, 200) und b) sich schnell auflösen, wenn grundlegende moralische Reformen durchgeführt werden, die ein Minimalmaß überschreiten (Bird et al. 2007, 198). Wenn man moralische Innovationen also an Gewinne koppelt, dann werden wirklich tiefgreifende Reformen nicht durchgeführt und hier liegen Gefahren. Es wäre zumindest zu zeigen, wie diese Probleme, die auch unter den heute gegebenen differenzierten Rahmenordnungen der Industrienationen gegeben sind, durch weitere |20|Veränderungen der Rahmenordnung einzudämmen sind. Weiterhin muss bedacht werden, dass es häufig auch etwas kostet, neue Anreize zu setzen. Steuervergünstigungen, zinsarme Kredite usw. müssen gegenfinanziert werden.

Was Win-win-Situationen zwischen Moral und Eigennutzen schafft, ist nicht nur der Rahmen, sondern auch ein positives Image eines Unternehmens in der Öffentlichkeit.[15] Das kann sich aber auch durch Maßnahmen bewerkstelligen lassen, die sich in den Medien als moralisch verkaufen lassen , dies aber keineswegs sind. Das ist zumindest dann eine mögliche Handlungsstrategie, solange ein Verhalten vom Rahmen nicht verboten wird. Konformität mit dem Rahmen wird unternehmerischen Handlungen von der ökonomischen Ethik ja vorgeschrieben. Zwar könnte sich langfristig aus Täuschungen ein Nachteil für ein Unternehmen ergeben, aber ob dieser sich einstellt und ob er gravierend ist, ist ungewiss. Wieso sollte man sich etwa um Randgruppen kümmern, die medial kaum Aufmerksamkeit erhalten? Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich das später einmal ändert und diese Randgruppen es dem Unternehmen heimzahlen können? Es gibt jedoch das vertragstheoretische Argument, dass eine Ordnung instabil wird, wenn sie zu Lasten Dritter geht. Wenn der Rahmen also grobe Defekte aufweist, hätte das Unternehmen einen Grund so zu handeln, als ob ein guter Rahmen existierte. Das sichert langfristig die Stabilität des Systems. Aber: Das bereitet auch Kosten, wenn sich nicht alle Konkurrenten ebenso verhalten. Unternehmensethik darf das Unternehmen jedoch netto nichts kosten und die Vorwegnahme eines guten Rahmens könnte solche Kosten verursachen. Das heißt, es verbleibt nur die „ordnungspolitische“ Strategie, die Rahmendefizite zu beklagen, anzuprangern und auszunutzen, solange sie bestehen. (Ein Programm zur Förderung unternehmerischer Schizophrenie.)

Damit bleiben Täuschungen möglich und vertragstheoretisch kann man Täuschungen auf Kosten der Moral nicht verurteilen, wenn sie gelingen . Dagegen schreibt N. Hoerster: „Die sicherste und billigste Methode, anständig zu erscheinen, ist immer noch die, anständig zu sein.“ (Hoerster 2003, 201) Das mag für das Individuum stimmen, aber für |21|ein Unternehmen mit einer gewieften Marketingabteilung liegt das weit weniger offensichtlich auf der Hand. Wenn es da die billigste Methode wäre, die Wahrheit zu sagen, wären die zahllosen Versuche nicht zu erklären, das zu umgehen, – ein Stoff aus dem Skandale sind. Also: Zwischen moralisch scheinen und moralisch sein , muss man auf Ebene der Vertragstheorie nicht wertend unterscheiden. Die ökonomische Ethik kann aufgrund von situativen Vorteilskalkülen Mal zu moralischem oder Mal zu unmoralischem Verhalten motivieren. Dabei ist allerdings auf Basis obiger Studien einzuräumen, dass diese Umstände derzeit eher zu begrenzt moralischem Handeln motivieren. Gleichwohl: Wenn sich ethische Maßnahmen rechnen müssen, kann eine eklatante Lücke zwischen Moral und Gewinn offen bleiben, von der nicht klar wird, wie der Rahmen sie schließen könnte. Damit betrachte ich mein erstes Beweisziel als eingelöst: Die Vertragstheorie stellt keinen ausreichenden normativen Rahmen bereit.

VI. Die Vertragstheoretiker träumen vom Konsens

Die ökonomische Ethik behauptet, dass in der (sozialen) Marktwirtschaft das Wohl jedes Vertragspartners (wahlweise gedacht für unsere Industriegesellschaften oder im Rahmen eines „Weltgesellschaftsvertrages“) vergrößert werde, insbesondere in der Konsumentenrolle. Nur dann ist es der ökonomischen Ethik zufolge überhaupt möglich, das vertragstheoretisch erforderliche Konsenskriterium zu erfüllen. Das ist aber problematisch, denn bei weitem nicht jeder Mensch auf der Welt oder in den Industriegesellschaften konsumiert die Früchte des globalen Marktes oder hat auf anderen Wegen Anteil an den Vorteilen des Wachstums.

Global agierende Großunternehmen nehmen sich z.B. Sonderstellungen auf Kosten normaler Bürger heraus. Sie haben durchaus Erfahrungen damit, die Bürgerpflicht als good corporate citizen und Steuerzahler zu umgehen. Viele der DAX30 Unternehmen verfügen beispielsweise über Tochterunternehmen in sogenannten Steueroasen, d.h. Staaten mit besonders niedrigen Steuersätzen. So belaufen sich die Verluste durch Steuerhinterziehung und Steuervermeidung von Unternehmen in der gesamten EU auf über eine Billion Euro pro Jahr (WDR2015).[16] Profitiert davon haben in erster Linie Management |22|und Investoren. Ob solche Entwicklungen eine behebbare Entgleisung sind oder eine Schwachstelle des Systems aufweisen, lasse ich dahingestellt. Die Menge der Lebewesen, die vom Markt profitieren, ist jedenfalls nicht identisch mit der Menge der von den Handlungen im Wirtschaftssystem Betroffenen, die zu achten die Moral gebietet (s.o.). So konsumieren zukünftige Generationen noch nicht und unsere Art zu wirtschaften beraubt sie der Grundlagen, das jemals zu tun. Dass die Vertragstheorie ihre Ansprüche nicht anerkennt (s.o.), macht die Theorie nicht besser …

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