Fjodor M Dostojewski - Ein Werdender

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Arkadij kehrt als 19-jähriger Jüngling zurück nach St. Petersburg. Er hat sein bisheriges Leben auf einem Internat in Moskau verbracht. Nun ist der junge Mann auf der Suche nach seinem Vater und sich selbst. In Arkadijs Erinnerung erscheint sein Vater Wersilow als Ritter in strahlender Rüstung, doch die Wirklichkeit ist anders. Als Arkadij in den Besitz von zwei Dokumenten kommt, muss er sich entscheiden, welchem Beispiel er folgen will. Dem seines leiblichen Vaters oder den ideologischen Vorstellungen von Makar Dolgorukij? Kann Arkadij sich selbst finden oder verliert er sich in seiner Orientierungslosigkeit?-

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Meine Flucht, das heißt mein Fluchtversuch, fand etwa fünf Monate nach diesen ersten zwei Monaten statt. Und ich bin überhaupt immer sehr schwer von Entschlüssen gewesen. Wenn ich mich in mein Bett legte und die Decke über mich zog, fing ich gleich von Ihnen zu träumen an, Andrej Petrowitsch, nur von Ihnen ganz allein; ich weiß wahrhaftig nicht, warum das so war. Selbst im Traum erschienen Sie mir. Hauptsächlich träumte mir voll Leidenschaft, Sie würden auf einmal eintreten, ich würde mich an Ihre Brust stürzen, und Sie würden mich mit fortnehmen, in jenes Kabinett, und wir würden wieder ins Theater fahren. Die Hauptsache war, daß wir uns nie trennen würden, das war die Hauptsache! Und wenn ich dann in der Frühe aufwachte, waren auf einmal wieder der Spott und die Verachtung der Mitschüler da; einer von ihnen gewöhnte sich einfach daran, mich zu prügeln und sich von mir die Stiefel anziehen zu lassen; er legte mir ganz häßliche Schimpfnamen bei, in denen er besonders bemüht war, mir das Geheimnis meiner Geburt zu erklären, zur Belustigung aller Zuhörer. Und wenn dann endlich Touchard selbst auf der Bildfläche erschien, dann krampfte ein unerträgliches Gefühl mein Herz zusammen. Ich fühlte, daß mir hier nie verziehen werden würde, – oh, ich begann allmählich zu verstehen, was mir nicht verziehen werden würde und was eigentlich mein Verschulden war! Und so kam ich endlich auf die Idee, zu fliehen. Ich träumte zwei ganze Monate hindurch glühend davon, endlich faßte ich meinen Entschluß; es war im September. Ich wartete an einem Samstag, bis alle meine Mitschüler über Sonntag fortgefahren waren; unterdessen packte ich heimlich sorgsam die nötigsten Sachen in ein Bündelchen; an barem Geld besaß ich zwei Rubel. Ich wollte warten, bis es dunkel würde, dann schleiche ich mich die Treppe hinunter, dachte ich, stehle mich hinaus und gehe auf und davon. Wohin? Ich wußte, daß Andronikow schon nach Petersburg versetzt war, und beschloß, das Haus der Frau Fanariotowa auf dem Arbat aufzusuchen; die Nacht laufe ich herum und sitze irgendwo, und am Morgen frage ich jemand dort auf dem Hofe: wo ist Andrej Petrowitsch jetzt, und wenn er nicht in Moskau ist, in welcher Stadt oder in welchem Lande wohnt er jetzt? Man wird es mir doch wohl sagen. Und dann gehe ich fort, und dann frage ich irgendwo anders jemand: bei welchem Tor muß ich hinausgehen, wenn ich in die und die Stadt will, und dann geh' ich hinaus und gehe immer weiter. Ich werde immer weitergehen, übernachten werde ich irgendwo im Busch, essen will ich nur trockenes Brot, und Brot kann ich für zwei Rubel auf sehr lange Zeit genug bekommen. Am Samstag gelang es mir aber absolut nicht zu entkommen; ich mußte bis zum nächsten Tage warten, bis zum Sonntag, und, wie absichtlich, fuhren auch Touchard und seine Frau am Sonntag für den ganzen Tag fort; im ganzen Hause blieben nur ich und die Köchin Agafja zurück. Ich wartete mit furchtbarer Sehnsucht auf die Nacht; ich weiß noch: ich saß am Fenster unseres großen Zimmers und schaute auf die staubige Straße hinaus, mit ihren hölzernen Häuschen und den wenigen Menschen, die vorübergingen. Touchard wohnte weit draußen in einer abgelegenen, öden Gegend, aus dem Fenster konnte ich einen Schlagbaum sehen: Ob es wohl da richtig ist? dämmerte es in mir. Die Sonne ging so rot unter, der Himmel war so kalt, und ein scharfer Wind wirbelte den Staub auf, geradeso wie heute. Es wurde endlich ganz dunkel; ich trat vor das Heiligenbild und fing an zu beten, aber schnell – schnell, ich hatte Eile; ich nahm mein Bündelchen und schlich auf Zehenspitzen unsere knarrende Treppe hinunter, in einer schrecklichen Angst, daß mich am Ende Agafja aus ihrer Küche hören könnte. Der Schlüssel steckte, ich schloß auf, und auf einmal dehnte sich die dunkle, dunkle Nacht schwarz vor mir, wie eine unendliche, gefahrvolle Fremde, und der Wind riß mir sofort die Mütze vom Kopfe. Ich trat hinaus; auf dem anderen Trottoir erklang das heisere, betrunkene Gegröl eines Menschen, der fluchend seines Weges ging; ich stand eine Weile, schaute hinaus und drehte mich leise um, leise schlich ich nach oben, leise zog ich mich aus, versteckte mein Bündelchen und warf mich, mit dem Gesicht nach unten, hin, ohne Tränen und ohne Gedanken, und sehen Sie, von dieser Minute an hab' ich zu denken angefangen, Andrej Petrowitsch! Eben von dieser Minute an, als ich zum Bewußtsein kam, daß ich nicht nur ein Bedienter, sondern dazu noch ein Feigling war, – eben da begann meine wirkliche, regelrechte Entwicklung!«

»Und ich habe dich jetzt von dieser Minute an durch und durch erkannt, und für alle Zeit!« Damit sprang Tatjana Pawlowna plötzlich von ihrem Stuhle auf, so unerwartet, daß es mir ganz überraschend kam. »Du warst nicht nur damals ein Bedienter, du bist noch heute ein Bedienter; eine Bedientenseele bist du! Was hätte es damals Andrej Petrowitsch wohl gemacht, wenn er dich zu einem Schuster in die Lehre gegeben hätte? Es wäre sogar eine Wohltat von ihm gewesen, wenn er dich ein Handwerk hätte lernen lassen! Wer hätte von ihm mehr für dich verlangt oder gefordert? Dein Vater, Makar Iwanowitsch, hat ihn nicht etwa gebeten, sondern es beinahe von ihm gefordert, daß ihr, seine Kinder, in seinem Stande erzogen würdet. Aber nein, das ist nichts für dich, daß er dich hat das Gymnasium durchmachen lassen, und daß du, dank ihm, den privilegierten Ständen angehörst. Ei sieh mal, die Jungchen haben ihn ein bißchen aufgezogen, und da hat er geschworen, sich an der Menschheit zu rächen . . . Du Jammerlappen, du trauriger!«

Ich muß gestehen, ich war verblüfft über ihren Ausbruch. Ich stand eine Zeitlang, sah vor mich hin, und wußte nicht, was ich sagen sollte.

»Ja, wahrhaftig, Tatjana Pawlowna hat mir was Neues gesagt,« wendete ich mich schließlich mit fester Stimme an Wersilow, »ich bin wahrhaftig so sehr eine Bedientennatur, daß ich mich keinesfalls allein damit zufrieden geben kann, daß Herr Wersilow mich nicht zu einem Schuster in die Lehre gegeben hat; nicht einmal mein privilegierter Stand macht Eindruck auf mich, nein, gib mir den ganzen Wersilow, gib mir einen Vater . . . das hab' ich verlangt – also bin ich doch ein Bedienter, nicht wahr? Mama, es liegt mir schon seit acht Jahren schwer auf dem Gewissen, wie Sie damals allein zu Touchard gekommen sind, um mich zu besuchen, und wie ich Sie damals aufgenommen habe, aber hier ist nicht der Ort dazu, Tatjana Pawlowna wird mich nicht weitererzählen lassen. Morgen, Mama, sehen wir uns vielleicht noch einmal. Tatjana Pawlowna! Nun, und was wäre, wenn ich wieder solche Bedientennatur wäre, daß ich nicht einmal das zugeben könnte, daß einer bei Lebzeiten seiner Frau noch eine zweite Frau zu heiraten das Recht hätte? Und das wäre Andrej Petrowitsch doch beinahe in Ems passiert! Mama, wenn Sie nicht bei einem Manne bleiben wollen, der morgen eine andere heiraten wird, so denken Sie daran, daß Sie einen Sohn haben, der Ihnen gelobt, ewig ein ehrerbietiger Sohn zu sein, denken Sie daran und kommen Sie zu mir, ich habe nur eine Bedingung: ›Er oder ich‹, – wollen Sie? Ich verlange die Antwort nicht gleich; ich weiß, daß man auf solche Fragen nicht im Augenblick antworten kann . . .«

Aber ich kam nicht zu Ende, hauptsächlich weil ich so furchtbar erregt war und den Faden verlor. Meine Mutter war ganz weiß geworden, und es hatte ihr gleichsam die Stimme verschlagen; sie konnte kein Wort hervorbringen. Tatjana Pawlowna sprach sehr laut und sehr viel, ich konnte nicht verstehen, was sie sagte. Ein paarmal stieß sie mich auch mit der Faust an die Schulter. Ich weiß nur noch, daß sie schrie, meine Worte wären »aufgeblasen und hohl, in einer kleinen Seele aufgepäppelt und mit dem Finger herausgeknabbert«. Wersilow saß unbeweglich und sehr ernst, er lächelte nicht. Ich ging nach oben in mein Zimmer. Der letzte Blick, der mich aus dem Zimmer begleitete, war der vorwurfsvolle Blick meiner Schwester; sie sah mir nach und schüttelte streng den Kopf.

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