Fjodor M Dostojewski - Ein Werdender

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Arkadij kehrt als 19-jähriger Jüngling zurück nach St. Petersburg. Er hat sein bisheriges Leben auf einem Internat in Moskau verbracht. Nun ist der junge Mann auf der Suche nach seinem Vater und sich selbst. In Arkadijs Erinnerung erscheint sein Vater Wersilow als Ritter in strahlender Rüstung, doch die Wirklichkeit ist anders. Als Arkadij in den Besitz von zwei Dokumenten kommt, muss er sich entscheiden, welchem Beispiel er folgen will. Dem seines leiblichen Vaters oder den ideologischen Vorstellungen von Makar Dolgorukij? Kann Arkadij sich selbst finden oder verliert er sich in seiner Orientierungslosigkeit?-

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»Das hast du sehr schön erzählt und mir alles so lebendig ins Gedächtnis zurückgerufen,« sagte Wersilow langsam, jede Silbe betonend, »aber was mir an deiner Erzählung besonders auffällt ist der Reichtum an allerlei merkwürdigen Einzelheiten, über meine Schulden zum Beispiel. Ich will gar nicht davon reden, daß das Eingehen auf diese Einzelheiten ein wenig taktlos ist, aber ich begreife nicht, woher du sie eigentlich hast?«

»Die Einzelheiten? Woher ich die habe? Ich wiederhole Ihnen, ich habe diese ganzen neun Jahre nichts weiter getan als Einzelheiten über Sie gesammelt.«

»Ein seltsames Geständnis und ein seltsamer Zeitvertreib!«

Er wendete sich um, nahm in seinem Sessel eine halb liegende Stellung an und gähnte sogar flüchtig, – ob mit Absicht oder nicht, das weiß ich nicht.

»Soll ich weiter erzählen, wie ich von Touchard zu Ihnen fliehen wollte?«

»Verbieten Sie's ihm, Andrej Petrowitsch, nehmen Sie ihn am Kragen und werfen Sie ihn hinaus«, grollte Tatjana Pawlowna.

»Es geht nicht, Tatjana Pawlowna,« antwortete Wersilow eindringlich, »Arkadij hat sich offenbar etwas vorgenommen! und so muß man ihn also unbedingt aussprechen lassen. Mag er doch! Er wird es erzählen, und dann ist er's los, Und für ihn ist es eben die Hauptsache, daß er's los wird! Fang deine neue Geschichte nur an, lieber Freund; das heißt, neu, das ist nur so ein Ausdruck von mir; sei unbesorgt, ich kenne ihr Ende.«

4

»Die Geschichte von meiner Flucht, das heißt, meinem Fluchtversuch, ist sehr einfach. Tatjana Pawlowna, wissen Sie noch, zwei Wochen nach meinem Eintritt schrieb Touchard einen Brief an Sie, – nicht? Aber mir hat Maria Iwanowna diesen Brief nachher gezeigt, er hatte sich auch in den Papieren des verstorbenen Andronikow gefunden. Touchard war es plötzlich aufgestoßen, daß er zu wenig Geld verlangt hätte, und er erklärte Ihnen in einem Briefe mit ›Würde‹, in seinem Institut würden Fürsten- und Senatorensöhne erzogen, und er fände, es ließe sich mit dem Rufe seines Instituts nicht vereinigen, einen Zögling von derartiger Abkunft darin zu haben, wenn man ihm dafür keine Zulage gäbe.«

»Mon cher, du dürftest . . .«

»Oh, unbesorgt, unbesorgt,« fiel ich Wersilow ins Wort, »ich will nur etwas von Touchard erzählen. Sie antworteten ihm schon von auswärts, Tatjana Pawlowna, nach vierzehn Tagen, und schlugen sein Ansuchen rundweg ab. Ich weiß noch, wie er mit ganz rotem Kopf in unser Klassenzimmer kam. Es war ein kleiner und sehr untersetzter Franzose, etwa fünfundvierzig Jahre alt, und tatsächlich aus Paris, wo er wohl Schuster gewesen war, aber er lebte schon seit unvordenklichen Zeiten in Moskau, wo er eine Staatsanstellung als französischer Lehrer hatte, er hatte sogar Titel und Würden, worauf er sehr stolz war, – ein ungeheuer ungebildeter Mensch. Wir waren sechs Zöglinge; wirklich war ein Neffe eines Moskauer Senators darunter, und wir lebten bei ihm alle wie in der Familie, mehr unter der Aufsicht seiner Frau, einer sehr manierlichen Dame, der Tochter eines russischen Beamten. Ich hatte mich in diesen zwei Wochen vor meinen Kameraden sehr wichtig gemacht, mit meinem blauen Jackett und meinem Papa Andrej Petrowitsch renommiert, und ihre Fragen, warum ich Dolgorukij hieße und nicht Wersilow, hatten mich durchaus nicht beunruhigt, eben weil ich selbst nicht wußte, warum.«

»Andrej Petrowitsch!« schrie Tatjana Pawlowna fast drohend. Meine Mutter dagegen hing an meinem Munde und wünschte sichtlich, daß ich weitererzählte.

»Ce Touchard . . . richtig, ich erinnere mich jetzt, er war so ein kleiner, zappeliger Kerl,« – sagte Wersilow gedehnt, »aber er wurde mir damals von bester Seite empfohlen . . .«

»Ce Touchard trat mit einem Briefe in der Hand ein, kam an unseren großen Eichentisch, an dem wir alle irgend etwas ochsten, packte mich kräftig an der Schulter, riß mich von meinem Stuhl in die Höhe und befahl mir, meine Hefte zu nehmen.

›Dein Platz ist nicht hier, sondern dort!‹ Mit diesen Worten deutete er nach einem winzigen Zimmerchen links vom Vorzimmer, in dem sich nur ein einfacher Tisch, ein Rohrstuhl und ein Wachstuchdiwan befanden, – genau so, wie jetzt da oben in meinem Kämmerchen. Ich ging erstaunt und ganz eingeschüchtert hinüber: ich war noch nie so grob angefaßt worden. Nach einer halben Stunde, als Touchard das Klassenzimmer verlassen hatte, begann ich zu meinen Kameraden hinüberzuschauen und mit ihnen zu lachen, sie lachten natürlich über mich, aber ich hatte keine Ahnung davon und dachte, wir lachten alle, weil wir lustig seien. Da kam auf einmal Touchard hereingestürzt, faßte mich beim Wickel und schleppte mich fort.

›Erlaub' dir nicht, zu anständigen Kindern hineinzugehen, du bist von schlechter Abkunft und nicht besser, als ein Bedienter.‹

Und er schlug mich auf meine volle, rote Backe, daß es ordentlich wehtat. Das gefiel ihm gleich sehr und er schlug mich zum zweiten- und zum drittenmal. Ich heulte los, ich war furchtbar verwundert. Eine ganze Stunde lang saß ich, die Hände vor dem Gesicht, und weinte und weinte. Es war etwas geschehen, was ich absolut nicht verstehen konnte. Ich begreife nicht, wie ein durchaus nicht bösartiger Mensch, wie Touchard, ein Ausländer, der sich noch dazu so über die Befreiung der russischen Bauern gefreut hatte, – wie so ein Mensch einen dummen kleinen Jungen wie mich schlagen könnte. Übrigens war ich nur erstaunt und nicht beleidigt; ich verstand noch nicht beleidigt zu sein. Ich dachte, ich müßte irgendeinen dummen Streich gemacht haben, wenn ich wieder brav sein würde, so würde mir schon verziehen werden und wir würden wieder alle zusammen lustig sein und auf den Hof gehen, um zu spielen und ein Leben führen, so nett wie möglich.«

»Lieber Freund, wenn ich davon nur etwas geahnt hätte . . .« sagte Wersilow gedehnt, mit dem lässigen Lächeln eines ermüdeten Menschen, »dieser Halunke von Touchard! Übrigens gebe ich die Hoffnung immer noch nicht auf, daß du alle deine Kraft zusammennimmst und uns das alles endlich verzeihst, und daß wir dann wieder ein Leben führen, so nett wie möglich.«

Er gähnte unverhohlen.

»Ich mache Ihnen ja gar keine Vorwürfe, durchaus nicht, und Sie können mir's glauben, ich klage auch Touchard nicht an!« schrie ich, ein wenig aus der Fassung gebracht. »Also, so geprügelt hat er mich etwa zwei Monate lang. Ich weiß noch, ich wollte ihn immer durch irgend etwas entwaffnen, ich stürzte mich auf ihn, um ihm die Hände zu küssen, und küßte sie auch, und weinte und weinte immer. Meine Mitschüler lachten mich aus und verachteten mich, weil Touchard mich zuweilen wie einen Dienstboten behandelte, so befahl er mir, ihm seine Kleider zu bringen, wenn er sich anzog. Dabei kam mir meine Bedientennatur instinktiv zugute: ich bemühte mich aus allen Kräften, mich dienstfertig zu erweisen, und war nicht im geringsten beleidigt, weil ich noch nichts von alledem verstand, und ich wundere mich bis zum heutigen Tage darüber, daß ich damals noch so dumm war und nicht begriff, daß ich etwas ganz anderes war, als alle anderen. Allerdings, meine Mitschüler haben mir auch damals schon vieles klargemacht, es war eine gute Schule. Schließlich kam es dahin, daß Touchard mich lieber von hinten mit dem Knie stieß, statt mir ins Gesicht zu schlagen, und als ein halbes Jahr herum war, war er sogar wieder manchmal sehr freundlich zu mir; nur nicht immer, einmal im Monat schlug er mich sicher, um mich daran zu erinnern, damit ich's nur nicht vergäße. Mit den anderen Kindern wurde ich auch bald wieder zusammengesetzt und durfte mit ihnen spielen, aber nicht ein einziges Mal in diesen dritthalb Jahren hat Touchard den Unterschied unserer sozialen Stellung vergessen, und er hat mich die ganze Zeit, nicht in übertriebenem Maße, aber doch immer zu allerhand Dienstleistungen gebraucht, ich glaube eben, damit ich's nicht vergäße.

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