Fjodor M Dostojewski - Ein Werdender

Здесь есть возможность читать онлайн «Fjodor M Dostojewski - Ein Werdender» — ознакомительный отрывок электронной книги совершенно бесплатно, а после прочтения отрывка купить полную версию. В некоторых случаях можно слушать аудио, скачать через торрент в формате fb2 и присутствует краткое содержание. Жанр: unrecognised, на немецком языке. Описание произведения, (предисловие) а так же отзывы посетителей доступны на портале библиотеки ЛибКат.

Ein Werdender: краткое содержание, описание и аннотация

Предлагаем к чтению аннотацию, описание, краткое содержание или предисловие (зависит от того, что написал сам автор книги «Ein Werdender»). Если вы не нашли необходимую информацию о книге — напишите в комментариях, мы постараемся отыскать её.

Arkadij kehrt als 19-jähriger Jüngling zurück nach St. Petersburg. Er hat sein bisheriges Leben auf einem Internat in Moskau verbracht. Nun ist der junge Mann auf der Suche nach seinem Vater und sich selbst. In Arkadijs Erinnerung erscheint sein Vater Wersilow als Ritter in strahlender Rüstung, doch die Wirklichkeit ist anders. Als Arkadij in den Besitz von zwei Dokumenten kommt, muss er sich entscheiden, welchem Beispiel er folgen will. Dem seines leiblichen Vaters oder den ideologischen Vorstellungen von Makar Dolgorukij? Kann Arkadij sich selbst finden oder verliert er sich in seiner Orientierungslosigkeit?-

Ein Werdender — читать онлайн ознакомительный отрывок

Ниже представлен текст книги, разбитый по страницам. Система сохранения места последней прочитанной страницы, позволяет с удобством читать онлайн бесплатно книгу «Ein Werdender», без необходимости каждый раз заново искать на чём Вы остановились. Поставьте закладку, и сможете в любой момент перейти на страницу, на которой закончили чтение.

Тёмная тема
Сбросить

Интервал:

Закладка:

Сделать

»Er erzählt das mit viel Liebe«, bemerkte Wersilow, zu Tatjana Pawlowna gewendet; die aber drehte den Kopf zur Seite und antwortete nicht.

»Ich sehe Sie noch, blühend und hübsch, wie Sie damals waren, als wäre es heute gewesen. Sie sind in diesen neun Jahren erstaunlich alt und verbraucht geworden; entschuldigen Sie, bitte, daß ich so aufrichtig bin; übrigens waren Sie auch damals schon siebenunddreißig, aber ich konnte mich gar nicht satt sehen an Ihnen, was hatten Sie für wundervolle Haare, fast kohlschwarz, mit einem blanken Glanz darauf, ohne eine Spur des Ergrauens; ein Schnurrbart und ein Backenbart, die reine Juwelierarbeit, – ich weiß es nicht anders auszudrücken: das Gesicht von einer matten Blässe, nicht kränklich-blaß wie jetzt, sondern wie es jetzt Ihre Tochter Anna Andrejewna hat, die ich neulich kennenzulernen die Ehre hatte; feurige und dunkle Augen und blitzende Zähne, besonders wenn Sie lachten. Sie lachten eben grade, wie Sie mich so musterten, als ich zu Ihnen hereinkam; ich konnte damals noch nicht so viel Unterschiede machen, und Ihr Lächeln heiterte mir das Herz auf. Sie trugen an dem Morgen einen dunkelblauen Samtkittel mit einer gestickten solferinofarbenen Schärpe über einem kostbaren Hemd mit Alençonspitzen; Sie standen vor dem Spiegel und studierten den letzten Monolog Tschazkijs und insbesondere seinen letzten Ruf:

Den Wagen, meinen Wagen!«

»Ach Gott ja,« rief Wersilow, »er hat wahrhaftig recht. Ich hatte es damals, obschon ich nur für kurze Zeit in Moskau war, übernommen, den Tschazkij in einer Liebhabervorstellung bei Alexandra Petrowna Witowtowa zu spielen, weil Shilejko krank geworden war!«

»Hatten Sie das wirklich vergessen?« lachte Tatjana Pawlowna.

»Er hat mich wieder daran erinnert! Offengestanden, die paar Tage damals in Moskau sind vielleicht die schönste Zeit in meinem Leben gewesen! Wir alle waren damals noch so jung . . . und warteten alle mit solch einer Glut . . . Ganz unerwartet traf ich damals in Moskau soviel . . . Aber erzähl' nur weiter, lieber Freund. Diesmal hast du sehr wohl daran getan, daß du so ausführlich warst . . .«

»Ich stand da, schaute Ihnen zu und rief auf einmal: ›Ausgezeichnet, der richtige Tschazkij!‹ – Sie drehten sich mit einem Ruck nach mir um und fragten: ›Ja, was weißt du denn schon von Tschazkij?‹ – und dann setzten Sie sich auf den Diwan und machten sich in vorzüglichster Stimmung an Ihren Kaffee, – Sie sahen einfach zum Küssen aus. Und dann erzählte ich Ihnen, daß bei den Andronikows alle sehr viel lasen, daß die Damen viele Verse auswendig wüßten, daß sie ganze Szenen aus ›Verstand bringt Leiden‹ zusammen aufführten, daß wir in der verflossenen Woche alle zusammen abends laut die ›Memoiren eines Jägers‹ gelesen hätten, daß ich Krylows Fabeln am meisten liebte und sie auswendig wisse. Und Sie sagten, ich sollte Ihnen etwas aus dem Kopf hersagen, und ich deklamierte ›Die wählerische Braut‹:

Ein junges Mädchen träumt sich einmal einen Mann.«

»Ja, ja, ja, jetzt weiß ich wieder alles,« rief Wersilow, »aber, lieber Freund, ich sehe auch dich noch ganz deutlich vor mir: du warst damals so ein netter Junge, ein sehr manierlicher flotter Junge sogar, und ich kann dir mein heiliges Ehrenwort geben, du hast dich in diesen neun Jahren auch nicht grade zum Vorteil verändert.«

Jetzt fingen aber alle, selbst Tatjana Pawlowna, an zu lachen. Es war ja klar, daß Andrej Petrowitsch sich einen kleinen Scherz erlaubte und mir mit gleicher Münze für meine boshafte Bemerkung zurückzahlte, daß er so alt geworden sei. Alle wurden ganz lustig; und es war ja auch sehr hübsch gesagt.

»Je weiter ich deklamierte, desto freundlicher lächelten Sie, aber ich war noch nicht bis zur Mitte gekommen, da sagten Sie, ich sollte ein bißchen warten, klingelten und befahlen dem eintretenden Diener, Tatjana Pawlowna herzubitten. Die kam auch sofort angelaufen und sah so vergnügt aus, daß ich, der sie am Tage vorher gesehen hatte, sie fast nicht wiedererkannte. In Tatjana Pawlownas Gegenwart fing ich ›Die wählerische Braut‹ noch einmal an und führte meinen Vortrag glänzend zu Ende. Selbst Tatjana Pawlowna lächelte, und Sie, Andrej Petrowitsch, riefen sogar: bravo! und bemerkten begeistert, es wäre ja weiter nichts Erstaunliches gewesen, wenn ein gescheiter Junge in meinen Jahren die Fabel von der Grille und der Ameise gut vorgetragen hätte. Aber mit dieser Fabel wäre es doch ganz was anderes:

›Ein junges Mädchen träumt sich einmal einen Mann,

Da ist nichts Böses dran.‹

›Hören Sie nur, wie er das sagt:

Da ist nichts Böses dran!‹

– Kurz und gut, Sie waren entzückt. Und dann fingen Sie auf einmal mit Tatjana Pawlowna an französisch zu sprechen, sie wurde mit einem Ruck verdrießlich und widersprach Ihnen, ja, sie erhitzte sich sogar sehr dabei. Aber da es ganz unmöglich ist, Andrej Petrowitsch zu widersprechen, wenn er sich einmal was in den Kopf gesetzt hat, so führte mich Tatjana Pawlowna schleunigst in ihr Zimmer hinüber: Gesicht und Hände wurden mir frisch gewaschen, ich bekam frische Wäsche an, wurde pomadisiert, und sogar Locken wurden mir eingelegt. Und dann gegen Abend zog sich Tatjana Pawlowna selbst ziemlich elegant an, so elegant, wie ich's bei ihr nie erwartet hätte, und nahm mich in einem Wagen mit. Ich kam zum erstenmal in meinem Leben in ein Theater, es war das Liebhabertheater bei Frau Witowtowa; Lichter, Kronleuchter, Damen, Militärs, Generale, junge Mädchen, der Vorhang, die Stuhlreihen, – nichts der Art hatte ich bisher gesehen. Tatjana Pawlowna suchte sich ein äußerst bescheidenes Plätzchen in einer der hintersten Reihen und setzte mich neben sich. Es waren natürlich auch Kinder da und Kinder wie ich, aber ich achtete überhaupt auf gar nichts, sondern wartete nur mit angehaltenem Atem auf den Beginn der Vorstellung. Als Sie auftraten, Andrej Petrowitsch, war ich begeistert, begeistert bis zu Tränen, – warum, weshalb, weiß ich selber nicht. Warum diese Tränen der Begeisterung? – Das war es, was mir so fremdartig erschien, wenn ich in diesen neun Jahren daran zurückdachte! Mit angehaltenem Atem folgte ich dem Gang der Handlung; ich verstand davon natürlich nur, daß sie ihn betrogen hatte, daß dumme und unwürdige Leute sich über ihn lustig machten, die nicht wert waren, ihm die Schuhriemen zu lösen. Als er auf dem Balle deklamierte, begriff ich, daß er erniedrigt und beleidigt war, daß er allen diesen traurigen Leuten Vorwürfe machte, daß er groß war – groß! Natürlich förderte auch die Vorbereitung bei den Andronikows mein Verständnis, aber – auch Ihr Spiel, Andrej Petrowitsch! Ich sah zum erstenmal ein Theater! Bei der Schlußszene aber, als Tschazkij rief:

›Den Wagen, meinen Wagen!‹

(und Sie brachten das erstaunlich heraus), da sprang ich von meinem Stuhl auf und klatschte, zugleich mit dem ganzen Saal, der vom Applaus widerhallte, und schrie aus aller Kraft meiner Lungen: bravo! Und ich weiß noch, wie heute, daß ich im selben Moment etwas wie einen Stecknadelstich in ›der Fortsetzung meines Rückens‹ verspürte, es war Tatjana Pawlowna, die mich wütend kniff, aber ich achtete nicht darauf! Selbstverständlich brachte mich Tatjana Pawlowna, als das Stück aus war, sofort nach Hause: ›Zum Tanz kannst du ja doch nicht dableiben, und ich hab' weiter nichts davon, als daß ich nun auch nach Hause muß!‹ zischten Sie mich während der Heimfahrt die ganze Zeit an, Tatjana Pawlowna. Ich lag die ganze Nacht wie im Fieber, und am nächsten Tage, um zehn Uhr, stand ich schon vor Ihrem Kabinett, aber die Türe war verschlossen; es waren Leute bei Ihnen, und Sie verhandelten mit ihnen über Geschäfte; dann fuhren Sie gleich für den ganzen Tag aus, bis in die tiefe Nacht – so bekam ich Sie denn nicht zu Gesicht! Was ich Ihnen sagen wollte – hab' ich jetzt natürlich vergessen und wußte es wohl auch damals nicht, aber ich hatte den glühenden Wunsch, Sie möglichst bald zu sehen. Aber den Tag darauf geruhten Sie schon um acht Uhr nach Serpuchow hinauszufahren. Sie hatten damals gerade Ihr Gut im Gouvernement Tula verkauft, um sich mit Ihren Gläubigern auseinanderzusetzen, aber immerhin hatten sie noch ein ganz appetitliches Sümmchen in der Hand, deswegen beehrten Sie damals auch Moskau mit Ihrem Besuch, das Sie vorher hatten meiden müssen, aus Furcht vor Ihren Gläubigern; und nur dieser Grobian in Serpuchow wollte sich als einziger von Ihren Gläubigern nicht mit der Hälfte der Summe, die Sie ihm schuldeten, abfinden lassen. Tatjana Pawlowna antwortete nicht einmal auf meine Fragen, ›das geht dich gar nichts an, übermorgen bringe ich dich in die Pension; mach' dich bereit, nimm deine Hefte, bring' deine Bücher in Ordnung, du könntest jetzt auch wirklich bald lernen deinen Koffer selber zu packen, bild' du dir nur nicht ein, daß du den Kavalier mit den gepflegten Händen spielen mußt, hoher Herr‹, und so und so, und dies und das, Sie haben mich in diesen drei Tagen schon recht freundlich auf den Trab gebracht, Tatjana Pawlowna! Und das Ende war, daß ich in die Pension zu Touchard kam, Andrej Petrowitsch, verliebt in Sie und unschuldig wie ich war. Und mag das alles auch als ganz dummer Zufall erscheinen, das heißt, meine Begegnung damals mit Ihnen, aber glauben Sie mir, ich wollte nachher, ein halbes Jahr später, von Touchard aus zu Ihnen entfliehen!«

Читать дальше
Тёмная тема
Сбросить

Интервал:

Закладка:

Сделать

Похожие книги на «Ein Werdender»

Представляем Вашему вниманию похожие книги на «Ein Werdender» списком для выбора. Мы отобрали схожую по названию и смыслу литературу в надежде предоставить читателям больше вариантов отыскать новые, интересные, ещё непрочитанные произведения.


Fjodor Dostojewski - Der Idiot
Fjodor Dostojewski
Fjodor Dostojewski - Die Brüder Karamasow
Fjodor Dostojewski
Fjodor Dostojewski - Dostojewski - Die Dämonen
Fjodor Dostojewski
Fjodor M Dostojewski - Ein Werdender - Erster Band
Fjodor M Dostojewski
Fjodor M Dostojewski - Briefe
Fjodor M Dostojewski
Fjodor M Dostojewski - Ein Werdender - Zweiter Band
Fjodor M Dostojewski
Fjodor M Dostojewski - Ein Werdender - Dritter Band
Fjodor M Dostojewski
Отзывы о книге «Ein Werdender»

Обсуждение, отзывы о книге «Ein Werdender» и просто собственные мнения читателей. Оставьте ваши комментарии, напишите, что Вы думаете о произведении, его смысле или главных героях. Укажите что конкретно понравилось, а что нет, и почему Вы так считаете.

x