Fjodor M Dostojewski - Ein Werdender

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Arkadij kehrt als 19-jähriger Jüngling zurück nach St. Petersburg. Er hat sein bisheriges Leben auf einem Internat in Moskau verbracht. Nun ist der junge Mann auf der Suche nach seinem Vater und sich selbst. In Arkadijs Erinnerung erscheint sein Vater Wersilow als Ritter in strahlender Rüstung, doch die Wirklichkeit ist anders. Als Arkadij in den Besitz von zwei Dokumenten kommt, muss er sich entscheiden, welchem Beispiel er folgen will. Dem seines leiblichen Vaters oder den ideologischen Vorstellungen von Makar Dolgorukij? Kann Arkadij sich selbst finden oder verliert er sich in seiner Orientierungslosigkeit?-

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»Ja, Papa«, erwiderte Lisa mit freundlicher Miene; sie nannte ihn Vater; ich tat das um keinen Preis der Welt.

»Müde?«

»O ja.«

»Laß doch die Arbeit, geh morgen nicht wieder hin, und gib es ganz auf.«

»Ach Papa, es ist mir aber lieber.«

»Wenn ich dich bitte . . .! Ich kann es absolut nicht leiden, wenn Frauen arbeiten, Tatjana Pawlowna.«

»Wie soll man denn ohne Arbeit leben? Und gerade die Frauen sollen nicht arbeiten? . . .«

»Ich weiß schon, ich weiß schon, das ist ja alles sehr schön und richtig, und ich bin im voraus ganz einverstanden; aber – ich spreche in erster Linie von Handarbeiten. Denken Sie sich, das ist bei mir wohl einer von meinen krankhaften, richtiger gesagt, anormalen Kindheitseindrücken. In meinen dunkeln Erinnerungen aus meinem fünften und sechsten Jahr sehe ich am häufigsten – natürlich mit Widerwillen – eine Versammlung von klugen, strengen, unfreundlichen Frauen um einen runden Tisch herum, auf dem Scheren, Stoffe, Schnitte und Modenbilder liegen. Und alle reden sie und machen sie, und schütteln gewichtig und langsam die Köpfe, und messen, und überlegen, und schneiden zu. Alle diese freundlichen Gesichter, die mich so gern sehen, sind auf einmal unnahbar; wenn ich nur ein bißchen lustig bin, werde ich sofort vor die Türe gesetzt. Sogar meine arme alte Wärterin, die mich an der Hand hält, antwortet nicht auf mein Schreien und Zupfen, sie schaut und horcht, als sänge da ein Paradiesvogel. So ist mir diese Strenge und Gewichtigkeit kluger Frauen, bevor sie mit dem Zuschneiden anfangen, bis heute eine förmlich qualvolle Vorstellung geblieben. Tatjana Pawlowna, Sie schneiden furchtbar gerne zu, – so aristokratisch das aber auch sein mag, ich habe die Frauen am liebsten, die überhaupt nicht arbeiten. Fühl' du dich nur nicht getroffen dadurch, Sophia! . . . Ach, wozu auch! Die Frau ist auch ohne das eine große Macht. Das weißt du übrigens auch selbst, Sonja. Wie denken Sie darüber, Arkadij Makarowitsch, Sie wollen mir wahrscheinlich widersprechen?«

»Nein, durchaus nicht,« erwiderte ich, »besonders gut finde ich Ihre Behauptung, daß die Frau eine große Macht sei. Freilich verstehe ich nicht ganz, warum Sie das mit der Arbeit in Verbindung bringen? Daß man aber nicht umhin kann, zu arbeiten, wenn man kein Geld hat – das wissen Sie ja selbst.«

»Aber jetzt genug davon,« wendete er sich an meine Mutter, die nur so strahlte (als er sich zu mir wendete, hatte sie geradezu gebebt), »mach es wenigstens so, daß ich keine Handarbeiten zu sehen kriege, die erste Zeit wenigstens, tu's mir zuliebe. Arkadij, du bist ja ein moderner junger Mann, und als solcher vermutlich ein bißchen sozialistisch angehaucht; na also, lieber Freund, willst du mir glauben, daß die Leute aus dem ewig schuftenden einfachen Volk es sind, die den Müßiggang am allermeisten lieben?«

»Die Erholung vielleicht, aber nicht den Müßiggang.«

»Nein, eben den Müßiggang, das absolute Nichtstun; darin liegt ihr Ideal! Ich habe einen Menschen gekannt, der sich ewig placken mußte, freilich gehörte er nicht zum einfachen Volk; er war ein ziemlich hochentwickelter Mensch und verstand es, vom Einzelnen auf das Allgemeine zu schließen. Er träumte sein Leben lang, vielleicht jeden Tag, schmatzend und gerührt vom vollkommensten Müßiggang, er führte sozusagen sein Ideal bis zum Absoluten fort – unendliche Unabhängigkeit, ewige Freiheit, zu träumen und müßig die Welt zu betrachten. So ging es fort, bis er unter der Arbeit gänzlich zusammenbrach; gutzumachen war da nichts mehr; er starb im Krankenhaus. Ich bin manchmal ganz ernsthaft zu dem Schluß gekommen, daß das Gerede von dem Genuß der Arbeit von den Leuten aufgebracht worden sein muß, die selber nichts tun, natürlich von den tugendhaften unter ihnen. Das ist so eine von den ›Genfer Ideen‹ aus dem Ende des vorigen Jahrhunderts. Tatjana Pawlowna, vorgestern habe ich eine Anzeige aus der Zeitung ausgeschnitten, da ist sie (er zog ein Stückchen Papier aus der Westentasche), – das ist auch so etwas zum Kapitel der unzähligen Studenten, die in den klassischen Sprachen und der Mathematik bewandert und bereit sind, nach auswärts zu gehen, oder in einer Dachstube zu unterrichten, und überhaupt zu allem. Also hören Sie: ›Lehrerin bereitet für alle Lehranstalten vor (merken Sie auf, für alle) und gibt Unterricht in Arithmetik‹, – bloß eine Zeile, aber die ist auch klassisch! Sie bereitet für alle Unterrichtsanstalten vor – also ist die Arithmetik doch wohl selbstverständlich einbegriffen? Nein, die Arithmetik erwähnt sie besonders. Das . . . das ist schon der nackte Hunger, das ist schon die letzte Stufe der Not. Das Rührende daran ist eben diese Unkenntnis: es ist ja ganz klar, sie hat sich niemals zur Lehrerin ausgebildet, und sie ist wohl kaum imstande, einem auch nur das geringste beizubringen. Aber sie denkt sich: immer zu, und schleppt ihren letzten Rubel in die Expedition und läßt drucken, sie bereite für alle Lehranstalten vor und gebe außer dem allen noch Unterricht in der Arithmetik. Per tutto mundo e in altri siti.«

»Ach, Andrej Petrowitsch, könnte man ihr denn nicht helfen! Wo wohnt sie?« rief Tatjana Pawlowna.

»Ach, von der Sorte gibt's so viele!« Er steckte die Adresse wieder in die Tasche. »Ich hab' euch was mitgebracht, in dem Paket, – für dich, Lisa, und für Sie, Tatjana Pawlowna; Sophia und ich lieben keine Süßigkeiten. Vielleicht aber du, junger Mann. Ich hab' es selbst alles eingekauft, bei Jelisejew und bei Balle. Wir haben lange genug ›am Hungertuche genagt‹, wie Lukeria sagt. (NB. Keiner von uns allen hatte je am Hungertuch genagt.) Hier sind Trauben, Konfekt, Duchessebirnen und Erdbeerkuchen, und einen famosen Likör hab' ich auch mitgebracht, und Nüsse auch. Merkwürdig, wie gern ich heute noch Nüsse esse, Tatjana Pawlowna, ganz wie als Kind, und gerade die ganz ordinären. Lisa ist darin meine Tochter; sie knackt auch gern Nüsse wie ein Eichhörnchen. Es gibt aber wirklich nichts Famoseres, Tatjana Pawlowna, als die Erinnerungen, die manchmal in mir auftauchen, wie ich im Wald im Busch saß und mir selber Nüsse pflückte . . . Die Tage sind schon beinahe herbstlich, aber klar, manchmal ist es schon recht frisch, man versteckt sich im Dickicht, schweift durch den Wald, es riecht nach Blättern . . . Ich sehe einen mitfühlenden Zug in Ihrem Gesicht, Arkadij Makarowitsch?«

»Meine ersten Kinderjahre habe ich auch auf dem Lande verlebt.«

»So? Ich denke doch, du warst in Moskau . . . wenn ich mich nicht irre.«

»Er lebte bei den Andronikows in Moskau, als Sie damals hinkamen; aber vorher war er bei Ihrer seligen Tante, Warwara Stepanowna, auf dem Lande«, fiel Tatjana Pawlowna ein.

»Sophia, da ist das Geld, schließ es ein. In den nächsten Tagen bekomm' ich fünftausend. Es ist mir schon versprochen.«

»Also haben die Fürsten gar keine Aussichten mehr?« fragte Tatjana Pawlowna.

»Nicht die geringste, Tatjana Pawlowna.«

»Ich habe immer mit Ihnen gefühlt, Andrej Petrowitsch, und mit allen Ihren Angehörigen und bin eine Freundin Ihres Hauses, aber wenn mir die Fürsten auch ganz fremd sind, lieber Gott, sie tun mir doch leid. Seien Sie mir darum nicht böse, Andrej Petrowitsch.«

»Ich beabsichtige nicht, mit ihnen zu teilen, Tatjana Pawlowna.«

»Natürlich, Sie kennen meine Gedanken, Andrej Petrowitsch, sie hätten sich verglichen, wenn Sie ihnen das bei Beginn des Prozesses vorgeschlagen hätten, mit ihnen zu teilen; jetzt ist es natürlich zu spät. Im übrigen erlaube ich mir kein Urteil . . . Ich meinte nur, weil der Verstorbene sie doch wahrscheinlich nicht in seinem Testament übergangen hätte.«

»Er hätte sie nicht nur nicht übergangen, sondern ihnen wahrscheinlich alles vermacht; übergangen hätte er wahrscheinlich mich ganz allein, wenn er die Sache noch hätte machen und ein Testament in aller Form hätte aufsetzen können; aber so wie es ist, ist das Gesetz auf meiner Seite – und fertig! Teilen kann ich nicht und will ich nicht, Tatjana Pawlowna, und Schluß damit.«

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