Guido Barbujani - Die Erfindung der Rassen

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Die Menschheit in Rassen einzuteilen, war eine Obsession der Wissenschaft im 19. Jahrhundert, die im frühen 20. Jahrhundert zu einer mächtigen Bewegung wurde:
Politiker, die ihren Anhängern versprachen, dass sie einer höheren Rasse angehörten, hatten allzu oft Erfolg damit. Die Folgen der Rassenideologie waren schrecklich. Seit der Mitte des 20. Jahrhunderts hat die biologische Wissenschaft in ihrer modernsten Form, der Genetik, allen Rassentheorien endgültig den Boden unter den Füßen entzogen, doch immer wieder versuchen Vorkämpfer der Überlegenheit der «weißen Rasse» – auch mit scheinbar wissenschaftlichen Argumenten –, rassistische Vorurteile zu schüren. Der prominente Genetiker Guido Barbujani zeigt in diesem Buch, wie mit den Mitteln der Vernunft gegen den tiefverwurzelten rassistischen Unfug argumentiert werden kann.

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2. KAPITEL

MENSCHENARTEN

Worin nachgewiesen wird, dass es nur eine einzige lebende menschliche Spezies gibt, wir aber Bekanntschaft mit verschiedenen ausgestorbenen Menschenarten machen

Stimmt es eigentlich, dass wir alle zu ein und derselben Menschenart gehören? Heute sind wir da sicher, aber so war es nicht immer. Bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts gab es auch die These, dass wir uns auf verschiedene Spezies aufteilen, nach den sogenannten polygenetischen Theorien. In diesem Kontext entstand die Bezeichnung »Buschmänner«: Die europäischen Kolonisten in Südafrika unterschieden »Männer« – richtige Menschen – von »Buschmännern«, die ihnen zufolge einer eigenen Spezies angehörten. Dahinter steckte eine Überlegung – wenn wir das denn eine Überlegung nennen wollen –, die auf einer Reihe von Analogien fußte. So, wie die Beobachtung der Natur zu dem Schluss führte, dass der Mensch allen anderen Kreaturen überlegen ist, so führte die Beobachtung der Menschheit für die Weißen, die die Überlegung anstellten, zu dem Schluss, dass es eine unbestreitbare Überlegenheit der Weißen über alle anderen gibt. Von hier zu der Vorstellung, dass unterschiedlichen Rassen unterschiedliche Grade der Unterlegenheit gegenüber den Weißen entsprechen, ist es nur ein kleiner Schritt.

Der nächste Schritt ist dann die Idee, dass Rassen, die besonders wertlos sind, keine Rassen, sondern ganz andere Arten sind, die von Anfang an fix und fertig so geschaffen waren, wie wir sie kennen. Demnach hat der Mensch nicht nur keinerlei Verwandtschaft mit dem Affen, sondern der weiße Mensch ist auch nicht mit dem schwarzen Menschen verwandt.

Die Menschheit von oben betrachtet

Es ist eine Frage der Perspektive. Festzustellen, ob zwei Individuen derselben Spezies angehören, ist leicht, und hätten sie es unter Beweis stellen wollen, wäre dies auch den Verteidigern des Polygenismus* leichtgefallen. Zwei Fliegen gehören zur selben Art, wenn sie bei Kreuzung Fliegen hervorbringen, die sich ihrerseits reproduzieren können. Pferd und Esel gehören dagegen unterschiedlichen Arten an, weil aus ihrer Kreuzung nur reproduktionsunfähige Nachkommen entstehen, Maultiere und Maulesel. Was Menschen betrifft, war es eigentlich nicht nötig, das entscheidende Experiment anzustellen, nämlich zu beobachten, dass aus ihrer Verbindung fruchtbare Kinder hervorgingen. Das erste Schiff mit afrikanischen Sklaven erreichte Nordamerika im Jahr 1619, und die Zeugung von Nachkommen gemischten Bluts aus der Verbindung von Sklavinnen und Herren (und seltener von Sklaven und Herrinnen) muss bereits wenig später begonnen haben, denn wie sonst hätte es schon 1776, in der Epoche der Amerikanischen Revolution, eine Diskussion darüber gegeben, welche Rechte den zahlreichen Menschen zugebilligt werden sollten, die nicht mit Sicherheit als Schwarze oder Weiße eingeordnet werden konnten.

Am Ende wurde beschlossen, das Problem mit Gesetzen zu lösen, die die Kinder aus gemischten Verbindungen der unterlegenen Rasse zuordneten und jeden als »schwarz« definierten, der nur einen Tropfen schwarzen Bluts hatte (»one-drop rule«): »Die Kreuzung eines Weißen mit einem Indianer ist ein Indianer; die Kreuzung eines Weißen mit einem Neger ist ein Neger; die Kreuzung eines Weißen mit einem Inder ist ein Inder; und die Kreuzung einer der drei europäischen Rassen mit einem Juden ist ein Jude.« Doch das ist eine andere Geschichte.

Hier geht es erst einmal darum, dass es während zweier Jahrhunderte, des achtzehnten und des neunzehnten, für viele Wissenschaftler, die sich mit der Vielfalt der Menschheit beschäftigten, noch bevor sie sich der Tragweite ihres Themas bewusst waren, ein kategorischer Imperativ war, keinen Vorwand dafür zu liefern, dass sich jemand erhob, der unten zu bleiben hatte. Von der Vermischung der Rassen wurden Folgen befürchtet, die von bloßer Verrohung bis zur gründlichen Degeneration der menschlichen Spezies reichten. Auch ein Verteidiger des Monogenismus, also des gemeinsamen Ursprungs der Menschheit, wie Arthur de Gobineau, notierte bei seinem Projekt, die Naturgesetze zu bestimmen, die in der Gesellschaft herrschen, die Bevölkerung Asiens und Afrikas sei eine »recht traurige Ansammlung, mit deren Hässlichkeit wir uns abfinden müssen«, während die Europäer die Vorbilder der Venus, des Apoll und des Herkules Farnese waren. Unsere klassische Schönheit dürfe nicht von wissenschaftlichen Theorien und dergleichen Geschwätz infrage gestellt werden.

Doch das Experiment der Rassenkreuzung wurde fortgesetzt: nicht im Labor, sondern in den Metropolen der Welt, wo Menschen verschiedenster Herkunft aufeinandertrafen, gemischte Familien bildeten und sich problemlos fortpflanzten. Mehr noch: In einer sehr sorgfältigen Studie zu den Ehen in Hawaii, wo Polynesier mit Europäern und Menschen aus China, Japan und manchen anderen Herkunftsländern zusammenleben, hat sich herausgestellt, dass es bei den Kindern »gemischtrassiger« Herkunft keineswegs einen Rückgang, sondern sogar eine leichte Zunahme der Fruchtbarkeit gab. Wir sind also eine einzige Spezies, da gibt es keinen Zweifel. Dennoch verschwanden die polygenetischen Vorstellungen nicht so schnell. Als sich die Wissenschaft von den biologischen Eigenschaften des Menschen, der biologischen Anthropologie, schon längst ausgetüftelter statistischer Methoden bediente, war das polygenetische Denken in den Vereinigten Staaten noch immer stark. Hier hatte sich die evolutionstheoretische Idee einer Verwandtschaft zwischen Menschen und Affen immer noch leichter durchgesetzt als der Gedanke, dass die Menschen, gleich ob weiß oder schwarz, einfach nur Menschen sind. Manche Leute sahen das so: In Afrika gibt es Schimpansen und Gorillas, also sind die Afrikaner mit Schimpansen und Gorillas verwandt; in Asien gibt es Orang-Utans, also sind die Asiaten Verwandte der Orang-Utans; in Europa … nein, in Europa gibt es keine Menschenaffen. Was daraus folgt: Offenbar gibt es für Europäer keine solche Verwandtschaft. Die anderen stammen vom Affen ab, wir nicht.

Abbildung 1ist eine berühmte Illustration aus einem amerikanischen polygenetischen Text von 1868, Indigenous Races of the Earth von Nott und Gliddon. Links sehen wir die Köpfe des Apoll vom Belvedere, eines Schwarzen und eines Schimpansen, rechts daneben die entsprechenden Schädel, von denen der erste als »griechisch« etikettiert wird. Dass das Haupt des Apoll vom Belvedere ein Schädelskelett enthält, ist erstaunlich; leider haben die Urheber der Zeichnung nicht erklärt, wie sie – ohne es zu röntgen – zu ihrer Entdeckung gelangt sind. Ihnen geht es aber um etwas anderes, nämlich zu zeigen, dass der Schwarze und der Schimpanse einander mehr ähneln als beide dem Apoll, und nicht etwa aus dem einleuchtenden Grund, das erstere beide Lebewesen sind und der andere eine Statue, sondern wegen der Ähnlichkeit ihrer Schädelknochen. Um diesen Schluss noch weiter nahezulegen, haben Nott und Gliddon die Schädelform der beiden etwas verändert und den des Schwarzen nach hinten gedreht, damit der Kiefer optisch weiter vortrat. Kein menschlicher Schädel hat jemals eine solche Form gehabt.

Die Abbildung, von der wir sprechen, ist ein bekanntes Beispiel für Pseudowissenschaft, doch es ist gut, diese obskuren Darstellungen nicht zu vergessen. Wir alle, der Schreiber dieser Zeilen inbegriffen, tragen mit uns unser Päckchen von alten Vorstellungen und Vorurteilen, die unser Urteil verzerren können, vor allem, wenn wir sie uns nicht bewusst machen.

Nott und Gliddon waren zwei Schwindler, aber das heißt nicht, dass die Alternativen zum Polygenismus viel aufgeklärter gewesen wären. In der Bibel heißt es, dass alle Menschen von Adam und Eva abstammen, und das war ein Problem für die Vertreter des Polygenismus. Sie versuchten, es zu lösen, indem sie sich vorstellten, es habe mehrere Adams gegeben, doch das führte nicht sehr weit und brachte sie in Konflikt mit strengeren Auslegungen der Bibel. Aber auch die Anhänger der alternativen Hypothese, des Monogenismus, hatten eine harte Nuss zu knacken: Irgendwie mussten sie erklären, wie es gekommen war, dass von denselben Stammeltern – Adam und Eva – Rassen abstammten, die soviel minderwertiger waren als die weiße. Das Problem wurde gewöhnlich mit der Annahme gelöst, dass die Menschheit degeneriert sei, besonders die Schwarzen, doch auch, in nicht geringem Maße, die Gelben. Blumenbach, auf den wir noch zurückkommen werden, vermutete eine zweiseitige Degeneration, deren Extreme die Afrikaner und die Mongolen darstellten, mit den wundersamerweise nicht betroffenen Europäern in der Mitte. Die Ursache dieser Generation wurde im Klima gesucht, was am Ende auch einen vorsichtigen Optimismus rechtfertigte: Stephen Jay Gould berichtet davon, wie Samuel Stanhope Smith, Präsident dessen, was dermaleinst die Princeton University werden sollte, prophezeite, die Schwarzen würden, dem harten Klima von New Jersey ausgesetzt, früher oder später weiß werden.

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