Heinz Rudolf Kunze - Werdegang

Здесь есть возможность читать онлайн «Heinz Rudolf Kunze - Werdegang» — ознакомительный отрывок электронной книги совершенно бесплатно, а после прочтения отрывка купить полную версию. В некоторых случаях можно слушать аудио, скачать через торрент в формате fb2 и присутствует краткое содержание. Жанр: unrecognised, на немецком языке. Описание произведения, (предисловие) а так же отзывы посетителей доступны на портале библиотеки ЛибКат.

Werdegang: краткое содержание, описание и аннотация

Предлагаем к чтению аннотацию, описание, краткое содержание или предисловие (зависит от того, что написал сам автор книги «Werdegang»). Если вы не нашли необходимую информацию о книге — напишите в комментариях, мы постараемся отыскать её.

Heinz Rudolf Kunze erinnert sich an sein Leben und seine Musik, an seine Familie und seine Weggefährten. Mit einnehmender Stimme blickt er zurück: auf eine Kindheit und Jugend im Wirtschaftswunderland, das mit der Aufarbeitung seiner Vergangenheit noch nichts zu tun haben wollte, auf die Umbrüche und Aufbrüche der grell-turbulenten 1980er Jahre und den deutschen Zeitgeist der letzten Jahrzehnte.
Werdegang erzählt von Erfolgen, Zweifeln und Höhenflügen. Und nicht zuletzt davon, welche Kraft Musik und Literatur entfalten können.
»Compañero Heinz Rudolf – über die Jahrzehnte stehen wir, wenn's drauf ankommt, immer schon Seite an Seite. Ob bei der Anti-Atom-Bewegung, auf der Loreley mit Willy Brandt, gegen Ausländerfeindlichkeit, gegen Nazis, bei Rock gegen rechte Gewalt oder auch als Teil der Friedensbewegung. Heinz Rudolf hat als Sänger immer schon politische Verantwortung übernommen. Und zusammen powern wir weiter!«
UDO LINDENBERG
»Unbändige Schaffenskraft, eine nie enden wollende Kreativität und der Mut, immer neue Herausforderungen anzunehmen – all das zeichnet Heinz und seinen künstlerischen Kompass aus. Respekt, Herr Nachbar!«
KLAUS MEINE
»Ich liebe Heinz für die Klarheit seiner Worte, für seine einprägsamen Bilder, für seine stets überraschenden Wendungen und klugen Gedanken. Ich liebe Heinz für seine Musik, für das Geschenk seiner Lieder – und weil er ein Freund ist.«
REINHARD MEY

Werdegang — читать онлайн ознакомительный отрывок

Ниже представлен текст книги, разбитый по страницам. Система сохранения места последней прочитанной страницы, позволяет с удобством читать онлайн бесплатно книгу «Werdegang», без необходимости каждый раз заново искать на чём Вы остановились. Поставьте закладку, и сможете в любой момент перейти на страницу, на которой закончили чтение.

Тёмная тема
Сбросить

Интервал:

Закладка:

Сделать

Noch etwas verkatert, betraten wir am nächsten Morgen den Frühstücksraum von Ralph Siegels Hotel. Leise wies mich Mick darauf hin, dass Bernd Meinunger, Siegels Mann fürs gesungene Wort, mit am Tisch saß. Das kam mir verdächtig vor. Wer auch immer versuchen würde, mir in meine Songtexte hineinzureden, er würde auf Granit beißen. Mein Misstrauen war geweckt und verschwand auch nicht mehr. Ich wusste, dass Siegel und ich nicht miteinander ins Geschäft kommen würden. Trotzdem gingen wir freundlich auseinander. Bis heute haben wir ein gutes Verhältnis, ein sehr viel besseres, als viele vielleicht meinen, weil sie nur auf das starren, was uns unterscheidet.

Die Ereignisse in Würzburg stürzten mich in ein Gefühlschaos. Einerseits spürte ich eine tiefe Genugtuung, denn meine Träume hatten den Realitätstest bestanden. Ich hatte mir all die Jahre nicht nur etwas vorgemacht, als ich von der Qualität meiner Lieder überzeugt gewesen war. Andererseits merkte ich aber auch, wie schwer es mir fiel, wieder in den Alltag zurückzukehren und mich den Menschen, die mir am nächsten standen, mitzuteilen. Gila hörte sich meinen Bericht an, dann schwieg sie erst einmal. Vermutlich ahnte sie die Tragweite schon mehr, als ich selbst es vermochte. Im Gesicht meiner Mutter las ich Besorgnis und die bange Frage: Was soll nun werden? Nur mein Vater war hellauf begeistert. Verkappter Entertainer, der er nun einmal war, drückte er mir voller Überzeugung die Daumen. Vielleicht würde ja doch noch jemand aus der Familie vor ein Mikrofon oder eine Kamera treten, um die Leute zu unterhalten.

Aber eigentlich hatte ich dafür überhaupt keine Zeit. Die praktischen Prüfungen für das Lehramt standen schon vor der Tür. Ich hatte nicht vor, sie in den Sand zu setzen, und wusste, dass die Vorbereitung meine ganze Konzentration beanspruchen würde. Micks Anruf eine Woche nach unserem Sieg in Würzburg warf mich daher völlig aus der Bahn.

»Du musst am Wochenende nach Hamburg kommen! Ich habe uns ein Studio besorgt und eine Band. Wir müssen den Plattenfirmen schließlich irgendwas anbieten können. Die wollen wissen, wie wir uns das erste Album vorstellen. Wir brauchen Demos!«

Das war zu viel. Ich verlor die Nerven und hätte am liebsten alles abgeblasen, mir die Decke über den Kopf gezogen und geschlafen, bis sich niemand mehr für mich interessierte. Lange konnte das ja nicht dauern. Es brauchte schon Gilas und Micks ganze Überredungskunst, um die Dinge wieder in freundlicherem Licht sehen zu können. Sie blieben hartnäckig, weil sie wussten, dass ich es recht bald schon bitter bereuen würde, eine solche Chance ausgeschlagen zu haben.

Mick hatte eine gute Band zusammengestellt. Er war kein Risiko eingegangen, sondern hatte auf Leute gesetzt, denen er vertraute. Das galt für den Falckenstein-Schlagzeuger Joachim Luhrmann ebenso wie für den Keyboarder Hendrik Schaper, mit dem wiederum Luhrmann in der Prog-Rock-Band Tetragon zusammengespielt hatte. Den Bass würde der Exil-Rumäne Joshi Kappl bedienen, dessen ehemalige Band Transsylvania Phoenix mir gerade erst in Würzburg aufgefallen war.

Das Studio gehörte Alfred Schacht, Micks Verleger. Bald wurde er auch meiner. Wir nahmen fünf Songs auf, das fertige Demo-Band würde unsere Visitenkarte bei den Plattenfirmen sein. Mit ihnen zu verhandeln überließen wir Alfred Schacht. Am Ende waren drei Bewerber übriggeblieben: die Polydor, die RCA und die WEA. Schacht wog ab.

»Wenn ich mir das alles recht überlege – die WEA ist jung und bissig, die wollen noch hoch hinaus. Und ehrlich gesagt, hätten Sie dort auch den besten Chef. Gehen Sie dahin.«

Der Chef, das war Siegfried Loch. Mein Chef, mein Sepp Herberger, mein Entdecker. Jemanden wie ihn hatte ich noch nicht getroffen. Es gab solche Menschen nicht an Schulen oder Universitäten, wo letztlich alles Gerede und Theorie und Papier war, Berge von Papier, die jahrelang den Staub fingen, bis sich ein Hausbote endlich erbarmte und kopfschüttelnd alles in den Müll warf. Siegfried Loch hielt sich nicht mit Theorien auf. Er verschanzte sich auch nicht hinter seinem Schreibtisch. Er ging lieber mit Lust und ohne Hemmungen ins Risiko. Was er sagte, wurde wahr, wurde Tat, wurde ein Produkt, das jeder nur wenig später im Laden kaufen konnte. Und so jemand wollte ausgerechnet mich an seinem Hof haben.

Ganz leicht machte ich es ihm jedoch nicht. In einer Mischung aus Naivität, Frechheit und einem tiefen Bedürfnis nach Absicherung legte ich erst am Ende der Verhandlungen meine Karten wirklich auf den Tisch:

»Ja, ich gebe mein Leben gern in Ihre Hände. Aber dann will ich auch, dass Sie für mich sorgen. Ich komme nur zu Ihnen, wenn ich jeden Monat ein Studienratsgehalt bekomme, das ich nicht zurückzahlen muss, egal, wie viele Platten ich verkaufe. Denn dieses Geld könnte ich in Osnabrück an meiner Schule verdienen.«

Ich sah, dass Loch Mühe hatte, die Fassung zu bewahren. Ihm blieb kurz die Luft weg. Für gewöhnlich warfen sich die Musiker vor ihm in den Staub. Aber dann sagte er:

»Okay. Das können wir ja mal probieren.«

Es war der Beginn einer wunderbaren Zusammenarbeit und einer Freundschaft, die nie endete. Siegfried Loch hat mich im letzten Moment aus einem bereits vollständig durchgeplanten Leben herausgeholt. Er hat mir gezeigt, dass auch für mich ein Ort existierte, an den ich ganz und gar gehörte. Dass ich es schaffen konnte, mit mehr Wagnis zu leben, als ich es mir in meinen kühnsten Träumen ausgemalt hatte.

Hermann Kant hat einmal gesagt, Literatur sei ein anderes Wort für Ausweg. Meiner war die Musik – und über diesen Umweg dann auch die Literatur. Siegfried Loch gab mir alle Freiheiten und ließ mich meinen Krieg selbst aussuchen. Aber gleichzeitig machte er mir klar, dass ich diesen Krieg dann auch gewinnen musste, wenn ich nicht nur von den Gewinnen anderer leben wollte, von den Rod Stewarts und AC/DCs dieser Welt.

Als absoluter Nobody erhielt ich einen Fünfjahresvertrag, und der Ritt über den Bodensee begann. Kurz bevor der Vertrag zum ersten Mal auslief, 1985, erschien »Dein ist mein ganzes Herz«, und ich konnte das Vertrauen, das Siegfried Loch in mich investiert hatte, zurückzahlen. Das Eis hatte gehalten.

Es hält bis heute.

Meine Abiturientinnen an der Käthe-Kollwitz-Schule machten es mir leicht. Ein Referendar mit Plattenvertrag, das war ja fast schon so etwas wie ein Popstar. Sie zeigten sich von ihrer besten Seite und trugen mich auf Händen durch das praktische Examen. Danach war es höchste Zeit, mir den verbleibenden Rest Kreide von den Klamotten zu klopfen und den letzten Tafelaufschrieb wegzuwischen. In Zukunft würden die jungen Leute nicht mehr gezwungen sein, mir morgens um acht in der Schule zuzuhören. Sondern würden hoffentlich abends um acht freiwillig zu mir ins Konzert kommen. Doktor Meyer, mein Ausbilder, bedauerte, dass es mich ins Ungewisse zog. »Schade«, meinte er, »wir hätten Sie gerne behalten, Sie hätten sofort hier anfangen können.« Er seufzte. »Na gut, dann gehen Sie mit Gott. Aber tun Sie mir bitte einen Gefallen: Enden Sie nicht wie Elvis.«

Ich wäre nicht gerne Lehrer geworden. Wahrscheinlich hätte ich wie einige meiner Mitschüler, die sich fürs Lehrer-Sein entschieden haben, recht schnell jeglichen Enthusiasmus verloren. Wenn ich später einem von ihnen zufällig begegnete und ihm zuhörte, wie er von Schülern erzählte, denen er täglich Zuversicht verkaufen musste, obwohl sie längst begriffen hatten, dass nicht das große, tolle Leben auf sie warten würde, dann war ich dankbar, meinem erlernten Beruf entkommen zu sein. Aus diesem Gefühl der Dankbarkeit heraus schrieb ich zu Beginn der achtziger Jahre das Lied »Ruf mal wieder an«. Ein abendliches Telefonat mit einem melancholischen Junglehrer, der sich nichts sehnlicher wünscht, als am nächsten Morgen pensioniert aufzuwachen. Ich schaffte es, im Text das Wort »Verbeamtungsprüfung« unterzubringen, ohne dass es wie ein Fremdkörper wirkt. An den Spitzenreiter in dieser Disziplin reichte das dennoch nicht heran. Dafür hatte mein späterer guter Freund Reinhard Mey mit der »Luftaufsichtsbaracke« aus »Über den Wolken« die Latte einfach zu hoch gelegt.

Читать дальше
Тёмная тема
Сбросить

Интервал:

Закладка:

Сделать

Похожие книги на «Werdegang»

Представляем Вашему вниманию похожие книги на «Werdegang» списком для выбора. Мы отобрали схожую по названию и смыслу литературу в надежде предоставить читателям больше вариантов отыскать новые, интересные, ещё непрочитанные произведения.


Отзывы о книге «Werdegang»

Обсуждение, отзывы о книге «Werdegang» и просто собственные мнения читателей. Оставьте ваши комментарии, напишите, что Вы думаете о произведении, его смысле или главных героях. Укажите что конкретно понравилось, а что нет, и почему Вы так считаете.

x