Kurt Erlemann - Wunder

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Das Buch zum wissenschaftlichen Umgang mit biblischen Wundererzählungen gibt einen Überblick über die Wunderforschung seit der Antike. Thesen und Begriffsklärungen erleichtern den Einstieg ins Thema. Weitere Schwerpunkte sind die Theologie der Wundererzählungen, die Auslegungsmethodik sowie die Wunderhermeneutik. Musterexegesen und exemplarische Unterrichtsskizzen runden das Konzept ab.

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Antike Geschichtsschreiber sehen die Götter am Anfang der Weltordnung und unterscheiden zwischen unmöglichen, zu bezweifelnden Wundertaten (gr. adýnata , Totenerweckungen, Naturwunder) und möglichen, wenn auch überraschenden Wundertaten (gr. parádoxa , Heilungen u.ä.). Dieser Einschätzung folgt der jüdische Geschichtsschreiber Flavius Josephus: Parádoxa des AT ordnet er göttlicher Vorsehung zu, die Glaubwürdigkeit von adýnata lässt er offen.

Die Philosophie übt am Götter- und Wunderglauben Grundsatzkritik.4 Götter seien weltabgewandte Figuren oder abstrakte Prinzipien. Die Peripatetiker und Plinius der Jüngere (ca. 61–114 n. Chr.) deuten Wunder rational, für Lukrez (ca. 99–55 v. Chr.) und Plutarch (ca. 45–125 n. Chr.) sind sie unglaubwürdige adýnata . Lukian von Samosata (120–vor 180 n. Chr.) deutet Wundertexte allegorisch. Rational-kritisch äußert sich Philostrat (ca. 164–244 n. Chr.): Mythische Wunderberichte seien Ammenmärchen.5 Der Mittelplatoniker Kelsos (2. Jh. n. Chr.) übt massive Polemik gegen biblische Wundertexte.6 Für ihn ist Jesus ein trickreicher Magier und die Christen sind ungebildete Naivlinge.

„Was über Heilungen oder eine Auferstehung aufgeschrieben wurde, oder über wenige Brote, die viele ernährt haben, von denen viele Reste übrig geblieben sind, oder all dies, was die Jünger phantasierend erzählt haben: Wohlan, wir wollen glauben, dass du all dies gewirkt hast. Sie sind aber mit den Werken der Zauberer gleichzusetzen, die noch wunderbarere Dinge versprechen, und mit dem, was die Schüler der Ägypter vollbringen, wenn sie mitten auf den Märkten für wenig Geld ihr ehrwürdiges Wissen abgeben: Sie treiben die Dämonen von den Menschen aus, blasen Krankheiten weg, rufen die Seelen der Heroen auf, zeigen kostbare Mahlzeiten und Tische und Näschereien und Leckerbissen, die es gar nicht gibt; sie setzen Dinge in Bewegung, als wären sie Lebewesen, die aber wirklich keine Lebewesen sind, sondern nur in der Einbildung als solche erscheinen. Da jene Leute solche Dinge tun können, müssen wir sie dann für Söhne Gottes halten? Oder müssen wir sagen, dass dies die Betätigungen von schlechten und von einem bösen Geist besessenen Menschen sind?“7

In der Volksfrömmigkeit bleibt Götter- und Wunderglaube fest verankert; das erklärt die teils massive Polemik gegen Wunder(-glauben). Selbst manche Gebildete glauben an Wunder; darüber macht sich der Satiriker Lukian lustig.8

2.1.4 Nebeneinander von Mythos und ratio

Mythisches Denken gilt heutzutage als überholt und rational denkenden Menschen unzumutbar. Doch, wie antike Texte zeigen, bestanden Mythos und ratio immer schon nebeneinander. Auch sind mythische Erklärungsmuster längst nicht passé. Das provoziert ein Nachdenken über verschiedene Weltsichten (→ 3.6.2d).

2.2 Antike Heilkunst1

2.2.1 Asklepios: Tempelmedizin

Medizinische Versorgung war in über vierhundert Asklepios- und Apollonheiligtümern organisiert1; Epidauros, Athen, Pergamon und Kos waren begehrte Zielorte vieler chronisch Kranker. Asklepiospriester bewirkten mit einem Mix aus medizinischen Therapien, Diätplänen, Reinigungsritualen, religiösen Opferriten, Inkubationsschlaf und Weihegeschenken Heilung.2 Auch die Epiphanie der Gottheit konnte Heilung bewirken. Die Grenzen zwischen Tempelmedizin und Wunderheilung waren fließend. – Aelios Aristides (2. Jh. n. Chr.) berichtet:

(Über die heilende Kraft der Asklepiosquelle): „Aber auch sonst gebraucht der Gott (sc. Asklepios) den Brunnen wie einen anderen Helfer, und vielen Menschen hat schon oft dieser Brunnen geholfen, um das zu erlangen, was sie von dem Gott erbeten hatten. Denn wie die Angestellten (wörtl.: Sklaven) der Ärzte und Wundertäter geübt sind zu den Dienstbarkeiten und durch ihre Mithilfe die in Erstaunen versetzen, die zuschauen und (die Hilfe) in Anspruch nehmen, so ist (der Brunnen) Erfindung und Besitz des großen Wundertäters (und) dessen, der alles zum Heil der Menschen tut. Er wirkt zusammen für alles mit ihm und wird für viele zum Heilmittel. Denn viele haben sich darin gebadet und (ihre) Augen (gesund) empfangen, viele aber haben ihn getrunken und wurden an der Brust geheilt und erhielten die notwendige Luft, anderen hat er die Füße gerichtet, anderen anderes. Es hat sogar einer getrunken und aus (vorangehender) Stimmlosigkeit heraus ließ er seine Stimme ertönen, so wie die, die aus den geheimen (verbotenen) Wassern trinken, seherisch werden. Anderen aber hat er an Stelle anderer (sc. Dinge das als) Rettung gewährt, daß sie eben das Wasser selbst ziehen konnten. Und so ist er für die, die krank sind, auf diese Weise Gegenmittel und heilsam, und denen, die gesund dahinleben, macht er den Gebrauch jedes anderen Wassers zu einer Sache minderen Werts.“3

2.2.2 Hippokrates: ‚Schulmedizin‘

Die Schule des Hippokrates von Kos (ca. 460–375 v. Chr.) baute auf Erfahrung, Naturheilkunde, Diagnostik und ‚Viersäftelehre‘. Von Diät bis zu chirurgischen Operationen reichte das Spektrum an Therapiemöglichkeiten. Religiöse oder magische Krankheitsvorstellungen lehnte Hippokrates ab; Epilepsie, die ‚heilige Krankheit‘, deutete er nicht dämonologisch, sondern wissenschaftlich:

„Hinsichtlich der so genannten heiligen Krankheit verhält es sich folgendermaßen: Kein bisschen scheint sie mir göttlicher zu sein als die anderen Krankheiten, noch heiliger, sondern die anderen Krankheiten haben eine Natur, woher sie entstehen, eine Natur und Ursache hat auch diese. Dass sie ein göttliches Werk sei, glauben die Menschen infolge ihrer Ratlosigkeit und weil es sehr verwunderlich ist, dass sie den anderen Krankheiten überhaupt nicht gleicht.“1

Lucius Columella (1. Jh. n. Chr.) berichtet von Valetudinarien (Kliniken), in denen die Arbeitskraft kranker Sklaven wiederhergestellt werden sollte. – Die hippokratische Schule fächerte sich mit der Zeit in Einzeldisziplinen wie Anatomie, Physiologie und Pathologie auf. Das gesammelte medizinische Wissen findet sich im Corpus Hippocraticum (ediert durch den Arzt Galen von Pergamon, 2. Jh. n. Chr.).

2.2.3 Wunderheiler u.a.: Volksmedizin

Neben der ‚Schulmedizin‘ sind ab dem 8. Jh. v. Chr. unabhängige Wanderärzte, Hebammen, Organspezialisten, Pharmahändler, Einreiber, Zauberer und Wunderheiler bezeugt.1 Besonders Letztere waren (wie heute) massiver Polemik seitens etablierter Ärzte ausgesetzt. Die Grenzen zwischen ‚Schulmedizin‘ und Wunderheilung waren fließend. Zur Zeit Jesu war schulmedizinische Versorgung der sozialen Oberschicht vorbehalten; das Gros der Bevölkerung war auf Volksmedizin und Wunderheiler angewiesen, die ihre Dienste zu Wucherpreisen anboten.2

2.2.4 Krankheit und Sünde

Krankheit galt im frühen Judentum als Folge von Sünde; der Umgang mit Krankheit und Behinderung war kultisch geregelt. Als einzig wirkkräftiger Arzt galt Gott selbst (Ex 15,26; Philo, sacr. 70); Hoffnungen auf einen messianischen Heiler waren groß (Mt 11,5; Lk 4,21). Etablierte Ärzte genossen keinen guten Ruf. Im NT wird die Arzt-Metapher auf Jesus übertragen (Lk 4,23; vgl. IgnEph 7,2).

Krankheit und Behinderung führten zu erheblichen sozialen und kultischen Konsequenzen. Das hatte mit einem abschreckenden Äußeren, mit Ansteckungsgefahr und religiösen Konzepten (Tun-Ergehen-Zusammenhang, kultische Reinheit) zu tun.1 Kultische Unreinheit bedeutete soziale Stigmatisierung bis hin zum Bettlertum.2 Das alles galt trotz des biblisch angemahnten Schutzes Behinderter.3 Auch jenseits des Judentums galt Krankheit als Folge von Sünde:

„Niemals ferner erschien er (sc. Demonax) schreiend oder in Zorn geratend oder unwillig, selbst dann nicht, wenn er jemenden tadeln mußte. Doch die Fehler (Sünden) griff er an, den Fehlenden (Sündern) aber verzieh er. Und er hielt es für richtig, das Vorbild von den Ärzten zu nehmen, die die Krankheiten heilen, gegenüber den Kranken aber keinen Zorn anwenden. Denn er dachte, daß das Fehlen (Sündigen) Merkmal des Menschen sei, Merkmal eines Gottes aber oder eines gottgleichen Menschen, Verstöße wieder in Ordnung zu bringen.“4 Und: „Wer von den Bürgern Lepra oder Aussatz hat, dieser geht nicht in die Stadt hinein, auch mischt er sich nicht unter die anderen Priester. Denn man sagt, daß gegen die Sonne gesündigt hat, der dieses hätte.“5

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