Wilm Hüffer - Der Philosoph

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Eine Unverschämtheit, wie sehr Felix unterschätzt wird. Als temporärer Praktikant und Bettgefährte einer Starreporterin fühlt sich der Ich-Erzähler des Romans einfach nicht hinreichend gewürdigt. Als diese das Privatleben des berühmten Philosophen Hinrich Giers untersucht, glaubt sich der junge Redakteur endlich Respekt bei ihr verschaffen zu können. Was für ein Unsinn, diese Gerüchte über die Lolita-Affären des Philosophen. Und deshalb soll er sich ins mondäne Binsenburg abgesetzt haben? Diesmal weiß Felix besser Bescheid: schon bald werde Giers der Welt eine bahnbrechende Theorie der Selbsterkenntnis präsentieren. Er selbst habe ihm dabei geholfen: glaubt Felix. Leider entgeht ihm völlig, welche Rolle seine große Liebe Lou im Leben des Philosophen spielt.
Ein Bericht darüber, was wirklich geschah. Doch kann man dem Erzähler trauen?
Ein satirischer Roman über den Machismo in der Philosophie.

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Mir war nicht klar, dass der Doktor längst damit begonnen hatte, die Binsenburger Puzzlestücke neu zusammenzusetzen und zu prüfen, ob ich ihm in der veränderten Situation noch von Nutzen sein konnte. »Nun, was mich betrifft«, erklärte er, ohne meine Antwort abzuwarten, »so glaube ich, dass es in der Philosophie … um alles geht. Um alles gehen sollte.« Er blinzelte zur Decke. »Und am Ende ist alle Philosophie auf Selbsterkenntnis gerichtet.« Während der folgenden Sätze blieb der Vogelkopf zur Decke gerichtet, als würde der Doktor dort oben einen vorbereiteten Text ablesen. »Sie kann nicht weniger wollen als Selbsterkenntnis. Sie kann nicht früher aufhören als bei der Selbsterkenntnis. Oder bei etwas aufhören, was keine Selbsterkenntnis ist.«

Wie oft der Doktor diesen Gedanken wiederholt hat, weiß ich nicht mehr. Philosophie müsse auf Selbsterkenntnis gerichtet bleiben, dürfe sich mit weniger nicht zufriedengeben, dürfe dieses Ziel nicht aus den Augen verlieren und so weiter. »Es ist mir gleich, was dabei herauskommt«, rief er schließlich und fuhr sich durch die aufgerichteten Haare, »soll die Reflexion aussehen, wie sie mag. Ob Sie glauben, wir seien Bewohner platonischer Höhlen, Sprachspieler, seinsvergessene Lemuren vor dem Weltende oder Mietnomaden in sozialen Treibhäusern. Es ist mir gleich«, krähte er, »aber wenn diese Gesellschaft glaubt, sie könnte ohne Selbsterkenntnis auskommen, wenn wir nicht mehr darüber nachdenken, wer wir sind, dann …« Er stierte mich an. Sein Gesicht war tomatenrot. »Sie wissen es nicht? Nein? Dabei ist es eine Selbstverständlichkeit. Wer aufhört, sich selbst zu reflektieren, hört auf, ein Mensch zu sein. Wird zur Karikatur eines Menschen. Wird zu einem Sprechapparat, der vielleicht ›Ich‹ sagen kann – ja, das vielleicht schon –, aber doch nur wiederholt, was er sowieso schon immer gesagt und gedacht hat. Wie eine Witzfigur, die immer denselben Gag machen will.«

Dr. Lenz schaute mich an, als trüge ich für diese Gedankenlosigkeit höchstselbst die Verantwortung. »Und was geschieht, wenn eine ganze Gesellschaft die Selbstreflexion einstellt? Wenn unsere Zeitgenossen über sich nicht mehr nachdenken? Haben Sie einmal versucht, sich das vorzustellen? Wissen Sie, was geschieht, wenn Sie nur noch umgeben sind von Leuten, die nichts tun, als ihre alten Gags zu wiederholen? Die überzeugt sind, jeder geringfügige Einspruch, jedes Widerwort sei ein Angriff auf ihre Person? Die in der Welt nichts sehen als eine täglich erneuerte Kränkung ihrer Selbstgewissheit? Wissen Sie, was das bedeutet?«, fragte mich Dr. Lenz mit unverändert aufgerissenen Augen, und es war klar, dass er irgendeine Katastrophe, ein wie auch immer geartetes Ende der Vernunft imaginieren wollte, das zugleich ein Ende der Freiheit, die Geburt einer neuen Diktatur, Krieg oder sonst etwas Bedrohliches bedeuten würde.

»Sie können leicht ermessen«, fauchte der Doktor, »was es in diesen Zeiten hieße, würde Hinrich Giers zum Schweigen gebracht. In einer Zeit, in der sich die meisten Menschen nur noch dafür interessieren, wie sie aus ihrer Borniertheit das Maximum herausholen können. Was das Gehirn zu brauchen scheint, um möglichst oft irgendwelche Glückshormone in den Körper zu schießen. Denn das ist alles, was vom Wunsch nach Selbsterkenntnis übriggeblieben ist«, rief er mit dem Blick zur Decke – und zu meiner höchsten Irritation begann er dabei hoch und meckernd zu lachen. »Wer ich bin, aus welchen Bestandteilen mein Ich besteht, kann ich nicht sagen. Aber ich möchte es genießen. Hehehehe! Keine Ahnung, worauf meine Existenz abzielt. Aber sagt mir, wie ich meinen Weg noch zielstrebiger weitergehen kann. Hehehehe! Mein Leben hat keinen Sinn. Aber das will ich richtig auskosten. Hehehehe!« Dr. Lenz lachte mit geschlossenen Augen, den Kopf nach hinten geworfen wie ein zerzauster Hahn, während ich meinen Blick auf die übriggebliebenen Brötchen mit dem vergilbenden Käse senkte. Nur langsam begann sich der Doktor zu beruhigen und schluckte die letzten Gluckser hinunter. »Ich kenne nur einen«, erklärte er schwer atmend, »der diesem … Unsinn entgegentreten kann, diesem … Geschwätz der Lebensberater und Fernsehphilosophen.« Düster musterte er mich und nickte mehrmals, um seinen Worten besonderen Nachdruck zu verleihen. »Dieser Mann hockt in der Villa eines Egomanen und ist nicht ansprechbar. Und nichts wäre schlimmer für uns, als wenn er sich zu den Vorgängen der Gegenwart nicht mehr äußern würde.«

20

Nicht, dass mir gleich klar geworden wäre, was dieser unerwartete Gefühlsausbruch zu bedeuten hatte. Doch ich muss zugeben, dass ich an diesem Abend zum ersten Mal von Dr. Lenz beeindruckt gewesen war. Hinter der unbewegten Fassade des Mannes, den ich in der »Sozialen Gesellschaft« oft genug als bloßes Verlautbarungsorgan des Professors erlebt hatte, waren immerhin Überzeugungen sichtbar geworden. Schnell jedoch zeigte sich, dass er das große Ziel unserer Mission nur deshalb so farbenreich noch einmal ausgemalt hatte, weil er inzwischen an meiner Zuverlässigkeit zweifelte. Konnte es schließlich ein Zufall sein, dass sein gerade erst ausgesandter Bote so unvermittelt einen Weg ausgerechnet zu Lou Wolf gefunden hatte? Und dass ausgerechnet diese Lou Wolf über die Macht zu verfügen schien, ihn, Dr. Lenz, von Hinrich Giers fernzuhalten, ihn, den legitimen geistigen Erben des Professors? Oder gingen hier Dinge vor sich, von denen er nichts ahnte und unter deren Einwirkung sich das Binsenburger Puzzle zu einem neuen, unheilvollen Bild zusammenfügte?

Mein Gastgeber erhob sich, stützte sich mit den Händen auf der Tischplatte ab, direkt vor dem Brötchenteller, und fixierte mich von oben herab. »Kennen Sie diese Schlierers von früher? Stehen Sie mit ihnen in einer Verbindung, von der ich nichts weiß?« Eine kurze Pause, ein bohrender Blick. »Gehören Sie ebenfalls zum Kreis dieser … Verschworenen in der Villa Mögen?« Wie ein Ermittler beugte er sich zu mir herunter. Nur die Befragungslampe fehlte. Beinahe hätte ich aufgelacht. Mit den Schlierers bekannt zu sein, war ein wundervoll absurder Gedanke. Irgendetwas dieser Art muss ich wohl auch erwidert haben, ohne dass Dr. Lenz mit meiner Antwort zufrieden gewesen wäre. Seine zweite Frage erreichte mich wie der Luftschwall aus einem Kühlregal. »In welcher Verbindung stehen Sie zu Louisa Wolf?« Ich spürte deutlich, dass er mein Zögern bemerkte. Was hätte ich antworten sollen? Er konnte von unserer früheren Beziehung längst erfahren haben.

Mir war klar, dass ich die Wahrheit sagen musste. Ich erklärte also, dass ich Lou Wolf – jawohl – geliebt hätte. Dass sie es gewesen sei, die mein Interesse für die Werke von Hinrich Giers geweckt, dass sie mich grundlos verlassen, später Julian Fleig kennengelernt habe, Mutter geworden sei und wir seither voneinander nichts mehr gehört hätten, bis sie mir heute, nach drei Jahren gegenseitiger Nichtbeachtung, im Haus der Schlierers unerwartet wiederbegegnet, sie mir mittlerweile jedoch gleichgültig sei und ich von ihrem Aufenthalt in Binsenburg nichts gewusst hätte, geschweige denn, dass ich einer Aufforderung von ihr gefolgt sei, in die Stadt zu kommen. Einzig das Interesse an Hinrich Giers und seinem Werk hätten mich zur Reise veranlasst, vor allem aber die Aufforderung des Doktors, mich an Ort und Stelle zu seiner Verfügung zu halten.

Dr. Lenz stieß sich mit seinen Händen von der Tischplatte ab. Wie zwei große, weiße Vögel flatterten sie über den Käsebrötchen auf. Er drehte mir den Rücken zu, verharrte so einen Moment und machte dann ein paar Schritte durch das halbdunkle Zimmer. Plötzlich drehte er sich auf dem Absatz um, trat wieder vor den Tisch und begann – ich vermag es nicht anders auszudrücken – zu brüllen. »Dann sagen Sie mir, weshalb mir Robert Schlierer empfohlen hat, Sie – ausgerechnet Sie – nach Binsenburg zu holen. Warum er behauptet hat, dass Sie … ein guter Mittler seien. Dass Sie das volle Vertrauen … das volle Vertrauen von Hinrich Giers besitzen würden!« Diese Frage überraschte mich nicht wenig – und kam vermutlich zu schnell, als dass ich über meine Antwort noch einmal hätte nachdenken können. »Ich habe mit dem Professor nie persönlich gesprochen«, erwiderte ich (vermutlich in ähnlicher Lautstärke wie der Doktor). »Ich habe ein paar Vorlesungen bei ihm gehört. Mehr nicht.«

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