Wilm Hüffer - Der Philosoph

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Eine Unverschämtheit, wie sehr Felix unterschätzt wird. Als temporärer Praktikant und Bettgefährte einer Starreporterin fühlt sich der Ich-Erzähler des Romans einfach nicht hinreichend gewürdigt. Als diese das Privatleben des berühmten Philosophen Hinrich Giers untersucht, glaubt sich der junge Redakteur endlich Respekt bei ihr verschaffen zu können. Was für ein Unsinn, diese Gerüchte über die Lolita-Affären des Philosophen. Und deshalb soll er sich ins mondäne Binsenburg abgesetzt haben? Diesmal weiß Felix besser Bescheid: schon bald werde Giers der Welt eine bahnbrechende Theorie der Selbsterkenntnis präsentieren. Er selbst habe ihm dabei geholfen: glaubt Felix. Leider entgeht ihm völlig, welche Rolle seine große Liebe Lou im Leben des Philosophen spielt.
Ein Bericht darüber, was wirklich geschah. Doch kann man dem Erzähler trauen?
Ein satirischer Roman über den Machismo in der Philosophie.

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Oft habe ich mich seit unserem Wiedersehen in der Binsenburger Allee gefragt, woher du dir deiner Sache so sicher zu sein geglaubt hast. Woher die Manier, das Leben in einen Plot verwandeln zu wollen, in eine logische Abfolge von Schritten, vollzogen von Menschen, die scheinbar nichts als eine einzige, simple Triebfeder im Inneren haben, geeignet, eine Handlung leicht durchschaubarer Konflikte in Gang zu setzen? Nicht, dass ich nicht erwartet hätte, mich am Ende als grob gezeichnete Nebenfigur in deinem Binsenburger Plot wiederzufinden, als subalterne Randfigur im Umkreis des Professors. Es stimmt auch, dass ich meinen subalternen Dienst gleich nach der ersten Nacht im Haus von Dr. Lenz angetreten habe, ein schlechtes Frühstück inklusive. Auch bezweifle ich nicht, dass der Doktor meine Rolle in der Tat darauf hatte beschränken wollen, als Briefbote zwischen ihm und Hinrich Giers zu fungieren. Ich war jedoch weit davon entfernt, mich in dieses Rollenkonzept zu fügen. Schon als ich zu meinem ersten Botengang antrat (mit einem Packen von Briefen in der Umhängetasche), war ich zuversichtlich, mich bald in einer Position zu befinden, in der weit mehr der Doktor auf mich angewiesen sein würde als ich auf ihn. Zumal er gar nicht selbst auf die Idee gekommen zu sein schien, mich als Vermittler einzusetzen. Ohne dass er mir Einzelheiten mitgeteilt hätte, musste jemand anderer ihm diese Lösung nahegelegt haben. Ein Umstand, der meine Phantasie an diesem Morgen beflügelte. Jedenfalls war ich entschlossen, die Dinge weit mehr zu meinen Gunsten zu beeinflussen, als Dr. Lenz womöglich recht sein würde.

Ich genoss den freundlichen Frühlingsvormittag und lief auf menschenleeren Straßen ins Tal hinunter. Es war dabei in Binsenburg offenbar eher unüblich, sich von den höheren Lagen des Ortes zu Fuß in die Stadt hinunterzubegeben. Überhaupt schien man das Grundstück kaum jemals unmotorisiert zu verlassen. Gelegentlich rauschten gewaltige Geländewagen auf der kleinen Straße an mir vorüber, schwarzen Särgen nicht unähnlich. Sofern ich hinter Hecken oder in den noblen Hauseingängen überhaupt jemanden zu Gesicht bekam, schien es mir, als würde ich nicht ohne Misstrauen beobachtet. In der Gewissheit ihres Besitzes waren die Bewohner dieser Stadt offenbar ganz bei sich selbst, als ob jede Form der Öffentlichkeit für sie zu existieren aufgehört hätte und allenfalls ein Fremder diesen Eindruck gelegentlich stören konnte. Eine Form der Selbstverkapselung, die ich nicht weiter verurteilenswert fand, zumal die Daseinsform dieser Stadt offensichtlich dem großen Philosophen zu einer letzten Kraftanstrengung diente.

Nachdem ich die Allee erreicht hatte, hielt ich mich in Richtung der Innenstadt und bog nach kurzer Strecke zur Stadtkirche ab, deren weiße Zuckertürmchen schon aus der Ferne über den Baumkronen zu sehen waren. Wie mich Dr. Lenz hatte wissen lassen, residierte Hinrich Giers auf der anderen Seite des Talkessels, auf jener terrassierten Anhöhe, die Paradies genannt wurde und zu den vornehmsten Wohnlagen der Stadt zählte. Eine aus Granitsteinen gemauerte Stiege führte direkt dort hinauf. Ich nehme an, dass du diesen verborgenen Weg nie kennengelernt hast. Die von Moosflecken durchschossenen Steine werden gesäumt von prachtvollen alten Hecken. Dahinter ragen die erdfarbenen Giebelwände einiger Häuser auf der Halbhöhe empor. Man geht unter Bäumen, nicht ohne Mühe, die steilen Stufen hinauf. In stumpfen Winkeln schmiegen sich die Treppenabschnitte an den Hang. Man läuft durchweg im Schatten, beinahe in Finsternis, ohne Aussicht auf die Stadt, als ob man im Begriff sei, sich Zugang zu einer verborgenen Welt zu verschaffen.

Erst weiter oben quert die Stiege an mehreren Punkten die stillen Straßenterrassen, tritt man plötzlich in die Helligkeit. In den Gärten blühte bereits der Flieder. Die Sonne schien angenehm warm, und es waren deshalb durchaus keine unangenehmen Gefühle, mit denen ich an die überraschenden Neuigkeiten zurückdachte, von denen mir Dr. Lenz berichtet hatte. Erst von ihm habe ich erfahren, dass sich seit einiger Zeit auch Julian Fleig in der Stadt aufhielt und auf dem Paradieshügel sogar ein Haus zu besitzen schien. Der Doktor hatte das mit großem Widerwillen erzählt. Er hegte gegen den Fernsehphilosophen eine tiefe Abneigung. Dabei mochte ein schlechtes Gewissen mitschwingen, seit er mit seinem Votum der Fleig’schen Universitätslaufbahn ein Ende gesetzt hatte, vielleicht auch Neid darüber, dass die Karriere des Fernsehphilosophen nach dem vermeintlichen Ende erst richtig begonnen hatte. Vor allem aber dürfte der Doktor Angst gehabt haben. Denn Julian Fleig, ein hochgefragter Gast auf handverlesenen Podien und in bekannten Fernsehshows, konnte sich kaum zufällig in die Binsenburger Einsiedelei verirrt haben. Man musste in der Tat unterstellen, dass er auf eine Abrechnung mit Hinrich Giers aus war, zumal er schon frühere Auftritte genutzt hatte, um dessen Werk zu kritisieren, ja lächerlich zu machen.

Weshalb jedoch hätten solche Feindseligkeiten Veranlassung dazu geben sollen, in Angststarre zu verfallen? Was konnte der Fernsehphilosoph tun, um Hinrich Giers ernstlich zu schaden? Ich wusste damals noch nichts von den Recherchen, die du mit Fleigs Hilfe angestellt hast, hätte folglich nicht ahnen können, dass du bald darauf in Binsenburg erscheinen und abwegige Gerüchte über den Professor in Umlauf bringen würdest. Ich möchte jedoch behaupten, dass ich selbst in Kenntnis deiner Umtriebe damals keinen Grund gesehen hätte, den Fernsehphilosophen als Gefahr zu betrachten. Von Anfang an sah ich eine Chance darin, diesen geltungssüchtigen Menschen mit dem Objekt seiner Minderwertigkeitsgefühle zusammenzubringen. Wer hätte Hinrich Giers schließlich wirkungsvoller aus der Defensive locken können als sein ehrgeiziger und eifersüchtiger Schüler? In dieser Einschätzung, das musst du zugeben, habe ich mich nicht getäuscht.

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Ich weiß nicht, ob du den Eindruck kennst, den das Haus hervorrief, in dem der Professor Zuflucht gesucht hatte. Dieses Gefühl der Überwältigung, sobald hinter der ersten Wegbiegung, zwischen sprießenden Obstbäumen und Rhododendren-Gebirgen die zitronengelbe Fassade und die schiefergrauen Walmdächer des Anwesens sichtbar wurden. Man konnte sich dieser Villa kaum nähern (auf dem herrlichen weißen Kies, im Bogen der weiten Rechtskurve), ohne sich den Besitzer als Freund der Kunst und Literatur, als großen Mäzen, als Fürsten des Guten und Schönen vorzustellen. Eine bedauerliche Täuschung der Einbildungskraft. Selbst bei späteren Besuchen habe ich nicht ohne Missmut daran gedacht, dass hinter den kunstvoll gegliederten Fensterfronten dieses Palastes ein prosaischer Frührentner seinen weitgehend interesselosen Betätigungen nachging.

Robert Schlierer schien ein bedeutender Industrieller gewesen zu sein. Heute, so konnte man nachlesen, redete er freimütig von den alten Tagen seines Wehrdienstes und der Gewohnheit, in den von ihm bereisten Landschaften zuerst nach geeigneten Positionen für die Feldartillerie Ausschau zu halten. Dr. Lenz und ich haben ihn schließlich den Artilleristen genannt. Es entbehrte nicht der Logik, dass er auf der höchstgelegenen Terrasse des Paradieshügels residierte – wie unter dem Vorsatz, die im Tal gelegene Stadt unter Beschuss zu nehmen. Als ich am Eingangsportal, einer dunkelgrün lackierten Tür mit ornamentalen Messingbeschlägen, den Klingelknopf drückte und im Inneren des Gebäudes ein Glockendreiklang vernehmlich wurde, rechnete ich mit einer untergeordneten Person, die mir öffnen, mich steif begrüßen und auf einem einschüchternden Weg tief ins Hausinnere begleiten würde. Umso überraschter war ich, als die Tür mit unzeremoniöser Geschwindigkeit aufsprang und mein Blick zuerst auf zwei nackte, fleischige und braungebrannte Füße fiel. Auch die übrige Erscheinung machte den Eindruck des Braungebrannten, war allerdings ersichtlich älter, als es ihre blondierten schulterlangen Haare, ihr buntes Hemd und die zerschlissene Jeans vermuten ließen. Ich sah einen alten Mann vor mir, der unter eine blonde Perücke geschlüpft zu sein schien, einen welken, freudlosen Geist, der ein Bild entspannter Lebenskunst vorzustellen versuchte.

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