Wilm Hüffer - Der Philosoph

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Eine Unverschämtheit, wie sehr Felix unterschätzt wird. Als temporärer Praktikant und Bettgefährte einer Starreporterin fühlt sich der Ich-Erzähler des Romans einfach nicht hinreichend gewürdigt. Als diese das Privatleben des berühmten Philosophen Hinrich Giers untersucht, glaubt sich der junge Redakteur endlich Respekt bei ihr verschaffen zu können. Was für ein Unsinn, diese Gerüchte über die Lolita-Affären des Philosophen. Und deshalb soll er sich ins mondäne Binsenburg abgesetzt haben? Diesmal weiß Felix besser Bescheid: schon bald werde Giers der Welt eine bahnbrechende Theorie der Selbsterkenntnis präsentieren. Er selbst habe ihm dabei geholfen: glaubt Felix. Leider entgeht ihm völlig, welche Rolle seine große Liebe Lou im Leben des Philosophen spielt.
Ein Bericht darüber, was wirklich geschah. Doch kann man dem Erzähler trauen?
Ein satirischer Roman über den Machismo in der Philosophie.

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Ein Fehler war es allerdings, dass du von der exzentrischen Binsenburger Kulisse auf das vermeintliche Siechtum, die innere Verwahrlosung des Philosophen geschlossen hast, der hier Zuflucht genommen hatte. Ein Irrtum, der auch Dr. Lenz nach seiner Anreise unterlaufen zu sein scheint. Offenbar war er bald davon überzeugt gewesen, einen gekränkten Mann von seinem akademischen Totenbett zerren zu müssen. Ich dagegen war im anhebenden Frühling aus dem alten Bahnhofsgebäude getreten, war zum ersten Mal durch die Allee gelaufen (die so ungezwungen, in weiten Biegungen, durch die Stadt führt), und hatte sofort geahnt, dass die Einschätzung von Dr. Lenz auf Unverständnis beruhen musste. Trotz der großen Reisetasche fühlte ich mich unbeschwert, betrachtete die lila blühenden Krokusmatten auf den weiten Rasenflächen, die sanft ansteigenden Hügel zur Rechten und Linken, auf denen hinter den Bäumen weiß getünchte Stadtvillen hervorblickten, schaute durch die herabhängenden, noch kahlen Zweige der Linden auf die wintergrauen Wälder der Berghöhen ringsum – und hatte unmittelbar eine klare Vorstellung, warum sich Hinrich Giers diesen Ort als Exil erwählt hatte. Es war der Mangel an Bestimmung, der ihn gereizt haben musste, die Tilgung der Gegenwart aus dem Gegenwärtigen, das gleichmütige Grün, das sich gegen die Welt verwahrte und gegen jeden beschwerenden Gedanken, der an die Welt geknüpft blieb.

Dieser Ort, so schien es, war eine ideale Bühne für den kontemplativen Menschen und seinen vielleicht letzten großen Versuch der Selbsterkenntnis. Binsenburg machte sich nicht anheischig, seinen Sinnen zu schmeicheln, ihn mit dekorativen Stadtansichten um die Realität zu betrügen. Vielmehr hatte letztere in dieser Umgebung im Grunde zu existieren aufgehört. Jegliche Wahrnehmung schien bedeutungslos, jedes Hindernis beseitigt zu sein, das den Denker in ein störendes Hier und Jetzt hätte zurückversetzen können. Ich fühlte mich geradezu freudig bewegt, als ich in die Straße einbog, die rechts von der Allee auf jene Anhöhe führte, auf der Dr. Lenz Quartier bezogen hatte. Der schmale Weg wand sich in einigen Biegungen vom Fuße eines Seitentales zu einer Siedlung hinauf, die den prosaischen Namen Fichtenbuckel trug und aus einem Spalier älterer Reihenhäuser bestand, das hinter der Noblesse der großen Villen ringsum deutlich zurückblieb. Das Domizil von Dr. Lenz stand weiter hinten in dieser verdüsterten Gruppe und blickte auf den waldigen Saum des Höhenzugs, der das Tal auf dieser Seite begrenzte. Dass der Eindruck dieser Adresse eine gewisse Ernüchterung in mir hervorrief, lässt sich nicht leugnen. Doch obschon ich vom Anstieg erschöpft war und nicht ohne Beklemmung vor die graulackierte Haustür trat, hatte ich bereits das untrügliche Gefühl, in Binsenburg am richtigen Ort zu sein.

10

Dr. Lenz und ich waren keineswegs gut miteinander bekannt. Es war daher ein Moment nicht ohne Peinlichkeit, als er mir öffnete und mich ohne Begrüßungsfloskeln, beinahe hastig, hineinbat. Die Ruhelosigkeit, mit der er mich durch das weitgehend leere Parterre des Hauses führte, ließ keinen Platz für Höflichkeiten. Er deutete in ein kleines, dunkles Bad, ohne sich zu dessen Verwendung zu äußern, und öffnete am Ende der Diele die Tür zu einer Kammer, deren Fenster in den rückwärtigen Garten wies. Das Zimmer war leer, bis auf eine geblümte, an die Wand gelehnte Matratze, einen fleckigen Eichentisch und einen Stuhl, vermutlich die Hinterlassenschaft des vormaligen Besitzers. Die nachgedunkelten Wände zeigten scharfkantige weiße Flecken. Von wem er die deprimierenden Räumlichkeiten bezogen hatte, hat mir Dr. Lenz nicht verraten. Er schien überhaupt entschlossen, mir möglichst wenig Hinweise auf seine näheren Lebensumstände zu geben. Von dem Haus, das er während der letzten Monate seines Lebens bewohnt hat, habe ich kaum mehr zu Gesicht bekommen als jenes trostlose Verlies, das für mehrere Wochen mein Domizil werden sollte, und den Wohnraum, den wir betraten, kaum dass ich meine Tasche abgestellt hatte.

Fahrig räumte der Doktor zwei Teegedecke auf einen großen, mit Büchern und Papieren übersäten Tisch, der in der Mitte des Raumes stand, schenkte aus einer gläsernen Kanne ein, setzte sich, stand wieder auf, stapfte in die benachbarte Küche, begann dort lautstark herumzuräumen und kam zurück mit einer Schachtel billiger Kekse, die er wortlos auf den Tisch schob. Dann saßen wir einander gegenüber und nippten an unseren Tassen. Der Tee war lauwarm und schmeckte furchtbar. Im Raum war es dunkel. Vor den beiden Terrassentüren, die in den Garten hinausführten, war eine Wand aus Umzugskisten errichtet. Nur oberhalb dieser Mauer fiel etwas Licht herein. Schweigend blickte ich mich um. Hinten im Zimmer stand ein schwerer Schreibtisch, ein geschmackloses Möbelstück aus schwarz lackiertem Holz mit wuchtigem Schubladenaufsatz, daneben ein Kellerregal mit wenigen, wahllos eingelegten Böden, auf denen sich Bücher stapelten.

»Ich bin dankbar, dass Sie gekommen sind«, sagte Dr. Lenz schließlich und ließ nochmals eine Minute verstreichen. Dank meiner Gesprächsnotizen kann ich den Wortlaut präzise wiedergeben. »Hinrich Giers ist … verändert.« Der Doktor zuckte mit dem Kopf und zog die Schulterblätter nach oben, als ob er den Schrecken darüber zu unterdrücken versuchte, wie gründlich auch sein eigenes Leben infolge dieser Entdeckung verändert war. »Er bedarf der Ruhe«, lautete die Schlussfolgerung des Doktors, ganz so, als ob er selbst bereits entsprechende ärztliche Anordnungen getroffen habe. »Es ist unsere Aufgabe, alles zu tun, um unserem Freund die Souveränität über sein Leben zurückzugeben.« Offenbar war Dr. Lenz dabei, mir eine Art Lagebericht vorzutragen, der mich über die Situation orientieren sollte. »Hinrich Giers möchte die Verfügungsgewalt über sein Werk zurückgewinnen. Es macht den Eindruck, als würde er Atem holen … Atem holen für die letzte große Aufgabe … die große Mission seines Lebens, von der wir wissen, dass er sie … trotz aller Anstrengungen … bisher noch nicht erfüllen konnte«, verkündete Dr. Lenz, offenbar in dem Glauben, von der Warte eines objektiven Beobachters zu sprechen, und skizzierte sogleich seine Hoffnungen. »Es geht um das Werk, mit dem Hinrich Giers seinen Namen verewigen wird, mit dem er vollenden wird, wofür wir damals angetreten sind in der ›Sozialen Gesellschaft‹«.

Mit beklagenswerter Vorhersehbarkeit wiederholte der Doktor dann vieles aus jener alten Theorie der »Sozialen Gesellschaft«, die sein Lehrer zuletzt vor dreißig Jahren vorgetragen hatte und deren Einzelheiten ich dir ersparen möchte. Was aus den akademischen Anfängen von Hinrich Giers bestenfalls als blasser Titel einer Zeitschrift übriggeblieben war, dürfte Dr. Lenz bis zum letzten Moment angetrieben haben: die verführerische Idee einer letztgültigen Theorie. Der fundamentale Irrtum, die Selbstbefragung des Menschen zu einem Ende bringen, auf die Frage nach der Selbsterkenntnis eine endgültige Antwort geben zu können. Der Doktor hatte keine Freude an der unerschöpflichen Kraft und Tätigkeit der Vernunft, ihren immer neuen Hervorbringungen. Wie alle Menschen, die im Verborgenen ihre Lebensängste hegen, wünschte er sich feste Resultate. Der Gedanke erschien ihm furchtbar, dass Selbsterkenntnis der bloße Abguss eines Zustands, die Spiegelung eines geistigen Augenblicks sein könnte. Ich war überzeugt, dass er Illusionen nachhing, hier oben, in der selbstgewählten Einöde auf dem Fichtenbuckel. Er war nicht nach Binsenburg gekommen, um sich in eine offene Auseinandersetzung zu begeben, sondern verteidigte hinter selbsterrichteten Kartonwänden seine vermeintlichen Gewissheiten. Meine anfangs verspürte Zuversicht drohte zu verflachen. Unfähig, mich länger zu beherrschen, unterbrach ich den Lagebericht. »Herr Dr. Lenz, wozu bin ich hier?«

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