Ajana Holz - Vom Leben getragen

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Ajana Holz ist Bestatterin mit Leib und Seele, sie versteht ihren Beruf als Lebensaufgabe. Mit ihrem bundesweit mobilen Bestattungsunternehmen DIE BARKE begleitet sie seit über 20 Jahren die Toten in ihrem Übergang und die Lebenden beim Abschied und in ihrer Trauer. In diesem Buch widmet sie sich den vielen tabuisierten Themen rund um Tod und Bestattung.
Wie gehen wir als Gesellschaft mit unseren Toten um oder: Welchen Umgang lassen wir zu? Ist unser Körper «nur eine Hülle»? Und welche Folgen hat diese Annahme? Was ist alles bei einer Bestattung zu bedenken, was ist erlaubt und was nicht? Und was sollte sich daran ändern? Wie war unsere Bestattungskultur früher? Wie ist der professionelle Umgang heute? Das sind nur einige der Fragen, die in diesem Buch gestellt werden.
Ajana Holz will Mut machen. Mut für den eigenen Weg beim letzten Abschied, für die ganz eigene, unvergleichliche Art, der Trauer Ausdruck zu geben. Doch auch Mut dazu, auf manche Fragen keine abschließende Antwort zu haben – und sie trotzdem zu stellen.

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Aus der Vergangenheit lernen, um die Zukunft zu schaffen, in der wir alle gut miteinander leben können … Ich bin mir sehr sicher, dass wir uns das im Grunde unseres Herzens alle wünschen. Es ist möglich, diesem Herzenswunsch zu folgen und ihn zu unserer Wirklichkeit zu machen. Jetzt ist die Zeit.

Für die Menschenrechte der Toten: Die juristische Versachlichung

Dies ist ein „Plädoyer“ für die Würde der Toten – für die Würde alles Lebendigen. Die Toten gehören für mich zum Leben. Warum die Lebendigkeit hier unbedingt dazugehört und wie wir auch tote Menschen bei diesem Übergang als sehr lebendig erfahren, darüber werde ich in diesem Buch an verschiedenen Stellen noch ausführlicher erzählen. Und deshalb verstehen wir BARKE-Bestatterinnen uns auch als eine Art „Anwältinnen“ für die Würde der Toten, was unser Beweggrund für die vielen Vorträge und Seminare ist, die wir überall in Deutschland halten. Seit Beginn der BARKE-Arbeit geben wir unser spezielles Wissen in vielen Fortbildungen an HospizmitarbeiterInnen, Palliative-Care-PflegerInnen, Ärztinnen und Ärzte sowie Hebammenschülerinnen weiter, halten öffentliche Informationsvorträge rund um das Thema Bestattung und bieten seit Kurzem auch eine eigene Unterweisung in Übergangsbegleitung in unserem Haus an.

Tote Menschen werden in der Fachsprache übrigens allgemein als „Leichen“ bezeichnet; ein Begriff, den ich möglichst vermeide, weil er suggeriert, dass „die Leiche“ schon nicht mehr der Mensch ist, der soeben gestorben ist. Ich sage gerne „die Toten“ oder „die/der Tote“. Das ist für mich ein schönes Wort, in dem „Tod“ enthalten ist, ein Wort, mit dem ich die Toten würdigen möchte – und auch durch diese klare Benennung will ich Tod wieder mehr ins Leben hineinnehmen. Ein anderes übliches Wort ist: die/der Verstorbene. In manchen Bestattungsgesetzestexten der Bundesländer wurde „Leiche“ inzwischen schon durch diesen Begriff ersetzt.

Auch Tote sind und bleiben unserer Ansicht nach Menschen und sollten entsprechend respektvoll behandelt werden. Aber juristisch gesehen ist eine tote Person eine Sache. 24Diese Rechtslage spiegelt eine gesellschaftliche Perspektive und hat gleichzeitig diese Sicht mitbestimmt: Der Körper ist „nur die Hülle“, schnell und hygienisch zu entsorgen, der Geist ist die Essenz der Person 25, die nach dem Tod sofort aufhört zu existieren oder als Seele die „Hülle“ sofort verlässt. Somit ist auch rechtlich eine „Leiche“ keine Person mehr. Uns geht es vor allem darum, dass sich der aktuell noch übliche Umgang mit den Toten grundlegend ändert, denn das gesellschaftliche und kulturelle Verhältnis zu den Toten und der daraus folgende ganz praktische Umgang mit den Toten spiegelt in aller Schärfe den Umgang mit jeder Form von Lebendigkeit.

Deshalb müssen wir auch immer wieder davon berichten, wie er tatsächlich ist, der Umgang mit den Toten. Wir erzählen davon, was wir „hinter den Kulissen“ erleben, und konfrontieren die Menschen mit unliebsamen Wahrheiten, die sie dazu auffordern, Eigenverantwortung zu übernehmen und das Recht auf Würde für sich selbst und ihre Angehörigen zu fordern: das Recht auf Würde im Leben, im Sterben, in Krankheit, in Pflege, in Abhängigkeit – in jedem Zustand, in jedem Alter, in jeder Situation, also auch nach dem Tod, in dieser so wichtigen Übergangszeit zwischen Tod und Bestattung, bis wir als körperliche Essenz unseres Wesens der Erde, dem Feuer, den Elementen übergeben werden und in den großen Kreislauf zurückkehren, in dem keine Energie jemals verloren geht.

„Nur die Hülle“? Folgen der Spaltung von Körper, Geist und Seele

Es ist hierzulande weitverbreitet, an einem Totenbett oder am Sarg zu sagen: „Das ist ja jetzt nur noch die Hülle.“ – Dies ist tröstend gemeint. Viele sind davon überzeugt, dass die Seele oder die Essenz des Menschen sehr schnell nach dem Tod fortgehe oder der Mensch, die Persönlichkeit, nun eben einfach nicht mehr da sei. Dies richtet sich unter anderem danach, welche Glaubens- oder Weltvorstellungen die Menschen haben, aber auch danach, in welcher Kultur sie aufgewachsen sind. Ab und zu hören wir auch, meist außerhalb einer Bestattungsbegleitung: „Mir persönlich ist es egal, was nach meinem Tod mit mir geschieht. Wichtig ist das ja nur für meine Nächsten.“

Die meisten Menschen wissen in der Regel nicht, wie der übliche Umgang mit den Toten hier ist. Wenn alle über ausreichende Informationen verfügten, würden manche vielleicht anders darüber denken.

Die Sichtweise, dass nach unserem Tod nur eine leblose Hülle (unser Körper) zurückbleibt, entspricht der Überzeugung einer Trennung von Körper, Geist und Seele. Viele bezweifeln auch das Existieren einer Seele. Bleibt also die Trennung von Körper und Geist. Und der Geist ist nach wie vor das wesentlich höher bewertete menschliche Sein.

Der Körper ist dieser Annahme nach nur so etwas wie ein Hilfsmittel, eine Maschine, die funktionieren muss. Körperlichkeit ist uns entfremdet: etwas, das optimiert werden muss, nie ganz perfekt ist, nicht immer einwandfrei funktioniert, das uns bei schlimmen Krankheiten sogar „verraten“ kann oder gegen uns arbeitet. In ihren Körpern fühlen sich wenige ganz zu Hause. Wenige sind immer glücklich und zufrieden mit ihren Körpern, vor allem Frauen, die dem künstlich erzeugten Ideal niemals ganz entsprechen können.

Dankbarkeit für das Wunder unseres Körpers wird nicht gerade kulturell unterstützt. Kein Wunder also, dass wir uns im Tod auch schnellstmöglich davon trennen wollen?

Aber – ist das wirklich möglich? Wer sind wir? Wo ist der Sitz dieses „Geistes“, wenn manche ForscherInnen mittlerweile herausgefunden haben, dass wir nicht nur mit unserem Gehirn, sondern auch mit unserem Darm 26„denken“ und von riesigen unterschiedlichen (Bakterien-)Völkern besiedelt sind, ohne die wir nicht leben könnten?

Was macht mich aus? Wann und wie sterben diese Völker in mir, die doch auch „Ich“ sind, zumindest ein großer Teil von mir, und nach meinem Tod erst mal munter weiterleben? Gibt es ein abgrenzbares „Ich“ überhaupt? Oder bin ich viele und das nicht nur auf der rein biologischen Ebene? Ist meine Essenz in jeder Zelle, da dort doch auch meine DNA ist, mein „Bauplan“? Und wann sind wir tot, wenn selbst die Medizin diesen Zeitpunkt nicht genau bestimmen kann und dafür derzeit den Hirntod als Maßstab definiert hat? – Das sind Fragen, auf die es keine einfachen Antworten gibt.

Und wie gehen wir mit unseren Körpern um? Wie gehen wir mit unseren Toten um? Welchen Umgang lassen wir zu? Welche Folgen hat diese Spaltung von Körper, Geist und Seele? Was macht das mit uns, wenn der Geist sehr hoch bewertet ist, der Körper aber „nur die Hülle“ und die Seele den Religionen oder der Psychologie zugeordnet wird? Welche Auswirkungen hat die Spaltung von Leben und Tod, das gewaltsam erschaffene Konstrukt der Gegensätze Mensch und Natur, schwarz und weiß, Gut und Böse, männlich und weiblich …?

Eine der in meinen Augen passenden Beschreibungen von Tod ist: radikale Veränderung des Zustandes. – Ich nehme diesen Zustand als sehr lebendig wahr. Aber es bleibt auch immer etwas nicht erklärbar und nicht begreifbar. Tote Menschen sind für mich nie „nur eine Hülle“. Schon allein deshalb nicht, weil mir die Abwertung der Körper, die darin zweifellos mitschwingt, missfällt. Woher sonst kommt das „nur“?

Unsere Körper sind der Ausdruck unseres Wesens. Ohne sie könnten wir nicht auf dieser Erde leben, nicht mit unseren Sinnen all die Schönheit um uns wahrnehmen, wir könnten schlicht nicht da sein. Wir sind körperliche Wesen. Körper gehören geehrt und gewürdigt. Mit Respekt und Achtung behandelt. Mit Liebe und Dankbarkeit für dieses Wunder des Lebens, das sich durch unsere Körper offenbart. Die Toten können uns das Wunder des Lebens begreiflicher machen – wenn wir es zulassen.

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