Tim Parks - Bin ich mein Gehirn?

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Es vergeht kaum ein Tag ohne irgendeine Diskussion, ob Computer ein Bewusstsein haben können, ob unser Universum eine Art Simulation, ob der Geist ein einzigartiges Charakteristikum des Menschen ist. Die meisten Philosophen gehen davon aus, dass unsere Erfahrung in unserem Gehirn eingeschlossen ist und die äußere Realität unzuverlässig repräsentiert. Farbe, Geruch und Klang, heißt es, ereignen sich nur in unseren Köpfen. Wenn aber Neurowissenschaftler unsere Gehirne untersuchen, finden sie nur Milliarden von Neuronen, die elektrische Impulse austauschen und chemische Substanzen freisetzen.
Als Tim Parks in einem zufälligen Gespräch mit Riccardo Manzottis radikal neuer Theorie des Bewusstseins konfrontiert wurde, fing er an, die eigene Erfahrung zu prüfen und mit den philosophischen und neurowissenschaftlichen Theorien zu konfrontieren.
Bin ich mein Gehirn? erzählt die fesselnde, oft erstaunlich lustige Geschichte eines Paradigmenwechsels und stellt metaphysische Betrachtungen und komplizierte technische Labor­experimente so dar, dass wir verstehen, was in dieser Debatte auf dem Spiel steht, für uns als Individuen und für die Menschheit insgesamt.

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»Was ist die Belohnung?«, fragt meine Partnerin.

»Keine Ahnung. Bestimmt nicht eine Tasse heißer Tee.«

»Das könnte wichtig sein.«

»Wie auch immer, wenn das Kind es kapiert hat, machen sie eine Pause, dann wiederholen sie das Experiment, ändern aber die Grifffarben der Instrumente, sodass der Stab, mit dem es klappt, jetzt zum Beispiel einen roten Griff hat. Der blaue funktioniert diesmal nicht.«

»Gemein.«

»Die Frage ist also: Kann ein Kleinkind zwischen der funktionell relevanten Länge und der funktionell irrelevanten Farbe unterscheiden?«

»Und wenn die Kinder die Belohnung gar nicht haben wollen?«

»Dann wollen sie vielleicht trotzdem ihre Eltern beeindrucken, oder sich selbst. Sie wollen sich gut fühlen, weil sie die Aufgabe kapiert haben. Unabhängig von der Belohnung.«

»Sind die Eltern dabei?«

»Ein Elternteil.«

»Bezahlt?«

»Anscheinend nicht.«

»Also haben wir es mit Eltern zu tun, die sich für die frühkindliche Entwicklung interessieren.«

»Für Leistung, ja. Sie wollen zweifellos, dass ihre Kinder weiterkommen.«

»Aber was ist, wenn das Kind gegen die Leistungsorientiertheit der Eltern rebelliert und sich weigert, bei dem Röhrenspiel mitzumachen?«

Ich schüttele den Kopf. »Es ist so, dass bei vielen dieser Experimente den Kindern Elektroden angelegt werden, die die Hirnaktivität im frontalen Kortex aufzeichnen.«

»Geh dir mal deinen Tee holen«, sagt meine Partnerin.

»Aber was soll ich mit der Tasse machen, die ich schon habe? Sie ist noch voll.«

»Lass sie stehen und nimm dir eine neue.«

Ich zögere und stelle mir vor, wie die Kellnerin angesichts dieser Verschwendung beim Tischabräumen über mich den Kopf schüttelt.

»Ich möchte aber nicht verschwenderisch wirken«, sage ich.

»Das ist albern«, erklärt mir meine Partnerin. »Geh schon.«

Ich mogele. Ich warte, bis jemand anders zum Samowar geht, um zu beobachten, was die Person macht. Es ist ein Deutscher im mittleren Alter. Er drückt auf den roten Knopf an der Seite des Geräts, der daraufhin aufleuchtet. Er hatte gar nicht so ausgesehen wie ein Knopf mit einem Lämpchen darin. Ich bin ein Stümper. Es war ganz einfach. Der Mann wartet. Ich trete näher und stelle mich hinter ihm an. Ungefähr ein Dutzend Leute befinden sich in dem Frühstücksraum mit den (in meinem Kopf) silbergrauen Stühlen, die hohe, gerade Rückenlehnen haben, und einem (in meinem Kopf) schwarzen Teppichboden mit einem Muster aus kleinen weißen Kronen, das diagonal durch das Rechteck des Raums verläuft. Was ich Christof Koch gerne fragen würde, ist, ob die Farben ein größerer Schwindel sind als die Formen und Größen der Dinge, vor allem, da Koch davon überzeugt ist, dass unsere gesamte Erfahrung der Welt in unserem Kopf angesiedelt ist, als Bild sozusagen, oder als Darbietung im Theater des Geistes. Galileo allerdings glaubte, das Einzige, was tatsächlich draußen auf der Welt existierte, seien Formen, Zahlen und Bewegungen; alles andere – Farben, Töne, Geschmack, Geruch usw. – würde allein durch unsere Augen, Ohren, Zunge und Nase ergänzt. Sei rein subjektiv, würde außerhalb der Menschheit überhaupt nicht existieren. Um also einen Gegenstand tatsächlich zu erfassen, musste man ihn in jeder erdenklichen Weise vermessen, mit wissenschaftlichen Instrumenten, musste seine Form, seine Masse und seine Bewegungen untersuchen, aber nichts von dem, was uns normalerweise daran interessieren würde, etwa welche Farbe er hat, wie er riecht oder wie er sich anfühlt. Vielleicht habe ich mich deshalb nie der Wissenschaft zugewandt.

Mein Tee kommt knallheiß heraus. Jetzt habe ich etwas über Samoware gelernt. Einer bestimmten Art. Nie wieder werde ich mich im Frühstücksraum eines deutschen Hotels durch lauwarmen Tee blamieren. Folglich hat sich in meinem Gehirn vermutlich etwas verschoben. Es ist jetzt anders als noch vor zehn Minuten. Zur Vorgabe von Professor Pauens Forschung gehört, dass das kindliche Gehirn in dieser Phase maximaler Formbarkeit durch die kleinen Lernspiele, die ihr Team mit den Jungen und Mädchen durchführt, tatsächlich verändert wird. In einem Experiment etwa werden kleinen Kindern in schneller Abfolge Fotos gezeigt, zum Beispiel von Gesichtern, bekannt und unbekannt, männlich und weiblich, vielleicht auch von Tieren oder Möbelstücken. Die Reaktion des Kindes wird mithilfe eines Elektroenzephalografen gemessen, der Gehirnströme aufzeichnet – elektrische Aktivitäten im Gehirn –, ihre Intensität misst und in Millisekunden zählt, wie schnell nach dem Sehen des Fotos sie auftreten. Ergebnis: Seit man Scharen von neun Monate alten Babys mit Elektroden am Kopf vor einen Bildschirm gesetzt hat, gilt es als erwiesen, dass sie zwischen verschiedenen Tierarten und zwischen Männern und Frauen beziehungsweise männlichen und weiblichen Gesichtern unterscheiden können. Was noch interessanter ist: Es ist auch klar geworden, dass die Kinder weniger stark reagieren, wenn ein Foto die Wiederholung des vorherigen ist, selbst wenn sie das vorherige Foto nur eine halbe Sekunde lang gesehen haben. Innerhalb dieser sehr kurzen Zeitspanne hat sich also das Gehirn bereits verändert, es hat etwas gelernt, so wie ich jetzt gelernt habe, den Samowar einzuschalten und kurz zu warten, ehe ich heißes Wasser aus dem Zapfhahn entnehme, auch wenn ich immer noch nicht weiß, wozu der hübsche silberne Teekessel oben auf der Maschine da ist. Ist er ein funktionales oder ein nicht-funktionales Element?

Als ich wieder an meinen Platz gehe, mit der zweiten Tasse Twinings English-Breakfast-Tee in der Hand, wird der Raum unvermittelt durch eine Erscheinung verändert. Eine Frau mit einem knallgelben Hut schwebt herein.

Ich sollte erwähnen, dass alle anderen Leute im Frühstücksraum auf den ersten Blick unscheinbar wirken. Sie wissen schon, wie ich das meine, es soll keineswegs geringschätzig klingen. Ich bin selbst genauso unscheinbar. Keine dieser Personen sendet auffällige Signale aus oder fordert auf irgendeine Art und Weise besondere Aufmerksamkeit ein. Da wären der Deutsche im mittleren Alter und seine Frau, die links von uns sitzen, ein junges japanisches Paar an einem der Tische am Fenster, und eine arabische Familie mit Mann, Frau und einem bemerkenswert braven Kleinkind. Alle ganz gewöhnlich angezogen. Das schwarze Kopftuch der arabischen Mutter wirkt vollkommen gewöhnlich. Dazu trägt sie ein Jackett und Jeans.

Alle widmen sich in einer unaufdringlichen Art und Weise ihrem Frühstück. Was vermutlich bedeutet, dass sich alle mehr oder weniger einig darüber sind, wie man sich beim Frühstück in einem Hotel benehmen sollte. Die gedämpften Gespräche kommen dank der leise eingespielten 70er-Jahre-Popmusik an den anderen Tischen nur als unverständliches Gemurmel an; im Augenblick läuft zum Beispiel gerade »Super Trouper«. Was wiederum zu der zwanglosen Kleidung, dem schallschluckenden Teppich und den (in unseren Köpfen) grauen Stuhlpolstern zu passen scheint. Tatsächlich ist mir das alles bisher gar nicht aufgefallen. Wir haben uns alle an die Hotelumgebung angepasst, uns quasi unsichtbar gemacht. Uns konform verhalten, würde man wohl sagen. Liegt es daran, dass wir durch die Millionen und Abermillionen ähnlicher Eindrücke, die unsere Gehirne im Laufe der Jahre empfangen haben, einander irgendwie ähneln, oder zumindest ähnlich disponiert (programmiert, gepolt?) sind, wenn es um das Frühstücken in Hotels geht? Alle Wissenschaftler, deren Studien über das Gehirn ich gelesen habe, verwenden Analogien aus dem Computerbereich. Pauens Babys »verarbeiten« Bilder und »codieren« und »speichern« sie. Das scheint die natürliche Art und Weise zu sein, über das Gehirn zu sprechen, auch wenn an einem Computer natürlich rein gar nichts natürlich ist. Auch nicht am Frühstücken in Hotels.

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