Tim Parks - Bin ich mein Gehirn?

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Es vergeht kaum ein Tag ohne irgendeine Diskussion, ob Computer ein Bewusstsein haben können, ob unser Universum eine Art Simulation, ob der Geist ein einzigartiges Charakteristikum des Menschen ist. Die meisten Philosophen gehen davon aus, dass unsere Erfahrung in unserem Gehirn eingeschlossen ist und die äußere Realität unzuverlässig repräsentiert. Farbe, Geruch und Klang, heißt es, ereignen sich nur in unseren Köpfen. Wenn aber Neurowissenschaftler unsere Gehirne untersuchen, finden sie nur Milliarden von Neuronen, die elektrische Impulse austauschen und chemische Substanzen freisetzen.
Als Tim Parks in einem zufälligen Gespräch mit Riccardo Manzottis radikal neuer Theorie des Bewusstseins konfrontiert wurde, fing er an, die eigene Erfahrung zu prüfen und mit den philosophischen und neurowissenschaftlichen Theorien zu konfrontieren.
Bin ich mein Gehirn? erzählt die fesselnde, oft erstaunlich lustige Geschichte eines Paradigmenwechsels und stellt metaphysische Betrachtungen und komplizierte technische Labor­experimente so dar, dass wir verstehen, was in dieser Debatte auf dem Spiel steht, für uns als Individuen und für die Menschheit insgesamt.

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Gleich wird bestimmt wieder der Wecker klingeln. Es ist jetzt schon eine ganze Weile her.

Warum habe ich von Tieren geträumt? Ich hatte in dem Traum ein Gefühl der Überraschung, als die Tiere auftauchten, vielleicht weil sie von seltsamer Größe waren und flussaufwärts wanderten. Das Kaninchen war größer, als es hätte sein sollen. Der Leopard und der Hund waren kleiner, und unscheinbar. Der Hund ist jetzt nur noch ein Wort, visuell ist von ihm nichts mehr übrig, obwohl ursprünglich etwas da gewesen sein muss, denn warum hätte ich sonst »Hund« denken sollen? Aber ich habe auch »Leopard« gedacht, und ich bin mir gar nicht so sicher, dass ich einen Leoparden überhaupt erkennen würde, wenn ich einen sähe, ich meine, ob ich ihn von, sagen wir mal, einem Geparden oder einem Jaguar unterscheiden könnte. Jedenfalls war da etwas Katzenähnliches, das ich für einen Leoparden hielt. Oder vielleicht habe ich das Wort geträumt, Leopard, und es mit dem katzenähn lichen Wesen, das ich sah, in Verbindung gebracht. Wenn ich jetzt an die Überraschung zurückdenke, die ich beim Anblick der Tiere empfand, die gemeinsam den flachen kleinen Fluss hinaufmarschierten, dann ist das keineswegs unangenehm; es war ein Gefühl leichter Benommenheit, halluzinatorisch, so als würde mir etwas Bedeutendes offenbart; und die Bedeutung, worin sie auch immer bestand, passte zu diesem Gefühl, diesem Traumzustand, der natürlich abrupt endete, als der Wecker klingelte und ich die Augen aufschlug und das Zimmer sah.

Gibt es eine Lücke zwischen dem Wald mit dem Fluss und dem Zimmer?

Ja und nein. Der Wald ist jetzt nirgends, er ist nicht im Zimmer nebenan, aber ich bin derselbe, die Person, die zuerst den Wald und gleich darauf das Zimmer gesehen hat.

Oder?

Kann es sein, dass ich mich beim Aufwachen verändert habe? Ist so etwas möglich?

Ich habe das Gefühl , derselbe zu sein. Ich habe das Gefühl, den beiden Erlebnissen, Traum und Wirklichkeit, eine Kontinuität zu geben, wenn auch nur nachträglich, genau wie ich das Gefühl habe, noch dieselbe Person zu sein, die ich vor vierzig Jahren war, obwohl es vor vierzig Jahren ganz anders gewesen sein dürfte, mir zu begegnen, als es heute ist.

Ich bewege mich hier auf unsicherem Boden.

Was wir sagen können, ist, dass diese Kontinuität, wie immer sie auch beschaffen sein mag, ganz anders ist als die Kontinuität, die Wörter erzeugen. Die Kontinuität der Wörter kann ich steuern (glaube ich), ich kann bestimmen, wie sie sich zu Sätzen, Abschnitten, Essays und Geschichten zusammenfügen, aber die Kontinuität des Sehens und Fühlens nicht. Beim Sehen und Fühlen passt alles zusammen, es entstehen keine Lücken, wenn mein Erleben von der Hand, die meinen Arm streichelt, zu dem Fluss mit dem kopflosen Dinosaurier und dem weißen Kaninchen übergeht, und dann zu den Verkehrsgeräuschen draußen vor dem Fenster und wieder zurück zu dem Fleck an der Wand neben der Lampe mit dem grünen Schirm.

Erfahrung, Erleben ist kontinuierlicher und gewissermaßen gleichzeitiger als Wörter, mit denen man immer nur eine Sache auf einmal sagen kann. Wörter sind linear. Sie ordnen die Dinge, ziehen sie aus dem Gemisch hervor, beschwören jeden Gegenstand als Ganzes, während ich nichts je vollständig sehe, nie.

Keiner von uns hat jemals im Leben auch nur ein einziges Ding im Ganzen gesehen, von allen Seiten, von oben und unten, so wie ein Wort es benennt .

Andererseits sind Wörter an sich auch wieder nur Teil des Erfahrungsgemischs; zwischen Wörtern und Empfindungen ist keine Lücke; meine Partnerin zum Beispiel, die mir jetzt Zärtlichkeiten in den Nacken flüstert, während ich mich langsam auf das Klingeln des Weckers gefasst mache, das jetzt jeden Moment kommen müsste.

Es ist ein leiser Singsang. Das Klingeln. Drr, d d d drr drr! Tatsächlich ist es das Handy meiner Partnerin. Wörter auf dem Papier können keinen Singsang erzeugen. Nichts, was ich sagen oder schreiben kann, so technisch oder poetisch es auch sein mag, kann Ihnen, liebe Leserin und lieber Leser, den verhassten Klang dieses Weckers übermitteln, der jeden Morgen um 7.30 Uhr etwa zehn Sekunden lang ertönt, Drr, d d d drr drr, und dann immer wieder, in zehnminütigen Intervallen, bis wir schließlich aufstehen und ihn abstellen. Im besten Fall vor acht Uhr. Natürlich ist dieser Klang uns nur verhasst, weil er uns weckt. Abgesehen davon ist er gar nicht so unangenehm. Es ist der gleiche Ton, den das Telefon macht, wenn man es einschaltet. Vielleicht könnte ich, wenn ich inspiriert wäre, etwas Geistreiches, Plastisches über den Klang des Weckers schreiben. Vielleicht würde Ihnen das gefallen. Vielleicht würden Sie dann sagen: Dem Autor ist es wirklich gelungen, den blechernen Klang des Weckers für mich hörbar zu machen und mir zu vermitteln, wie verhasst er ihm ist. Aber da würden Sie sich etwas vormachen. Die geistreiche, plastische Beschreibung würde Ihnen bloß etwas Geistreiches und Plastisches geben. Etwas Geschriebenes. Wörter. Nicht den tatsächlichen Klang des Weckers, der jetzt jeden Augenblick losgehen wird. Eigentlich erstaunlich, dass er noch nicht losgegangen ist. Ob die Batterie leer ist?

Ich lasse die Augen geschlossen in dem Wissen, dass die Welt um mich herum da sein wird, wenn ich sie schließlich als Reaktion auf den Wecker aufschlage, und dass es dann wirklich höchste Zeit sein wird, in die Gänge zu kommen. Abgesehen von allem anderen wird mir bewusst, dass ich pinkeln muss. Eigentlich wird mir jetzt, da ich mir sage, dass ich pinkeln muss, bewusst, dass mir das schon seit einer Weile bewusst gewesen ist, ich es mir aber sozusagen verschwiegen habe. Wie viele Ichs habe ich? Vielleicht meine ich, dass ich mich nicht darauf konzentriert habe. Der Vorgang des Scharfstellens, der zu meinem kontinuierlichen Ich gehört, hat das Pinkelbedürfnis nicht ins Zentrum gerückt. Bis jetzt. Der Drang zum Pinkeln war da und hat darauf gewartet, in den Blickpunkt gerückt zu werden. Mit erstaunlich viel Geduld.

Was, wenn ich jetzt die Augen öffnete und die Welt nicht da wäre?

Ist so etwas möglich?

Es würde vermutlich bedeuten, dass ich erblindet war. Es könnte wohl kaum bedeuten, dass die Welt tatsächlich nicht da war, denn ich wäre ja noch in der Lage, Dinge zu berühren und zu spüren. Zumindest würde ich das Bett unter mir spüren, und natürlich die Gerüche wahrnehmen. Ich wäre nur blind.

Aber was, wenn ich aufwachte und auch keine Gerüche da wären? Und kein Gefühl des Bettes, das mich trägt. Dann würde ich nur noch dahinvegetieren, wie ein Gemüse. Ich wäre hirntot.

Aber wacht Gemüse je auf?

Was, wenn ich überzeugt wäre, noch über all meine Sinne zu verfügen, vollkommen wach und in der Lage zu sein, zu sehen, zu hören, zu riechen, zu berühren usw., nur dass es nichts zu sehen, hören, riechen und berühren gäbe?

Wie seltsam wäre das wohl? Eine Art freies Schweben. Die ultimative Loslösung. Ich bin mir nicht sicher, dass ich mir das überhaupt vorstellen kann.

Die Realität ist, dass die Welt, wenn der Wecker klingelt – es ist jetzt wirklich erstaunlich lange her – und ich die Augen aufschlage, da sein wird, so sicher, wie ich da bin und mein Körper da ist. In gewisser Weise könnte man sagen, dass die Welt ebenso verlässlich mit mir verbunden ist wie mein Körper. Oder ich mit ihr und ihm. Ich meine, ich kann meine Augen auf unterschiedliche Teile des Zimmers, der Welt, richten, aber ich kann mein Sehen nicht von der Welt trennen . Wir sind ein Ganzes.

Vielleicht ist es so, wie man als Kind einen Saugnapf an eine feuchte Fensterscheibe gedrückt und ihn dann nicht wieder abgekriegt hat. Man konnte den Gumminapf über die Scheibe wandern lassen, vielleicht war es ein Plastikpfeil, den man in Richtung Fenster abgeschossen hatte, aber man konnte ihn nicht abnehmen.

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