Hermann Scheer - Der energethische Imperativ

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Nie war eine Inventur der Energiedebatte nötiger als heute. Über wohlfeilen Sympathiebekundungen für ­erneuerbare Energien, über der Diskussion um »Jahr­hundertprojekte« wie Desertec und »Brückentechnologien« droht das wahre Ziel aus den Augen zu geraten: 100% jetzt. Eine vollständige Umstellung auf erneuerbare Energien ist möglich. Wer sie nicht unverzüglich in Angriff nimmt, handelt unverantwortlich und beschwört neue Krisen herauf.
Beschleunigung ist daher das Kernthema von Her­mann Scheers neuem Buch. Der streitbare Politiker und international renommierte Solarexperte leuchtet hinter den Scheinkonsens, der auch Teile der Umwelt­bewegung erfasst hat. Er zeigt die wahren Konfliktlinien auf, nennt die Bremser und Blockierer beim Namen. Vor allem aber bietet Scheer eine realistische Bilanz der verschiedenen Konzepte nach ihren unterschiedlichen Wirkungen und Erfolgsaussichten. Und er beschreibt Schlüsselprojekte, die den Wechsel zu 100 % erneuerbaren Energien beschleunigen und neue atomare und fossile »Brücken« dahin überflüssig machen können.
Ein unverzichtbares Buch, das Mut macht, die Dynamik des Wechsels endlich als umfassende wirtschaftliche Chance zu begreifen, als ökonomischen wie ethischen Imperativ.

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Der »nervus rerum«

Der »neue« Energiekonflikt bricht vor allem dort aus, wo die Einführung erneuerbarer Energien schon so weit fortgeschritten ist, dass sie konventionelle Energien in größeren Anteilen ersetzen können. Das wahre Problem unter der Decke des Scheinkonsenses, der nervus rerum des Konflikts, besteht darin, dass die Systemerfordernisse –gemeint ist damit der technische, infrastrukturelle, organisatorische, finanzielle und nicht zuletzt politische Gesamtaufwand – der Bereitstellung von Atomenergie und fossilen Energien mit den Erfordernissen der erneuerbaren Energien nicht vereinbar sind. Das Ziel muss jedoch die vollständige Ablösung des bestehenden Energiesystems sein. Nur auf einen begrenzten Anteil erneuerbarer Energien zu setzen, wäre eine nicht zu rechtfertigende strategische Selbstbeschränkung mit der Konsequenz, das konventionelle System langfristig fortzuschreiben und es sogar politisch weiter stützen zu müssen. Und es bedeutet, über einen längeren Zeitraum zwei unterschiedliche Systeme der Energieversorgung unterhalten zu müssen, die sich ab einem bestimmten Punkt gegenseitig im Weg stehen.

Zweifellos muss auf dem Weg zu hundert Prozent erneuerbaren Energien eine Übergangsphase durchschritten werden, mit wachsenden Anteilen erneuerbarer Energien an der Energieversorgung bei sinkenden Anteilen der konventionellen Energien, bis diese schließlich insgesamt ersetzt sind. In dieser Phase ist jedoch entscheidend, welche Systemerfordernisse maßgeblich sind: die des eingespielten Energiesystems oder die für erneuerbare Energien angemessenen. Damit ist ein Konflikt vorprogrammiert, der in der Geschichte der modernen Energieversorgung einmalig ist. Auf der einen Seite steht das konventionelle Energiesystem, das die gesamte Energieversorgung nach seinen Funktionserfordernissen durchstrukturiert hat und auf das alle entsprechenden Gesetze zugeschnitten sind. Auf der anderen Seite steht die Perspektive eines vollständig auf erneuerbaren Energien basierenden Systems mit großenteils konträren Funktionserfordernissen, für das politische Systemregeln bisher nur in Ansätzen entwickelt wurden.

Zwischen dem jetzigen und dem anzustrebenden Zustand liegt eine Phase vieler Friktionen und Widersprüche. Nennen wir sie eine Hybridphase in Analogie zum Hybridauto, das mit zwei Motoren für zwei unterschiedliche Antriebsenergien ausgestattet ist. Das überkommene Energiesystem hält die Trumpfkarte eines eingespielten Konzepts und verlangt einen nur langsamen Energiewechsel, der nach seinen Regeln vollzogen werden soll. Die Trumpfkarte der erneuerbaren Energien ist nicht nur, dass es zu ihnen perspektivisch keine Alternative gibt, sondern dass sie tendenziell unabhängig vom konventionellen Energiesystem genutzt werden können und gesellschaftlich höher bewertet werden. Derzeit befinden wir uns jedoch noch in einer trial-and-error-Situation – mit einer Vielzahl konkurrierender Konzepte, die mehr oder weniger durchdacht sind und deshalb leicht gegeneinander ausgespielt werden können. Darin liegt das eigentliche Realisierungsproblem des Energiewechsels.

Die Frage, wie diese Klippen überwunden werden können, um erneuerbare Energien schnell zur Entfaltung zu bringen, hat schlüsselhafte Bedeutung. Entscheidend ist einerseits, die Schwächen wie auch die Stärken des überkommenen Energiesystems zu erkennen. Umgekehrt muss jede Durchsetzungsstrategie auf die eigentlichen Stärken der erneuerbaren Energien bauen und sie zur Geltung bringen. Die jeweiligen Stärken und Schwächen sind nicht nur technischer und wirtschaftlicher Art, sondern auch mentale und nicht zuletzt politische. Weil das systemische Spannungsverhältnis der nervus rerum des Energiewechsels ist, steht der Systemkonflikt im Zentrum dieses Buches.

Alte und neue Fronten

In der »Hybridphase« der Umstellung verändern sich die Konstellationen und auch die Akteure. Lange Zeit waren die Fronten zwischen den Protagonisten erneuerbarer und konventioneller Energien klar und überschaubar. Auf der einen Seite die anfangs noch geringe Zahl von Wegbereitern erneuerbarer Energien: Organisationen für erneuerbare Energien, Umweltverbände, Umweltinstitute, einzelne Akteure in der Politik, Pionierunternehmen und Sympathisanten in den Medien. Auf der anderen Seite eine fast einhellige Ablehnungsfront, bestehend aus der Energieindustrie, den mit ihr traditionell eng kooperierenden Regierungen, den etablierten Forschungsinstituten und Wirtschaftsverbänden sowie dem Gros der Industrieunternehmen und Wirtschaftsmedien. Diese Fronten sind inzwischen aufgeweicht, und dabei haben auch Akteure die Seiten gewechselt.

Industrieunternehmen, Kreditinstitute und Investmentgruppen haben erkannt, dass die Anlagenproduktion und die Finanzierung von Projekten für erneuerbare Energien für sie eine attraktive und wirtschaftliche Perspektive darstellt. In Wirtschafts- und Industrieverbänden, die lange Zeit fest an der Seite der etablierten Energiewirtschaft standen und mit dieser die Untauglichkeit der erneuerbaren Energien sowie die »Wirtschaftsfeindlichkeit« ihrer Verfechter anprangerten, werden inzwischen Loblieder auf die mit erneuerbaren Energien verbundenen Marktchancen laut. Kommunale Energieunternehmen, die zum Anhängsel der konventionellen Energieversorgung geworden waren, sehen neue Chancen, mit erneuerbaren Energien in Zukunft eine eigenständige Rolle zu spielen. Je populärer erneuerbare Energien werden, desto mehr stellen sich die politischen Parteien und Institutionen auf sie ein.

Auch in der etablierten Energiewirtschaft wächst eine neue Generation von Entscheidungsträgern heran, die erkennt, dass Atomenergie und fossile Energien in eine Sackgasse führen. Sie versuchen deshalb, den Einstieg in erneuerbare Energien in einer Weise zu gestalten, die in die Struktur der überkommenen Energieversorgung passt. Die alte Methode der Verweigerung hat sich verbraucht. Jetzt geht es ums Mitmachen, darum, in den anfahrenden Zug einzusteigen und zumindest noch dessen Fahrplan und Geschwindigkeit beeinflussen zu können. Außerdem versuchen Energiekonzerne ihr Festhalten an Atomenergie und fossilen Energien öffentlich damit zu rechtfertigen, dass sie selbst auch in erneuerbare Energien investieren.

Parallel zur Auflösung der bisherigen Verweigerungsfront hat sich auch das Spektrum der Protagonisten erneuerbarer Energien differenziert. Politische Ansätze, die die Entwicklung angestoßen haben, müssen modifiziert werden. Dazu gibt es vielerlei Vorschläge, denen es aber oft an Konsistenz und vorausschauender Konzeptklarheit mangelt. Konkurrierende Interessen, die sich im Zuge der Entfaltung erneuerbarer Energien herausgebildet haben, brechen auf, sobald es um die Anteile am sich vergrößernden Kuchen geht. Befürworter erneuerbarer Energien, die gleichwohl die überkommene Energiewirtschaft als Dreh- und Angelpunkt der Energieversorgung betrachten, sehen in deren verändertem Tonfall Kooperationsbereitschaft. Produzenten von Erneuerbare-Energien-Anlagen erhalten Bestellungen von Energiekonzernen und werden Geschäftspartner. Forschungsinstitute für erneuerbare Energien erhalten inzwischen auch Studienaufträge von etablierten Energieunternehmen. Regierungen laden zu Konsensgesprächen ein, in denen es um ein Nebeneinander und Miteinander von konventionellen und erneuerbaren Energien und um das wechselseitige Abstecken von Claims geht. Vielen Verfechtern erneuerbarer Energien, die sich lange in einer verachteten Außenseiterrolle befanden, erscheint das als großer Fortschritt. Und weil Konsens immer angenehmer ist als Konflikt, entsteht daraus auch praktische Kompromissbereitschaft, in der oft unversehens die meist unsichtbare Grenze überschritten wird, an der ein Kompromiss aufhört und die Kompromittierung beginnt.

Dies alles ist typisch für Übergangsphasen, in denen sich alle Beteiligten auf eine neue Situation einstellen und viele auf einen Konsens hoffen, der ihnen gewisse Sicherheiten gibt. Nicht jeder kann oder will dabei an die Gesamtentwicklung denken. So hilfreich und konstruktiv ein Konsens sein kann, so sehr kann er auch lähmen. Die Frage muss stets sein: Konsens für was und mit wem, und wer sitzt dabei am längeren Hebel? Ein Konsens unter allen, die von dem Wandel in sehr unterschiedlicher Weise tangiert sind, führt zwangsläufig zur Verlangsamung. Oder Konsens unter denjenigen Kräften, die ein gemeinsames Ziel anstreben und sich dafür verbünden? Ein Konsens aller Betroffenen für einen schnellen Energiewechsel wäre nur denkbar, wenn das damit verfolgte Ziel eine »win-win«-Perspektive für alle eröffnete. Dieses Versprechen wird gerne von denen geäußert, die notwendigen Konflikten ausweichen wollen. Bei der Umorientierung zu erneuerbaren Energien ist jedoch ein »win-win« objektiv unmöglich.

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