Hermann Scheer - Der energethische Imperativ

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Nie war eine Inventur der Energiedebatte nötiger als heute. Über wohlfeilen Sympathiebekundungen für ­erneuerbare Energien, über der Diskussion um »Jahr­hundertprojekte« wie Desertec und »Brückentechnologien« droht das wahre Ziel aus den Augen zu geraten: 100% jetzt. Eine vollständige Umstellung auf erneuerbare Energien ist möglich. Wer sie nicht unverzüglich in Angriff nimmt, handelt unverantwortlich und beschwört neue Krisen herauf.
Beschleunigung ist daher das Kernthema von Her­mann Scheers neuem Buch. Der streitbare Politiker und international renommierte Solarexperte leuchtet hinter den Scheinkonsens, der auch Teile der Umwelt­bewegung erfasst hat. Er zeigt die wahren Konfliktlinien auf, nennt die Bremser und Blockierer beim Namen. Vor allem aber bietet Scheer eine realistische Bilanz der verschiedenen Konzepte nach ihren unterschiedlichen Wirkungen und Erfolgsaussichten. Und er beschreibt Schlüsselprojekte, die den Wechsel zu 100 % erneuerbaren Energien beschleunigen und neue atomare und fossile »Brücken« dahin überflüssig machen können.
Ein unverzichtbares Buch, das Mut macht, die Dynamik des Wechsels endlich als umfassende wirtschaftliche Chance zu begreifen, als ökonomischen wie ethischen Imperativ.

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Für Scheer mussten die erneuerbaren Energien auch der Wachstumsdebatte eine neue Richtung geben: »Wirtschaftliches Wachstum wird mit Umwelterhaltung und Naturwachstum verknüpft – und damit mit dem einzigen tatsächlichen Wachstumsvorgang auf der Erde: dem von der Sonne bewirkten.« (S. 205) Plötzlich bekommt der Begriff Wachstum einen neuen Sinn.

Als politischer Mensch dachte Scheer weit über die nationalen Grenzen hinaus – was ihm international mehr Anerkennung gebracht hat als im eigenen Land. Erneuerbare Energien waren für ihn die große Chance der Entwicklungsländer. »Ihre Energietragödie begann damit, dass die zentralisierte Struktur der Energieversorgung ... in die Entwicklungsländer implantiert wurde.« (S. 218) Zum einen mussten nun die meisten armen Länder ihre kostbaren Devisen für Ölimporte ausgeben. Außerdem erreichte die Energieversorgung nur die großen Städte, nicht die Mehrheit der Menschen auf dem Land. Mit erneuerbaren Energien lässt sich das flache Land sogar besser versorgen als die Megastädte. Man kann auf dem Land Werkstätten mit modernen Maschinen aufbauen.

Vom Desertec-Projekt sagt Scheer einmal, dieses Projekt sei technokratisch konzipiert, »unter Außerachtlassung aller soziologischen Faktoren.« (S. 150) Und auf diese »soziologischen Faktoren«, die für ihn eine eigene »Soziologik« bilden, kam es ihm an. Eine Gesellschaft, die auf dezentral gewonnene erneuerbare Energien angewiesen ist, sieht anders aus: freier, gleicher, gerechter und – weil sie gemeinsames Handeln, etwa in Genossenschaften braucht – auch solidarischer als eine, in der die Lobbyisten der Öl- und Elektrogiganten in den Wirtschaftsministerien ein- und ausgehen. Menschen werden selbständiger, selbstbewusster, aber auch bereit zur Zusammenarbeit mit Gleichgesinnten und Gleichberechtigten. Die Gemeinden werden wichtiger, aktiver, verbinden sich untereinander. Aus einer »passiven Energiegesellschaft« (S. 170) wird eine aktive. Und das alles macht die Gesellschaft demokratischer. Scheer benutzte dabei sogar den Begriff der »Emanzipation« (S. 173). Und Emanzipationen geschehen nun einmal von unten nach oben, nicht umgekehrt. Die erneuerbaren Energien sind »Systembrecher«, und um ein System zu brechen, bedarf es einer »Revolution«. Daher fehlt auch dieser Begriff nicht.

Der Amerikaner Jeremy Rifkin hat 2011, ohne Scheer zu erwähnen, dessen Gedanken in einem Buch fortgeführt, dem er den Titel »Die dritte industrielle Revolution« gab. Dort ist zu lesen: »Die Demokratisierung von Energie hat tiefgreifende Implikationen für die Art und Weise, wie wir in diesem Jahrhundert unser Leben an sich orchestrieren.« (S. 135) Rifkin, der Deutschland und seine föderale Geschichte gut kennt, fügt hinzu: »Das dezentrale, kooperative Konzept der dritten industriellen Revolution passt in die deutsche Politik.« Man könnte anfügen: »Wo sie auch konzipiert wurde.«

Selten erreicht ein Politiker – sei es zu seiner Lebenszeit oder später – genau das, was er ursprünglich wollte. Dazu ist die Welt zu kompliziert, sind die politischen Kräfte zu vielfältig. So wird man in zwanzig Jahren auch nicht feststellen können: Es ist alles so gelaufen, wie Hermann Scheer es wollte. Aber eines wird man sicher sagen können: Ohne Hermann Scheer, ohne seine gedankliche Radikalität wären wir nicht so weit gekommen.

ERHARD EPPLER

EINLEITUNG

ENERGIEWECHSEL:Die ultimative Herausforderung

Alle Welt redet neuerdings von erneuerbaren Energien, mit Sympathie wie für schönes Wetter. Kaum jemand bestreitet noch, dass erneuerbare Energien die Perspektive für die Energieversorgung der Menschheit darstellen. Diese Einsicht galt lange Zeit als Hirngespinst.

Dieser Wahrnehmungswandel ist erst wenige Jahre alt. Im Mai 2002 war ich von der UN zu einer Sitzung in ihrem New Yorker Hauptquartier eingeladen, um in einer kleinen Gruppe ausgewählter Personen ein Problem bereinigen zu helfen, das dem damaligen UN-Generalsekretär Annan aufgefallen war. Die UN stand in der letzten Phase ihrer Vorbereitungen zur »Weltkonferenz über nachhaltige Entwicklung«, die dann im August in Johannesburg stattfand. Aber in dem auf mehreren Vorbereitungskonferenzen erarbeiteten Entwurf für die Abschlusserklärung fehlte jeder Hinweis auf die schlüsselhafte Bedeutung erneuerbarer Energien für eine nachhaltige Entwicklung der Weltzivilisation. Wir sollten nun Formulierungsvorschläge erarbeiten, um diese Lücke zu füllen. Die Episode zeigt, wie tief und verbreitet die Ignoranz gegenüber erneuerbaren Energien noch zu Beginn des 21. Jahrhunderts war.

Die heutige weltweite Aufmerksamkeit für erneuerbare Energien entstand gegen den politischen, wirtschaftlichen und publizistischen Mainstream der Energiediskussion. Dieser ist nach wie vor gefangen im Weltbild einer Energieversorgung, die von fossilen Energien und der Atomenergie geprägt ist. Die wenigen Wegbereiter eines »Solarzeitalters«, in dem weder Atomenergie noch fossile Energien gebraucht werden, stießen noch in den 1990er Jahren auf tiefsitzende mentale und massive praktische Barrieren. Diese scheinen heute überwunden, aber mehr in Worten als im Denken und in Taten. Vollmundige Bekenntnisse von Regierungen und Energiekonzernen, in denen der Eindruck vollen Engagements für erneuerbare Energien erweckt wird, trüben den Blick für die praktischen Prioritäten. Obwohl Energiekonzerne inzwischen auch in erneuerbare Energien investieren, setzen sie immer noch in erster Linie auf die konventionellen Energien – möglichst bis zum letzten Tropfen Öl, bis zur letzten Tonne Kohle oder Uran und zum letzten Kubikmeter Erdgas, den für sie höherwertigen Energien, weil sich Sonnenwärme oder Wind nicht als Ressourcen verkaufen lassen. Aus dem Widerstand gegen erneuerbare Energien ist eher eine Vereinnahmungs- und Hinhaltestrategie geworden. Die immer dringlichere Umorientierung soll nur in vorsichtigen und dabei oft fragwürdigen Schritten in die Wege geleitet werden.

Immerhin: Inzwischen wird allseits anerkannt, dass die Zukunft der Energieversorgung in den erneuerbaren Energien liegen muss. Die vielfältigen Gefahren und Grenzen der Förderung und Produktion fossiler und atomarer Energien sind unübersehbar geworden. Schon deshalb können erneuerbare Energien nicht länger übergangen werden, zumal sie mit beeindruckenden Zuwachsraten aufwarten. Allein zwischen den Jahren 2006 und 2008 haben sich die weltweiten jährlichen Investitionen in erneuerbare Energien von 63 Mrd. auf 120 Mrd. US-Dollar verdoppelt. Die weltweit installierte Kapazität an Windkraftanlagen wuchs zwischen 2006 und 2009 von 74.000 auf 135.000 MW und die der netzverbundenen Photovoltaik-Anlagen von 5.100 auf 19.000 MW. Mit dem Eingeständnis ihres umfassend nutzbaren Potenzials hat die Auflösung des atomar/fossilen Weltbildes begonnen. Ihre psychologische Kraft ist, dass sich mit ihnen die realistische Hoffnung einer auf Dauer gesicherten und gefahrlosen Energieversorgung verbindet. Sie repräsentieren daher einen den atomaren und fossilen Energien überlegenen gesellschaftlichen Wert. Für das Denken über Energie ist das der springende Punkt.

Wer erkennt, dass erneuerbare Energien nicht nur eine Ergänzung zur gegenwärtigen Energieversorgung darstellen, sondern eine greifbare und umfassende Alternative, kann sich dieser kaum noch verweigern. Bei tatsächlich freier Wahlmöglichkeit werden sich die meisten Menschen für erneuerbare Energien und gegen Atomkraft oder fossile Energien entscheiden. Deutschland liefert dafür das praktische Beispiel. Nach dem im Jahr 2000 in Kraft getretenen Erneuerbare-Energien-Gesetz stieg deren Anteil an der Stromversorgung bis 2009 trotz anhaltender Widerstände von 4,5 auf 17 Prozent und ihr Anteil an der gesamten Energieversorgung von 3 auf 10 Prozent. Parallel dazu wuchs das Vertrauen der Menschen in dieses Energiepotenzial – und damit die Hoffnung und Erwartung, möglichst bald ganz darauf setzen zu können. 90 Prozent der Menschen in Deutschland sind nach Umfragen für einen weiteren massiven Ausbau, 75 Prozent wollen diesen in ihrer Heimatregion – und würden dafür sogar höhere Energiekosten akzeptieren. Weniger als 10 Prozent befürworten neue Atom- oder Kohlekraftwerke![1] Diese hohe Popularität ist trotz ausgiebiger Denunzierung erneuerbarer Energien entstanden, wie sie von konventionellen Energieunternehmen und dem Gros der Energieexperten in der Öffentlichkeit jahrzehntelang mit hohem medialem Aufwand betrieben wurde und notorisch weiter betrieben wird. Dennoch sind beide im Kampf um die öffentliche Meinung in Rückstand geraten – einem Kampf, der unvermindert anhält, inzwischen jedoch mit subtileren Methoden fortgesetzt wird.

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