Karim El Souessi - Die Angst vor dem Tod überwinden

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Die Angst vor dem Tod überwinden: краткое содержание, описание и аннотация

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Vergänglichkeit und Tod – jeden Tag präsent, sind wir doch geneigt, diese unvermeidliche Realität im Alltag zu verdrängen, ruft sie bei uns doch oft Bedrückung, Angst oder gar Schrecken hervor. Genau aus diesem Grund ist dieses Buch so ungemein wertvoll, denn es gelingt dem Autor, sich diesen Themen behutsam und in großer Gelassenheit zu nähern. Ausgesuchte Zitate, Gedichte, Geschichten und Episoden regen an, sich kontemplativ einzulassen und einen ganz natürlichen Umgang mit den Unabänderlichkeiten des Daseins zu finden. Tod und Sterben sind transpersonale Prozesse im Mysterium des Seins, so die Botschaft, kein Grund sich zu fürchten. Der Tod kann auch Höhepunkt des Lebens sein. Kostbare Meditationen öffnen zugleich Geist und Herz für das Wunder des Augenblicks. Absolut empfehlenswert auch für Sterbebegleiter und Hospitzler.

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Von der Suche nach Erfüllung und Erleuchtung getrieben, unruhig im Herzen, übte ich nach dem Tod meiner Schwester 1982 viel Zen-Meditation. Sie starb in Spanien und meine Mutter ließ die Leiche im Sarg nach Deutschland bringen. Nachdem Leute ihr erzählten, dass auch schon leere Särge aus dem Ausland geliefert worden seien, veranlasste sie, dass der Sarg ausgegraben wurde, und schickte mich zur Sargöffnung; sie selbst hatte zu große Angst davor. Nun, meine Schwester lag fast so, als ob sie erst gestern gestorben wäre, ganz entspannt darin. Anders als üblich lag sie auf dem Bauch, den Kopf zur Seite gedreht. Es war ein friedlicher Anblick, der mich nur noch mehr dazu aufrief, den Frieden im Leben zu suchen. Ich entschloss mich daher, mein ganzes Geld aus BAföG und Minijobs in die Suche nach innerem Frieden zu investieren. Sechs bis zehn Wochen im Jahr verbrachte ich in Klöstern mit Zen-Meditation in der Hoffnung, dadurch weiterzukommen. Nach dem Semester kündigte ich meine WG-Zimmer, stellte die wenigen Habseligkeiten zuhause unter und ging auf die Suche nach Erlösung. Von 1993-94 hatte ich eine Stelle als Lektor für Germanistik in Korea und verbrachte die Zeit zwischen den Unterrichtseinheiten in der Gynäkologie der Universität. Der Chefarzt, der in Frankfurt Medizin studiert hatte, wollte sein Deutsch üben. Viele Wochenenden und die Semesterferien ging ich in Zen-Klöster, immer noch auf der Suche nach Erleuchtung für meinen ruhelosen Geist. Mehrfach flog ich bei meiner Suche nach Japan. Dort brachte mich ein Esperanto-Freund einmal in ein Zen-Kloster in die Berge. Ich verbrachte dort knapp einen Monat. Die ersten drei Tage musste ich in einem von Bambusstangen umfassten Feld von etwa drei Quadratmetern essen und schlafen. Von drei Uhr morgens bis zehn Uhr abends verbrachte ich die Zeit zwischen Meditationskissen im Vorraum der Meditationshalle und in meinem Bambusviereck. Neuankömmlingen war es nicht gestattet, gemeinsam mit den Mönchen zu üben. Deren innere Unruhe sollte die Mönche nicht stören. Voller Frustration und wütend ging ich nach Ablauf der Zeit zum Abt und klagte darüber, dass ich nicht wüsste, warum ich seit Jahren in diese Übung meine ganze Freizeit steckte. Der Abt, sein Name war Ekai San, meinte nur: „Dieser Moment jetzt ist wirklich alles“, und forderte mich auf, meine Arbeit zu machen. Dieser Satz war für mich völlig unerwartet und traf mich mitten ins Herz. Ich ging weg, um die Petroleumlampen zu reinigen, denn es gab dort keinen Strom. Beim Reinigen erlebte ich erstmals in meinem Leben, dass nicht ich, sondern das ‚Eine Ganze‘ die Lampen putzte. Als ich aufschaute erstrahlte der Wald um mich herum in einer eigenartig zu Herzen gehenden Schönheit. Ich hatte nie gesehen, wie die Natur so aus sich heraus leuchtete, und ich erlebte mich darin so eingebettet. Wie lange ich mit der Lampe in der Hand gebannt dastand, weiß ich nicht. Tränen liefen mir über das Gesicht, als ich zum Abt ging und reden wollte. Aber ich brachte keinen Satz heraus. Der Abt schmunzelte nur und meinte: „Es braucht nichts, damit alles erscheint.“

Heute weiß ich, dass es kein Ende von spiritueller Entwicklung gibt und dass diese Erfahrung nur der Anfang war, der mir die Zweifel daran, warum ich meditiere, nahm.

Unentwegt in Bewegung bleiben

Immer wieder das so Nahe

Aber auch so Unfassbare suchen

Damit es aufleuchten kann

In einem Staubkorn

Während du den Boden wischst 68

Oft aber kommt es anders. Fast das ganze Leben vergeht, bis erst eine Krankheit im Angesicht des Todes dazu aufruft, zu entdecken und zu leben, was man ist:

„Unter den niedrigen, schattenspendenden Tamarindenbäumen liegt Christel auf einer einfachen Liege mit einer leichten Wolldecke bedeckt und einem bequemen Kissen im Nacken. Sie hält die Augen geschlossen und scheint dem vielfältigen Gezwitscher der Vögel in den Bäumen zu lauschen. Christel ist 42 Jahre alt. Sie ist unter schwierigsten Umständen hierher auf eine der Kanarischen Inseln geflogen. Es gab Schwierigkeiten, da es lange niemanden gab, der sich zutraute, als Begleitperson mitzugehen. … Ihr Zustand? Christel hat Krebs im Endstadium. Die Arme und Beine sind so mager, dass sie Mühe hat, zu gehen und das Gleichgewicht zu halten. Der Bauch wölbt sich zu einer erschreckenden Dimension … ‚ die Metastasen, wie Christel weiß. Das Gesicht ist quittegelb und an manchen Tagen, den schlechteren Tagen, ist es auch das Weiß der Augen. … Menschen, die es wagen, sie genauer zu betrachten, sehen vielleicht eine große Schönheit und Klarheit in ihren abgezehrten Zügen. … Christel hat ihren Mann mit den drei kleinen Kindern verlassen. Wenn sie von ihnen erzählt, hat sie Tränen in den Augen. Sie sagt von sich: ‚Ich musste das tun. Ich weiß, dass das kaum jemand versteht. Ich fühle mich auch schuldig. Und trotzdem, ich hatte das Gefühl, noch mein ganz eigenes Leben leben zu müssen.’ – Wenn Christel redet, spricht sie knapp und genau, und man hat das Gefühl, dass jedes Wort aus einer vertieften Wahrhaftigkeit kommt. Wenn es nichts Besonderes zu sagen gibt, schweigt sie. Oft sitzt sie bis tief in die Nacht hinein in eine Wolldecke gekuschelt auf ihrem Balkon und hört Musik von Mozart. Die Töne klingen einzigartig schön und unwirklich unter dem südlichen Sternenhimmel.

Zurückgekehrt von ihrem letzten Urlaub, mietet Christel sich eine leerstehende schöne Wohnung. Sie denkt nicht ans Geld, und nur wenige, einfache Möbel reichen aus. Sie ist nicht zu ihrer Familie zurückgekehrt. ‚Ich muss das tun’, sagt sie ganz klar. ‚Ich möchte noch ganz zu mir kommen und ganz ich selber werden, und dazu brauche ich viel Ruhe.’ Hin und wieder kommen die Kinder zu Besuch. – An Weihnachten will die Familie für ein bis zwei Stunden beisammen sein. Christel ist aber so erschöpft, dass der gemeinsame Abend sich auf eine knappe Stunde reduzieren muss. ‚Ich wollte Weihnachten so gerne noch erleben’, sagt sie. Dann kommen zwei Tage lang sehr starke Schmerzen. Christel kämpft, ohne Schmerzmittel auszukommen, dann nimmt sie doch Morphin. Sie ist nun ruhig und gelassen wie jemand, der alles erledigt hat. Am 28. Dezember stirbt Christel. Es ist ein schneller und leichter Übergang.“ 69

Für einen leichten Übergang empfiehlt Karlfried Graf Dürckheim die Beschäftigung mit fünf Bereichen:

1. Die eigenen Erfahrungen wertschätzen, weitergeben, aufschreiben

2. Die Einfachheit entdecken: spielen, ruhen, Leistung loslassen, dabei aber die Form wahren

3. Das innere Gleichgewicht finden: Konflikte klären, Kummer von der Seele reden, schreiben, malen, aber nicht jammern. Freude erleben, erinnern und wertschätzen, den Körper spüren

4. Beziehungen und Kontakte pflegen: Gemeinsam Nichtverbales tun, wie singen, Karten spielen, wandern; altersgemäße Funktion und Rolle übernehmen, wie Ruhepol sein und aus dem Leben erzählen

5. Transzendenz erleben: sich einstimmen auf die Unendlichkeit, auf Sinn und Sterben 70

Genügt es also, wie im ersten Beispiel gezeigt, sich aufgerüttelt vom Tod eines Menschen darauf zu besinnen, was man vom Leben haben möchte?

Der Philosoph, Politiker und Essayist Michel Eyquem de Montaigne (1533-1592), der durch die Pestepidemien den Tod vieler vor Augen geführt bekam, hielt es für ratsam, sich durch wiederholtes Bedenken des Todes, der ohnehin unausweichlich ist, an ihn zu ‚gewöhnen’ und ihm seine Fremdheit zu nehmen:

„Man muss sich früher darauf [auf den Tod] gefasst machen. … Wär’s ein Feind, dem man ausweichen könnte, ich würde anraten, einer alten Memme ihre Waffen abzuborgen. Weil das aber nicht tunlich ist, weil er euch erhascht, ihr möget feig sein oder fliehn oder tapfer sein und Fuß halten, … so lasst uns lernen, ihm Fuß zu halten, und nicht Reißaus geben. Und, um damit anzufangen, ihm seinen großen Vorteil über uns abzugewinnen, müssen wir eine der gewöhnlichen ganz entgegengesetzten Methode einschlagen. Nehmen wir ihm das Fremde, machen wir seine Bekanntschaft, halten wir mit ihm Umgang und lassen uns nichts so oft vor den Gedanken vorbeieilen als den Tod. Halten wir ihn alle Augenblicke unserer Einbildung vor, und zwar unter allen seinen Gestalten … Sinnen auf den Tod ist Sinnen auf Freiheit.“ 71

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