Ein Beispiel:
Vielleicht werden Sie von einigen Ihrer Mitmenschen absichtlich geärgert oder verletzt. Sie sind gehässig und bösartig zu Ihnen. Es kränkt Sie, und Sie fressen alles in sich hinein. Wer, denken Sie, ist schuld daran, wenn Sie sich schlecht fühlen? Sind es die anderen, die Ihnen schaden möchten, oder sind es Ihre Gedankengänge, die dafür verantwortlich sind, dass es Ihnen schlecht geht? Wieso fühlen Sie sich schlecht und weinen stundenlang, wenn Sie gekränkt werden, während andere Menschen in der gleichen Situation sogar darüber lachen können oder einen Gegenangriff starten? Warum nehmen Sie sich „alles zu Herzen“ und lassen sich kränken?
Erlauben Sie nicht, dass andere Menschen diese Macht über Sie haben. Manche lassen Sie absichtlich leiden (und haben sicherlich auch so ihre Krankheiten mit sich herumzuschleppen), andere unabsichtlich. Sie aber interpretieren die gegebene Situation für sich falsch.
Sie müssen und dürfen sich nicht von anderen Menschen kränken lassen. Nicht die anderen sind schuld an Ihrer Verarbeitung der Situation und Ihren Gefühlen, sondern Sie selbst. Denn es sind Ihre Empfindungen und nicht die „der anderen“. Ihr Gegenüber weiß schließlich nicht, wie Sie empfinden (er/sie kann es nur vermuten). Aber die Reaktion kommt von Ihnen, aus Ihrem Inneren, von Ihren Gedanken und wie Sie die gegebene Situation mental verarbeiten. Die Wahl liegt bei Ihnen. Sie können beispielsweise Ihrem Mitgenossen spontan mit einer Ohrfeige drohen, ihn beschimpfen und sich danach herrlich gut fühlen. Auch können Sie weitere Personen mit einbeziehen und einen wilden Gegenangriff starten, sodass letztendlich Ihr Gegner zusammenbricht. Sie können sich aber auch alles so richtig „zu Herzen“ nehmen, heulen und sich schlecht fühlen, Kreuzschmerzen (oder andere Beschwerden) bekommen und sich in Ihrem Elend suhlen. Nur Sie entscheiden!
Denken Sie bitte jetzt nicht, Sie müssten sich alles zu Herzen nehmen, weil es schon immer so war und Sie es nicht ändern können. Wenn Sie wollen, können Sie alles, was Ihnen an Ihrem Leben nicht gefällt, ändern. Wie wir in bestimmten Situationen agieren und reagieren, ist angelernt – von unseren Eltern, Geschwistern, Großeltern, Mitmenschen, Nachbarn und Freunden abgeschaut. Die Verarbeitung der Situation wird durch die Gedanken gesteuert. Wenn Sie finden, dass Sie sich zu viel von Ihren Mitmenschen beeinflussen lassen, wenn Ihnen oft zum Heulen zumute ist, nur weil jemand ein „falsches“ Wort gesagt hat, dann ändern Sie das! Es ist Ihr Leben. Sie leben für sich und nicht für andere.
Denken Sie niemals, Sie wären schwach, „arm“ und verantwortlich für die Last der gesamten Menschheit. Alle und jeder würde Sie kränken und wäre gegen Sie. Nein, nicht die anderen sind gegen Sie, sondern Ihre Einstellung ist falsch. Und falls Ihre Umgebung doch offensichtlich gegen Sie ist, geht Sie das auch nichts an, das ist schließlich deren Einstellung Ihnen gegenüber und nicht die Ihre. Sie können sich davon befreien, indem Sie beschließen, sich nicht mehr verletzen zu lassen. Anstatt alles in sich hineinzufressen und sich danach schlecht zu fühlen, könnten Sie beschließen, dass die Gemeinheiten Ihrer Mitmenschen Sie nichts mehr angehen. Deren Einstellung zum Leben, Gedanken und Taten gehen Sie nichts an. Sie haben damit überhaupt nichts zu tun.
Wenn Ihr Gegenüber meint, Sie wären ein Trottel, ist das seine Meinung. Diese steht ihm zu (und geht Sie nichts an, es ist einfach nur seine Auslegung). Das muss sich mit Ihrer Meinung über sich selbst nicht unbedingt decken (außer Sie denken das auch über sich, dann sollten Sie es schleunigst ändern). Geben Sie niemandem, absolut niemandem!, die Macht über sich und Ihr Leben. Keiner hat das Recht, Sie absichtlich zu kränken oder zu erniedrigen. Wenn Sie sich stark machen durch Ihre Gedanken, ist Ihr Gegenüber machtlos und wird bald die Lust daran verlieren, Sie zu quälen. Indem Sie Ihre Gedankenenergie umpolen („Mir kann niemand etwas anhaben, ich bin stark“, „ich bin wie ein Felsen in der Brandung“), wird Ihr Feind bald von Ihnen ablassen und sich ein neues Opfer suchen, das sich gerne in der „Opferrolle“ sieht.
Ein weiteres Beispiel:
Wenn die Sonne scheint, sind die meisten Menschen fröhlich im Herzen, lachen und erzählen sich Witze. Sie fühlen sich herrlich. Regnet es oder herrscht trübes Wetter, sind sie grantig, gereizt und missmutig. Wer ist verantwortlich für die Laune der Menschen? Ist es das Wetter oder die Einstellung der Menschen zum Wetter? Es gibt genug Menschen, die bei jedem Wetter gut gelaunt sind. Für sie spielt es keine Rolle, ob der Himmel trüb oder klar ist. Sie haben für sich bestimmt, dass sie immer gut gelaunt sind. Das Wetter ist garantiert nicht an Ihrer Laune schuld, sondern Ihre Grundhaltung zum schlechten Wetter.
Kein Wunder, dass bei nebligem kaltem Wetter viele Menschen mit grantigem Gesicht durch die Gegend laufen und sich schlecht fühlen. In der „trüben“ Zeit kann man in vielen Zeitungen lesen, man solle bestimmte Tropfen als Stimmungsaufheller einnehmen, um gegen die regnerische feuchte Zeit gewappnet zu sein, ätherische Öle einatmen oder eine Lichttherapie gegen die befürchtete Winterdepression durchführen. In den Medien wird verbreitet, wie uns das schlechte Wetter beeinflusst und welche Mittelchen es dagegen gibt. Wir werden darauf hingewiesen, dass wir uns zu dieser Jahreszeit gefälligst schlecht und depressiv fühlen sollen, das sei doch ganz normal. Und wenn Sie das in der Zeitung lesen, muss es doch auch stimmen, oder?
Das „Böse“ sitzt in unseren Gedanken, Werken und Taten. So wie wir denken, fühlen und handeln, ist unser Leben. Wie wir unseren Alltag bestreiten, mit unseren Mitmenschen umgehen, unseren Partner und unsere Kinder behandeln, unsere Gedanken austauschen, wie wir lieben oder hassen, wie wir streiten, kämpfen und ätzen, lästern und über andere Menschen sprechen, so fühlen wir uns.
Denken Sie, dass es zum Beispiel normal ist, über andere zu lästern? Schließlich fühlen Sie sich danach viel besser, wenn Sie ein wenig über Ihre Mitmenschen schimpfen oder sich an deren Missgeschick erfreuen. Denken Sie, dass dies eine positive Eigenschaft ist, die wieder Positives in Ihr Leben zieht? Nein, es ist das Böse, das wir dadurch anziehen, es verführt uns und lacht hämisch. Überlegen Sie beim nächsten Nachbarplausch am Gartenzaun, ob Sie sich wirklich alle Gehässigkeiten über Ihre Mitmenschen anhören müssen oder auch noch bei den Lästereien mitmischen sollen. Sicherlich ist Ihnen aufgefallen, dass fröhliche, heitere und lebenslustige Menschen weniger krank sind als missmutige, depressive oder traurige.
Durch positive Gedanken ziehen Sie Positives an, und durch negative Ideen Negatives. Wie im Kopf (Gedanken), so im Körper (Krankheit/Gesundheit). Vielleicht widerstrebt Ihnen geradezu der Gedanke, dass Sie sich selbst Ihre Krankheit eingebrockt haben sollen. Niemand mag an seiner Krankheit schuld sein. Zu Beginn ist es sicherlich schwierig, sich einzugestehen, dass man durch eine falsche Denkweise seine Krankheit selbst angezogen haben soll.
Nehmen wir als Beispiel Ihre Beschwerden. Sie haben körperliche Beschwerden, die dadurch entstanden sind, dass Sie Negatives gedacht haben. Sie haben „falsche“ Gedanken in Ihrem Kopf gespeichert, die Sie immer und immer wieder aufrollen und abspulen, sogar mehrmals am Tag. Diese Gedanken bereiten Ihnen Angst, sie lassen Sie in ein tiefes Loch fallen, machen Ihnen Sorgen, Kummer und Seelenpein. Dadurch materialisiert sich die Krankheit. Sie entsteht in Ihrem Körper. Sie haben Schmerzen, Behinderungen und Leid. Ihre negativen falschen Gedankenmuster sind verantwortlich für die Erkrankung in Ihrem Körper (in der Materie). Wenn Sie diesen negativen Gedanken keinen Platz mehr in Ihrem Kopf geben und nicht zulassen, dass Sie von ihnen aufgefressen werden und nicht mehr mit der Angst, den schlechten Gefühlen, den Belastungen der Vergangenheit und der Sorge vor der Zukunft leben, wenn Sie sich von den Altlasten befreien, die Sie bereits seit Jahren mit sich herumschleppen und es Ihnen gelingt, diese unnützen Gedanken abzulegen und durch positive Gedanken zu ersetzen, werden Ihre Symptome verschwinden.
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