Stephan Rey - Warum zum Teufel Ritalin?

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Warum zum Teufel Ritalin?: краткое содержание, описание и аннотация

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Erst mit 45 erhielt der Autor die Diagnose. Sein Buch «Warum zum Teufel Ritalin?» ist eine Reflexion mit den Schattenseiten der Veranlagung und wie ein Leben ohne und mit Ritalin aussieht. Die authentische Schrift des gelernten Psychiatriepflegers ist ein Ratgeber für Eltern, denn ohne die richtige Therapie können sich Begleiterkrankungen wie Depressionen, Zwangsstörungen, Ängste und Panikattacken entwickeln. Suchtverhalten oder ein Burnout sind dann die Folgen
«Ich bin angekommen. Nach all den Jahren, in denen sich meine Hyperaktivität negativ auf meine Lebensqualität ausgewirkt hat, ist mein Leben mit Ritalin heute wie ein Geschenk, das ich verspätet ausgepackt habe.»

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Bereits die Ehe zwischen einem katholischen und einem reformierten Ehepartner galt in gewissen Landstrichen als Skandal. So war es auch bei meinen Großeltern mütterlicherseits. Als sie im Jahr 1946 im Kloster Mariastein heirateten, mussten zwei Mönche als Trauzeugen aufgeboten werden. Die Hochzeit wurde in der Folge durch die reformierte und die katholische Verwandtschaft boykottiert. Die Großmutter, eine liebenswürdige und gottesfürchtige Katholikin, versuchte die fünf Kinder im katholischen Glauben zu erziehen. Sie geriet aber wohl mehr als einmal in die Bredouille, da ihr Mann von ihrer religiösen Ausrichtung wenig hielt. Außerdem war mein Großvater, also ihr Mann, reformiert. Nach dem Erlebnis mit der besagten Hochzeit wandte er sich ganz ab von der Religion.

Mein Vater, so erfuhr ich erst viel später, pflegte ebenfalls ein zwiespältiges Verhältnis zur Religion. Im aargauischen Freiamt – dem sogenannten «schwarzen Erdteil» – aufgewachsen, erlebte er in seiner Kindheit und Jugend verbale und körperliche Gewalt durch Geistliche.

Trotz dieser Umstände waren beide Elternteile darauf bedacht, meine drei Jahre ältere Schwester und mich in der Tradition christlicher Werte zu erziehen. Obschon gerade in ländlicher Umgebung die soziale Kontrolle funktioniert und sich manche «Verfehlungen» wie ein Lauffeuer verbreiten, ließen Mutter und Vater die Sonntagsmesse regelmäßig sausen. Dem Pfarrer entging unsere Abwesenheit nicht, und am Montag erkundigte er sich im Religionsunterricht vor der ganzen Klasse, warum die Familie Rey am Sonntag nicht in der Kirche gewesen sei. Er hatte allerdings nicht mit der Gewitztheit meiner Eltern gerechnet. Sie halfen uns Kindern nämlich proaktiv mit der Formulierung von Notlügen, und so antworteten wir beispielsweise: «Wir haben die Großeltern auf dem Gasthof in den Bergen besucht.» Diese Besuche fanden zwar regelmäßig statt, denn meine Mutter war im dortigen Hotel arbeitstätig und trug somit zum Familieneinkommen bei. Wir saßen also in Tat und Wahrheit am Sonntag gemütlich in der guten Stube und unsere Ausflüge dienten als willkommene Ausrede für die geschwänzten Kirchenbesuche.

Schwarzkatholisch

Im Freiamt der 1970er-Jahre wurde Religion mit Drohungen gleichgesetzt, die wie die Jahrhunderte zuvor von einem strafenden Gott kamen. Das kümmerte mich aber kaum. Ich erinnere mich noch gut, dass ich an Ostern immer die gleichen Filme über Jesus und sein Leben vorgesetzt bekam, die mich ängstigten, aber auch seltsam faszinierten. Das Resultat war, dass mich nach dem Ansehen der Filme immer große Ängste plagten. Darum musste ich im Zimmer meiner Schwester schlafen und wurde zusätzlich mit einem Filmverbot für die Zeit während der Ostertage belegt. Klar: Das Spiel sollte sich zu jedem Osterfest genau gleich wiederholen. Das war so sicher wie das Amen in der Kirche.

Was ich mit dieser Geschichte andeuten möchte: In meinem Elternhaus gab es Regeln und moralische Werte, die uns vermittelt wurden, und unser Verhalten hatte dem Konsens der Gemeinde zu entsprechen. Doch es gab praktisch immer einen Spielraum, der kleine Abweichungen erlaubte. So ließ ich liebend gerne die Schülermesse am Dienstagmorgen sausen, auch wenn es danach alle im Dorf erfuhren. Ausschlafen war eindeutig besser angesagt als morgens um sieben aufzustehen und in die Kirche zu trotten.

Ich erinnere mich nicht an große Standpauken oder an körperliche Züchtigungen im Elternhaus. Die Erwartungshaltung meiner Eltern war auch nicht übertrieben. Dafür bin ich meiner Mutter und meinem Vater noch heute dankbar. Im Großen und Ganzen waren beide tolerant und großzügig. Der Kampf ums tägliche Brot ließ es ihnen oft an Zeit und Energie mangeln, um all unsere Schritte ständig zu überwachen. Die Rollenverteilung war klassisch und jener Zeit geschuldet. Meine Mutter wirkte als Hausfrau, mein Vater brachte das Geld nach Hause. Wir waren stets ordentlich gekleidet und gut genährt. Da sich die Eltern nicht jede Minute um uns kümmern konnten, kamen wir schon früh in den Genuss einiger Freiheiten. Auch solche, von denen manche Kinder im Jahr 2020 nur träumen können. So fiel es auch nicht immer auf, dass ich ein besonders lebhaftes und quirliges Kind war.

Gut bürgerlich

Mein Vater war 1972 mit dem Aufbau seiner Schreinerei beschäftigt. Die ersten Jahre erwiesen sich dabei als besonders beschwerlich. Wie bei vielen selbstständigen Handwerkern üblich, lauerte immer die Gefahr von Auftragsflauten, was konkret bedeutete, dass man die guten Zeiten für Rücklagen nutzen musste, um die mageren Jahre überstehen zu können.

Die schweren Zeiten kannte er aus seiner eigenen Kindheit nur zu gut: Mein Großvater väterlicherseits verstarb früh als mein Vater gerade mal 8 war und die Mutter stand mit den vier Kindern, ein fünftes war unterwegs, alleine da. In jenen Jahren gab es keine Witwenrenten oder anderweitige soziale Auffangnetze, und man kann es aus heutiger Sicht als Wunder betrachten, dass die Kinder nicht verdingt werden mussten. Das war, wie ich später erfuhr, zu weiten Teilen der Dorfgemeinschaft zu verdanken, die der Familie in jeder Hinsicht zur Seite stand. Es hatte aber auch mit der Anpassungsfähigkeit meiner Großmutter zu tun, die mit den Kindern in die Hauswartswohnung in der Schule zog und dort nach dem Rechten sah. Das Geld reichte natürlich bei Weitem nicht. So kam es, dass die sechsköpfige Familie am Sonntagmorgen in den Wald pilgerte, Beeren und Brennholz sammelte und danach schwer bepackt nach Hause zurückkehrte, um rechtzeitig in die nachmittägliche Christenlehre zu gelangen, die im Nachbardorf stattfand.

Mein Vater arbeitete wohl auch deshalb so hart, weil er sich an die eigene beschwerliche Kindheit erinnerte. Er wollte, dass es uns Familienmitgliedern an nichts fehlte. Ich erinnere mich ausschließlich an tolle Geburtstagsfeste und festlichen Weihnachtsfeiern. Wir unternahmen viele Ausflüge, besaßen einen Fernseher und es reichte sogar für ein Auto. Die existenziellen Nöte, die sich mit der Ölkrise Mitte der 1970er-Jahre verschärften, gingen an den Eltern nicht spurlos vorbei und führten innerhalb der Familie zu Spannungen. Wie so oft ging es um das liebe Geld. Mein Vater kritisierte das Haushaltsgeld, das seiner Meinung nach zu hoch war, meine Mutter hielt ihm dafür den «teuren» Schießsport vor. Das alles sorgte für enorme Spannungen, die ich als Kind mit ADHS kaum aushalten konnte. Trotz allem waren Mutter und Vater wild entschlossen, sich einen Traum zu verwirklichen: Sie wollten sich und der Familie ein Haus bauen.

Bis es soweit war, blieben wir in unserem Dorf, wo wir bestens integriert lebten. Meine Mutter hatte Freundinnen, mit denen sie sich regelmäßig traf, und auch mein Vater verfügte über ein gut funktionierendes soziales Umfeld. Ich besuchte während dieser Zeit die erste Klasse. Ziemlich schnell entwickelte ich mich zum Klassenclown, redete viel und störte den Unterricht nachhaltig. Mein Tischnachbar war auch ein bevorzugter Gesprächspartner während der Schulstunde. Zur Strafe musste ich mich immer wieder in die Ecke stellen. Ich schämte mich zwar für mein Label «Klassenclown», aber der Rest der Klasse nahm mir meine Ausreißer nicht übel, denn ich war trotz oder gerade deswegen ihr Liebling. Ich konnte mir das allerdings nie recht erklären, dass man jemanden gernhaben konnte, der sich schämen soll. Aber offenbar fanden die anderen Kinder mein Benehmen belustigend und bereichernd. Solche Vorfälle und die Gründe dafür wurden zwar regelmäßig thematisiert, mein positives Selbstbild, das mir Eltern und Lehrer vermittelten, wurde davon allerdings nicht beeinträchtigt.

In unserer Klasse gab es sieben Schüler, vier Knaben und drei Mädchen. Obwohl unsere Lehrerin noch zwei andere Klassen betreuen musste, hatte sie genügend Zeit und Energiereserven zur Verfügung, um sich um jedes einzelne Kind persönlich zu kümmern. Der Unterricht verlief relativ altmodisch. Es waren die 1970er-Jahre. So etwas wie Frühförderung gab es nicht, und ich erinnere mich auch nicht an Nachhilfeunterricht. Neue Lehrmittel oder moderne Ansätze waren de facto inexistent.

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