Am 8. und 9. 12. 1984 fand im Karlsruher Fächerbad der weltweit erste offizielle Wettkampf im Synchronspringen vom 3-m-Brett statt.
2012 wurde die Karlsruher Springerschule mittlerweile ganz im SSC/KSN 1899 Karlsruhe integriert zum DSV-Nachwuchsstützpunktes ernannt. Horst Görlitz erlebte noch die feierliche Präsentation, verstarb im November dann mit 91 Jahren.
2016 wurde Horst Görlitz als einziger deutscher Wasserprungtrainer posthum in die International Swimming Hall of Fame in Fort Lauderdale aufgenommen 5, wo auch schon Carlo Dibiasi 6, der Vater von Klaus 7verewigt wurde.
Protokoll des ersten offiziellen Wettbewerbs im Synchronspringen im Karlsruher Fächerbad
Die Sprunganlage zur Austragung internationaler Wettkämpfe befindet sich in einem eigenen Becken. Sie besteht aus einer Turmanlage mit 0,6- bis 1-m- sowie 2,6- bis 3-m-Trainingsplattformen und 5-m-, 7,5-msowie 10-m-Wettkampfplattformen.
Die Plattformen sind jeweils seitlich versetzt. Meist sind 3-m-Sprungbretter noch auf dieser Seite untergebracht. Auf der gegenüberliegenden Seite befinden sich 1-m-Bretter und unter Umständen auch nochmals eine 0,6- bis 1-m-Plattform.
Für die Plattformen und deren Konstruktion gelten strenge Normen, die im Regelwerk des DSV genannt werden 8.
Auszug aus den Richtlinien für Sprunganlagen Turmspringen
1.Jede Plattform muss stabil und horizontal sein.
2.Die Plattformen müssen folgende Mindestmaße betragen:
0,6- bis 1,0-m-Plattform: Breite 0,60 m, Länge 5,0 m
2,6- bis 3,0-m-Plattform: Breite 0,60 m (vorzugsweise 1,50 m), Länge 5,0 m
5,0-m-Plattform: Breite 1,5 m, Länge 6,0 m
7,5-m-Plattform: Breite 1,5 m, Länge 6,0 m
10,0-m-Plattform: Breite 2,0 m, Länge 6,0 m (…)
Auf 10-m-Plattformen, die weniger als 3 m breit sind, können die Geländer auf beiden Seiten, mindestens auf einer Länge von 3 m von der vorderen Kante an gerechnet, seitlich ausragend montiert werden. Vorzugsweise wird für den normalen Gebrauch der Anlage ein leicht entfernbares Zusatzgeländer angebracht. Für das Synchronspringen sind zwei nebeneinanderliegende 10-m-Plattformen zulässig.
3.Die Stärke der Turmvorderkante muss maximal 0,2 m betragen und kann senkrecht verlaufen oder einen nach innen geneigten Winkel – nicht größer als 10° – aufweisen.
4.Die Oberfläche und die Turmvorderkante müssen gänzlich mit einer elastischen und rutschsicheren Auflage versehen sein.
5.Die 10-m- und die 7,5-m-Turmkanten müssen mindestens 1,50 m über die Beckenkante hinausragen. Für 2,6-m bis 3,0-m- und 5,0-m-Plattformen wird ein Vorragen von 1,25 m akzeptiert. Bei 0,6-m bis 1,0-m-Plattformen ist ein Vorsprung von 0,75 m zulässig.
6.Wenn sich eine Plattform direkt unter einer anderen Plattform befindet, muss die obere Plattform mindestens 0,75 m (vorzugsweise 1,25 m) über die untere Plattform hinausragen.
7.Die Rück- und Längsseiten der Plattformen (mit Ausnahme der 1-m-Plattform) müssen mit Geländern mit mindestens zwei Horizontalstreben umgeben sein. Diese müssen außerhalb der eigentlichen Plattformen befestigt werden, 0,8 m hinter der Vorderkante der Plattform entfernt beginnen, mindestens 1,8 m Abstand zwischen den senkrechten Geländerpfosten aufweisen und mindestens 1,0 m hoch sein.
8.Jede Plattform muss durch Treppen (nicht durch Leitern) zugänglich sein.
9.Eine Plattform darf nicht direkt unter einer anderen Plattform errichtet werden.
Als Sprungbretter kommen weltweit Bretter aus Duraluminium der Firma Flister zum Einsatz. Diese müssen ebenfalls genaueste Anforderungen erfüllen:
Die 1- und 3-m-Anlage in der Sprunghalle Leipzig
Sprudelanlage im Fächerbad Karlsruhe: Das durch Luftblasen bewegte Wasser ermöglicht ein deutliches Erkennen der Wasseroberfläche beim Eintauchen.
Auszug aus den Richtlinien für Sprunganlagen Kunstspringen 9
1.Die Sprungbretter müssen mindestens 4,80 m lang und 0,50 m breit sein.
2.Sie müssen in ihrer ganzen Länge mit einer ausreichend rutschsicheren Auflage versehen sein.
3.Sie müssen mit verstellbaren Walzen, die vom Springer leicht einstellbar sind, ausgestattet sein.
6.Die Sprungbretter müssen in Nulllage montiert sein, wenn sich die Walze in mittlerer Einstellung befindet.
7.Die Sprungbretter sollten entweder auf einer oder auf beiden Seiten der Turmplattform angebracht sein.
8.Für das Synchronspringen sollen mindestens zwei Bretter gleicher Höhe nebeneinander installiert werden, sodass während des ganzen Sprunges die Sicht der Springer durch kein Hindernis zwischen den Brettern behindert wird.
9.Die Wassertemperatur sollte nicht weniger als 26 +/-1° C betragen.
10.Eine mechanische Vorrichtung zur Erzeugung einer bewegten Wasseroberfläche ist unterhalb der Sprunganlage anzubringen. Diese soll den Springern das leichte Erkennen der Wasseroberfläche ermöglichen (Kräuselanlage). In Bädern mit »Bubble«-Anlagen (Vorrichtung zur Erzeugung eines »Luftkissens« unter der Absprungstelle) darf diese Anlage nur zur Erzeugung einer bewegten Wasseroberfläche verwendet werden, falls sie mit sehr geringem Druck betrieben werden kann. Falls dies nicht möglich ist, soll ein horizontales Berieselungssystem (Schlauch) verwendet werden.
Sicherheit an der Sprunganlage
Für die Nutzung der Sprunganlagen sollten aus Sicherheitsgründen bestimmte Regeln eingehalten werden. Ich unterscheide hier Regeln des allgemeinen Badebetriebes unter Aufsicht eines oder mehrerer Schwimmmeister und von Regeln, die im Trainingsbetrieb gelten.
Grundsätzlich gilt für alle:
•Nie zur Seite springen, immer geradeaus springen!
•Rückwärts nicht mehrfach an der Brettspitze hüpfen, du könntest abrutschen oder unkontrolliert zur Seite katapultiert werden.
•Nicht springen oder wippen, wenn sich noch jemand unter dem Brett oder Plattform befindet.
•Springst du von einem Brett oder einer Plattform, die sich unmittelbar am Beckenrand befindet, schwimmst du sofort nach dem Auftauchen an diesen Beckenrand und steigst aus dem Becken.
•Springst du von einem Brett oder einer Plattform, die sich nicht direkt am Beckenrand befindet, sondern sich zwischen deinem Brett/Plattform und Beckenrand noch irgendeine andere Sprungmöglichkeit befindet, schwimmst du nach dem Auftauchen sehr zügig genau unter deiner Absprungplattform/Brett zurück an den Beckenrand in Richtung Brett/Turmaufstieg.
•Wird während des Trainings beispielsweise von mehreren Brettern und Plattformen gesprungen, geben die Trainer die Plattform oder das Brett durch lautes Rufen der Höhe und deuten der Zahl mit den Händen frei.
•Niemals vom Beckenrand wieder ins Wasser neben der Sprunganlage springen.
Das Springerbecken sollte immer komplett geräumt sein, d. h.: keine weiteren Badegäste oder Sportler, die im Becken schwimmen.
Читать дальше