Anna Joss - Anhäufen, forschen, erhalten

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Anhäufen, forschen, erhalten: краткое содержание, описание и аннотация

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Das Schweizerische Nationalmuseum verfolgte seit seiner Eröffnung 1898 sehr unterschiedliche Sammlungstätigkeiten. Während sich die Geschichtsschreibung bisher vor allem für Fragen der Konstruktion von Nation und für die Prozesse der Identitätsbildung interessierte, untersucht Anna Joss erstmals die Sammlungspraxis und zeigt, dass für die Museumsangestellten in ihren alltäglichen Tätigkeiten auch ganz andere als repräsentative Aspekte leitend waren: nämlich Objekte anzuhäufen, zu erforschen und zu erhalten. Die vorliegende Sammlungsgeschichte rückt Protagonisten der Museumswelt in den Blick, die bisher wenig beachtet wurden: Kunsthändler, Donatorinnen, Schreiner, Vergolder, Restauratorinnen, Chemiker und andere mehr. Erzählt wird, welche Wege bekannte Sammlungsstücke wie die «Gotthardpost» und rätselhafte Dinge im Museumsbetrieb gingen und wie sich die Objekte selbst dabei nach und nach veränderten.

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In eine Studien- und eine Schausammlung aufgeteilt wurden 1936 die prähistorischen Bestände. Jahrzehnte später, um 1956, folgten weitere Umgestaltungen: Zwei neue externe Depots wurden dazugemietet, einige der magazinierten Bestände wurden in Studiensammlungen umgestaltet, und in manchen Ausstellungsräumen wurde die Objektzahl der präsentierten Sammlungsstücke in viel radikalerer Weise als Anfang der 1920er-Jahre verkleinert. 332Also waren die Kapazitätsgrenzen der Museumsmagazine am Schweizerischen Landesmuseum nicht erst ab den 1960er-/1970er-Jahren erreicht worden, wie Rebecca Sanders schreibt. Während des 20. Jahrhunderts stiess man mit der Sammlung immer wieder an räumliche Grenzen. 333

Zahlreiche historische Museen in der Schweiz, in Deutschland und in Österreich wollten während des 20. Jahrhunderts immer weniger Dinge ausstellen und dafür im Bereich der Depots stetig expandieren. 334Gemäss der Studie von Paolo Fumagalli, der die Raumaufteilung von Museen ermittelte, nahmen die Ausstellungsräume im 19. Jahrhundert neunmal mehr Platz ein als alle übrigen Räume (Depot, Werkstatt, Vortrags- und Lesesäle, Verwaltungsräume). Ende der 1990er-Jahre nahmen sie noch halb so viel Platz ein wie alle übrigen Räume. Dabei wurden letztere nun auch für vielfältige neue publikumsbezogene Serviceleistungen benutzt. 335Aber der Wunsch nach grösseren Ausstellungsflächen verschwand damit keineswegs. Viele Museen schufen Erweiterungs- und Neubauten für ihre wachsenden Sammlungen. 336Für das Schweizerische Landesmuseum wurden während des 20. und 21. Jahrhunderts immer wieder neue Varianten von Erweiterungsbauten geplant, ohne dass es zu einer Realisierung kam. 337Dagegen kümmerte man sich um eine gute Infrastruktur zur Aufbewahrung der unausgestellten Dinge: Die verstreuten Depots, zuletzt sieben an der Zahl, wurden zugunsten eines zentralen Depots in Affoltern am Albis aufgehoben. Ein ehemaliges Zeughaus wurde dafür umgebaut und 2007 unter dem Namen «Sammlungszentrum» eröffnet. 338Zu Beginn des neuen Jahrtausends verfügte das Landesmuseum über ein hochprofessionelles externes Objektdepot im «Sammlungszentrum» in Affoltern am Albis. Folglich waren im Bereich der Depots mehr Neuerungen möglich als in den Ausstellungsräumen des ikonenhaften Museumsbaus.

Das Sammlungszentrum kann als vorläufiger Höhepunkt der Entwicklungen verstanden werden, die sich nach 1900 bei den Mengenverhältnissen im Sammlungsbestand des Landesmuseums abzuzeichnen begannen und sich im Verlauf des 20. Jahrhunderts massiv verstärkten: Wenige ausgestellte Dinge standen vielen weggestellten Sammlungsstücken gegenüber. Tausende, später Hunderttausende von Sammlungsobjekten blieben für die Museumsbesuchenden unsichtbar. Für einen Teil der Museumsangestellten hingegen waren sie als materielle Tatsachen stets präsent.

Forschen

Die Einführung von Nachweisakten 1937

In der Zwischenkriegszeit professionalisierte und differenzierte sich der Handel mit Kunst und Kunsthandwerk in der Schweiz und in den umliegenden Ländern zunehmend. 1Die Museumsvertreter waren verunsichert über dieses neue Marktumfeld. Sie zweifelten, ob ihre eigene Urteilsfähigkeit und Fachkompetenz noch ausreichte. Konnten sie den Wert eines Objekts adäquat beurteilen? Waren ihre Ankäufe auch echt und die Objekte, die sie erwarben, in materiell gutem Zustand? Bislang hatten die Museumskonservatoren bei den Erwerbungen auf ihren Kennerblick vertraut, den sie dank der akademischen Schulung oder einem langjährigen Selbststudium und der beständigen Anschauung von Objekten im Sammlungsalltag erlangt hatten. Zudem vertrauten sie auf die Beziehungen zu den wohlbekannten Objektbesitzerinnen und -besitzern sowie zu den Händlern, die ihnen qualitätsvolle Objekte garantierten. Aber nun war der Kreis der Händler grösser und unüberschaubarer geworden im sich kommerzialisierenden Handel. Es war von Fälschungen zu hören, die auf dem Markt zirkulierten. Die Museumsvertreter begannen an der dauerhaften Gültigkeit ihrer Urteile zu zweifeln. 2

Der Wandel in der Erwerbungspraxis von Sammlungsstücken war wesentlich dafür verantwortlich, dass sich ein neuer Wissensanspruch im Museumswesen entwickelte. Am Landesmuseum manifestierte sich dies exemplarisch in der Einführung einer neuen Dokumentationsform. Ab 1937 wurden zu wichtigen Sammlungsgegenständen Akten angelegt, in denen der neue Direktor, Fritz Gysin, alle «Angaben über Herkunft, Schicksal, Restaurierung, Publikationen usw.» 3eines Sammlungsstückes festgehalten haben wollte. «Nachweisakten» wurde die Dokumentationsform genannt. Dabei handelte es sich um Inventare mit historisch-genealogischen Angaben über die Objekte. Beim Erwerb von Objekten wollte man neuerdings einerseits wissen, wo ein Stück herkam und welche bisherigen Handwechsel es gegeben hatte. Andererseits wollte man seinen materiellen Zustand und allfällige frühere Restaurierungs- und Konservierungsmassnahmen kennen.

Die Museumsmitarbeiter, welche am Landesmuseum mit der Erwerbung, Inventarisierung und Ausstellung betraut waren, hatten in der Regel eine Ausbildung in Kunstgeschichte oder Ur- und Frühgeschichte. Sie wurden Konservatoren genannt. Während die Konservatoren bezüglich der Herkunft von Objekten selbst nachzuforschen begannen und ihre Ergebnisse dokumentierten, waren sie in Bezug auf Fragen der Objektmaterialität auf fremde Hilfe angewiesen. Sie sahen die entscheidende Hilfestellung zur Überprüfung der Qualität der Objekte ausserhalb ihrer Disziplinen. 4Wie ihre Kollegen an anderen Museen auch, setzten die Mitarbeiter des Schweizerischen Landesmuseums grosse Hoffnungen in die neu entwickelten Techniken und Methoden aus Chemie und Physik und versprachen sich von ihnen neue fundierte Gewissheiten über die Echtheit von Altertümern. Aber erst in der Nachkriegszeit wurde der gewünschte Infrastrukturausbau für chemische und physikalische Untersuchungsmethoden am Landesmuseum realisiert und der technische Unterhalt der Objekte professionalisiert, indem ausgebildete Restauratoren angestellt werden konnten.

Unter dem Titel «Forschen» legt dieses Kapitel das Augenmerk auf die Suche nach neuen Erkenntnissen am Landesmuseum im Zeitraum zwischen 1930 und 1970. Es war eine vielfältige Forschungspraxis, die von der Neuerfassung bestimmter Wissensbestände (Echtheit und Herkunft der Objekte) über die anwendungsorientierte Restaurierungs- und Konservierungsforschung bis zur Grundlagenforschung reichte. Die vier Forschungsjahrzehnte am Landesmuseum weisen einige Merkmale auf, die für die Forschung in der Schweiz zu der Zeit typisch waren: eine arbeitsteilige Spezialisierung, der Versuch, eine Grundlagenforschung zu etablieren, die unabhängig von der anwendungsorientierten Forschung bestand, eine generelle Verwissenschaftlichung und Experimentalisierung, die sich weg von der Werkstatt und ihren realmassstäblichen Lösungsfindungen bewegte, hin zum Labor, das auf Simulation und Modellkonstruktion abstellte, sowie grosse Investitionen in die Forschungsinfrastrukturen, besonders in den 1960er-Jahren. 5

Zuerst geht es im Kapitel «Auf der Suche nach der ‹inneren Geschichte› der Objekte» um das neue Erkenntnisinteresse an der historisch-geneaologischen Dimension der Objekte und um die entsprechenden Forschungsaktivitäten. Die Handelsbeziehungen um 1930 veränderten sich und damit einhergehend die Forschungsinteressen; bestehende Gewissheiten wie jene über die «Echtheit» eines Objekts und über neue Objektpraktiken wurden verabschiedet. Die Museumsbehörden generierten mit ihren Nachforschungen und Informationsbeschaffungen neues Wissen, das erst noch formalisiert werden musste. Während die Nachforschungen der Konservatoren zur Herkunft der Objekte bereits Anfang der 1950er-Jahre wieder in die Bedeutungslosigkeit versinken sollte, wurde die Frage nach der Materialgeschichte der Objekte zum brennenden Thema der 1950er- und 1960er-Jahre.

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