Anna Joss - Anhäufen, forschen, erhalten

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Das Schweizerische Nationalmuseum verfolgte seit seiner Eröffnung 1898 sehr unterschiedliche Sammlungstätigkeiten. Während sich die Geschichtsschreibung bisher vor allem für Fragen der Konstruktion von Nation und für die Prozesse der Identitätsbildung interessierte, untersucht Anna Joss erstmals die Sammlungspraxis und zeigt, dass für die Museumsangestellten in ihren alltäglichen Tätigkeiten auch ganz andere als repräsentative Aspekte leitend waren: nämlich Objekte anzuhäufen, zu erforschen und zu erhalten. Die vorliegende Sammlungsgeschichte rückt Protagonisten der Museumswelt in den Blick, die bisher wenig beachtet wurden: Kunsthändler, Donatorinnen, Schreiner, Vergolder, Restauratorinnen, Chemiker und andere mehr. Erzählt wird, welche Wege bekannte Sammlungsstücke wie die «Gotthardpost» und rätselhafte Dinge im Museumsbetrieb gingen und wie sich die Objekte selbst dabei nach und nach veränderten.

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Die geschilderten Beziehungsnetze trugen dazu bei, dass die Museumsbehörden nicht für rasche Veränderungen sorgten. Noch 1924, beim vierten Vorstoss zur Raum-Menge-Problematik aus den eidgenössischen Räten, liessen die Museumsbehörden nach einigen Stellungnahmen und internen Besprechungen verlauten:

Abb 13 Hans Lehmann und Josef Zemp rechts Schweizerisches Landesmuseum - фото 14

Abb. 13: Hans Lehmann und Josef Zemp (rechts), Schweizerisches Landesmuseum Zürich, ohne Jahr, SNM Dig. 28921.

«Man fand jedoch die Sache nicht wichtig genug, um sie im Schosse der Landesmuseums-Kommission neuerdings zu behandeln.» 173

Das Parlament verlangte indessen auch keine vermehrte Mitbestimmung. 174Es gelang den Museumsbehörden dank ihrem Renommee, das in den 1890er-Jahren zentralistisch aufgebaute staatliche Museum gegen die vielfältigen Bedenken Anfang des 20. Jahrhunderts zu verteidigen.

Kein Einfluss auf den Geschenkfluss

Ein Bereich aber lag bis zu einem gewissen Grad ausserhalb der Deutungshoheit der Museumsbehörden: die Objekte, die durch Schenkungen oder sogenannte «En-bloc-Ankäufe» 175in das Landesmuseum kamen. Mit En-bloc-Ankäufen wurden Sammlungen oder Objektgruppen bezeichnet, die als Einheit zum Kauf angeboten wurden. Dabei musste der angebotene Gesamtbestand erworben werden, auch wenn sich ein Interessent nur für ein Stück begeistern konnte. 176Die Museumsbehörden waren bereit zu solchen Geschäften, weil sie den üblichen Handelspraktiken entsprachen.

Anders gelagert war der Fall der geschenkweise angebotenen Objekte. Noch bevor die Debatte über das Raum-Menge-Verhältnis 1915 im Nationalrat zum zweiten Mal lanciert wurde, äusserte der Präsident der Landesmuseumskommission, Eduard Vischer-Sarasin, in einer Kommissionssitzung, «dass es sich empfehlen dürfte, wenn die Direktion in Zukunft bei der Annahme von Geschenken für das Landesmuseum etwas strenger vorgehen und alles das refüsieren würde, was für dessen Sammlung kein Interesse besitzt». 177Und Roman Abt, ein in Kunstkommissionen und -vereinen engagierter Bahningenieur aus Luzern, ab 1911 Mitglied der Landesmuseumskommission, 178glaubte allein mit der Steuerung der Schenkungen erreichen zu können, dass im künftigen Erweiterungsbau «auch für nachfolgende Erwerbungen Raum bliebe». 179

Die Geschenke wurden als Ursache für den Platzmangel angesehen, und Hans Lehmann wurde vorgeworfen, dafür mitverantwortlich zu sein. Gesetzlich war festgelegt worden, dass die Sammlung des Landesmuseums durch Ankäufe, Geschenke und Depositen geäufnet werden konnte. 180Die Museumskommission war es, welche über die Kauf- und Tauschofferten verfügte. Sie war zuständig für Objektankäufe bis zu einem Wert von 10 000 Franken; Ankäufe über 10 000 Franken mussten vom EDI genehmigt werden. Die Möglichkeiten des Direktors waren beschränkter: Ihm stand bloss ein jährlicher Ankaufskredit von 3000 Franken zur Verfügung. 181Geschenke anzunehmen oder abzulehnen lag nun aber allein im Ermessen der Direktion. Dass andere Museumsmitarbeiter mitentscheiden konnten, ist nicht anzunehmen, hatte Lehmann doch kaum je einmal Geschäfte delegiert. 182Doch sich um die Geschenke zu kümmern, bedeutete für den Direktor keine sehr grosse Handlungsfreiheit, denn bei der Annahme von Schenkungen galten andere Prinzipien als bei den Ankäufen. Schenkungen waren ein heikler Gabentausch, der verlangte, dass die Reputationsbedürfnisse und die emotionale Verfasstheit des Gegenübers berücksichtigt wurden. Bei der Entgegennahme von Geschenken müsse mit Vorsicht verfahren werden, «um nicht die Sympathien, die sich damit für das Museum bekunden, zu schmälern». 183Lehmann wollte Kränkungen unbedingt vermeiden, denn seiner Ansicht nach konnten durch Schenkungen wertvolle Dinge gesammelt werden, die sich käuflich nicht erwerben liessen, weil sie preislich für das Museum unerschwinglich waren oder gar nicht auf dem Kunstmarkt zirkulierten. 184

Lehmann, so hat man den Eindruck, war bereit, auf gewisse Selektionen zu verzichten, um an wertvolle Objekte zu gelangen, und verteidigte daher seine Annahme von Geschenken bis zu einem gewissen Grad: Nach ihm waren die Donationen nicht nur quantitativ bedeutend für die Sammlung, sondern auch qualitativ wertvoll. Er rechnete vor, dass der Inventarwert der Geschenke im Eröffnungsjahr 1898 nicht halb so viel betragen habe wie derjenige der Ankäufe, 1923 aber fast gleich hoch gewesen sei. 185Werde bei den Ankäufen stets genau Rechenschaft abgelegt wegen der «räumlichen Verhältnisse», 186so sei dies nicht im selben Mass möglich, wenn es sich um Geschenke und Legate handle, die dem Museum «stetsfort in reichem Masse zuflossen», 187wenn man die Sympathien nicht verspielen wolle. Die Kommissionsmitglieder waren sich der besonderen Verhältnisse zwar bewusst, erwarteten vom Direktor aber trotzdem, dass er unerwünschte Stücke zurückweise und gleichzeitig «die Gebefreudigkeit des Publikums» 188nicht aufs Spiel setzte. 189

Der besondere «Mechanismus der Schenkungen und Stiftungen» 190findet sich in museumskritischen Schriften beschrieben. Beispielhaft ist dafür Paul Valérys Essay über Das Problem der Museen von 1923. Valéry schrieb:

«Le mécanisme des dons et des legs, la continuité de la production et des achats, – et cette autre cause d’accroissement qui tient aux variations de la mode et du goût, à leurs retours vers des ouvrages que l’on avait dédaignés, concourent sans relâche à l’accumulation d’un capital excessif et donc inutilisable. […] Mais le pouvoir de se servir de ces ressources toujours plus grandes est bien loin de croître avec elles. Nos trésors nous accablent et nous étourdissent.» 191

Die Urteile über die Objektmenge in den Ausstellungsräumen des Schweizerischen Landesmuseums gleichen demjenigen Paul Valérys: Sie wurde als zu gross und in ihrer Form als unzweckmässig empfunden. Schenkungen waren wichtig für den Aufbau der Museen gewesen. Nach dem «Institutionalisierungserfolg» 192zeigten sich die Museen aber oft überfordert, weitere anzunehmen, besonders wenn sie zuweilen noch mit besonderen Konditionen verbunden waren. 193Andererseits konnte dieses wahrgenommene «Übermass» im konkreten Umgang mit der Sammlung auch nützlich sein, wie sich zeigen wird.

Handhabung der Fülle

Mit dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs wurde das Wachstum der Sammlung zwischenzeitlich etwas gebremst. Die Gründe waren der verkleinerte Institutionsetat und die steigenden Preise für Altertümer. Erwerbungen waren nicht mehr im gleichen Mass möglich wie vor dem Krieg. 194Auch die Schenkungen wurden weniger. 195Doch das gebremste Wachstum beeinflusste die Auseinandersetzungen um die «Überfüllung des Museums» 196nicht. Erstaunlich nahtlos gingen die Debatten von 1910, 1915 und 1919 ineinander über. Auch die durch die Kriegsjahre veränderten Schwerpunkte auf der politischen Agenda hatten keine direkten Auswirkungen auf die Diskussionen, ausser man will die fehlende Beschlussfassung zur Mengenproblematik als Indiz für eine andere Prioritätensetzung verstehen.

Innerhalb des Museums, in der alltäglichen Sammlungspraxis, kam es hingegen zu Neuerungen: Die Museumsmitarbeiter versuchten Ordnung in die Menge zu bringen, die Direktion und die Museumskommission liehen Objekte an andere Institutionen aus, und die konstatierte Fülle wurde als Potenzial gesehen, um die Qualität der Sammlung zu optimieren. Die vorhandenen Sammlungsstücke wurden neu bewertet, zur Handelsware erklärt und verkauft. Aus dem gewonnenen Geld erwarb man neue Objekte.

Wie ich zeigen werde, gingen manche Änderungen in die Richtung der Forderungen, die in den Debatten zur Mengenproblematik geäussert worden waren. Doch sie wurden längere Zeit kaum über die Institution hinaus sichtbar gemacht und wahrgenommen. Dementsprechend waren sie auch nicht Gegenstand der geschilderten Debatten. Wie ich noch darlegen werde, kam es um 1928 zu einer Wende. Auf die erneut lancierte Debatte folgten erstmals direkt erkennbare Handlungen: Die Museumsbehörden entschieden, gewisse Sammlungsbestände dauerhaft wegzugeben und andere nicht mehr weiter auszubauen. Zudem zeichnete sich ab, dass eine baldige Veränderung in der Raumsituation stattfinden könnte, sodass die politischen Behörden glaubten, auf weitere Debatten über die Menge verzichten zu können.

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