Anna Joss - Anhäufen, forschen, erhalten

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Anhäufen, forschen, erhalten: краткое содержание, описание и аннотация

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Das Schweizerische Nationalmuseum verfolgte seit seiner Eröffnung 1898 sehr unterschiedliche Sammlungstätigkeiten. Während sich die Geschichtsschreibung bisher vor allem für Fragen der Konstruktion von Nation und für die Prozesse der Identitätsbildung interessierte, untersucht Anna Joss erstmals die Sammlungspraxis und zeigt, dass für die Museumsangestellten in ihren alltäglichen Tätigkeiten auch ganz andere als repräsentative Aspekte leitend waren: nämlich Objekte anzuhäufen, zu erforschen und zu erhalten. Die vorliegende Sammlungsgeschichte rückt Protagonisten der Museumswelt in den Blick, die bisher wenig beachtet wurden: Kunsthändler, Donatorinnen, Schreiner, Vergolder, Restauratorinnen, Chemiker und andere mehr. Erzählt wird, welche Wege bekannte Sammlungsstücke wie die «Gotthardpost» und rätselhafte Dinge im Museumsbetrieb gingen und wie sich die Objekte selbst dabei nach und nach veränderten.

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«Die Zeit wird lehren, dass diese Kapitalanlage in idealer, wissenschaftlicher und gewerblicher Hinsicht reichliche Zinsen tragen wird.» 251

Ich komme nun auf die zweite Art von Kaufgeschäften zu sprechen. Es handelt sich um den Verkauf von Dingen, die zuerst als bleibender Wert für die Sammlung des Landesmuseums galten, dann aber umgewertet und zu Handelsgut erklärt wurden. Ein Beispiel dafür ist das ursprünglich zum Sammlungsbestand gehörende Zürcher Porzellan. So wurde 1912 die erste grosse «Doubletten-Auktion» 252mit Stücken aus den Sammlungen des Landesmuseums durchgeführt. Mehr als die Hälfte der versteigerten Gegenstände, 184 Stücke, waren Porzellanobjekte. 253Später folgten weitere Verkäufe und Tausche der «überflüssigen Depots von Zürcher Porzellan», 254wie die Qualifizierung lautete. Das Zürcher Porzellan gehörte zum Herzstück von Heinrich Angsts privaten Sammlungsbemühungen. An der ersten Landesausstellung 1883, in der Abteilung «Alte Kunst», die Angst mitorganisieren half, konnte er auch Porzellan und Keramik aus seiner Sammlung präsentieren. Diese Ausstellung war nicht nur ein genereller Testlauf für die Publizität von Altertümern, sie wurde auch zum Motor ihrer Wertsteigerung. Als Angst Ende der 1870er-Jahre zu sammeln begonnen hatte, galt das Zürcher Porzellan noch nicht als sammelnswert; nun war es zum Sammlungsgut avanciert. Als Angst dann Museumsdirektor wurde, wertete er seine Porzellansammlung gleich selbst auf, indem er sie zum unabdingbaren Grundstock der Sammlung des Landesmuseums erklärte. 255

Wie die Wertsteigerung des Zürcher Porzellans Ende des 19. Jahrhunderts scheint auch dessen Wertverlust mit der Person von Angst eng verbunden gewesen zu sein: Als sich Angst vom Museumsbetrieb distanzierte, befand sein Nachfolger Hans Lehmann, Teile von Angsts Lieblingsbeständen seien entbehrlich. Bei der ersten Auktion war es noch Angst, der als Mitglied der Landesmuseumskommission die Stücke für den Verkauf auswählte. 256Die Preise bestimmte die Firma, die die Auktion organisierte – viel zu tief, wie Angst fand. 257Ein Jahr vor seinem Tod, 1921, wurden Teile der Porzellanbestände aus dem Ausstellungsraum des Landesmuseums entfernt: Man ging daran, «sehr zahlreiches, mehrfach vorhandenes Material auszuscheiden und dadurch eine Überladung der Glasschränke zu steuern». 258Der Moment der Neubeurteilung und Neuordnung wurde «zur Komplettierung der Sammlungen durch neu erworbene wertvolle Stücke» 259genutzt. 260Auch hier zeigt sich, dass das Museum wirtschaftlich agierte: Was aussortiert wurde, war nicht wertlos, sondern von neuem, monetärem Wert. Das Zuviel wurde damit zu einer Kapitalanlage. Der Verkauf war kein Mittel zur Verkleinerung der Menge, sondern zur Verbesserung ihrer Zusammensetzung.

Das Urteil über die für «entbehrlich» 261erklärten Dinge lautete oft: Es handle sich um «gleichartige[s] Material», 262«Doubletten», 263folglich um mehrfach vorhandene, gleiche Dinge. Von diesen Dingen wurde dementsprechend auch im Plural gesprochen («Doubletten», nicht «Doublette»). Überzählig war das, was nicht einzigartig, sondern gleichartig war. Es hatte keinen Sammlungswert, aber einen Handelswert. Mit diesem Urteil widersprachen die Museumsbehörden aber gleich in zweifacher Hinsicht ihrem andernorts formulierten Wertesystem: Zum einen gab es nach ihrem Wertesystem eigentlich gar keine Objekte «mehrfach». Zum anderen wurden die bisher gesammelten Dinge als massgebend für die aktuelle Praxis angesehen und entsprechend geachtet.

Zum ersten Widerspruch: Das Landesmuseum sammelte Objekte aus der vorindustriellen Zeit. Das hiess, man ging davon aus, dass «auf dem ganzen Gebiete des Kunstgewerbes früherer Zeiten genau gleiche Objekte nicht erstellt wurden, soweit es sich nicht um Erzeugnisse des Metallgusses oder um mit Hülfe von Modeln und dergleichen hergestellte Gegenstände handelt». 264Trotzdem sprach man von «Gleichartige[m]»: Beim Kauf und Verkauf gelte das Prinzip, «Gleichartiges nur in besseren Exemplaren zu erwerben mit der Absicht, das Minderwertige abzustossen, um so die Sammlungen in ihrer Qualität zu heben, ohne sie überflüssigerweise auszudehnen». 265Die Qualität der Sammlung sollte also dadurch verbessert werden, dass Dinge ersetzt wurden – mit dem Zusatz, dass die Sammlung so nicht vergrössert werde, half man gleich noch, die allgemeinen Bedenken zu verringern. Schwierig ist die gewählte Begrifflichkeit: Wie kann ein Objekt «gleichartig» und doch auch «besser» sein als ein anderes Stück? Eine eigentliche Erklärung dafür findet sich nicht, aber viele widersprüchliche Antworten. Lehmann meinte, man wolle nicht auf die Frage eintreten, «was überhaupt in einer Altertumssammlung als Doublette bezeichnet werden könne, sondern nur bemerken, dass Doubletten in einer Sammlung jedenfalls nur ganz ausnahmsweise wertvolle Objekte sind». 266Indem jedoch vom Wertvollen respektive Wertlosen gesprochen wurde, machte man implizit deutlich, dass es letztlich um eine Bewertungsfrage ging. 267Und da die Museumsbehörden die entsprechende Deutungshoheit besassen, war die Sache damit vom Tisch.

Zum zweiten Widerspruch: Die Verkäufe wurden so dargestellt, als ob die weggegebenen Dinge nie einen Sammelwert besessen hätten. Sie galten aber früher einmal als wertvoll für die Sammlung, wie das Beispiel der Porzellansammlung illustriert. Doch die Museumsbehörden erläuterten die vorgenommene Umwertung nur selten. In den Inventarbüchern wäre eigentlich eine solche Information strukturell vorgesehen gewesen. Sie verfügten über die Spalten, wo die beiden Objektbewegungen, «Eingang» und «Ausgang» festgehalten werden konnten. In der Spalte «Ausgang» hätte eine Begründung für die Weggabe angegeben werden können. Sehr selten nur finden sich hier Einträge wie «Doublettenauktion», 268«als unverwendbar, wertlos beseitigt», 269«nicht schweizerisch» 270oder «mottenzerfressen». 271Diese wenigen Begründungen für die Weggabe rekurrieren insgesamt auf den bekannten Wertekanon: einzigartig, materiell intakt, aus der Schweiz.

Wendepunkt um 1928: weggeben, einschränken

1926 kam der «Platzmangel[…]» 272im Ständerat einmal mehr zur Sprache, und im Nationalrat wurde 1927 vorgebracht:

«Zur Hebung der Überfüllung des Landesmuseums wäre eine Dezentralisation zweckmässig.» 273

Wieder stand der Vorwurf im Raum, das Museum komme seinem Bildungsauftrag nicht nach. Die Berner Tagwacht stellte spöttisch die Frage, ob Objekte in den Keller- und Estrichräumen aufbewahrt würden, «damit die Mäuse gebildeter werden!». 274Die Stimmung war parteipolitisch aufgeheizt. Doch der Vorwurf von Ernest Chuard, einem freisinnigen Bundesrat, es handle sich um eine «sozialdemokratische Kritik» 275an die Adresse des Landesmuseums, wurde von bürgerlichen Stimmen entkräftet. Unter den Ratsmitgliedern dominierte in dieser Frage der überparteiliche Konsens, dass endlich etwas geschehen müsse. 276Heinrich Mousson, ebenfalls ein Freisinniger, der seit 1919 als Präsident der Landesmuseumskommission amtierte, verlangte von seinen Kollegen, dass sie diesen Voten nun endlich die nötige Aufmerksamkeit schenken sollten. Man müsse überlegen, wie man den Gesuchen der kantonalen Sammlungen, die Objekte aus dem Landesmuseum ausstellen wollten, entsprechen könne. Zudem, meinte Mousson, sollten die Sammelziele des Landesmuseums überdacht werden, weil sich innerhalb von 40 Jahren die Ansichten darüber geändert haben dürften. 277Nach der knapp protokollierten Diskussion zu schliessen, war Hans Lehmann gegen solche Reflexionen. Er wollte an den Praktiken der letzten zwei Jahrzehnte festhalten und wandte daher ein:

«Die Direktion muss die Möglichkeit haben, die ihrer Obhut unterstellten Sammlungen ohne Hemmnisse auszubauen.» 278

Und bei Anfragen nach Depositen empfehle es sich, sie von «Fall zu Fall» zu studieren, denn die «eigenen Sammlungen dürfen dadurch keinen Schaden erleiden». 279Gleichzeitig legte er aber in einer Stellungnahme zuhanden des Bundesrats zwei Listen vor, welche die Depositen aufführten, die das Landesmuseum bisher Schlösser und Museen überlassen hatte. 1253 Stücke waren es insgesamt. 280Das entsprach ungefähr der Zahl der Objekte, die während dreier Jahre durchschnittlich in die Sammlung des Landesmuseums eingingen. 281Im Wissen um die bisherige Verschwiegenheit der Museumsdirektion erscheinen diese Listen als starkes Argument gegen den Vorwurf, das Landesmuseum sei in der Raum-Mengen-Frage untätig geblieben. Sie machen Objektbewegungen sichtbar, die bisher verborgen geblieben waren. Doch für die Museumskommission war damit nicht mehr genug getan: Sie beschloss auf Antrag von Roman Abt, sich in einer Extrasitzung selbst ein Bild von den Verhältnissen in den verschiedenen Depots zu machen. 282Im April 1928, noch bevor eine Geschäftsprüfungskommission aus den Eidgenössischen Räten zu ihrer nächsten Besichtigung schritt, stieg die Kommission des Landesmuseums hinab in die Kellerräume des Museumsgebäudes und ins Dachgeschoss hinauf, um sich umzusehen. Ebenso begab sie sich zu den drei externen Depots, die inzwischen über die Stadt verteilt betrieben wurden (vgl. Abb. 15 und 16). 283Anschliessend fasste die Kommission mehrere Beschlüsse. Einiges, was bisher schon Thema war, wurde dabei bekräftigt, aber auch ganz neue Entscheide wurden gefällt.

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