Anna Joss - Anhäufen, forschen, erhalten

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Anhäufen, forschen, erhalten: краткое содержание, описание и аннотация

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Das Schweizerische Nationalmuseum verfolgte seit seiner Eröffnung 1898 sehr unterschiedliche Sammlungstätigkeiten. Während sich die Geschichtsschreibung bisher vor allem für Fragen der Konstruktion von Nation und für die Prozesse der Identitätsbildung interessierte, untersucht Anna Joss erstmals die Sammlungspraxis und zeigt, dass für die Museumsangestellten in ihren alltäglichen Tätigkeiten auch ganz andere als repräsentative Aspekte leitend waren: nämlich Objekte anzuhäufen, zu erforschen und zu erhalten. Die vorliegende Sammlungsgeschichte rückt Protagonisten der Museumswelt in den Blick, die bisher wenig beachtet wurden: Kunsthändler, Donatorinnen, Schreiner, Vergolder, Restauratorinnen, Chemiker und andere mehr. Erzählt wird, welche Wege bekannte Sammlungsstücke wie die «Gotthardpost» und rätselhafte Dinge im Museumsbetrieb gingen und wie sich die Objekte selbst dabei nach und nach veränderten.

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Wenn ich nun zum Schluss die Ergebnisse zur Thematik des Anhäufens zusammenfasse, will ich dies mithilfe einiger Ausblicke auf die Mengenverhältnisse und die Sammlungspraktiken der folgenden Jahrzehnte tun. Diese Ausblicke sollen zwar nicht in der gleichen empirisch dichten Weise wie die Untersuchungen zu den 1910er- und 1920er-Jahren erfolgen, ermöglichen aber, diese Zeitspanne akzentuierter zu rekapitulieren.

Quantität als dauerhafter Wert

Die Sammlungsbestände des im 19. Jahrhundert neu gegründeten Schweizerischen Landesmuseums wurden durch ihr stetiges Wachstum Anfang des 20. Jahrhunderts zum drängenden Problem. Sie passten nicht mehr in die vorhandenen Ausstellungsräume. So wurde begonnen, die Sammlungsstücke provisorisch in den Dach- und Kellerräumen des Museums einzulagern und einen Erweiterungsbau zu planen. Obwohl seine Realisation in weiter Ferne lag, wurden weiter Objekte erworben, und es mussten zusätzliche Depoträume ausserhalb des Museums angelegt werden.

Der notorische Platzmangel im Landesmuseum und die unausgestellten Sammlungsstücke hatten zur Folge, dass die Praxis und die Ziele des Sammelns des Schweizerischen Landesmuseums während der 1910er- und 1920er-Jahre überdacht, diskutiert und teilweise geändert wurden. Zu einer veränderten Haltung in der Sammlungspraxis führten die wenn auch raren personellen Wechsel in den Museumsbehörden. Der allmähliche Rückzug von Heinrich Angst aus den Museumsgeschäften hatte den Verkauf von Objekten aus der Sammlung gefördert; aus dem Erlös konnten neue Stücke erworben und damit die Zusammensetzung der Sammlung in die gewünschte Richtung gelenkt werden, trotz den vorhandenen räumlichen und finanziellen Beschränkungen. Als die Museumskommission sich nicht mehr nur aus Männern der Gründergeneration zusammensetzte, konnte 1928 eine Neuausrichtung der Sammlungspraxis beschlossen werden.

Als längerfristige Orientierungsgrösse erwies sich das Urteil über die sogenannten volkskundlichen Objekte. Als während der 1930er-Jahre das «vermehrte Interesse weiter Kreise an der Volkskunde der Schweiz» 313Anlass zur erneuten Diskussion über den Status volkskundlicher Sammlungsobjekte in der Sammlung des Schweizerischen Landesmuseums gab, bezogen sich die Museumsbehörden explizit auf den Beschluss von 1928. Fritz Gysin, der Nachfolger von Hans Lehmann, und die Mitglieder der Museumskommission hielten an der Auffassung fest, dass das Arbeitsfeld des Landesmuseums auf dem Gebiet der Geschichte und des Kunstgewerbes liege und kein Anlass bestehe, eine volkskundliche Abteilung zu gründen. 3141944 wurden volkskundliche Objekte, die inzwischen bereits wieder Eingang in die Sammlung gefunden hatten, an das Schweizerische Museum für Volkskunde in Basel als Dauerleihgabe übergeben. 315Erst in den 1960er-Jahren sollte sich die Haltung gegenüber dieser Objektgruppe wieder ändern. 316

1928 war kein «harter Schnitt» in der Sammlungspraxis des Landesmuseums. Es gab vielmehr Verhaltensund Argumentationsmuster, die auch in Zukunft beibehalten wurden. Was es aber nie mehr gab, war eine so grosse Angst vor einer Schmälerung des Sammlungsbesitzes wie in den 1910er- und 1920er-Jahren, auch wenn später erneut temporäre und dauerhafte Objektabgaben gefordert wurden. 317Die Museumsbehörden hielten aber während des 20. Jahrhunderts an der Vorstellung fest, dass die museale Sammlung ein Aufbewahrungsort für Objekte sei, die einer Vergangenheit mit fixiertem Schlusspunkt angehörten, auch wenn die Vergangenheit inzwischen als unabgeschlossener Zeitraum gedacht wurde. Fritz Gysin und die Konservatoren waren zwar der Ansicht, dass ein zeitlicher Schlusspunkt auf die Dauer nicht zu halten und die gesetzte Grenze eine willkürliche sei. Aus «rein praktische[n] Überlegungen» 318hielten sie jedoch bis auf Weiteres daran fest:

«Genügt schon der heute vorhandene Ausstellungsraum für die früheren Jahrhunderte bei weitem nicht, so ist er für die neueste Zeit ganz einfach nicht vorhanden.» 319

Es war der beschränkte Raum, der nach einer zeitlichen Beschränkung verlangte. Diese Argumentationslogik, in welcher der Ausstellungsraum die Grenzen der Sammlung markiert, verdeutlicht, wie beharrlich sich die Idee hielt, dass das Erwerben und Ausstellen von Objekten untrennbar zueinander gehörten. So beantwortete Fritz Gysin die Frage, ob das Landesmuseum damit fortfahren solle, seine Sammlungen ständig zu vergrössern und sie am Ort seines Sitzes, in Zürich, zu vereinigen, in altbekannter Weise: Zuerst müssten die bauliche Erweiterung des Landesmuseums durchgeführt und dann die entsprechenden Objekte für die Schau- und Studiensammlung ausgewählt werden. Anschliessend könne vom verbleibenden Restbestand allenfalls Entbehrliches weggegeben werden. «Erst dann, weil früher ein wirklicher Überblick nicht möglich ist.» 320

Obwohl die Museumsbehörden zwischenzeitlich versuchten, die Anhäufung der Dinge zu steuern und den Forderungen der Politik nachzukommen, blieb während des 20. Jahrhunderts doch das stetige Grösserwerden der Menge grundsätzlich ein erwünschtes Ziel. Dass ihr ganzer Stolz dem Wachstum der Sammlung galt, wird in den Jahresberichten des Schweizerischen Landesmuseums deutlich: Jeder Bericht enthält seitenlange, detaillierte Aufzählungen oder Auflistungen der neu eingegangenen Objekte. Die Weggabe von Sammlungsstücken wurde dagegen kaum erwähnt. Dass gewisse Objekte die Sammlung des Landesmuseums definitiv verliessen, ist nur indirekt aus den Jahresrechnungen ersichtlich, wo der durch den Verkauf von Sammlungsstücken erwirtschaftete monetäre Gewinn aufgeführt ist. 321

Ende der 1940er-Jahre gingen die Objektverkäufe zurück, und der Tausch von Sammlungsstücken, der vorher nur eine marginale Rolle gespielt hatte, gewann an Bedeutung. 322Die Argumente für die Tauschpraxis glichen jedoch den Begründungen für den Verkauf von Sammlungsstücken. Noch 2004 hiess es: In einer «angespannten Finanzlage» sei der Tausch zur gezielten Erweiterung der Sammlungsbestände «eine sinnvolle Massnahme». 323Auch Verkäufe blieben eine Option. 324Der Grundsatz hielt sich, dass das Landesmuseum «mehr Eingangsort als Ausgangsort» 325für Sammlungsstücke sei, wie es ein Kurator 2009 formulierte. Die grosse Menge an Sammlungsstücken wurde weiterhin als zentrales Merkmal einer guten Museumssammlung angesehen. Das zeigt sich nicht zuletzt an den Web-Präsentationen der Museen, die mit ihrer grossen Anzahl Sammlungsobjekte werben. 326

Aufwertung und Expansion der Depoträume

Dass eine staatliche Sammlung nicht sämtliche Sammlungsstücke ausstellen konnte, war sowohl für die Museumsbehörden als auch für die politischen Behörden lange inakzeptabel. Die Anstrengungen der 1910er- und 1920er-Jahre galten dem Ziel, die magazinierten Objekte zur Ausstellung zu bringen, sei es in einem Erweiterungsbau oder in verschiedenen anderen Museen über die Schweiz verteilt. Dabei kam es zu einer wesentlichen Veränderung ab den 1930er-Jahren: Der Status der Museumsdepots wurde aufgewertet.

Noch verhalten und ohne sofortige Wirkung war bereits 1928 vorgebracht worden, dass die Sammelbestände grundsätzlich Interessierten zum Studium zugänglich gemacht werden sollten, dafür aber nicht in ihrer «Gesamtheit» 327ausgestellt zu werden brauchten. 328Es war also denkbar, die Sammlungsstücke auch unausgestellt in Zürich aufzuwahren. Die Vorstellung darüber, welchen Umgang mit den Dingen das Museum ermöglichen sollte, begann sich zu verändern. Dass die Sammlung der Bildung der «breiten Schichten der Bevölkerung» 329dienen müsse, war nicht mehr derart prioritär. So wurde die Auffassung vertreten:

«Das Museum soll nicht nur eine Schaustellung von Altertümern sein, sondern in erster Linie ein wissenschaftliches Institut.» 330

Diese Überlegung ging in die Richtung des Konzepts, das Alfred Lichtwark 1904 in Mannheim vorgeschlagen hatte, nämlich die Zweiteilung der Sammlung in einen Schau- und einen Studienbereich. 331

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