Salz Nr. 2 wird vorwiegend morgens gegeben, z. B. vor der Schule oder dem Kindergarten. Als Aufbaumittel wird es häufig mit Calcium fluor. (Nr. 1) oder Silicea (Nr. 11) kombiniert. Magnesium phos. (Nr. 7) ergänzt die Wirkung besonders bei gesteigerter Erregbarkeit von Muskeln und Nerven; dann geben wir morgens gleich nach dem Aufstehen Salz Nr. 2 und abends vor dem Schlafen Salz Nr. 7.
Das Mittel passt besonders für blasse, blutarme Kinder mit kränklichem Aussehen und schlechtem Appetit. Es ist eines der wichtigsten Kindermittel in der Biochemie nach Dr. Schüßler und gilt als das wichtigste Aufbausalz; bewährtes Nerven-, Beruhigungs- und Kräftigungsmittel. In Verbindung mit Natrium chlor. (Nr. 8) ist es außerdem das Mittel für die Rekonvaleszenz, in Verbindung mit Ferrum phos. (Nr. 3) und Natrium chlor. (Nr. 8) das Blutbildungsmittel bei Eisenmangelanämie. Bei Zahnungsbeschwerden geben Sie Salz Nr. 2; kommt Fieber dazu, auch Salz Nr. 3.
Einflüsse auf die Wirkung
Verschlechterung bei Ruhe und Wärme.
Besserung bei Bewegung und Kühle.
• Strukturerhaltungsmittel
• Stärkt den Tagesnerv / Sympathicus
• Das große Aufbaumittel für Kinder
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Nr. 3 Ferrum phosphoricum (FePO 4· 4H 2O)
Das Salz für das Immunsystem – Regelpotenz: D 12
Eisen ist der wichtigste Bestandteil des Blutfarbstoffs Hämoglobin und des Myoglobins (roter Muskelfarbstoff) und wirkt als Sauerstoffüberträger. Phosphorsaures Eisen ist besonders vorhanden in allen Muskelzellen, im Blut, in Enzymen, in einer Reihe innerer Organe, wie z. B. Gehirn, Leber (das blutreichste Organ unseres Körpers), Milz, Knochenmark, Darmwandung und -zotten und in vielen Drüsen mit innerer Sekretion, wie z. B. Schilddrüse, Bauchspeicheldrüse.
Das in den roten Blutkörperchen enthaltene Eisen nimmt beim Einatmen Luftsauerstoff auf, um ihn allen Geweben des Körpers zuzuführen. Fehlt das Eisen, so tritt eine Erschlaffung der Muskeln ein. Die Hauptanwendungsgebiete von Ferrum phos. können nicht unmittelbar, wie bei anderen Mitteln, aus seinem Vorkommen im Organismus abgeleitet werden; sie wurden vielmehr aus den eigenen therapeutischen Erfahrungen von Schüßler entwickelt.
Ferrum phos. spielt in der Infektabwehr und für eine gute Immunabwehr bei Ihrem Kind eine wichtige Rolle und ist das Hauptmittel für alle plötzlich auftretenden akuten Gesundheitsstörungen, also auch für die Erste Hilfe einsetzbar. Anwendung findet es bei allen entzündlichen Erkrankungen in der ersten Entzündungsphase (trockener Schwellungskatarrh ohne Sekretion), bei akutem Fieber (bis 38,5 °C), Sonnenbrand, roter Haut und Schmerzzuständen. Salz Nr. 3 regt die Zottenpumpe in den Darmzotten an. Dadurch wird die Nahrung besser verwertet.
Bei allen Verletzungen der Weichteile, wie Quetschungen, Stauchungen, Schnitt- und Schürfwunden, lindert es die akuten Beschwerden und vermindert die Blutung. Über längere Zeit eingenommen, beeinflusst es auch die Wundheilung. In Verbindung mit Kalium chlor. (Nr. 4) wird es bei Verletzungen der Weichteile eingesetzt; bei einem Bluterguss zusätzlich noch mit Silicea (Nr. 11).

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Mangelan diesem Mineralsalz führt zu folgenden Symptomen: Konzentrationsstörungen, Stimmung wechselt leicht, leichte Ermüdung, wenig Widerstandskraft, Neigung zu Entzündungen, fieberhafte Infekte, Blutarmut, mangelnder Appetit, Durchblutungsstörungen, niedriger Blutdruck; klopfende, pochende und pulsierende Schmerzen; rheumatische Beschwerden und Muskelkater; Magenschleimhautentzündung und beginnender Durchfall oder auch Verstopfung. Das Kind friert leicht.
Woran sind Mängel erkennbar? |
Augenregion |
Ferrum-Schatten, oft als „Ränder unter den Augen“ bezeichnet. Dieser zieht von der Nasenwurzel aus unter dem Auge entlang; je länger und dunkler der Strich, desto stärker ist der Mangel. Hohläugigkeit nach großer Anstrengung oder kurz vor Fieberausbruch. |
Absonderungen |
blutige Wunden |
Zunge |
rein, rötlich, besonders die Zungenränder, in akuten Fällen oft trocken und am Zungengrund schon weißlich belegt, Zunge sehr rot, Geschmack nach faulen Eiern |
Gesicht |
Ferrum-phos.-Mangel zeigt sich in der „Ferrum-Röte“, die fühlbar mit Hitze verbunden ist, hervorgerufen durch Blutüberfülle. Hitze zuerst auf der Stirn, dann auf den Wangen (Fieberwangen) und an den Ohren. |
Ohren |
Z. B. nach geistiger Anstrengung kann Röte auftreten. |
Haut |
Entzündungen und rote Pickel der Gesichtshaut weisen auf einen Ferrum-phos.-Mangel hin. |
Anwendung
Ferrum phos. wird besonders als Akutmittel bei Infekten, Überanstrengungen und Verletzungen sowie in frühen Phasen einer entzündlichen oder fieberhaften Erkrankung (z. B. Kinderkrankheit) eingesetzt. Es kann auch vorbeugend eingenommen werden, um Widerstandskraft und Leistungsfähigkeit des Körpers zu stärken und um Infektionen im Herbst und Winter zu vermeiden. Bei Durchblutungs- und Wundheilungsstörungen, Konzentrationsstörungen und in der Rekonvaleszenz wird es über einen längeren Zeitraum gelutscht. Ferrum phos. unterstützt die arterielle Komponente des Blutkreislaufes.
Die Einnahme erfolgt vorwiegend morgens. In akuten Fällen auf die „heiße“ Version mit jeweils 3, 5, 7 oder 10 Tabletten zurückgreifen, je nach Alter des Kindes und nach Schweregrad der Akutsituation.
Einflüsse auf die Wirkung
Verschlechterung durch Wärme und Ruhe, eventuell Kopfschmerzen durch Gefäßerschlaffung; durch Wärme und Bewegung bei Blutandrang zum Kopf (Kongestion). Besserung bringen bei Kongestionen Kälte und Ruhe; bei Kopfschmerzen durch Gefäßerschlaffung Kälte und Bewegung.
• Akut- und Unfallmittel / Erste Hilfe
• „Alles, was rot ist“
• Mittel für das 1. Entzündungsstadium
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Nr. 4 Kalium chloratum (KCl)
Das Salz für die Schleimhäute – Regelpotenz: D 6
Chlorkalium findet sich in einer großen Zahl von Körperzellen: in den Gehirnzellen, Nerven- und Muskelzellen und in den roten Blutkörperchen.
Es regt den Zellstoffwechsel an und steht in engster Beziehung zum Faserstoff Fibrin. Kalium chloratum ist das Hauptlymphmittel mit Bezug zu Haut und Schleimhaut. Es spielt eine wichtige Rolle bei Katarrhen und Entzündungen mit weiß-grauen und zähen Sekreten.
Kalium chlor. ist das Mittel der zweiten (subakuten) Entzündungsphase. Diese setzt gewöhnlich ca. 3 – 4 Tage nach Beginn der Erkrankung ein (bei primär chronisch verlaufenden Infektionen oder entzündlichen Erkrankungen oft auch erheblich später). Diese Phase ist gekennzeichnet durch sich schwer lösende schleimige Absonderungen, Ausschwitzungen und entzündliche Schwellungen der Gewebe- und Lymphknoten. Bei Schwellungen durch Wassereinlagerungen (Ödeme) wird Natrium sulf. (Nr. 10) eingesetzt. Kalium chlor. ist ein ganz wichtiges Entgiftungsmittel. Es regt den Stoffwechsel (Zellstoffwechsel) und die Drüsentätigkeit an. Es ist gut geeignet, um sich vor Belastungen durch die Umwelt zu schützen (z. B. wenn Ihr Kind viel am Computer sitzt, in Verbindung mit Calcium phos. (Nr. 2), um einen Zell- und Lymphschutz aufzubauen).

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Mangelan diesem Salz kann sich unterschiedlich äußern: Entzündungen mit leichtem Fieber, Blutverdickung (Thrombosegefahr), Schwerhörigkeit, Neigung zu Übergewicht, Drüsenschwellungen, Schleimhauterkrankungen, wie z. B. Katarrhe mit weißlichen, weißgrauen, zähen Schleimabsonderungen, Stockschnupfen, Husten (mit Schleimrasseln), Asthma, spastische Bronchitis, weißer, weißgrauer Zungenbelag, fadenziehender Schleim und Speichel, Mundausschlag, Hautausschläge mit mehlartigem Belag oder weißgrau klebenden Schüppchen (z. B. weißlich verklebte Augen am Morgen oder Schüppchen unter den Augenlidern), Milchschorf, Urin wolkig (im Glas sammeln und anschauen) oder auch weißgrau mit Schleimfetzen, Darm- und Magenschleimhautentzündung, Lymphknotenschwellungen, chronische Gelenkleiden (z. B. Tennisarm), Muskelschwäche, Sehnenerkrankungen, neuralgische Schmerzen.
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