Hermann Broch - Der Tod des Vergil

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"Der Tod des Vergil" ist ein Roman, in deren erzählt der Autor von den letzten Lebensstunden des römischen Dichters Virgil im Hafen von Brundisium nach. Virgils gesteigerte Wahrnehmungen während seines Todes erinnern an sein Leben und an die Zeit, in der er lebt. Der Dichter befindet sich in der Zeit zwischen Leben und Tod, so wie seine Kultur zwischen dem heidnischen und dem christlichen Zeitalter schwankt. Während er darüber nachdenkt, erkennt Virgil, dass die Geschichte an einem Scheitelpunkt steht und dass er in seinem Versuch, Schönheit zu schaffen, die Realität verfälscht haben könnte.

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Der engere Umkreis des Palastes war von einem Polizeikordon abgesperrt; Mann an Mann, mit quer gelegten Lanzen, fingen die Bewaffneten den Ansturm der heranflutenden Menge auf und leisteten ihr ebenjenen elastischen Widerstand, welcher in dem wellenartigen Zurückfluten, das schon am Rande des Platzes bemerkbar gewesen war, sich immer wieder und wieder auswirkte. Hinter dem Kordon aber hatte die Prätorianerkohorte, deren Eintreffen aus Rom offenkundig ein besonderes Ereignis bedeutete, die Ehrenwache bezogen, und ihr Dasein war breitspurig hochwüchsiges, furchteinflößendes Nichtstun in kriegsmäßiger Aufmachung mit Patrouillen und Wachtfeuern und großaufgeschlagenen Kantinenzelten, aus denen die Hoffnung und der Duft des Freiweines aufstieg, trügerisch wahrscheinlich, aber gerne geglaubt. Bis hierher konnten die Schaulustigen gelangen; weiter nicht. Und hier war der Punkt, in dem Hoffnung und Enttäuschung einander die Waage hielten, unheimlich und gespannt wie jede Entscheidung zwischen Leben und Tod, wie jede Lebenssekunde, weil jede beides enthält, und wenn der warme Hauch der Feuer über das Getriebe hinstrich, die hohen Federbüsche der Helme aufplusterte und die vergoldeten Rüstungen aufglänzen ließ, wenn das heiser-überlegene «Zurück!» der Polizeimannschaft sich dem lärmenden Ansturm entgegenwarf, dann stieg die Besessenheit stichflammengleich ins Atemlose, und die Gesichter mit trockenen Lippen und züngelnden Zungen starrten stuff und begehrlich in das Sekundenfeuerwerk der Unsterblichkeit, denn es stand die Zeit auf des Messers Schneide. Am wüstesten ging es natürlich vor dem Palasteingang zu, besonders da nach dem Eintritt des Cäsars unbedachterweise die Doppelspaliere, durch die er heraufgezogen war, aufgelöst worden waren und nichts mehr der Entfesselung Einhalt gebiqten konnte; bar jeglicher Ordnung, wie von einem Trichterwirbel erfaßt, strudelte es zähflüssig dieser Toreinfahrt zu, die mit ihrer beidseitigen dichten Fackelreihe einem Feuerrachen glich, strudelte hinein, gestaut und wieder ausgestoßen, gellend, verbissen, roh, trampelnd, vor Verlangen tobsüchtig: weit eher hätte man sich vor einem Zirkuseingang als vor einer kaiserlichen Behausung wähnen mögen, so toll war das Treiben und der Hader, der da statthatte und gegen die Einlaßkontrolle ankämpfte, so mannigfach die Listigkeit der Unbefugten, welche die Beamten zu übertölpeln und zu überrennen versuchten, so wütend das Geschrei der Befugten, denen man die Berechtigung nicht glaubte oder ein ungebührlich langes Warten zumutete, und gar, als auf ein Wort des alten Palastdieners, dessen Nutzen sich erst hiermit enthüllte, die Eskorte sofort eingelassen wurde, da stieg der Zorn derjenigen, die ohne Ansehen der Person mit den Kontrollfor-malitäten belästigt wurden, jäh bis zur Siedehitze; sie fühlten sich ob ihrer Zurücksetzung verächtlich gemacht, sie fühlten die Verächtlichkeit alles Menschlichen und aller menschlichen Einrichtungen, und es wurde ihnen dies jählings bewußt, weil ein Einzelner ausgenommen wurde, ausgenommen werden durfte, und daran verschlug nichts, daß es nur jene Ausnahme war, die einem Sterbenskranken und dem Tode gebührt. Keinen gibt es, der nicht den Nebenmenschen zu verachten geneigt ist, und in dem Gewimmel der Verächtlichkeit, das namenlos und unsäglich sich stets aufs neue auftut und schließt, dämmert das Wissen des Menschen um sein eigenes Unvermögen zum Menschentum, sein Bangen um eine Würde, die ihm verliehen ist, ohne daß er ihrer habhaft zu werden vermöchte. Verachtung kämpfte gegen Verachtung im engen heißen Trichter der Toreinfahrt. Kein Wunder also, daß dahinter, im Innern des Hofes, entronnen dem gierigen Kampfe, entronnen der unterweltlich rauhfarbenen Lichtgrelle, er von all dem Schimpf sich befreit wähnte, der ihn in den Gassen und auf dem Platze draußen verfolgt hatte, und fast war es die nämliche Erleichterung wie jene, die ihm nach dem Schwinden der Seekrankheit zuteil geworden war, die nämliche Beruhigung, obwohl der Ort, wo er jetzt landete, sich wahrlich nicht als Ruhe zeigte, vielmehr der Hof vor Unordnung geradezu zu bersten schien. Immerhin, es war nur eine scheinbare Unordnung; die kaiserliche Dienerschaft, an derartige Vorfälle gewohnt, hielt genaue Disziplin, und alsbald trat auch einer der Hof beamten, versehen mit einer Gästeliste, an die Sänfte heran, um den Ankömmling in Empfang zu nehmen, gleichmütig zu dem Diener gewandt, von dem er sich des Gastes Namen zuraunen ließ, gleichmütig den Namen zur Kenntnis nehmend und ihn in der Liste abstreichend, so gleichmütig und gleichgültig, daß es einen berühmten Dichter schlechterdings beleidigend anmuten mußte, so beleidigend, daß er die Notwendigkeit empfand, die Angabe des Dieners zu bestätigen und zu verstärken: «Ja, Publius Vergilius Maro, so heiße ich», sagte er und wurde bitterböse, als er sogar hierfür nur eine kurze höfliche, doch nicht minder gleichgültige Verbeugung einheimste, und selbst der Knabe, von dem er Unterstützung erhofft hatte, nichts verlauten ließ, sondern sich bloß gehorsam dem Zuge anschloß, der nun auf den Wink des Beamten sich dem zweiten Peristylhof zu bewegte. Allerdings, der Ärger währte nicht lange, er schwand vor der Ruhe, die den Ankömmling nun wirklich umfing, da die Sänfte in diesen beinahe vollkommen stillen, springbrunnendurchrieselten Gartenhof getragen und daselbst vor dem Megaron abgesetzt wurde, das der Cäsar als Wohntrakt für seine Gäste bestimmt hatte; vor dem Eingang waren die Haussklaven zum Empfange aufgestellt, und es wurden die fremden Träger abgefertigt. Auch dem Knaben ging es nicht anders; es wurde ihm der Mantel abgenommen, und da er sich nicht vom Platze rührte und bloß lächelte, herrschte ihn der Hof beamte an: «Was stehst du da noch herum? mach, daß du fortkommst!» Der Knabe blieb stehen, freundlich und spitzbübisch, und desgleichen hielt sein Lächeln an, vielleicht ob der rüden Form, mit der seine Führung bedankt wurde, vielleicht aber auch ob der Vergeblichkeit einer Bemühung, die nie und nimmer imstande sein würde, ihn wegzubringen. Nichtsdestoweniger - hatte dieses Bleiben irgendeinen Sinn? war dieses Bleiben zu wünschen? was sollte er, ein müder, einsamkeitsbedürftiger Kranker da mit dem Jungen anfangen ?! Und doch, welch sonderbare Angst, allein zu bleiben! welch sonderbare Angst, den jungen Führer nunmehr verlieren zu müssen! -«Mein Schreiber», sagte er, und es war beinahe gegen seinen eigenen Willen gesagt, es war, als hätte etwas Fremdes in ihm, aus ihm gesprochen, fremd und dabei dunkelvertraut, Wille, der größer als der eigene ist, ein willenloser Wille, dennoch zwingend und übermächtig, die Nacht. Leises mächtiges Wollen, aus der Nacht entfaltet. Leise war der Gartenhof, leise der Blumenatem, leise plätscherten die beiden Springbrunnen; ein dunkelzarter leis-feuchter Duft, nachtfrühlingshaft im Herbste, webte kühl und feingesponnen über den Beeten, und darein verwoben wehte schleierstreifen gleich, einmal näher, einmal entfernter, die Musik aus dem Vordergebäude, Klangschleier um Klangschleier, bestickt mit Zymbelpunkten, eingebettet in den grauen Nebel der Stimmen, mit dem das Fest dort über sich selbst hinaussickerte, dort ein klingender, schmetternder Lichterlärm, hier nur noch ein weicher Klangnebel, der im ungeheueren Nacht-Raum verrieselte; das über den Hof gespannte Himmelsviereck ließ nun wieder die Sterne sehen, sichtbar wieder ihr Atemlicht, obschon von den darunterhinziehenden Qualmwolken hier und da verdeckt, aber selbst diese waren durchsickert von dem weichrieselnden Klangnebel, nahmen teil an dem wehend-verwehenden Nebelgemurmel, das den Hof durchschwängerte, jedwedes Ding einhüllte, einverschmolzen Ding und Duft und Klang, himmelwärtssteigend in die Stille der Nacht, und drüben an der Mauer stand, den hartbastenen Stamm undeutlich beleuchtet, ragend bis zur Dachhöhe, in steifer Herbheit schwarzfächerig und abweisend eine Palme, nachttragend auch sie.

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