Christoph Marx - Südafrika

Здесь есть возможность читать онлайн «Christoph Marx - Südafrika» — ознакомительный отрывок электронной книги совершенно бесплатно, а после прочтения отрывка купить полную версию. В некоторых случаях можно слушать аудио, скачать через торрент в формате fb2 и присутствует краткое содержание. Жанр: unrecognised, на немецком языке. Описание произведения, (предисловие) а так же отзывы посетителей доступны на портале библиотеки ЛибКат.

Südafrika: краткое содержание, описание и аннотация

Предлагаем к чтению аннотацию, описание, краткое содержание или предисловие (зависит от того, что написал сам автор книги «Südafrika»). Если вы не нашли необходимую информацию о книге — напишите в комментариях, мы постараемся отыскать её.

Südafrika blickt auf eine jahrtausendealte Geschichte zurück und gilt als Ursprungsort der Menschheit. Mit dem Eintreffen der ersten Schiffe der niederländischen Ostindien-Handelskompanie begann die Kolonialgeschichte Südafrikas, die Zwangseinwanderung von Sklaven und die systematische Unterwerfung der indigenen Bevölkerung. Die Apartheidpolitik des 20. Jahrhunderts bedeutete eine weitere Verschärfung des Rassismus, der zur Grundlage der Staatsordnung wurde.
Christoph Marx vermittelt gut lesbar die grundlegenden Informationen zur Geschichte des Landes bis in die unmittelbare Gegenwart. Dabei legt er einen Schwerpunkt auf die politische Ereignisgeschichte vor allem des 20. Jahrhunderts und einen weiteren auf die ungemein facettenreiche Wirtschafts-, Kultur- und Sozialgeschichte.

Südafrika — читать онлайн ознакомительный отрывок

Ниже представлен текст книги, разбитый по страницам. Система сохранения места последней прочитанной страницы, позволяет с удобством читать онлайн бесплатно книгу «Südafrika», без необходимости каждый раз заново искать на чём Вы остановились. Поставьте закладку, и сможете в любой момент перейти на страницу, на которой закончили чтение.

Тёмная тема
Сбросить

Интервал:

Закладка:

Сделать

Während eine Lineage in der Regel vier Generationen umfasste, gab es darüber hinausgehende größere Einheiten. Die Erinnerung an einen mythischen Urahnen, der häufig als eine Art Gründerheros memoriert wurde, ließ alle, die sich in ihrer Abstammung auf ihn bezogen, als eine große Verwandtschaftsgruppe erscheinen, die aus verschiedenen Lineages zusammengesetzt war. Häufig werden diese übergreifenden Einheiten in der ethnologischen Literatur als Clans bezeichnet, in denen meist ein Exogamiegebot galt, d. h. die Angehörigen eines Clans durften nicht untereinander heiraten. Komplizierte Heiratsregeln banden die Clans aneinander, indem etwa Angehörige von Clan A Frauen aus Clan B heirateten, Männer aus Clan B dagegen Frauen aus Clan C etc. Die Gesamtheit der Clans, die in ein solches Regelwerk integriert waren, bezeichnen die Ethnologen als Stamm, Volk oder Ethnie. Solche Verwandtschaftssysteme waren »segmentäre« Strukturen, da die Verwandtschaftseinheiten alle ein ähnliches Muster aufwiesen und als Segmente im Verhältnis zueinander standen wie die Waben eines Bienenstocks.

Auch wenn die bantusprachige Bevölkerung des südlichen Afrikas über Lineagestrukturen organisiert war, gab es daneben ein weiteres Prinzip der sozialen Organisation, das ebenso wichtig war und für Außenstehende die Sozialstrukturen sehr kompliziert erscheinen lässt, nämlich die politische Organisation über Chiefs. Ethnische Gruppen sind darum in der historisch bekannten Zeit seit etwa 1500 nicht primär als Kulturgemeinschaften fassbar, sondern als politische Gemeinwesen mit einem Chief an der Spitze. Die Loyalität zu einem bestimmten Chief war die Grundlage ethnischer Identität, die sich darum auch wechseln ließ. Der Apartheidstaat hat später den Begriff »Bantu« essentialisiert und diese Völker als klar umgrenzte, nicht nur sprachlich, sondern über distinkte Kulturen identifizierbare Ethnien gefasst.

Südafrika war wie der gesamte Kontinent lange Zeit unterbevölkert, d. h. Land gab es im Überfluss, sodass Landbesitz und Territorialität keine Grundlage für politische Herrschaft boten wie etwa im frühneuzeitlichen Europa. Vielmehr war die Herrschaft über Menschen entscheidend, d. h. die Macht der Chiefs hing von der Zahl ihrer Anhänger und Krieger ab. Aus diesem Grund war ein Chief wohl beraten, sich der Loyalität der Bevölkerung zu versichern, was sich etwa in der politischen Kultur niederschlug. Eine der wichtigsten Tugenden eines Chiefs war Großzügigkeit im Sinn von Freigiebigkeit. Beliebte Chiefs konnten wie Magneten wirken, wodurch ihr Chiefdom an Macht und Ansehen gewann. Ein wichtiges Mittel dazu war, Menschen aufzunehmen, die durch Dürre oder Tierkrankheiten verarmt waren. Der Chief wies ihnen Land zur Nutzung zu und lieh ihnen aus seinen eigenen Beständen Rinder, mit denen sie eine neue Herde aufbauen konnten. Diese Großzügigkeit war freilich an Gegenleistungen geknüpft, wozu Gefolgschaftstreue und Loyalität zählten. Man nennt dieses System von Abhängigkeiten »Rinderpatronage«, was erneut die große Bedeutung des Rinderbesitzes unterstreicht. Denn nur Männer, die Rinder besaßen, konnten heiraten, sodass ein Chief den Rinderbesitz als eine Art politische Stellschraube und Mittel der Disziplinierung nutzen konnte.

Rinderbesitz wirkte sich auch auf die für die südlichen Bantu typische Form der Siedlung aus, die Ethnologen als Central Cattle Pattern charakterisieren. Die Siedlung war jeweils um einen zentralen umzäunten Platz, den sogenannten Kraal (portug.: curral = Pferch), angeordnet, in den über Nacht die Rinder getrieben wurden. Das Central Cattle Pattern war nicht nur von der Geschlechterordnung geprägt, sondern auch die gesellschaftlichen Hierarchien schlugen sich in der Anordnung der Häuser nieder. So stand das Haus des Chiefs sowie diejenigen seiner Ehefrauen gegenüber dem Eingang zum zentralen Rinderkraal. Dem Chief kam eine besondere spirituelle Kraft, ein Erbcharisma zu, das durchaus ambivalent war. Denn Chiefs waren einerseits für das Wohlergehen zuständig und ihre besondere Nähe zu den Ahnen verlieh ihnen größeren Einfluss auf die kosmische Ordnung. Andererseits konnten Chiefs ihre spirituelle Macht auch nutzen, um Feinde, Konkurrenten und Neider zu beseitigen. Dies ist einer der Gründe, warum es in den meisten Gesellschaften tabu war, einen Chief physisch zu attackieren oder gar ihn zu töten. Denn als Ahne verfügte er weiterhin über die Möglichkeit, in die Geschäfte der Lebenden einzugreifen und sich für seinen Tod zu rächen.

Nun ist Chief eine Verlegenheitsvokabel, die eine größere Einheitlichkeit der politischen und sozialen Ordnung suggeriert als tatsächlich existierte. Denn in kaum zwei afrikanischen Gesellschaften war die Stellung des Chiefs die gleiche, sondern es gab zahlreiche Varianten. Viele Chiefs waren eher Clanoberhäupter und genossen kaum über ihre eigene Siedlung hinaus Autorität, während andere Chiefs große Gebiete kontrollierten.

Ausgrabungen deuten darauf hin, dass im ersten nachchristlichen Jahrtausend die Chiefdoms meist klein waren, kaum über Marktbeziehungen miteinander verkehrten, sondern ökonomisch weitgehend Selbstversorger waren. Es gab nur eine geringe berufliche Spezialisierung und keine institutionalisierten Märkte. Nur in wenigen, aber historisch greifbaren, Fällen wuchsen solche Chiefdoms zu größeren Einheiten, die man als Königreiche bezeichnen könnte.

In der Nähe von Lydenburg in der heutigen Provinz Mpumalanga wurden Terrakotta-Köpfe gefunden, die sogenannten Lydenburg Heads, die aus dem 6. Jahrhundert n. Chr. stammen und auf eine weit entwickelte Kultur hindeuten. Leider ist die Fundstätte durch die unprofessionellen Grabungsmethoden archäologischer Amateure so sehr zerstört worden, dass man über den historischen Kontext des Fundes bislang nicht viel weiß. Wichtiger ist indes eine Entwicklung etwa 400 Jahre später, die aufgrund professioneller Ausgrabungen weitaus besser rekonstruierbar ist. Die tiefgreifenden Veränderungen der sozialen und politischen Strukturen in dieser Zeit ließen vermuten, dass eine Zuwanderungswelle aus dem Norden die Ursache dafür war. Denn etwa ab 1000 n. Chr. wurde die Rinderhaltung intensiver und das Central Cattle Pattern setzte sich als allgemeines Siedlungsmuster im gesamten Land durch.

Aus den Siedlungsstrukturen um 1000 n. Chr. lässt sich im Norden des heutigen Südafrika eine allmähliche Änderung im Verhältnis der Chiefs zueinander ablesen, denn es kam unter ihnen zu einer Hierarchisierung. Sie waren nicht mehr einfach Nachbarn, sondern einander über- oder untergeordnet. Am östlichen Rand der Kalahari entdeckten die Archäologen, dass erstmals größere Siedlungen inmitten kleinerer entstanden. Ihre Anordnung ließ den Schluss zu, dass sich eine dreigliedrige Hierarchie einspielte: Eine große Siedlung als Zentrum, mittlere als Unterzentren und zahlreiche kleinere Weiler, die wie Trabanten um die größeren angeordnet waren. Dies ist ein deutlicher Hinweis auf politische Zentralisierung, d. h. einem Chief gelang es, sich zum Oberherrn über die übrigen aufzuschwingen und größere Gebiete unter seiner Herrschaft zu einigen.

Besonders signifikant ist dies in Mapungubwe im äußersten Norden Südafrikas, unweit des Zusammenflusses von Sashe und Limpopo, der heute die Staatsgrenze zu Simbabwe bildet. Denn in dieser archäologischen Fundstätte änderte sich sogar das Central Cattle Pattern. Der Chief entfernte sich weiter als bis dahin üblich von der Bevölkerung, als er sich im wahrsten Sinn des Wortes über sie erhob und seinen Wohnsitz auf einen großen Felsen verlagerte. Gräber mit Beigaben aus Gold, darunter das berühmt gewordene goldene Rhinozeros, dokumentieren, dass es sich hier um eine viel stärker akzentuierte Schichtung der Gesellschaft handelte, als für die Zeit davor archäologisch nachweisbar war. Mapungubwe war eingespannt in die Handelsnetze des Indischen Ozeans, worauf Handelswaren und Artefakte hindeuten, die auf dem Felsen von Mapungubwe gefunden wurden. Die Güter, die die Chiefs von Mapungubwe erreichten, waren knappe Prestigegüter. Sie konnten den Machtzuwachs der Glücklichen, die den Handel unter ihre Kontrolle brachten, erheblich befördern. Glasperlen dienten der Schmuckherstellung, Baumwoll- und Seidenstoffe der Distinktion durch prachtvolle Kleidung. Zu den Handelswaren, die die Afrikaner anboten, zählte neben Elfenbein und Tierhäuten vor allem Gold, das westlich von Mapungubwe gefördert wurde.

Читать дальше
Тёмная тема
Сбросить

Интервал:

Закладка:

Сделать

Похожие книги на «Südafrika»

Представляем Вашему вниманию похожие книги на «Südafrika» списком для выбора. Мы отобрали схожую по названию и смыслу литературу в надежде предоставить читателям больше вариантов отыскать новые, интересные, ещё непрочитанные произведения.


Отзывы о книге «Südafrika»

Обсуждение, отзывы о книге «Südafrika» и просто собственные мнения читателей. Оставьте ваши комментарии, напишите, что Вы думаете о произведении, его смысле или главных героях. Укажите что конкретно понравилось, а что нет, и почему Вы так считаете.

x